Lehm

BegriffDefinition
Lehm

Lehm zählt neben Holz zu den ältesten Baustoffen der Menschheit und besteht aus einer Mischung aus Sand, Schluff und Ton. Zudem ist es das älteste verwendete Bindemittel im Bauwesen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts zählt Lehm zu den wichtigsten mineralischen Baustoffen neben Kalk und Zement. Verwitterungen aus Fest- oder Lockergestein lassen Lehm entstehen, ebenso die unsortierte Ablagerung der Lehmbestandteile.

Lehm wird als Baustoff in gebrannter und ungebrannter Form verwendet. Häufig findet die gebrannte Variante in Ziegeleien Anwendung. Dort wird der aus der Lehmgrube gewonnene Baustoff in diverse Ziegelformen gebracht und gebrannt. Dieser Vorgang dient zur Erhöhung der Festigkeit.

Um die Beschaffenheit eines Lehms festzustellen, gibt es verschiedene einfach durchzuführende Test. Mit ihnen lässt sich herausfinden, ob es sich um mageren, mittelfetten oder fetten bis sehr fetten Lehm handelt. Zu diesen Tests gehören die Kugelfallprobe, der Zigarrentest, der Abwasserrohrtest und der Handwaschtest. Desto krümeliger und leichter zerfallend der Lehm ist, desto magerer und folglich unbrauchbarer ist der Lehm. Zerfällt der Lehm bei den Tests wenig bis überhaupt nicht, eignet er sich besser für die Verwendung als Baustoff, lässt sich jedoch auch schwieriger verarbeiten.

Die Anwendungsgebiete von Lehm sind sehr vielseitig. Neben der gebrannten Form als Ziegel wurde Lehm zu Beginn der 1980er Jahre wieder als gesunder und umweltfreundlicher Baustoff eingesetzt. Hauptsächlich kommt er seitdem als Lehmputz oder Lehmfarbe im Innenbereich von Gebäuden zum Einsatz und sorgt zusätzlich für ein natürliches und gesundes Raumklima.

Im Außenbereich findet Lehm bevorzugten Einsatz zum Witterungsschutz, besonders in Nord- und Mitteleuropa. Lehm härtet ausschließlich physikalisch aus und ist dafür bestens geeignet, im Vergleich zu vielen anderen Baustoffen, die durch chemische Abbindung aushärten.

Durch seine Wärmespeichereigenschaft wird Lehm besonders bei heißen Bauteilen genutzt, beispielsweise beim Einputzen von Heizungen im Boden oder an der Wand. Gerade im Hinblick auf energieeffiziente Gebäude wird dieses Verfahren häufig genutzt, da es zusätzlich baubiologischen Ansprüchen gerecht wird.

 

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