Fachbegriffe

BaufachbegriffeWer ein Haus bauen oder sanieren möchte, wird regelmäßig mit Begriffen aus dem Bauwesen konfrontiert. Wenn Handwerker, Hausanbieter und Baufirmen ihre Kunden mit Fachvokabular zu beeindrucken versuchen, können durchaus viele Fragen offen bleiben. Damit dies nicht so bleibt, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe und Fachwörter aus der Baubranche so verständlich wie möglich erklärt. Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Baulexikon eine kleine Hilfe ist. Wir werden es immer wieder um weiteres Fachvokabular ergänzen.

Sofern Sie einen Begriff nicht finden konnten, dann schreiben Sie uns bitte! Wir werden Ihnen direkt antworten und den Fachbegriff schnellstmöglich auch hier ergänzen.

 

BegriffDefinition
Barrierefrei

Als barrierefrei werden alle baulichen Maßnahmen bezeichnet, die dazu dienen, allen Menschen mit jeglicher Art von mobilen und kognitiven Einschränkungen das Leben zu erleichtern und deren Lebensverhältnisse zu verbessern. Beispielsweise sollten Durchgänge hoch und breit genug sein, um mit einem Rollstuhl oder Kinderwagen hindurchzukommen. Bewegungsflächen sollten so eben wie möglich gestaltet sein, denn bereits eine kleine Stufe oder ein Höhenunterschied jeglicher Art kann ein unüberwindbares Hindernis sein. Ebenso sollte die Zugänglichkeit zu Armaturen und Installationen ohne fremde Hilfe gewährleistet sein. Geländer, Haltegriffe und ausreichend Platz sorgen für entsprechende Sicherheit.

Übersichtliche Raumanordnungen für Menschen mit eingeschränkter Informationsverarbeitung oder Wahrnehmungsfähigkeit gehören ebenso dazu, wie Tastkanten und Bodenindikatoren für Sehbehinderte und Blinde. Barrierefreiheit findet Anwendung im privaten und öffentlichen Raum und gilt sowohl für den Neubau als auch für bestehende Objekte. Die Planungsgrundlagen für barrierefreies Wohnen müssen der DIN 18040-1 Teil 1 und 2 sowie DIN 18040-2 entsprechen. Für öffentliche Gebäude gilt die DIN 18040-1. Ergänzungen hierzu bilden DIN 32984 für Bodenindikatoren, Leitstreifen etc. und DIN 32975 für die Gestaltung von Informationen im öffentlichen Raum. Die Regelungen und deren Erforderlichkeit können von Bundesland zu Bundesland variieren, sind jedoch in großen Teilen als technische Baubestimmung eingeführt.

Siehe auch: www.hausbauberater.de/barrierefrei-bauen

Synonyme - behindertengerechtes Bauen,hindernisfrei,blockadefrei,behindertengerecht
Bauabnahme

Die Abnahme von Bauarbeiten ist eine letzte und sehr wichtige Phase des Baus. Sie markiert das Ende des Projekts, die Übertragung des Eigentums an den Bauherren sowie den Beginn der Garantie- und Versicherungsperiode. Bauabnahmen können nach einzelnen fertiggestellten Bauabschnitten erfolgen oder spätestes nach Fertigstellung des gesamten Hauses oder bei der Hausübergabe. In der Bauabnahme wird festgestellt, ob die beauftragte Baufirma alle vertraglich vereinbarten Leistungen erbracht hat und ob die Qualitätsstandards eingehalten wurden.

Das Akzeptieren der Bauabnahme durch den Kunden bedeutet, dass die Arbeiten gemäß des Bauvertrages ordnungsgemäß ausgeführt wurden, ihre Umsetzung den gesetzlichen Regelungen und dem richtigen Bestimmungsort entsprechen.Unterschieden wird hier zwischen:

  • Vorläufige Bauabnahme (Abnahme mit Vorbehalt)
    Bei einer vorläufigen Abnahme wird eine Liste mit Mängeln erstellt, welche die Baufirma beheben muss, bevor die endgültige Abnahme erklärt werden kann. Für die Behebung der Mängel wird ein bestimmter Zeitraum festgelegt.

  • Endgültige Baubnahme (Abnahme ohne Vorbehalt)
    Die endgültige Abnahme bedeute auch, das alle abgeschlossenen Arbeiten akzeptiert wurden, einschließlich aller bekannten Mängel. An diesem Punkt sind die vertraglichen Rechte des Eigentümers gegen die Baufirma weitaus begrenzter. Daher wird empfohlen die endgültige Bauabnahme gemeinsam mit einem unabhängigen Bausachverständigen abzuschließen. Sobald die Bauabnahme endgültig ist, hat der Bauherr keinerlei Rechte später entdeckte Mängel zu beklagen und gegebenenfalls gerichtlich gegen das Bauunternehmen vorzugehen.

