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Oekolisch bauenWer sich entschließt, sein Haus nach ökologischen Standards zu bauen, kann dies aus verschiedenen Gründen tun: Bei manchen Bauherren ist es eine finanzielle Entscheidung, da durch eine ökologische Bauweise auf mittlere und lange Sicht Energie und Ressourcen eingespart und Fördermittel des Bundes, Landes oder auch der jeweiligen Kommune genutzt werden können; für andere hat ökologisches Bauen angesichts der schwindenden Wasser- und Energiereserven sowie des Klimawandels mit Verantwortung und dem Wunsch zu tun, zumindest etwas Positives für die Umwelt zu tun. Eine dritte Gruppe wünscht sich ein nach ökologisch gebauten Kriterien gebautes Haus, weil ihnen Allergien oder andere gesundheitliche Probleme das Wohnen in einem "normalen" Haus unmöglich machen.

 

Die Kriterien für ökologisches Bauen:

  • Schon die Wahl des Standortes muss hinsichtlich der Infrastruktur, der Verkehrserschließung und dem Landschaftsschutz ökologischen Maßstäben genügen.
  • Es dürfen ausschließlich Baustoffe verwendet werden, die umweltgerecht gewonnen und, wenn nötig, problemlos entsorgt werden können. Im Idealfall sollten sie biologisch abbaubar sein.
  • Um den Transport- und Energieaufwand gering zu halten, sollten die benötigten Baustoffe in der näheren Umgebung des Bauplatzes beschafft worden sein.
  • Es dürfen keine giftigen oder baubiologisch bedenklichen Stoffe zum Einsatz kommen.
  • Der Energieverbrauch muss während der Nutzungsdauer des Gebäudes nach dem heutigen Stand der Technik so gering wie möglich gehalten werden.
  • Das Versiegeln von Flächen sollte weitestgehend vermieden und die Gebäude begrünt werden.
  • Die Entwässerungstechnik sollte nachhaltig betrieben und Trink- und Brauchwasser nach Möglichkeit getrennt werden.
  • Wenn möglich, sollten Pflanzenkläranlagen zum Einsatz kommen.

Diese Kriterien sind für den Laien zunächst sehr abstrakt, sodass sich für ihn die Frage stellt, wie sie sich praktisch umsetzen lassen.

 

Ökologisch bauen in der Praxis

Ökologische Baustoffe

Die für den Hausbau verwendeten Baustoffe müssen direkt aus der Natur stammen. Darum kommen hier nur Lehm, Ziegel, Natursteine, Strohballen, Holz sowie Pflanzen für die Dachbegrünung in Betracht.

Ökologische Dämmstoffe

Gleiches gilt für die Dämmstoffe: Hierfür werden ausschließlich Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet. In der Regel werden für die Dämmung Fasern aus Flachs oder Hanf, Schafwolle, Stroh, Holzfaserdämmplatten, Schilfrohr, Wiesengras, Roggen oder Recyclingmaterialien eingesetzt. Dabei stehen diese natürlichen Dämmstoffe den mineralischen und fossilen in nichts nach.

Ökologische Bodenbeläge

Bei den Bodenbelägen kann aus einer Vielzahl verschiedener Materialien gewählt werden: Das aus Leinöl, Harzen und biologischen Füllstoffen hergestellte Linoleum eignet sich genauso für den Einsatz in einem ökologisch errichteten Haus wie Parkett, das möglichst aus in der Region geschlagenem Holz bestehen sollte. Darüber hinaus kommen Teppichböden aus natürlichen Materialien wie Schurwolle, Sisalfaser, Baumwolle oder Jute in Betracht. Auch Kork wird als Bodenbelag immer beliebter, denn er ist fußwarm und rutschhemmend.

Ökologische Farben & Lösungsmittel

Selbstverständlich dürfen im ganzen Haus nur Naturfarben sowie Lacke und Klebstoffe auf Pflanzenbasis eingesetzt werden, die keine Lösungsmittel enthalten.

Die Fenster

Auch beim Einbau sämtlicher Fenster ist darauf zu achten, dass sie den neuesten energetischen Standards entsprechen. Wenn es Holzfenster sein sollen, ist es sinnvoll darauf zu achten, dass diese aus lokalen Hölzern gefertigt wurden.

 

Ökologisch bauen -> Energie- und Ressourcenschonung

Heizungswärme auch aus der Sonnennergie nutzen

Für die Erzeugung von Heizungswärme und warmem Wasser werden Solarzellen zur Solarthermie eingesetzt. Sollte das nicht genügen, bieten sich alternative Heizsysteme wie z. B. eine Holzpelletheizung oder Geothermie an.

Wassernutzung

Auch hinsichtlich der Wassernutzung bleibt dem Bauherrn viel Spielraum: Bereits mit einem Warmwasseranschluss für die Waschmaschine lässt sich viel erreichen. Außerdem kann das sog. Grauwasser, das bereits zum Baden, Duschen oder Waschen genutzt wurde, ein weiteres Mal für die Toilettenspülung Verwendung finden. Sofern ein Zwei-Kammer-System installiert wurde, das das Grau- und Regenwasser getrennt auffängt, kann das Regenwasser nach einem Filterungsprozess zum Wäschewaschen benutzt werden.

Pflanzenkläranlage

Wenn die örtlichen Voraussetzungen es zulassen, runden der Bau einer Pflanzenkläranlage und die Verwendung der dabei anfallenden Biomasse als Gartendünger das ökologische Bauvorhaben ab.
 

 

Bauberatung und Bauplanung für den ökologischen Hausbau

Auf den ersten Blick vermittelt der Wunsch, ökologisch zu bauen, einen großen Aufwand, der möglicherweise den einen oder anderen Interessenten abschreckt. Aber wie immer, steht und fällt das Gelingen eines Bauvorhabens mit der Qualität der Bauberatung, Bauplanung und Baubetreuung. Sprechen Sie uns unverbindlich an. Wir sagen Ihnen auch, mit welchen Mehrkosten Sie ggf. rechnen sollten: Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Mehrkosten für ein ökologisch gebautes Haus gegenüber einem konventionell gebautem Eigenheim lediglich 2-10 % betragen.

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