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Mit jedem Tag, an dem das neue  Eigenheim gebaut wird, rückt der Tag des Einzugs ein bisschen näher und die Vorfreude steigt. Aber bevor es so weit ist, muss auf zahlreiche Dinge geachtet werden, die das Bauprojekt gefährden könnten: Die Baukosten können für Sie unvorhergesehen steigen oder der Fertigstellungstermin für Ihr Haus kann sich gleichfalls verzögern. Letzteres ist dann wieder mit Kostensteigerungen verbunden, evtl. müssen dann noch weitere zusätzliche Mieten gezahlt werden, obwohl Sie den Mietvertrag schon fristgemäß gekündigt haben. Um dies alles zu verhindern, hilft juristisch nur eines: die Verabredung einer Bauzeit- und Festpreisgarantie.

 

Die Bauzeitgarantie als Gegenstand des Bauvertrages

Im Rahmen der Bauzeitgarantie vereinbart der Bauherr mit dem Bauunternehmer einen bestimmten Fertigstellungstermin, der Bestandteil des Bauvertrags wird. Diese zusätzliche Vereinbarung sollte so differenziert wie möglich sein, damit der Bauherr vor den möglichen Risiken einer Bauzeitüberschreitung möglichst gut abgesichert ist. Denn eine Überschreitung der Bauzeit ist mehr als einfach nur ein bisschen ärgerlich: Sie müssen Ihre Terminplanung sicher mit der Fertigstellung Ihres neuen Domizils in Einklang bringen, da in der Regel die bisherige Mietwohnung zeitlich passend gekündigt und der Umzug organisiert werden muss. Wenn Sie nicht termingerecht ausziehen können, dann haben Sie nicht nur zusätzlich weitere Mieten für die Nutzung der alten Mietwohnung zu zahlen; es könnte sogar zu einer Schadensersatzforderung ihres Vermieters kommen, weil er die Wohnung nicht so schnell weitervermieten kann. Diese Risiken können unkalkulierbar sein.

In manchen Fällen ist der Umzug ins eigene Haus auch mit einem Arbeitsplatzwechsel an einen weiter entfernten Ort verbunden. Dann kommt eine weitere Nutzung der bisherigen Wohnung ohnehin nicht mehr infrage, sodass bei einer verzögerten Fertigstellung Ihres Eigenheims die Zeit nur mit einem Hotelzimmer überbrückt werden kann. Das kann sehr teuer werden. Über die Bauzeitgarantie sind derartige Fallkonstellationen jedoch abgesichert.

Ein nicht eingehaltener Fertigstellungstermin kann außerdem Ihre komplette Baufinanzierung in Frage stellen: Es entstehen regelmäßig zusätzliche Zinsen, und neben zusätzlichen Mietkosten fallen bereits regelmäßig die Zins- und Tilgungsleistungen Ihres Baukredites ins Gewicht. Gegebenenfalls wird dann noch eine teure Zwischenfinanzierung nötig, um die zusätzlichen Kosten abzudecken. Somit muss im Rahmen einer schriftlich fixierten Bauzeitgarantie ausdrücklich geregelt werden, dass der Bauunternehmer die durch eine mögliche Überschreitung der Bauzeitgarantie verursachten Kosten zu tragen hat. Derartige Kosten können erfahrungsgemäß nicht abschließend in einem Bauvertrag aufgelistet werden, dennoch empfiehlt es sich aus Gründen der Rechtssicherheit, eventuell anfallende Verzugskosten wie Zinsen, doppelte Mietzahlungen oder notwendige anderweitige Übernachtungskosten ausdrücklich zu benennen. Es sollte jedoch immer der Hinweis erfolgen, dass diese Aufzählung nicht abschließend ist, da der Bauunternehmer alle durch die Nichteinhaltung des versprochenen Fertigstellungstermins entstehenden zusätzlichen Kosten zu tragen hat. Zu beachten ist unbedingt, dass in dem Bauvertrag ein bestimmter Fertigstellungstermin nicht nur in Aussicht gestellt wird; dies wäre zu unverbindlich. Der Termin muss ganz konkret bezeichnet und mit einer klaren Regelung zur Verzugsstrafe oder einem Vertragsstrafeversprechen bei Nichteinhaltung des Fertigstellungstermins verbunden werden. Nur das sichert Sie als Bauherr umfänglich ab.

 

Der garantierte Festpreis als Bestandteil des Bauvertrages

Da ein Bauherr nicht will, dass die ursprünglich geplanten regulären Baukosten während der Bauphase steigen, ist eine schriftliche Festpreisabrede nötig, die Bestandteil des Bauvertrags ist. Ein Festpreis wird üblicherweise über einen bestimmten Zeitraum vereinbart, zum Beispiel über zwölf Monate. Beim Festpreis sollte im Interesse aller Vertragsparteien der laut Bauvertrag geschuldete Leistungsumfang ganz genau bezeichnet werden, denn ausschließlich aus dem Leistungsumfang sowie der Baubeschreibung inklusive der gelieferten Baustoffe kann der Baupreis kalkuliert werden. Diese Kalkulation sollte dann ausdrücklich Gegenstand der Festpreisvereinbarung sein. Irrt sich nämlich der Bauunternehmer im Rahmen seiner Kalkulation, berechtigt ihn dies nicht zu einer Anfechtung des Vertrages: Ein Kalkulationsirrtum spielt für die Gültigkeit des Vertrags keine Rolle. Mit anderen Worten: Innerhalb des vertraglich vereinbarten Leistungsrahmens und des Leistungszeitraumes bleibt der Festpreis bestehen, und zwar ungeachtet etwaiger steigender Kosten für den Bauunternehmer in Folge einer Verteuerung der Baustoffe oder gestiegener Lohnkosten. Da der Festpreis bis zur Schlüsselabgabe des Hauses bestehen bleiben soll, empfiehlt es sich, diesen mit der Bauzeitgarantie zu vereinbaren. So bietet Ihnen eine garantierte Bauzeit zum  Festpreis  einen soliden Schutz vor einer Kostenexplosion auf Ihrer Baustelle.

 

Erlauben Sie uns noch einen kleinen Exkurs:
Fas jeder Hausanbieter wirbt mit dem garantierten Festpreis. Es liegt schließlich auf der Hand, dass der feste Preis beim Bauen für einen Bauherrn von großer Bedeutung ist. Oft wird dabei übersehen, dass dieser Festpreis an ein Leistungsversprechen gebunden ist. Dieses Leistungsversprechen ist in einer Bau- und Leistungsbeschreibung festgeschrieben. Ein Festpreis beinhaltet also nur jene Leistungen, die in der Baubeschreibung aufgeführt sind. Siehe auch:  Baubeschreibung & Festpreis.

 

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