 

Bauantrag

Beim Bauantrag, auch Baugesuch genannt, beantragt der Bauherr eine Baugenehmigung für ein Bauvorhaben. Der Antrag wird in schriftlicher Form an die zuständige Stadt- oder Gemeindeverwaltung gestellt. Diese überprüft, inwieweit das geplante Bauvorhaben mit dem öffentlichen Baurecht vereinbar ist. Daher muss der Bauantrag immer bei der Kommune gestellt werden, in deren Gebiet das zu bebauende Grundstück liegt. Einzelheiten werden in Deutschland durch die Bauordnung und die Bauvorlagenverordnung des zuständigen Bundeslandes reguliert. Sind wichtige Fragen vor einem Bauantrag zu klären, kann eine Bauvoranfrage gestellt werden.

Der Bauantrag muss zahlreiche Angaben zum Gebäude enthalten. Dazu gehören unter anderen die Baubeschreibung, Bauzeichnungen, Berechnungen, Betriebsbeschreibung, Lageplan inklusive Grundstücksgröße und ein Entwässerungsplan. Zudem sind Nachweise über die Standsicherheit und die Schall- und Wärmedämmung des Gebäudes beizufügen. Erst wenn der Bauantrag genehmigt ist, darf mit dem Bau des Gebäudes beziehungsweise dem Umbau begonnen werden.

Für das Erstellen eines Bauantrages ist normalerweise ein bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser notwendig. Er beaufsichtigt und unterstützt bei der Erstellung aller notwendigen Beschreibungen und Berechnungen. Zusätzlichen werden von ihm, neben dem Bauherrn, alle Formulare für den Bauantrag unterzeichnet.

Weitere Informationen sind hier www.hausbauberater.de/bauwissen/das-oeffentliche-bauplanungsrecht-bauordnungsrecht unter der Überschrift "Vom unbeplanten Boden bis zum genehmigten Baugrundstück: Das passiert beim Baugenehmigungsverfahren" zu finden.

Synonyme - Baugesuch
Bauanzeige

Eine Bauanzeige wird bei der zuständigen Baugenehmigungsbehörde eingereicht, sofern für das Baugrundstück bereits ein Bebauungsplan existiert.

Sie zählt zu den bauordnungsrechtliches Verfahren und ist eine stark verkürzte Variante eines Bauantrags. Für gewöhnlich enthält sie brandschutztechnische und planungsrechtliche Bauvorlagen.

Ein bauvorlageberechtigter Architekt, Bauingenieur oder Sachverständige bestätigt die Einhaltung der Bauvorschriften sowie die erforderliche Gebäudestatik. Mit diesen Angaben reduziert die Baugenehmigungsbehörde ihren Prüfaufwand.
Die Bauaufsichtsbehörde behält sich dennoch das Recht vor, das beantragte Bauvorhaben bauaufsichtlich zu prüfen und den anvisierten Beginn des Baus so nicht zu gestatten. Sieht diese Behörde davon ab, kann der Bau nach Ablauf einer Karenzfrist begonnen werden. Diese Fristen sind entsprechend in den jeweiligen Landesbauordnungen und örtlichen Bauvorschriften nachzulesen und können sich durchaus voneinander unterscheiden.

Hauptsächlich wird das Verfahren der Bauanzeige beim Errichten von Wohngebäuden mit geringer Höhe in Bauplangebieten angewendet. Die Maximalhöhe wird in der entsprechenden Landesbauordnung vorgeschrieben. So können in Abhängigkeit der Definition des Landes beispielsweise Einfamilienhäuser mit Carport oder Stellplatz oder sogar Gewächshäuser gebaut werden.

Beachtet werden muss an dieser Stelle, dass die Gemeinde ein Veto gegen diese verkürzte Variante des Bauantrages einlegen kann. Sollte das Bauvorhaben den Planvorstellungen der zuständigen Gemeinde widersprechen oder Voraussetzungen für die Freistellung der Genehmigung nicht erfüllt sein, wird ein ausführliches Baugenehmigungsverfahren notwendig.

Synonyme - Bauanzeige,Bauantrag
Baubeschreibung

1. Baubeschreibung für den Bauantrag

Die Baubeschreibung wird in der Regel mit in den Bauantrag aufgenommen. Es handelt sich hierbei um eine detailgenaue und differenzierte Beschreibung der Bauweise eines Gebäudes. In diese Beschreibung müssen unter anderen die verwendeten Baumaterialien, die Haustechnik, die Ausstattung und viele andere Faktoren einfließen. Zudem muss die genaue Baukonstruktion in der Baubeschreibung detailliert dargelegt werden. Für gewerbliche Baumaßnahmen muss zusätzlich zur Baubeschreibung eine Betriebsbeschreibung beigefügt werden.

2. Baubeschreibung für den Bauherrn (Bau- und Leistungsbeschreibung)

Die detaillierte Baubeschreibung ist der essenzielle Bestandteil in einem Bauvertrag. Darin legt ein Hausanbieter fest, welche Leistungen in seinem Preis enthalten sind und zu welchem Pauschalpreis die zu erbringende Leistung vertraglich abgesichert ist und übergeben wird. Bauinteressenten sollten der Baubeschreibung größte Bedeutung beimessen. Je detaillierte die Ausfertigung, desto besser. Alle nicht in der Beschreibung enthaltenen Informationen müssen auch nicht erbracht werden. Dieses Dokument kann durchaus zu kostspieligen Fehleinschätzungen führen, wenn die Leistungsaussagen nicht ausreichend sind.

Unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder einen bereits bestehenden Bau handelt, dient die Baubeschreibung als einziger Anhaltspunkt die Qualität zu bewerten. Die Baubeschreibung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Unterlagen im Bereich der privaten Finanzierung für Immobilien. Als Bauherr oder Immobilienkäufer muss diese bei der Bank zur Bewilligung des Kredits eingereicht werden.

Siehe auch www.hausbauberater.de/hausangebote-baubeschreibungen-vergleichen

 

Synonyme - Leistungsbeschreibung
Baubiologie

Bei diesem relativ neuen Fachgebiet werden die ganzheitlichen Zusammenhänge zwischen Gebäuden und ihren Nutzern betrachtet.

Es handelt sich bei der Baubiologie um einen Sammelbegriff für die ausführliche Lehre zwischen Mensch und gebauter Umwelt. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit der schadstoffminimierten und umweltfreundlichen Ausführung der Bauwerke. Dadurch, dass immer mehr gesundheitsschädliche Stoffe in Gebäuden und speziell in Wohngebäuden, verwendet werden, wurde dem Bereich der Baubiologie immer mehr Beachtung geschenkt. Die Zusammenhänge der Natur, dem Gebäude und dem Wohlbefinden des Menschen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Mit dem Ziel, die größtmögliche Wohngesundheit und ein optimales Wohlbefinden zu erreichen, betrachten Baubiologen die gegenseitigen Wirkungen von Baukonstruktionen, Baumaterialien und Bauinstallationen aufeinander. Das Erreichen dieses Ziels wird neben des Neubaus und der Sanierung von Wohnungen und Häusern zusätzlich auf Kindergärten, Krankenhäusern und Schulen angewendet. Diese Gebäude unterliegen alle besonderen hygienischen Ansprüchen.

Das Tätigkeitsfeld der Baubiologen umfasst darüber hinaus die Beratung zu gesundem Schlafen und Wohnen und die gezielte Analyse belastender Raumfaktoren. Vieles, womit sie sich beschäftigen, ist wissenschaftlich noch nicht bestätigt. Alle bereits gewonnenen Erkenntnisse teilen die Baubiologen mittels Vorträgen, Seminaren, Fachliteratur und Kongressen mit der Bevölkerung.

Ein weiteres Ziel der Baubiologie ist die Schonung der natürlichen Ressourcen und die Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur.

Synonyme - Baubiologe
Baudenkmal

In Deutschland können Gebäude denkmalrechtlich in neun Bundesländern den Status „Baudenkmal“ erhalten, wenn es sich dabei um ein baugeschichtlich besonders wertvolles Objekt handelt. Die Eigenschaft als Baudenkmal beinhaltet, dass bauliche Veränderungen an diesem Gebäude nur mit Zustimmung der zuständigen Denkmalschutzbehörde vorgenommen werden dürfen. Aufwendungen, die zur Erhaltung oder sinnvollen Nutzung eines Baudenkmals notwendig sind, können in der Regel steuerlich abgeschrieben werden; hier wird der Begriff des Baudenkmals bundesweit einheitlich verwendet. Außerdem gibt es für bestimmte bauliche Maßnahmen an Baudenkmalen Zuschüsse von der öffentlichen Hand.

Bauerwartungsland

Flächen, die zur Bebauung im Rahmen eines Flächennutzungsplanes vorgesehen sind, bezeichnet man als Bauerwartungsland. Allerdings ist dies eine unverbindliche Angabe, somit besteht kein Rechtsanspruch auf eine spätere Bebauung dieser Flächen.

Baufeuchte

Der Begriff bezeichnet den Wassergehalt eines Bauteils oder von Bauteiloberflächen, der während des Herstellungsprozesses entsteht oder eindringt. Vor allem die Verwendung von Mörtel, Beton, Nassestrich, Farben oder Putz ist die Hauptursache für die Entstehung von Baufeuchte. Ständiges Lüften während der Bauphase trägt dazu bei, die Baufeuchte deutlich zu verringern. Wenn während dieser Zeit nur für einen mangelhaften Wetterschutz gesorgt wird, können auch in das Gebäude eindringende Niederschläge zu einer Erhöhung der Baufeuchte führen. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass ein fertiggestellter Neubau pro Quadratmeter etwa 90 Liter Wasser enthält.

Siehe auch www.hausbauberater.de/bautrocknung.

Synonyme - Bautrocknung
Baufläche

Wird für ein Grundstück ein Flächennutzungsplan erstellt, so ist in diesem auch die für die Bebauung vorgesehene Fläche auszuweisen. Man spricht dabei auch von der Baufläche. Sie muss nach der allgemeinen Art ihrer baulichen Nutzung dargestellt werden. Man unterscheidet in der Baunutzungsverordnung zwischen verschiedenen Bauflächen, zum Beispiel Wohnbauflächen, gewerbliche Bauflächen, gemischte Bauflächen und Sonderbauflächen.

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