Fachbegriffe

BaufachbegriffeWer ein Haus bauen oder sanieren möchte, wird regelmäßig mit Begriffen aus dem Bauwesen konfrontiert. Wenn Handwerker, Hausanbieter und Baufirmen ihre Kunden mit Fachvokabular zu beeindrucken versuchen, können durchaus viele Fragen offen bleiben. Damit dies nicht so bleibt, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe und Fachwörter aus der Baubranche so verständlich wie möglich erklärt. Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Baulexikon eine kleine Hilfe ist. Wir werden es immer wieder um weiteres Fachvokabular ergänzen.

Sofern Sie einen Begriff nicht finden konnten, dann schreiben Sie uns bitte! Wir werden Ihnen direkt antworten und den Fachbegriff schnellstmöglich auch hier ergänzen.

 

BegriffDefinition
Nachbesserung

Eine Nachbesserung muss dann durchgeführt werden, wenn eine zuvor vertraglich vereinbarte Leistung mangelhaft ist, also die Anforderungen nicht erfüllt. Dabei kann es sich um verschiedene Mängel handeln: So kann durch die unsachgemäße Ausführung der Leistung die Gebrauchsfähigkeit der Sache eingeschränkt sein oder eine vereinbarte Verarbeitung oder der Stand der Technik nicht erreicht werden. Das Recht auf Nachbesserung besteht grundsätzlich nach der Bauabnahme. Der Bauherr ist dazu verpflichtet, dem Bauunternehmer die Möglichkeit einer Nachbesserung einzuräumen. Dazu ist eine angemessene Frist zu setzen. Kommt der Bauunternehmer innerhalb dieser Frist seiner Pflicht zur Nachbesserung nicht nach, steht es dem Bauherrn zu, weitere Mängelansprüche geltend zu machen.

Nachrang

Alle Rechte, die auf einer Immobilie lasten, werden in das Grundbuch eingetragen. Werden in das Grundbuch mehrere Rechte eingetragen, dann entsteht eine Rangordnung. Ein Recht mit Nachrang steht in der Reihenfolge hinter einem anderen Recht, dass dementsprechend einen Vorrang hat. Diese Rangfolge hat Auswirkungen, wenn Sicherheiten verwertet werden, denn Gläubiger mit vorrangigen Sicherheiten werden zuerst befriedigt.

Die Rangfolge spielt bei der Baufinanzierung eine Rolle. Wenn ein Haus gebaut oder gekauft wird, dann wird in der Regel eine Finanzierung bei der Bank abgeschlossen. Als Sicherheit lässt sich die Bank in das Grundbuch mit einer Grundschuld in der Höhe der Finanzierungssumme eintragen. Wenn dass das erste Darlehen für das Haus ist, dann ist diese Bank erstrangig in der Rangfolge.

Sollte es einen weiteren Finanzierungsbedarf geben, während die Erstschuld noch beglichen wird, dann kann ein weiteres Baudarlehen aufgenommen werden. Auch dieses Darlehen wird in das Grundbuch eingetragen, aber es ist nachrangig zu dem ersten Baudarlehen. Sollte es zu einem Zahlungsausfall kommen und das Haus muss zwangsversteigert werden, dann wird zuerst das erstrangige Darlehen bedient und aus der Restsumme dann die nachrangigen Darlehen. Aus diesem Grund sind Nachrangdarlehen in der Regel teurer als das Erstdarlehen. Um dieses Risiko abzufedern sind die Zinsen für Nachrangdarlehen höher angesetzt als für Erstdarlehen.

 

Nachrüstpflichten

Wer sich dazu entscheidet, lieber ein Haus zu kaufen, anstatt neu zu bauen, sollte sich darüber informieren, was an zusätzlichen Kosten für die Nachrüstung nach der EnEV, der Energieeinsparverordnung, einzukalkulieren ist. Diese müssen fristgerecht erfüllt werden, ansonsten drohen empfindliche Bußgelder.

In der EnEv § 10 Abs. 4 heißt es dazu, dass bei Gebäuden mit nicht mehr als 2 Wohnungen die Nachrüstpflichten vom neuen Eigentümer zu erfüllen sind, wenn es einen Eigentümerwechsel nach dem 1. Februar 2002 gegeben hat. Der Vorbesitzer muss allerdings selbst in einer der zwei Wohnungen bis zum 1. Februar 2002 gewohnt haben, um von den Nachrüstpflichten befreit zu sein.

