Fachbegriffe

BaufachbegriffeWer ein Haus bauen oder sanieren möchte, wird regelmäßig mit Begriffen aus dem Bauwesen konfrontiert. Wenn Handwerker, Hausanbieter und Baufirmen ihre Kunden mit Fachvokabular zu beeindrucken versuchen, können durchaus viele Fragen offen bleiben. Damit dies nicht so bleibt, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe und Fachwörter aus der Baubranche so verständlich wie möglich erklärt. Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Baulexikon eine kleine Hilfe ist. Wir werden es immer wieder um weiteres Fachvokabular ergänzen.

Sofern Sie einen Begriff nicht finden konnten, dann schreiben Sie uns bitte! Wir werden Ihnen direkt antworten und den Fachbegriff schnellstmöglich auch hier ergänzen.

 

Suche nach Begriffen
Begriff Definition
Gas-Brennwertkessel

Ein Gas-Brennwertkessel wird für Warmwasserheizungen eingesetzt und zeichnet sich dadurch aus, dass er den Energieinhalt (Brennwert) des Brennstoffes nahezu vollständig zur Erzeugung von Wärme nutzt. Gas-Brennwertkessel sind energiesparend und reduzieren den Verbrauch fossiler Brennstoffe.

Siehe auch www.hausbauberater.de/heiztechnik/gasbrennwertheizung

Synonyme - Gasbrennwertkessel, Gasbrennwertheizung
Gasanschluss

Soll ein Neubau mit einer erdgasbetriebenen Zentralheizung beheizt werden, ist dazu ein Gasanschluss notwendig. Ein Gasanschluss kann zum Kochen und Heizen genutzt und kann unter Umständen auch noch nachträglich verlegt werden. Grundsätzlich muss der Bauherr die Kosten für die Verlegung der Gasleitung zum Haus selbst tragen.

Gaube

GaubeEine Gaube (auch Gaupe) ist ein aus der Dachfläche herausragender Dacheinbau mit Fenster, der eckig, gewölbt oder rund sein kann. Gauben können in unterschiedlichen Formen ausgeführt werden: So gibt es sie als Satteldach, Tonnendach-, Walmdach- oder Pultdachgaube. Desweiteren wird zwischen Spitzgaube, Flachgaube, Trapezgaube, Giebelgaube, Panoramagaube und vielen weiteren Ausführungen unterschieden.

Synonyme - Gaupe
Gebäudeabmessungen

Die Gebäudeabmessungen beziehen sich auf Länge, Breite und Höhe eines Gebäudes. Sie können nicht frei festgelegt werden, sondern ergeben sich im Rahmen der Richtwerte aus dem vorliegenden Bebauungsplan. In diesem wird die Art und Weise einer möglichen Bebauung sowie die Nutzung des Grundstückes festgelegt, sodass sich die Gebäudeabmessungen nur im vorgegeben Rahmen bewegen dürfen.

Gebäudeabschreibung

Die Aufwendungen für die Erstellung oder den Erwerb eines Gebäudes und die Wertminderung, welche dieses durch die Abnutzung erfährt, können wie bei allen Wirtschaftsgütern steuerlich geltend gemacht werden. Dies geschieht in Form einer Abschreibung, die auch als Gebäudeabschreibung bezeichnet wird. Als Bemessungsgrundlage zählen dabei jeweils die Herstellungs- oder Anschaffungskosten. Der Zeitraum der Abschreibung beginnt jeweils mit der Errichtung oder Anschaffung des Gebäudes.

Gebäuderichtlinie

EU-Richtlinie (European Directive Energy Performance of Buildings EPBD), die für privat und öffentlich genutzte Neubauten die Einhaltung des Niedrigstenergiestandards ab 2021 bzw. 2019 vorschreibt. Bestandsbauten sind unter bestimmten Bedingungen ebenfalls betroffen.

Ausführliche Informationen finden Sie hier: www.hausbauberater.de/eu-gebaeuderichtlinie-epbd.

Synonyme - EPBD
Gebläsebrenner

Gebläsebrenner werden hauptsächlich in Brennwertkesseln eingebaut. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung zur Verbrennung von Gasen und Ölen direkt im Heizkessel. Mit Hilfe des Gebläses wird die Verbrennungsluft angesaugt und mit dem Verbrennungsgas vermischt. Gebläsebrenner verringern den Schadstoffausstoß.

