Auf den Hausbau vorbereitenDie grundsätzliche Entscheidung ist gefallen: Sie möchten ein Haus bauen und in den eigenen vier Wänden leben. Doch bevor es überhaupt zum ersten Spatenstich kommt, gibt es eine ganze Menge zu bedenken und zu erledigen.

Das gehört zu den Bauvorbereitungen

Alles, was nötig ist, um überhaupt ein Haus bauen zu können, fällt unter die Bauvorbereitungen. Zunächst muss das Haus geplant werden. Um dies tun zu können, sind zwei Voraussetzungen nötig: Gekd und ein Baugrundstück

  • Finanzielle Mittel für den Hausbau
    Die Verfügbarkeit von finanziellen Mitteln entscheidet maßgeblich darüber, welchen Haustyp man sich in welcher Größe und Ausstattung leisten kann. Es ist sehr wichtig, hier realistisch zu sein:
    Eine Baufinanzierung, die auf tönernen Füßen steht und einem Bauherrn schon bei geringen Nachträgen die Schweißperlen auf die Stirn treibt, kann den Tod des Bauprojekts und damit den wirtschaftlichen Ruin eines Bauherrn bedeuten. Auch in der aktuellen Niedrigzinsphase sollte nicht ohne Eigenkapital gebaut werden. Je weniger Geld über ein Darlehen bereitgestellt werden muss, umso schneller kann der Kredit zurückgezahlt werden und umso geringer fällt die monatliche Belastung aus.
    Bei der Entscheidung, wie hoch ein Darlehen sein sollte, spielt auch folgende Überlegung eine Rolle: Für viele Bauinteressenten sind Tilgung und Zinsen angesichts der derzeit historisch niedrigen Zinsen kein Problem. Ein Kreditvertrag läuft in der Regel über zehn oder fünfzehn Jahre, deckt also nicht ganze Rückzahlungsdauer ab. Danach muss eine Anschlussfinanzierung auf den Weg gebracht werden, da der Kredit dann in der Regel noch nicht abbezahlt worden ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Zinsniveau dann höher sein wird als heute. Es sollte also ehrlich und selbstkritisch darüber nachgedacht werden, ob man den Kredit für sein Eigenheim auch noch dann bedienen kann, wenn dafür beispielsweise drei oder gar vier Prozent verlangt werden. Die aktuellen Werbungen von Bauunternehmen und Kreditinstituten sparen diese Perspektive allerdings völlig aus – aus nachvollziehbaren Gründen.

    Einbeziehung von öffentlichen Förderungen
    Zu einer soliden Planung einer Baufinanzierung gehört auch die Einbeziehung von öffentlichen Förderungen. Die meisten werden z. B. von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), den Ländern oder den Kommunen als zinsgünstige und langlaufende Kredite gewährt, vereinzelt gibt es jedoch auch Förderungen in Form von Zuschüssen.  Unter der Rubrik "Baufinanzierung und Bauförderung" haben wir Ihnen viele Informationen bereitgestellt.
    Hier können unabhängige Finanzberater eine gute Hilfe sein. Die Verbraucherzentralen bieten eine kompetente Beratung rund um die Immobilienfinanzierung – egal, ob es um die Planung eines neuen Kredits, Probleme mit der laufenden Finanzierung oder die Anschlussfinanzierung geht. Die Adressen werden unter www.verbraucherzentrale.de zur Verfügung gestellt.
  • Baugrundstück
    Es ist nicht möglich, hinsichtlich der Lage des Grundstücks einen allgemeingültigen Rat zu geben, worauf alle werdenden Bauherren achten sollten. Jede hat ihre Vorzüge und Nachteile: Manche Menschen möchten in der Stadt oder am Stadtrand leben, um zum Einkaufen, zur Arbeit, zu öffentlichen Einrichtungen oder zu Freizeitbetätigungen kurze Wege zu haben, die auch ohne ein Auto zurückgelegt werden können; andere mögen es lieber ländlich und ruhiger und nehmen die langen Fahrtstrecken gern in Kauf. Grundsätzliche Überlegungen, die alle Bauinteressenten anstellen sollten, haben wir in einem separaten Artikel zusammengetragen, der sich ausschließlich mit dem Grundstückskauf beschäftigt.

Wie soll das Eigenheim gebaut werden?