Gerade bei Häusern mit einer oder zwei Wohnungen müssen Kaufinteressenten daher aufpassen und genau hinsehen. Wenn der Verkäufer die Immobilie nach dem 1. Februar 2002 übernommen hat, dann ist er in der Pflicht gewesen, die Immobilie dementsprechend nachzurüsten. Wenn er die Immobilie vor dem 1. Februar 2002 übernommen hat, dann ist der neue Besitzer in der Pflicht das Gebäude nachzurüsten.

Folgende Nachrüstpflichten bei Bestandsbauten bestehen:

  • Veraltete Heizkessel erneuern. Alle Heizkessel, die vor dem 01.01.1990 eingebaut worden sind, dürfen nicht mehr betrieben werden.
  • Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen, die nicht gedämmt sind, müssen nachträglich gedämmt werden.
  • Die oberste Geschossdecke oder das Dach muss gedämmt sein. Mit der obersten Geschossdecke ist die Decke gemeint, die den beheizten Bereich vom unbeheizten Bereich trennt.

Die Frist der Nachrüstpflicht beträgt zwei Jahre ab dem Eintrag in das Grundbuch. Sollte dieser Nachrüstpflicht in diesem Zeitraum nicht nachgekommen werden, können Bußgelder von bis zu 50.000 € verhängt werden.

Siehe auch: Nachrüst- und Betriebspflichten für Bestandsimmobilien

Nachrüstpflicht für Rauchmelder

In vielen Bundesländern besteht auch die Pflicht, Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure mit Rauchmeldern auszustatten. Seit oder ab wann dies in welchem Bundesland gilt:

  • Baden-Württemberg: 01.01.2015
  • Bayern: 01.01. 2018
  • Berlin: 01.01.2021
  • Brandenburg: 01.01.2021
  • Bremen: 01.01. 2016
  • Hamburg: 01.01. 2011
  • Hessen: 01.01.2015
  • Mecklenburg-Vorpommern: 01.01.2010
  • Niedersachsen : 01.01.2016
  • Nordrhein-Westfalen: 01.01. 2017
  • Rheinland-Pfalz: 12.07. 2012
  • Saarland: 01.01.2017
  • Sachsen: noch nicht geregelt
  • Sachsen-Anhalt: 01.01. 2016
  • Schleswig-Holstein 01.01. 2011
  • Thüringen: 01.01.2019

Stand: 25.10.2020

 

 

Synonyme - Nachrüstpflicht
Nachtabsenkung

Die Nachtabsenkung ist ein gängiges Mittel, um Heizkosten zu sparen. Der Spareffekt hängt jedoch von der Dämmung des Gebäudes und seiner Gebäudemasse ab. Bei einer Nachtabsenkung wird die Vorlauftemperatur reduziert. Dadurch muss der Brenner der Heizung weniger arbeiten und der Wärmeverlust in den Rohrsystemen verringert sich.  Bei alten Heizanlagen war diese Einstellung etwas schwieriger durchzuführen,bei neuen Heizanlagen ist diese Einstellung deutlich einfacher geworden. Die Vorlauftemperatur wird bei der Nachtabsenkung um 5 bis 8 Grad Celsius reduziert.

Durch die Nachtabsenkungen können bis zu 10 % Energie und Kosten eingespart werden. Je schlechter ein Haus gedämmt ist, desto größer ist der Spareffekt bei der Nachtabsenkung. Allerdings sollte die Temperatur nicht unter den Taupunkt fallen, da ansonsten Schimmelbefall droht. Bei sehr gut gedämmten Gebäuden mit guter Wärmespeichermasse kann die Heizung auch ganz abgestellt werden. Wer seine Heizung programmieren kann, der könnte die Nachtabsenkung ebenso auf den Tag übertragen, wenn niemand zu Hause ist.

Wichtig:

  • Es wird keine Nachtabsenkung erreicht, indem man den Regler an der Heizung herunterdreht. Die nicht benötigte Wärme wird trotzdem im Heizsystem vorgehalten.

  • Bei einer Nachtabsenkung sollte 16 Grad Celsius nicht unterschritten werden. Ansonsten kühlt das Gebäude zu stark aus und es muss deutlich mehr Energie aufgewendet werden, um das Gebäude wieder aufzuheizen.

  • Bei Mehrfamilienhäusern kann die Nachtabsenkung allerdings zu Problemen führen, da unterschiedliche Lebensgewohnheiten auch verschiedene Wärmebedarfe haben und es daurch zwischen dem Vermieter und Mieter zu Streitigkeiten kommen kann.