Gebrauchsabnahme

Ein genehmigungspflichtiges Bauwerk muss vor der Inbetriebnahme durch die zuständige Aufsichtsbehörde abgenommen werden. Dabei spricht man auch von einer Gebrauchsabnahme. Im Rahmen dieser Abnahme wird ein Prüfprotokoll angefertigt (der sogenannte Gebrauchsabnahmeschein), mit dem bestätigt wird, dass das Bauwerk den Vorschriften entsprechend errichtet wurde.

Gebührenordnung

Im Rahmen eines Hausbaus gibt es verschiedene Gebührenordnungen, in denen die Preise für bestimmte Leistungen festgelegt sind. So gibt es die Gebührenordnungen für Gebühren im Bauwesen (BauGebO). Darin werden z. B. die Kosten für Baugenehmigungen oder  bautechnische Nachweise geregelt.

Gehrung

Wenn Leisten aufeinander stoßen, müssen sie auf eine sogenannte Gehrung – also auf Anschlag oder Passform – gesägt werden. Dies kommt beispielsweise bei Fußleisten, Sockelleisten oder auch Dachbalken vor. In der Regel sind die aneinanderstoßenden Teile im 45°-Winkel gefertigt, sodass sich bei ihrem Zusammenfügen ein rechter Winkel ergibt. Fast überall, wo beim Innenausbau mit Holz oder einem anderen Material ein Abschluss gefertigt wird, arbeitet man auf Gehrung.

Gemeinschaftseigentum

Bei Immobilien, die einer Gemeinschaft von Eigentümern gehören (zum Beispiel  Eigentumswohnungen) ist vom Gemeinschaftseigentum die Rede. Dazu gehören einerseits das Grundstück, aber auch sämtliche Gebäudeteile, Anlagen und Einrichtungen, die von allen Eigentümern gemeinsam genutzt werden. Diese gehören also nicht zum Sondereigentum oder zum Eigentum eines Dritten, sondern stehen der Gemeinschaft zur Verfügung. Dabei kann es sich zum Beispiel um Gartenanlagen, Treppen, Treppenhäuser, Fahrstühle, Kellerräume usw. handeln. Das Gemeinschaftseigentum wird von allen Wohnungseigentümern zusammen verwaltet und instand gehalten.

Gemeinschaftsordnung

Die Gemeinschaftsordnung ist ein Bestandteil einer Teilungserklärung. Sie dient dem Zweck, die Rechte und Pflichten der Miteigentümer zu definieren und deren Verhältnis zu bestimmen. In der Gemeinschaftsordnung werden beispielsweise der Inhalt des Sondereigentums, die Nutzungsrechte an diesem Eigentum, die Vorauszahlungen für das Hausgeld und dessen Kostenverteilungsschlüssel sowie die Stimmrechte niedergeschrieben. Auch die Hausordnung und eventuelle Verträge, die mit Verwaltern geschlossen wurden, werden mit in die Gemeinschaftsordnung aufgenommen.

Geschossflächenzahl (GFZ)

Die Geschossflächenzahl gibt über die Bebauungsdichte Auskunft. Sie wird im Bebauungsplan aufgeführt. Sie spiegelt das Verhältnis von der Grundstücksfläche zur Geschossfläche wider.

Synonyme - GFZ
Gesetzliche Baustandards

Gesetzliche Baustandards regeln die Mindestanforderungen an Neubauten im privaten und gewerblichen Bereich. Dabei geht es vor allem um energie- und umweltschutztechnische Anforderungen, aber auch Sicherheitsanforderungen, die ein neu errichtetes Haus erfüllen muss. Für öffentliche Gebäude liegen die gesetzlichen Baustandards meist höher als für Privathäuser.

Gewerbeimmobilie

Eine Gewerbeimmobilie ist eine Immobilie, die zu gewerblichen Zwecken genutzt wird, jedoch nicht für das produzierende Gewerbe. Es kann sich in ihr beispielsweise die Verwaltung eines produzierenden Gewerbes befinden. Somit fallen unter den Begriff Gewerbeimmobilien beispielsweise Büro-Verwaltungsgebäude, Handelsimmobilien, Freizeitimmobilien, Beherbergungsimmobilien sowie Senioreneinrichtungen und Gewerbeparks. Für Gewerbeimmobilien gelten hinsichtlich der Finanzierung und Vermittlung besondere Voraussetzungen.

Gewerk

Als Gewerk bezeichnet man ein Einzelbestandteil einer Bauleistung. Das bedeutet im Umkehrschluss: Bauleistungen teilen sich grundsätzlich in Einzelgewerke auf. Welche Gewerke dies genau sind, ist in der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) festgelegt.

Giebel

Der Giebel ist die Fläche, die sich bei einem Haus mit Satteldach an der Stirnseite befindet. Dabei wird der Giebel durch den Dachfirst und die Traufen begrenzt.