Mit welchem Haustyp (Massiv- oder Fertighaus) und mit welcher Größe das Grundstück bebaut werden kann, hängt von den rechtlichen Rahmenbedingungen, der Bodenbeschaffenheit und selbstverständlich auch vom Geld ab. Das gilt auch für Detailentscheidungen wie z. B. bei der Wahl der Dachform und –farbe, dem Wunsch nach einem Balkon, einer Garage oder einem Carport oder der Frage, ob ein Keller nötig ist.

Da das Thema der häuslichen Mobilität immer mehr in den Vordergrund rückt, sollte auch über eine barrierefreie Gestaltung und Ausstattung des Eigenheims nachgedacht werden. Dies wirkt sich nicht nur günstig auf den eigenen Alltag aus, sondern steigert auch den Wiederverkaufswert – ohne dass dafür hohe Zusatzkosten in Kauf genommen werden müssen. Bei der Planung sollte auch darüber nachgedacht werden, wie sich das Leben im Eigenheim in zehn oder fünfzehn Jahren voraussichtlich gestalten wird: Sind (weitere) Kinder geplant? Soll eine Einliegerwohnung integriert werden, um später die eigenen Eltern aufnehmen zu können? Davon hängt nicht nur die Zimmerzahl, sondern auch die Anordnung und Aufteilung der Räume ab.

In Zeiten des energetischen Bauens ist auch zu entscheiden, welchen Energiestandard das Haus erfüllen soll. Es gilt grundsätzlich: Je energetisch hochwertiger gebaut wird, umso höher sind zwar die Baukosten, umso niedriger fallen jedoch die Energiekosten für die Beheizung und die Stromversorgung aus. Eine Rechnung, die man sich auf jeden Fall genauer ansehen sollte, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Am besten mit einem Energieberater.

Hand in Hand mit diesen Entscheidungen geht auch die Frage, welche Ausbaustufe sich für das eigene Bauprojekt eignet. Baufirmen bieten die Varianten des Roh-, Ausbau- oder Selbstbauhauses sowie des schlüsselfertigen Eigenheims. Welche Variante die jeweils geeignetste ist, hängt nicht nur von den zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen, sondern auch von den eigenen handwerklichen Fähigkeiten und der für die Eigenleistungen zur Verfügung stehenden Zeit ab – dieses letzte Kriterium wird sehr oft unterschätzt.

Baupartner und Baustelleneinrichtung

Zu diesem Zeitpunkt muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, mit wem der Bau des Eigenheims realisiert werden soll. Hierfür bieten sowohl Massiv- oder Fertighausfirmen als auch Architekten und Bauingenieure ihre Leistungen an. Eine beliebte Möglichkeit ist der Hausbau mit einem Bauträger: Er stellt sowohl das Grundstück als auch die Bauleistung zur Verfügung. Ein auf den ersten Blick praktisches Modell, das jedoch auch seine Tücken hat. Siehe dazu Bauen mit einem Bauträger. Wir haben aber unter dem Menüpunkt "Ratgeber" auch alle anderen Möglichkeiten aufgezeigt.

In der nächsten Phase der Bauvorbereitung steht die Baustelleneinrichtung im Mittelpunkt. Für die Sicherung seiner Baustelle ist zunächst der Bauherr verantwortlich. Er hat dafür zu sorgen, dass das Areal den gesetzlichen Vorgaben für den Arbeitsschutz und der öffentlichen Ordnung entspricht. Außerdem müssen verschiedene Verkehrssicherungspflichten eingehalten werden. Da die meisten Bauherren nicht über ausreichend Kenntnisse verfügen, um für eine ordnungsgemäße Baustelleneinrichtung zu sorgen, übertragen sie diese Aufgabe – und damit die Verantwortung – auf einen Dritten. Das kann der Bauunternehmer, der Architekt oder der Bauingenieur sein. Zur Baustelleneinrichtung gehören z. B. ein WC für die Handwerker, ein Bauwasseranschluss oder Absperrungen.

Bevor es mit dem Hausbau also „richtig“ losgeht, gibt es eine ganze Menge zu tun. Es ist viel, aber nicht so viel, dass es nicht bewältigt werden könnte. Das beweisen zahllose erfolgreiche Bauprojekte in ganz Deutschland.

 

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