 

Nachweisgrenze

Die Nachweisgrenze ist ein Begriff, der in der analytischen Chemie verwendet wird. Hier geht es darum, ob in einem Stoff, unter Berücksichtigung des angewandten Analyseverfahrens, noch Schadstoffe enthalten sind, die oberhalb oder unterhalb „null“ liegen. Liegt der Schadstoffgehalt unterhalb dieser Grenze, so gilt für diesen Stoff, dass kein Schadstoffgehalt nachwiesen worden ist. Liegt er darüber, wird die Schadstoffkonzentration entsprechend nachgewiesen.

Wichtig zu wissen ist, dass jeder zu analysierende Stoff eine eigene Nachweisgrenze hat. Es ist auch falsch anzunehmen, dass ein Stoff, in dem kein Schadstoff nachgewiesen wurde, tatsächlich Schadstofffrei ist. Vielmehr ist er eben nur nicht in der ausreichender Menge vorhanden, um nachgewiesen werden zu können.

 

Naturbaustoffe

In der Baustoffkunde unterscheidet man zwischen natürlichen und künstlichen Baustoffen.

Zu den künstlichen Baustoffen gehören Baustoffe wie Beton, Stahl, Glas, Mauerwerk und Kunststoffe. Für die Herstellung werden verschiedene Ausgangsprodukte miteinander verwendet.

Natürliche Baustoffe, wie Holz, Gestein, Schilfrohr und Tone, werden so verwendet, wie sie in der Natur vorkommen und nur mit geringem Energieeinsatz für den entsprechenden Einsatz verarbeitet werden. Dabei wird darauf Wert gelegt, dass das natürliche Ausgangsprodukt weitgehend erhalten bleibt.

Natürliche Baustoffe liegen immer mehr im Trend, da sie für ein angenehmes und gesundes Raumklima sorgen. Der Mix verschiedener künstlicher Baustoffe sorgen immer mehr für da Sick-Building-Syndrom, dass Menschen krank machen, wenn sie sich in einem Gebäuden aufhalten, ohne dass eine genaue Ursache dafür gefunden werden kann. Sobald das Gebäude verlassen wird, verschwinden die Symptome wieder.

Natürliche Baustoffe wie Holz gewinnen im Hausbau immer mehr an Bedeutung. Gerade Fertighäusern werden größtenteils aus Holz gebaut. Es gibt Dämmstoffe, die zum Beispiel aus Hanf, Jute oder Zelluloseschüttungen hergestellt werden. Wahlweise können natürliche Kalkprodukte oder Lehmprodukte wie Lehmstreichputz oder Lehmedelputz für die Wände verwendet werden. Gerade Lehm wirkt sich messbar positiv auf das Raumklima aus. Es reguliert die Luftfeuchtigkeit, indem es überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnimmt und bei trockener Luft wieder abgibt. Unangenehme Gerüche werden absorbiert und die elektrostatische Aufladung von Staubpartikeln wird verringert.

 

Natürliche Baustoffe

Durch das gestiegene Interesse an umweltfreundlichen und nachhaltigen Baumaterialien beim Eigenheim ist derzeit eine breite Palette an natürlichen Baustoffen zu finden. Die Wohngesundheit der Familie liegt den Bauherren dabei besonders am Herzen. Und die hängt nun mal in erster Linie von den verwendeten Baustoffen ab. Wohngesundheit enthält aber auch sogenannte Behaglichkeitsfaktoren, zu denen beispielsweise das Raumklima, die Feuchteregulierung, die Oberflächentemperatur, der Hitzeschutz sowie ein guter Schallschutz gehören. Von ihrer Definition her werden natürliche Baustoffe so, wie sie in der Natur vorkommen, beim Hausbau verwendet. Sie bilden demnach das Gegenstück zu den künstlichen Baustoffen, wie beispielsweise Glas, Baustahl, Kunststoffe oder Beton.

Zu den natürlichen Baustoffen zählen unter anderem Holz, Lehm, Kalksandstein, Kokosfaser, Schafwolle, Stroh, Kork, Sisal, Jute, Flachs, Hanf, Zellulose, Natursteine, keramische Baustoffe, Blähton, Hobelspäne, Kalk, Schaumglas, Dextrine, Proteine, Stärke und Ziegel.

Bei den natürlichen Baustoffen ist es unerheblich, ob sie in ihrem Ausgangszustand verbaut werden oder in bearbeiteter Form vorliegen. Bei jeglichen Zusätzen sollten Bauherren aber auf die ökologischen Aspekte achten, sonst wird schnell aus einem natürlichen Baustoff ein konventioneller Baustoffe ohne Nachhaltigkeit. Natürliche Baustoffe sollten stets schonend verarbeitet, frei von Giften oder anderweitig bedenklichen Schadstoffen sein. Sie kommen in der Natur vor und leisten einen großen Beitrag zum Klimaschutz, denn bei ihrer Herstellung und dem Transport sollte auf einen möglichst geringen CO2-Ausstoß geachtet werden. Darüber hinaus können sie aber auch aus recyceltem Material bestehen und sollten stets recyclingfähig sein.