Gipsbauplatten

Gipsbauplatten werden auch als Gipskarton bezeichnet. Dieser Name ist allerdings irreführend, denn es handelt sich hierbei nicht um einen Karton, sondern um ein Baumaterial, das aus Gips mit Kartonagenbezug besteht. Gipsbauplatten besitzen vor allem im Akustik- und im Trockenbau eine große Bedeutung und werden dort zu verschiedenen Zwecken verwendet.

Synonyme - Gipskarton
Grauwassernutzung

Der Begriff Grauwasser ist innerhalb der EU genauestens definiert. Es handelt sich hierbei um ein Brauchwasser, das zwar fäkalienfrei sein muss, aber einen geringen Verschmutzungsgrad mit weiteren Stoffen aufweisen kann. Das trifft auf Wasser zu, das für die Maschinenwäsche sowie für die Körperpflege genutzt worden ist. Somit ist das Grauwasser grundsätzlich kein Trinkwasser, es kann aber für verschiedene Zwecke während des Baus sowie für die Toilettenspülung genutzt werden.

Synonyme - Brauchwasser
Grenzbebauung

Bei einer Grenzbebauung wird ein Gebäude nicht mit einem Abstand zur Grundstücksgrenze, sondern direkt auf dieser errichtet. Auch der Bau einer Mauer oder eines Zaunes auf der Grenzlinie zählt zur Grenzbebauung. Eine solche Grenzbebauung bedarf in Deutschland fast immer entweder einer Genehmigung durch die zuständige Baubehörde oder zumindest des Einverständnisses des Nachbarn. In einigen Bundesländern gibt es jedoch Regelungen, die Garagen als Grenzbebauung grundsätzlich zulassen. Wer einmal eine Genehmigung zur Grenzbebauung erhalten hat, kann die entsprechenden Rechte auch in das Grundbuch eintragen lassen. Damit können diese für zukünftige Eigentümer gesichert werden.

Grenzbescheinigung

Die Grenzbescheinigung wird auch als Grenzattest bezeichnet und ist eine Bescheinigung des Katasteramtes, in der das Amt bestätigt, dass ein Gebäude innerhalb der zulässigen Grenzen und auf dem richtigen Grund und Boden errichtet wurde. Für die Beleihung von Grundstücken fordert der Kapitalgeber oftmals eine Grenzbescheinigung als Sicherheit. 

Grenzwert

Ein Grenzwert markiert eine Schwelle, bei der ein bestimmter definierter Zustand verlassen oder erreicht wird. Zu den geläufigsten Grenzwerten zählen der durch die Energieeinsparverordnung vorgegebene Jahresprimärenergiebedarf.

Grundakte

Die Grundakte ist ein Bestandteil des Grundbuches und beinhaltet sämtliche Urkunden, die sich auf die jeweiligen Eintragungen im Grundbuch beziehen. In der Grundakte werden beispielsweise Erbscheine, Vollmachten, notarielle Bestätigungen und Urkunden, Eintragungs- und Löschungsanträge, Teilungserklärungen und Gerichtsurteile aufbewahrt. Seit einigen Jahren werden immer mehr Grundakten elektronisch geführt (wie auch die dazugehörigen Grundbücher), die Umstellung darauf muss jedoch zuvor per Rechtsvorschrift durch die jeweilige Landesregierung festgelegt werden.

Grundbuch

Das Grundbuch versteht sich als öffentliches Register, in dem jedes Grundstück des bestimmten Bezirks auf einem sogenannten Grundstücksplan eingetragen ist. Jeder, der ein berechtigtes Interesse nachweisen kann, darf beim zuständigen Grundbuchamt Einsicht in das Grundbuch der Gemeinde nehmen. Das Grundbuch besteht aus dem Bestandsverzeichnis und drei Abteilungen. Die erste Abteilung gibt dabei Auskunft über den jeweiligen Eigentümer des Grundstücks, in Abteilung zwei werden die Lasten und Beschränkungen niedergeschrieben. Abteilung drei ermöglicht einen Überblick über die eingetragenen Grundschulden, Hypotheken und Rentenschulden. Um Eintragungen oder Änderungen vorzunehmen, bedarf es einer öffentlichen oder öffentlich beglaubigten Urkunde. Diese Urkunden werden in der Grundakte gesammelt, die ebenfalls zum Grundbuch gehört.

Lesen Sie auch den Artikel "Bedeutung des Grundbuchs im Immobilienrecht" auf www.abir.eu/immobilienrecht/grundbuch.html.

