Fachbegriffe

BaufachbegriffeWer ein Haus bauen oder sanieren möchte, wird regelmäßig mit Begriffen aus dem Bauwesen konfrontiert. Wenn Handwerker, Hausanbieter und Baufirmen ihre Kunden mit Fachvokabular zu beeindrucken versuchen, können durchaus viele Fragen offen bleiben. Damit dies nicht so bleibt, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe und Fachwörter aus der Baubranche so verständlich wie möglich erklärt. Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Baulexikon eine kleine Hilfe ist. Wir werden es immer wieder um weiteres Fachvokabular ergänzen.

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Begriff Definition
Dachbindersystem

Dachbinder sind feste Konstruktionen, die als tragendes Bauteil eines Dachstuhls eingesetzt werden. Mit einem Dachbinder-System werden Dachbinder mithilfe von speziellen Werkzeugen und beweglichen Auflagetischen hergestellt.

Synonyme - Dachbinder
Dachdämmung

Eine Dachdämmung ist notwendig, damit nicht unnötig viel Heizenergie verloren geht. Die klassische Form der Dachdämmung ist die Zwischensparrendämmung. Dabei werden die Zwischenräume zwischen den Dachsparren mit Dämmmaterial isoliert. Lässt die Sparrendicke keine Zwischensparrendämmung zu oder wird das Dach neu eingedeckt, kann alternativ eine Aufsparrendämmung erfolgen. Dabei wird das Dämmmaterial von außen auf den Sparren befestigt.

Siehe auch www.hausbauberater.de/dachdaemmung.

Dachdeckungsrichtung

Die Dachdeckungsrichtung ist hauptsächlich von der Hauptwetterrichtung abhängig. Dabei beginnt man die Dachdeckung von links nach rechts, wenn das Wetter von rechts kommt und umgekehrt. Dadurch sollen so viel Wasserabweisung wie möglich und eine hohe Stabilität erzeugt werden.

Dachdurchdringung

Eine Dachdurchdringung ist ein Durchlass für alle Bauteile, die durch die Dachoberfläche hindurch montiert werden müssen. Dazu gehören z. B. Antennen, Anschlüsse für Solaranlagen oder Lüftungsrohre. Hierfür gibt es spezielle Deckungsmaterialien, die eine dauerhafte Dichtheit des Daches gewährleisten.

Dachformen

Mit dem Begriff der Dachform ist die äußere Form des Daches gemeint. Dabei werden verschiedene Dachformen unterschieden, wie beispielsweise das Turmdach, das Walmdach, das Zeltdach, das Halbtonnentach, das Satteldach, das Mansarddach, das Kegeldach, das Schmetterlingsdach und viele mehr. Dabei haben auch verschiedene Bauarten typische Dachformen, wie beispielsweise Wohn- oder Sakralbauten.

Siehe auch www.hausbauberater.de/bauwissen/dachformen-fuer-den-hausbau.

Dachgaube

Eine Dachgaube, auch Dachgaupe genannt, ist ein Dacheinbau, der ein Fenster besitzt und in verschiedenster Form gebaut werden kann. Ausschlaggebend ist hier die Form des Daches, so dass man beispielsweise Walm- oder Fledermausgauben unterscheidet.

Synonyme - Dachgaupe
Dachgeschossausbau

Unter einem Dachgeschossausbau, der auch als Dachbodenausbau bezeichnet wird, versteht man nichts anderes als die geplante Umnutzung eines zuvor nicht oder nur zur Lagerung genutzten Dachbodens. Dazu werden eine Wärmeisolierung und andere Baustoffe eingebracht, damit der Dachboden so gestaltet wird, dass er anschließend als Wohn- oder Schlafraum verwendet werden kann.

Dachluken

Die Dachluke ist eine kleinere Form des heutigen Dachfensters, die nur aus einer kleinen eingefassten Glasscheibe besteht und die mithilfe eines Fixierstabs unterschiedlich weit geöffnet werden kann. Die Dachluken stammen aus einer Zeit, in der es noch nicht üblich war, Dachböden auszubauen und als zusätzlichen Wohnraum zu nutzen.

Synonyme - Dachluke
Dachneigung

Damit wird der Winkel zwischen der waagerechten Linie des Gebäudes und dem Dach bezeichnet. Die Angabe erfolgt prozentual oder in Grad.