Wer als Bauherr auf Nummer sicher gehen will, greift nur auf natürliche Baustoffe zurück, die hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften und der Nachhaltigkeit von unabhängiger Stelle neutral bewertet und geprüft wurden. ÖkoPlus-Siegel geben beispielsweise eine gute Orientierung bei der Auswahl. Baustoffe ohne ein Siegel sollten dann zumindest aus der Region kommen und frei von Zusatzstoffen jeglicher Art, also am besten völlig unbehandelt, sein. Regionalität kommt bei natürlichen Baustoffen eine große Bedeutung zu, denn auch wenn Bambus auf den ersten Blick wie ein nachwachsender und damit nachhaltiger Baustoffe aussieht, sein Transport verursacht große Mengen an CO2. In seinen Ursprungsländern wie Thailand oder Costa Rica ist Bambus ein natürlicher Baustoff, mehrere Tausend Kilometer entfernt jedoch nicht mehr.

Mit ein wenig mehr Aufwand ist es möglich das Eigenheim in fast allen wichtigen Bereichen mit natürlichen Baustoffen zu errichten. Vom Bodenbelag, über die Mauer, bis zum Dach und einschließlich Dämmstoffen, Klebern, Mörtel, Putze, Farben, Lacken, Abdichtungen und Wärmedämmverbundsysteme. Die anfänglich erhöhten Preise amortisieren sich in der Regel nach einigen Jahren, weil die Baustoffe über zahlreiche Eigenschaften wie Wärmedämmung oder Feuchtigkeitsbindung verfügen. So sparen Hausbesitzer Energie und damit Kosten ein.

Definition Naturprodukt:
Als Naturprodukt (auch Naturerzeugnis) gelten Grundstoffe, Lebensmittel, Stoffgemische oder auch Werkstoffe, welche weitgehend in der Natur bzw. natürlich entstanden sind, in Urproduktion gewonnen wurden und ohne oder nur mit geringer Veränderung ihrer stofflichen Eigenschaften verwendet werden. (https://de.wikipedia.org/wiki/Naturprodukt)

Synonyme - ökologische Baustoffe, nachhaltige Baustoffe,Naturprodukt
Negativer U-Wert

Der sogenannte U-Wert (früher als K-Wert bezeichnet) steht für den Wärmedurchgang durch einen festen Körper. Konkret bedeutet das: Der U-Wert drückt aus, wie viel Energie auf einer Fläche von einen m² entweicht, abhängig von jeweils einem Grad Temperaturunterschied. Wie hoch der U-Wert ausfällt, hängt sowohl vom Wärmeverlust als auch dem Umfang des solaren Wärmegewinns ab.

Synonyme - K-Wert, U-Wert
Neubaufeuchte

Die unsichtbare Gefahr im Neubau heißt Feuchtigkeit. Denn was beim Einzug oder der Schlüsselübergabe nagelneu und hübsch aussieht, ist durch die unterschiedlichsten Baustoffe wie Putz, Estrich, Beton oder das Mauerwerk vollgesogen mit Feuchtigkeit. Experten sagen, bis zu 100 Litern Wasser pro Quadratmeter, machen die Feuchtigkeitseinlagerungen aus. Bei einem Haus mit 200 qm Wohnfläche sind dies immerhin 20.000 Liter, die zunächst gründlich austrocknen müssen, bevor von einem gesunden Wohnklima gesprochen werden kann. Ein Mauerwerk allein benötigt für die vollständige Austrocknung bis zu 360 Tagen, mindestens aber 120 Tage. Bei Betonwänden dauert der Trocknungsprozess erheblich länger. Das Ergebnis wird dann als Ausgleichsfeuchte bezeichnet, also der Zustand der vollständigen Austrocknung von Feuchtigkeit in Bauteilen und Baumaterialien.

Der Baukörper gibt die Feuchtigkeit an die Raumluft ab und von dort muss sie möglichst effektiv entweder aus dem Haus geleitet werden oder mit anderen Methoden “neutralisiert” werden. Vor allem zu beachten ist die Neubaufeuchte bei rasant hochgezogenen Hausbauprojekten, bei denen nur wenige Monate vom Erdaushub bis Einzug vergehen. Hier ist es sehr wahrscheinlich, dass der Bauträger oder die Baufirma notwendige Bautrocknungszeiten verkürzt oder gar ausgelassen hat, damit schnell die Übergabe an den Bauherrn und damit die Zahlung erfolgt. Aber die Neubaufeuchte kann schnell zu Schäden am Bauwerk kommen, meist in Form von Ausblühungen, Schimmelpilzbildung oder im ungünstigsten Fall sogar zu einem Hausschwamm führen.