Grundbuchamt

Das Grundbuchamt ist ein Registergericht, dessen Aufgabe es ist, das Grundbuch und die Grundakten für den jeweiligen Geschäftsbereich des Amtsgerichts zu führen. Dazu übernimmt in den meisten Bundesländern das zuständige Amtsgericht diese Aufgabe. Lediglich in Baden-Württemberg befindet sich das jeweilige Grundbuchamt in der zuständigen Gemeindeverwaltung.

Grundbuchauszug

Ein Grundbuchauszug ist eine Abschrift sämtlicher Eintragungen zu einem Objekt im Grundbuch. Ein solcher Auszug wird z. B. für den Ankauf einer Immobilie oder für die Beleihungsprüfung benötigt. Um einen Grundbuchauszug zu erhalten, muss der Antragsteller jedoch ein berechtigtes Interesse nachweisen können.

Grundbucheinsicht

Da es sich bei einem Grundbuch um ein öffentliches Verzeichnis handelt, hat grundsätzlich jeder das Recht, dort Einsicht zu nehmen. Allerdings muss der Interessent hierfür ein berechtigtes Interesse nachweisen können. So hat beispielsweise der Eigentümer immer ein berechtigtes Interesse an der Einsicht in das Grundbuch, aber auch eine konkrete Kaufabsicht gilt als ein solches Interesse. Anstatt Einsicht in das Grundbuch zu nehmen, kann auch ein Grundbuchsauszug angefordert werden.

Grunderwerbsteuer

Beim Erwerb von Grundstücken, Gebäuden oder Erbbaurechten wird in Deutschland die Grunderwerbsteuer fällig. Sie kann beim Kauf des Grundstücks anfallen, aber auch bei einer Schenkung, beim Tausch oder der Erbschaft. Der Satz für die Grunderwerbsteuer liegt bei 3,5 – 6,5 Prozent vom Kaufpreis.

Grundriss

GrundrissEin Grundriss ist die maßstabsgetreue zeichnerische Darstellung der Gebäudegrundfläche. Zusätzlich enthält der Grundriss Angaben über die Zweckbestimmung der einzelnen Räume. Bei der Planung eines mehrstöckigen Hauses wird für jedes Geschoss ein separater Grundriss erstellt.

Grundsteuer

Die Grundsteuer ist eine sogenannte Realsteuer, die auf Grundbesitz in Deutschland erhoben wird. Sie darf nicht mit der Grunderwerbsteuer verwechselt werden. Die Grundsteuer wird  sowohl auf bebaute als auch auf unbebaute Grundstücke erhoben, außerdem auf Erbbaurechte, Wohnungseigentum und Teileigentum. Die Grundsteuer wird von der jeweiligen Gemeinde erhoben und fließt dieser auch zu. Sie berechnet sich aus einem Grundsteuermessbetrag, der sich wiederum aus einem Promillewert des Einheitswertes ergibt. Dieser wird dann mit dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde multipliziert.

Grundstück

Unter einem Grundstück versteht man ein räumlich begrenztes Areal der Erdoberfläche. Damit das Grundstück offiziell als solches anerkannt wird, muss es unter einer eigenen Nummer in ein Blatt des Grundbuches eingetragen sein.

Worauf Sie beim Grundstückskauf achten sollen und weitere Informationen finden Sie unter hausbauberater.de/grundstueck-kaufen

Grundstücksgrenze

Die Grundstücksgrenze verläuft entlang der äußeren Grundstücksbegrenzung. Beim Bau eines Hauses sind die Bestimmungen zu den Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze zu beachten. Diese sind in der jeweiligen Landesbauordnung geregelt. Die vorgeschriebenen Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze dürfen ohne Sondergenehmigung durch die Baubehörde nicht unterschritten werden.

Grundstücksgröße

Die Grundstücksgröße kann individuell sehr unterschiedlich sein. Für freistehende Häuser wird eine größere Grundstücksgröße benötigt als etwa beim Bau einer Doppelhaushälfte oder eines Reihenhauses. Die Grundstücksgröße ist ein wichtiger Faktor für den Grundstückspreis.

Grundwassergefährdung

Als Grundwassergefährdung bezeichnet man die Gefahr einer Grundwasserverschmutzung. Dabei kann Grundwasser kann durch viele Faktoren verschmutzt werden, z. B. durch Schadstoffeinträge aus Haushalten, Gewerbebetrieben oder der Landwirtschaft. In diesen Fällen muss oft damit gerechnet werden, dass sich das Grundwasser nicht mehr für eine Nutzung als Trinkwasser eignet.

© 2018 Hausbauberater