Bauratgeber Sachsen Anhalt

Egal, ob es sich bei einem Haus um einen Alt- oder Neubau handelt: Der Energieverbrauch ist immer ein zentrales Thema. Mit dem absehbaren Mangel an fossilen Energieträgern ist bereits in naher Zukunft mit einem spürbaren Anstieg sowohl der Heiz- als auch der Strom- und Warmwasserkosten zu rechnen. Bei einem neuen Haus ist daher die Errichtung eines Niedrigenergie- oder sogar Passivhauses ein häufiger Wunsch von Bauherren. Solarthermie- und Photovoltaikanlagen sind dabei ein wichtiger Bestandteil eines ausgewogenen Energiekonzepts für Ihr Haus.
 

Solarthermie-Anlagen

Solaranlage - SolarthermieSolarthermie-Anlagen erzeugen aus Sonnenlicht Wärme, die dann für Warmwasser sowie das Beheizen des Gebäudes als Unterstützung Ihrer Heizungsanlage eingesetzt wird. Sie bestehen aus einem Speicher, einer Steuerungs- oder Regeleinheit und dem von außen sichtbaren Kollektor. Solar-Kollektoren sollten auf Dächern mit einer südlichen Ausrichtung angebracht werden und eine Neigung von 40° haben. Eine Pumpe transportiert den flüssigen Wärmeträger, der sich durch die Sonneneinstrahlung erwärmt hat, in einen Warmwasser-Speicher. Dort wird dann die Wärme mithilfe eines Wäremtauscher an den Heizungskreislauf oder das zu erwärmende Trinkwasser abgegeben. Der nun abgekühlte Wärmeträger fließt anschließend zurück in den Kollektor, und der Kreislauf wird fortgesetzt. Bei zu wenig Sonneneinstrahlung wird der Wärmeträger durch den Heizkessel nachgewärmt.

Die Größe der für eine Solarthermie-Anlage benötigten Dachfläche richtet sich nach deren Zweck: Soll sie nur zur Warmwasser-Bereitung eingesetzt werden, werden pro Person 1-1,5 Quadratmeter Dachfläche berechnet. Wenn die Nutzung jedoch auch zur Unterstützung der Heizungsanlage dienen soll, sollten pro Person 2,5 Quadratmeter Fläche veranschlagt werden.  Doch auch die Größe des Speichers ist für die Effektivität der Anlage wichtig: Bei einem 4-Personen-Haushalt kommt in der Regel bei einer Kollektorfläche von fünf Quadratmetern ein Speicher von 300 Litern zum Einsatz.

Mit einer solchen Anlage können jährlich etwa 50-60 % der für die Warmwasserbereitung benötigten Energie gespart werden. Derzeit geht man dabei von Investitionskosten (inkl. Montage) von 4.000 bis 6.000 Euro aus. Soll eine Kombi-Anlage, die zusätzlich auch die Heizungsanlage unterstützt, betrieben werden, sind 10-18 Quadratmeter Kollektorfläche auf dem Dach sowie 70-100 Liter Speichervolumen pro Quadratmeter Kollektorenfläche nötig. Für den Bau einer solchen Anlage müssen inkl. Montage etwa 8.000 bis 12.000 Euro veranschlagt werden. Das Energiesparvolumen liegt bei ca. 25 %. Solarthermie-Anlagen erhöhen den Wohnwert des Hauses, mindern die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und schonen Ressourcen. Ihre Rentabilität lässt sich nur ungefähr schätzen, weil sie unmittelbar mit der Entwicklung des Gas- und Ölpreises während der nächsten 15 bis 20 Jahre zusammenhängt.

 

Photovoltaik - Anlagen

Solaranlagen - PhotovotaikPhotovoltaik - Anlagen dienen dagegen ausschließlich der Stromerzeugung durch Sonnenlicht. Mit ihnen kann nicht nur die Stromversorgung für den eigenen Bedarf sichergestellt, sondern der überschüssige Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Auf der Basis des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) erhalten Betreiber von Photovoltaik-Anlagen für die Dauer von 20 Jahren eine garantierte Abnahmevergütung für ihren in das Stromnetz eingespeisten Solarstrom. Wahlweise können Anlagenbetreiber auch eine Vergütung für ihren selbstgenutzten Solarstrom in Anspruch nehmen.
Für Photovoltaik-Solarmodule werden für eine Leistung von 1 kW etwa 8-10 Quadratmeter Fläche benötigt. Mehrere Module bilden hier eine Anlage. Die Menge des produzierten Solarstroms hängt von mehreren Bedingungen ab und kann nur geschätzt werden. Hierfür spielen der Neigungswinkel und die Ausrichtung der Anlage sowie der Standort eine große Rolle. Üblicherweise wird jedoch pro installiertem Kilowatt von einer erzeugten Strommenge zwischen 700 und 1.200 kWh ausgegangen.
Photovoltaik-Anlagen bestehen entweder aus waferbasierten Silizium- oder Dünnschichtzellen. Zurzeit haben waferbasierte Siliziumzellen den größeren Marktanteil. Sie werden mit monokristallinen oder polykristallinen Solarzellen hergestellt. Die monokristallinen Zellen weisen einen höheren Wirkungsgrad auf, während die polykristallinen Zellen etwas preisgünstiger sind.
Dünnschichtzellen werden in unterschiedlichen Materialien angeboten und sind bei der Produktion hinsichtlich des Energie- als auch des Materialverbrauchs kostengünstiger, was sich auch beim Preis bemerkbar macht. Da sie außerdem sehr flexibel sind, können sie z. B. auch als Vordach oder Designelement genutzt werden.

 

Finanzierung von Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen

Zur Finanzierung des Baus von Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlagen können verschiedene Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Der Bund unterstützt den Bau von Photovoltaik-Anlagen durch Mindestvergütungssätze gem. EEG, Solarthermie-Anlagen werden durch Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm gefördert. Außerdem ist über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Inanspruchnahme von kostengünstigen Krediten möglich, die über die Hausbank beantragt und abgewickelt werden. Darüber hinaus stellen die Bundesländer und einzelne Kommunen Fördergelder bereit, die sich in ihrer Höhe und ihren Konditionen stark unterscheiden.

Wenn Sie wissen möchten, ob sich eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage auch für Ihr Haus rechnet, wenden Sie sich an unsere Berater. Sie geben Ihnen jederzeit gern Auskunft.

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