Tipps

  • Wichtig ist regelmäßiges Stoßlüften mehrmals am Tag. Hilfreich kann hier ein Hygrometer sein, dass anzeigt, wann die relative Luftfeuchtigkeit unter 60 % liegt, denn dann ist ausreichend Luftzufuhr vorhanden.
  • Auch dem Heizen kommt eine immens wichtige Bedeutung zu, denn warme Luft nimmt deutlich mehr Feuchtigkeit auf als warme. Zimmer, die noch nicht vollständig eingerichtet sind und genutzt werden, müssen unbedingt gleichmäßig temperiert sein. Ein häufiger Fehler vor allem bei Häusern mit nahezu dichter Haushülle ist das herunterschalten der Heizung. Ein Neubau sollte unabhängig von der Dichte der Gebäudehülle im ersten Jahr intensiv beheizt werden, damit die Neubaufeuchte austrocknen kann.
  • Es kann hilfreich sein, Möbel noch nicht bis ganz an die Wand zu stellen. So ergibt sich dahinter ein kleiner Luftspalt, der zumindest in den ersten Monaten helfen kann, die Neubaufeuchte auszutrocknen. Ein Abstand von ca. 10 cm wird empfohlen, so kann der Luftzug hinter der Schrankwand die Wand dahinter trocknen lassen.
  • Diffusionsfähige Materialien wie beispielsweise Tapeten, Farbe und Grundierungen können ebenfalls helfen, gegen die Neubaufeuchte vorzugehen. Eine luftdicht abgedeckte Wand kann nicht selbständig atmen und die Feuchtigkeit aus ihr nicht entweichen. Das führt zur Ansammlung von Feuchtigkeit und damit auch zu einem erhöhten Risiko für Schimmelpilz und Stockflecken.

Siehe auch:

 

Synonyme - Baufeuchte,Baufeuchtigkeit
Neutralisation

Der Begriff Neutralisation fällt in den Bereich der Heizungstechnik. Sie findet statt, um im Brennwertkessel angesammelte Schadstoffe im Kondensat auszugleichen, zu neutralisieren. Die Neutralisationsanlagen übernehmen diese Aufgabe.

Eine Brennwertheizung kühlt die Abgase des verbrannten Heizmittels ab, was zur Kondensierung des Wasserdampfs in den Rauchgasen und folglich zur Wärmefreisetzung führt. Das dabei entstehende Wasser wird über einen Siphon weiter in die Kanalisation geleitet. Dieses Abgaskondensat kann dabei einen pH-Wert zwischen 1,5 und 5,5 haben, je nachdem welcher Brennstoff genutzt wird. Zum Vergleich, Leitungswasser weist normalerweise einen pH-Wert von 7 bis 8 auf. Um das Abgaskondensat auf einen ähnlichen pH-Wert wie Leitungswasser zu bekommen, nutzt man Neutralisationsanlagen und verhindert so negative Folgen für die Abwasseranlage. Nutzt man diese Anlagen nicht, besteht die Gefahr, dass sich die Abflussrohre mit der Zeit zersetzen, undicht werden und folglich aufwendig instand gesetzt werden.

Der in den Neutralisationsanlagen verwendet Filter besteht zumeist aus Aktivkohle. Das Abgaskondensat fließt und feste Bestandteile darin werden herausgefiltert. Danach fließt es weiter durch ein alkalisches Granulat, welches durch die Reaktion mit dem Kondensat Salze bildet und folglich den pH-Wert anhebt. Das Granulat besteht zumeist aus Kalkstein, Magnesiumoxid oder Marmorsplitt. Darüber hinaus gilt es zu bedenken das Neutralisationsmittel in einem jährlichen Rhythmus auszutauschen.

Unter welchen Bedingungen eine Neutralisationsanlage Pflicht ist, erfahren Sie hier:

  • Erdgas oder Heizöl (schwefelarm)
    - Leistung der Nennwärme unter 25 bis 200 kW
    - Keine Neutralisationsanlage verpflichtend
    Voraussetzungen
    - gilt nicht für Kleinkläranlagen
    - säurefeste Rohre
    - ausreichender Anfall von Abwasser (1:20)

  • Erdgas oder Heizöl (schwefelarm)
    - Leistung der Nennwärme über 200 kW
    - Neutralisationsanlage ist verpflichtend

  • Heizöl (Standard)
    - Neutralisationsanlage ist verpflichtend

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