Dachüberstand

Ein Dachüberstand wird häufig auch als Dachvorsprung bezeichnet. Dabei handelt es sich um den Teil der Dachfläche, der über die Außenmauer hinausgeht. Dachüberstände schützen eine Fassade vor schädigenden Witterungseinflüssen.

Synonyme - Dachvorsprung
Dämm-Material

Dämmmaterial wird zur Isolierung eingesetzt. Dabei wird zwischen Wärmedämmung und Schalldämmung unterschieden. Welches Dämmmaterial eingesetzt wird, hängt von der Art der Dämmung und deren speziellen Erfordernissen ab. Viele Dämmstoffe bestehen aus gepressten Schaumstoffen oder mineralischen Fasern. Dämmmaterial kann sowohl aus künstlichen als auch aus organischen Materialien bestehen.

Synonyme - Dämmmaterial, Dämmstoffe
Dämmstoffe

Die Bezeichnung Dämmstoffe ist ein Oberbegriff für Material, das zur Dämmung der verschiedensten Art verwendet wird. So verwendet man Dämmstoffe beispielsweise zur Geräuschdämmung, wie sie u. a. in Form einer Trittschalldämmung vorgeschrieben ist. Aber auch eine Wärmedämmung zur Heizkostenreduktion erfolgt mit Hilfe von Dämmstoffen.

Dämmstoffstärke

Die Durchlässigkeit von Dämmstoffen wird anhand von Wärmeleitgruppen (auch Wärmeleitfähigkeitsgruppen) dargestellt. Ermittelt wird die Wärmeleitgruppe anhand des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert). Dieser gibt an, wie viel Energie durch ein Bauteil von innen nach außen gelangt. Die Wärmeleitgruppe ist eine rechnerische Größe zur Bestimmung der Dämmstoffstärke und ist immer kleiner als 1. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Wärmeleitgruppe, desto besser die Dämmstärke.

Dampfdiffusion

Mit diesem Begriff aus der Bauphysik wird der Transport von Feuchtigkeit durch die Wanderung von Molekülen durch Bauteile beschrieben. Die Ursache für diese Bewegung liegt in den unterschiedlichen Druckverhältnissen zwischen den Luftschichten, die das Bauteil umgeben. Im Winter ist die Richtung der Dampfdiffusion grundsätzlich von innen nach außen. Wird das Bauteil jedoch durch das Sonnenlicht erwärmt, bewegt sich der Diffusionsstrom in die entgegengesetzte Richtung.

Dampfdiffusionswiderstand

Jeder Baustoff erschwert ganz spezifisch eine Dampfdiffusion. Dieser Widerstand wird in der Dampdiffusionswiderstandszahl µ ausgedrückt. Der jeweils angegebene µ-Wert zeigt an, um welchen Multiplikator der Dampfdiffusionswiderstand der untersuchten Baustoffschicht größer ist als der einer stehenden Luftschicht mit einer identischen Dicke. Für diese Luftschicht wird immer der Wert 1 angenommen.

Die DIN 4108-4, 2017-03 - Teil 4: Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte gibt über den Dampfdiffusionswiderstand von Baustoffen Auskunft.

Dampfsperre

Eine Dampfsperre dient dazu, dass Eindringen von Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf in ein anderes Bauteil zu verhindern und so Feuchteschäden zu vermeiden. Sie wird auf der Innenseite eines Gebäudes angebracht. Ihre Dicke richtet sich nach dem Dampfdiffusionswiderstand des entsprechenden Bauteils. In der Regel werden Dampfsperren aus Papier, Pappe oder mit Aluminium beschichteter Kunststofffolie hergestellt, die mit einem Gewebegitter ausgestattet sind, um ihre Reißfestigkeit zu erhöhen. Im Gegensatz zu einer als diffusionshemmend geltenden Dampfbremse sind Dampfsperren diffusionsdicht. Sie werden überwiegend bei Dächern verwendet, die aus dampfdichten Deckmaterialien wie z. B. Blech oder Flachdachfolien bestehen, aber nicht hinterlüftet sind.

Dampfstrahlverfahren

Das Dampfstrahlverfahren dient zur Reinigung von Fassaden. Dabei wird Dampf mit einer Temperatur zwischen 80° C und bis zu 190° C unter hohem Druck eingesetzt. Mit dieser rückstandsfreien Reinigungsmethode kann der Einsatz von Chemikalien vermieden werden. Je nach Vorgehensweise wird in Nass- und Trockendampf unterschieden. Die Trockendampf-Reinigung erreicht wegen der höheren Temperaturen und dem höheren Druck eine deutlich bessere Reinigungsleistung und zeichnet sich durch schnell trocknende Oberflächen aus.

Darr-Messung

Die Darr-Messung gehört als gravimetrisches Verfahren zu den genauesten Methoden der Feuchtigkeitsmessung. Dabei wird unter einer starken Erhitzung einer Material-/Baustoffprobe bei ca. 105° C festgestellt, wie sich deren Masse verändert. Während dieser Trocknung entweicht das in der Probe enthaltene Wasser, danach kann durch wiegen ihr Wassergehalt ermittelt werden. Wird das Probematerial anschließend gewässert und erneut gewogen, wird so die Sättigungsfeuchte bestimmt. Da diese Methode relativ umfangreich und aufwendig ist und allein die Trocknung mindestens 24 Stunden in Anspruch nehmen kann, eignet sie sich nicht dazu, ein schnelles Messergebnis zu erhalten. Die langwierige Prozedur sowie der Umstand, dass durch die Entnahme einer Materialprobe immer eine Beschädigung herbeigeführt wird, sind die Gründe dafür, dass die Darr-Methode nur dann eingesetzt wird, wenn sehr genaue Feuchtewerte erforderlich sind.

Datenlogger

Mit Datenloggern werden unterschiedliche Umweltdaten über einen längeren Zeitraum hinweg automatisch überwacht und aufgezeichnet. So ist es möglich, Umweltbedingungen nicht nur zu messen, sondern auch zu dokumentieren, analysieren und verifizieren. Ein Datenlogger setzt sich aus einem Messfühler (Sensor), über den Informationen aufgenommen werden, sowie einem Computerchip, der diese Daten speichert, zusammen. Für die anschließende Analyse werden diese Daten auf einen Computer übertragen. Im Zusammenhang mit Immobilien werden Datenlogger dann eingesetzt, wenn es um die Überwachung der effizienten Energienutzung in Gebäuden z. B. für die Beheizung, Kühlung, den Stromverbrauch usw. geht. Oft geht es auch darum, mit ihrer Hilfe dafür zu sorgen, dass bindende Normen eingehalten werden.

Synonyme - Umweltdaten
Dauerwohnrecht

Als Dauerwohnrecht bezeichnet man das übertragbare Recht zur Nutzung des Wohnraums unter Ausschluss des Eigentümers. Es kann beispielweise als Gegenleistung für die Vergabe von Krediten eingeräumt werden. In der Regel gilt ein Dauerwohnrecht unbefristet und endet daher erst mit dem Tod des Rechtsinhabers.

Synonyme - Wohnrecht
Degressive Abschreibung

Mit der degressiven Abschreibung werden die Baukosten oder der Kaufpreis für ein Gebäude steuerlich geltend gemacht. Dabei nehmen die Abschreibungssätze mit der Zeit ab, was als degressiv bezeichnet wird.

Dehnfugen

Dehnfugen werden im Bauwesen auch als sogenannte Bewegungsfugen bezeichnet. Dabei dienen solche Fugen zur Unterbrechung von verschiedenen Materialien und Bauteilen, sodass unerwünschten Spannungsrissen z. B. durch witterungsbedingte Temperaturschwankungen vorgebeugt werden kann.

Dewatering

Der Begriff des Dewatering ist eher in englischsprachigen Ländern geläufig und in Deutschland besser unter der Bezeichnung Entwässerung bekannt. Es geht hierbei darum, ein Grundstück auf die Aushub- und Bauarbeiten vorzubereiten, indem man es bei einem zu hohen Grundwasserstand zunächst entwässert. Die gebräuchlichen Methoden sind hier das Pumpen und das Verdampfen. In der Regel kommen Tauch- oder Zentrifugalpumpen zum Einsatz. Das Dewatering taucht seit kurzer Zeit auch als Produktbezeichnung auf: Ein Dewatering Fluid ist in der Lage, nasse Metalloberflächen zu trocknen und sie mit einem vorübergehenden Rostschutz auszustatten.

Synonyme - Entwässerung
Differenzdruck-Messverfahren Synonyme - Blower-Door-Test
Diffusion

Diffusion ist der Durchgang von Wasserdampf sowie von anderen Gasen oder von Luft. Dabei kann ein solcher Durchlass bei Wänden, Dächern oder bei Schichten von verschiedenen Anstrichen bestehen. Für eine Diffusion müssen ausreichend weite Poren vorhanden sein.

Direkte Strahlung

Die Sonnenstrahlung setzt sich aus der direkte, der diffusen und der Reflexionsstrahlung zusammen. Nur die direkte Strahlung ist beim Einsatz von Solarenergie interessant. Mit bestimmten Berechnungsmethoden kann ihr Anteil in der Sonneneinstrahlung berechnet werden. Mit diesen Ergebnissen kann die genaue Ausrichtung von Solarmodulen bestimmt und eine Ertragsrechnung aufgestellt werden.

Doppelhaus

Als Doppelhaus bezeichnet man zwei meist spiegelbildlich gleichartige Häuser, die direkt aneinander gebaut werden und durch eine Grundstücksgrenze getrennt sind. Beide Häuser sind voneinander abgeschlossen und werden jeweils als Doppelhaushälfte bezeichnet. Eine besonders wichtige Funktion nimmt bei Doppelhäusern die gemeinsame Trennwand ein: Sie steht in der Regel auf der Grundstücksgrenze und trennt nicht nur die Haushälften, sondern dient auch als Brandabschluss. Damit ein ausreichender Schallschutz gewährleistet ist, verfügen neuere Doppelhäuser meist über eine Trennwand aus zwei Schalen, zwischen denen eine Schallschutzisolierung angebracht ist. Bei Doppelhäusern, bei denen die Grundstücksgrenze direkt in der Haustrennwand verläuft, entfallen die sonst üblichen Abstandsregelungen für die Grenzbebauung

Synonyme - Doppelhaushälfte
Drainage

Mittels Drainage (auch: Dränage, Dränung) wird eine Vernässung des Bodens durch Stauwasser rund um ein Gebäude verhindert, indem das Wasser mithilfe von Rohren von ihm abgeleitet wird. Ein Drainagesystem ist vor allem bei älteren Häusern, die nicht über eine durchgängige Bodenplatte verfügen, sinnvoll. Eine Drainage wird dicht unter dem Kellerboden verlegt und befindet sich einem mit Vlies ummantelten Kiesbett. Damit die Drainage regelmäßig gespült werden kann, muss sich an jeder Gebäudeecke, an der sich ihre Richtung ändert, ein Revisionsschacht befinden. Die korrekte Ausführung ist in der DIN 4095 festgelegt. Moderne Gebäude verfügen sowohl über durchgängige Bodenplatten als auch standardisierte Verfahren, um die Außenhülle vor eindringendem Wasser zu schützen.

Synonyme - Dränage, Dränung
Druckfestigkeit

Mit der Druckfestigkeit wird bezeichnet, inwieweit ein Werkstoff unter dem Einfluss von Druckkraft widerstandsfähig bleibt. Sobald die Druckspannung die Druckfestigkeit übersteigt, wird ein Körper zerstört.
Die Formel hierfür lautet: Druckfestigkeit (N/mm2)= Bruchlast/Querschnittsfläche

Druckverfahren

Das (Überdruck-) Verfahren kommt zum Einsatz, wenn die Dämmschicht unterhalb des Estrichs bei einem Wasserschaden feucht geworden ist. Hier reicht eine übliche Raumtrocknung nicht aus. Die Raumluft, die von Luftentfeuchtern getrocknet wurde, wird durch Bohrungen durch die durchfeuchtete Dämmschicht gedrückt. Diese Luft nimmt dort die Feuchtigkeit auf und transportiert sie über die Randfugen zwischen Mauer und Estrich in die Raumluft. Dort wird sie von den Luftentfeuchtern wieder getrocknet.

Synonyme - Überdruckverfahren
Durchfeuchtungsgrad

Der Durchfeuchtungsgrad ist das Verhältnis des Feuchtegehalts zur maximalen Fähigkeit der Wasseraufnahme eines Baustoffs (jeweils in Massenprozent gem. DIN 1310). Er wird als DFGges dargestellt.

Durchgangsmaß

In der Baubranche wird bei Türen von einem lichten Durchgangsmaß gesprochen. Damit ist diejenige Höhe und Breite gemeint, die zum Passieren der Tür tatsächlich zur Verfügung steht.

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