Fachbegriffe

BaufachbegriffeWer ein Haus bauen oder sanieren möchte, wird regelmäßig mit Begriffen aus dem Bauwesen konfrontiert. Wenn Handwerker, Hausanbieter und Baufirmen ihre Kunden mit Fachvokabular zu beeindrucken versuchen, können durchaus viele Fragen offen bleiben. Damit dies nicht so bleibt, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe und Fachwörter aus der Baubranche so verständlich wie möglich erklärt. Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Baulexikon eine kleine Hilfe ist. Wir werden es immer wieder um weiteres Fachvokabular ergänzen.

Sofern Sie einen Begriff nicht finden konnten, dann schreiben Sie uns bitte! Wir werden Ihnen direkt antworten und den Fachbegriff schnellstmöglich auch hier ergänzen.

 

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Begriff Definition
Kabelanschluss

Der Hausanschluss an das Breitband-Kommunikationsnetz wird auch Kabelanschluss genannt. Der Anschluss erfolgt über ein Koaxial-Erdkabel bis hin zum Übergabepunkt der Deutschen Telekom. Meist befindet sich der Kabelanschluss im Hausanschlussraum. Er kann aber auch zusammen mit dem Fernsprechhausanschlusskabel verlegt werden.

Kabelkanäle

Kabelkanäle sind konstruktive Leerräume zur Verlegung von Kabeln. Sie bestehen aus PVC, Stahl oder Aluminium. Es gibt sie in unterschiedlichen Nennbreiten und Nenntiefen. Die eckigen Leerrohre können an der Wand, der Decke oder im oder auf dem Fußboden verlegt werden.

Synonyme - Kabelkanal
Kalksandstein

Unter Kalksandstein (oft mit dem Kürzel KS beschrieben) versteht man einen künstlich hergestellten Mauerstein aus Sand und Calciumsilikathydrat. Letzteres dient als Bindemittel und wird durch Dampfhärtung erzeugt. Kalksandstein hat eine sehr gute Ökobilanz, besitzt jedoch vergleichsweise schlechte Wärmedämmeigenschaften.

Eine ausführliche Beschreibung finden Sie auf massivhaus-massivbau.de/kalksandstein.php.

Kalksandsteinmauerwerk

KalksandsteinDas Kalksandsteinmauerwerk ist das meist verwendete Mauerwerk. Die im Hochbau verwendeten Kalksandsteine bestehen aus einem Gemisch aus Kalk, Sand und Wasser, das unter hohem Wasserdampfdruck gehärtet wird. Kalksandsteinmauerwerk wird als Außen- und Innenmauerwerk sowie als Sichtmauerwerk erstellt. Kalksandsteine sind druckfest und können daher schlanker vermauert werden als Ziegelsteine.

Eine ausführliche Beschreibung dieses Baustoffs finden Sie auf massivhaus-massivbau.de/kalksandstein.php.

Synonyme - Kalksandstein
Kältebrücke

Kältebrücke ist ein umgangssprachlich falsch verwendeter Begriff, mit dem eine Wärmebrücke gemeint ist. Als Wärmebrücken werden Bauteilbereiche wie z. B. Mauerabschnitte bezeichnet, durch die Wärme schneller nach außen entweicht als in den sie umgebenden Bereichen. Sie sind dort für einen erhöhten Heizwärmebedarf verantwortlich, weil die Oberflächentemperatur an der Innenseite des Bauteils an ihnen niedriger ist. Dadurch wird die Bildung von Schimmel begünstigt. Die Entstehung von Wärmebrücken hat ihre Ursache im Material (z. B. Metalle mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit), in der Konstruktion (z. B. bei Gebäudesockeln oder Balkonanschlüssen) oder in der Geometrie (innere Oberfläche ist nicht mit der äußeren identisch, es entsteht der sog. Kühlrippeneffekt).

Kamin

Der Begriff Kamin wird für zwei Dinge verwendet:

  1. Er kann ein Schornstein für eine feuerbeständige Anlage sein, der der Ableitung von Abgasen aus der Wärmeerzeugung dient. Während Kamine früher gemauert wurden, bestehen sie heute aus Fertigteilen mit einem Schamotterohr. Für moderne Wärmeerzeuger mit niedrigen Abgastemperaturen werden feuchteunempfindliche Kamine eingebaut, die nicht versotten können.

  2. Gebräuchlicher ist die Verwendung des Begriffs für eine offene oder geschlossene Vorrichtung, die mit festen Brennstoffen (meistens Holz) befeuert wird.
Synonyme - Schornstein, Kaminzug
Kanalanschluss

Häuser, die nicht weiter als 30 m vom Straßenkanal entfernt liegen, müssen an das öffentliche Kanalsystem angeschlossen werden. Der Kanalanschluss erfolgt durch die Gemeinde. Für den Kanalanschluss muss der Grundstücks- oder Hausbesitzer Kanalanschlussgebühren zahlen. Diese können zum Teil erheblich sein und unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde.

Kapillareffekt

Der Begriff beschreibt, wie sich Flüssigkeiten verhalten, die mit sehr engen Durchlässen (Kapillaren) in Kontakt kommen. Neben anderen Bereichen spielt dieser Effekt im Bauwesen eine Rolle, wenn es um die Steighöhe von Wasser in Mauerwerk geht. Aufsteigende Feuchte ist ein Grund für eine hochwertige Bauwerksabdichtung, um bei allen erdberührenden Bauteilen Bauschäden durch Feuchtigkeit und Schimmelbildung zu verhindern. Porenbeton, Kalksandstein oder Ziegel haben durch ihre Materialstruktur einen starken Kapillareffekt, Beton und Klinker einen deutlich geringeren.

Kapillarität

Verhalten von Flüssigkeiten in Hohlräumen oder engen Röhren. Grundregel: Je enger die Röhre, desto höher steigt Wasser in ihr an.

Kapillare Stoffe saugen Wasser auf, das sich dann kugelförmig in diesen Stoffen ausbreitet und sich dabei sogar gegen die Erdanziehungskraft nach oben bewegt. Eine hohe Kapillarität haben Ziegelsteine, Kalksandsteine und Porenbeton, bei Klinkern oder Beton ist sie deutlich geringer.

Kapitaldienst

Als Kapitaldienst bezeichnet man die Aufwendungen eines Kreditnehmers sowohl für die Tilgung des Darlehens als auch für Zinsen und Nebenkosten. Somit beinhaltet der Kapitaldienst die Gesamtkosten für ein Darlehen.

Kastengesims

Fertigung der Dachüberstände bei Walm- oder Mansarddächern:
Ein Kastengesims ist eine Möglichkeit, einen Dachüberstand zu gestalten. Dabei wird der Abstand zwischen Mauer und Traufe und Giebel mit einer geschlossenen, kastenförmigen Holzkonstruktion versehen.

Katasterkarte

Lageplan, FlurkarteDie Katasterkarte wird auch als Flurkarte oder Liegenschaftskarte bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine zeichnerische Darstellung sämtlicher Grundstücke in einem Bezirk. Diese sind nach Lage und Größe geordnet, so dass sich eine optimale Übersicht ergibt. Bei berechtigtem Interesse kann jeder Bürger Einsicht in die Katasterkarte nehmen.

 

Synonyme - Flurkarte, Liegenschaftskarte
Kellerbau

Der Keller eines Gebäudes befindet sich unterhalb der Bodenlinie. Beim seinem Bau wird zunächst die Kellerbodenplatte auf den Fundamenten errichtet. Neben den Kelleraußenwänden gehören auch alle Kellerinnenwände mit zum Kellerbau. Keller können auf konventionelle Art oder als Fertigkeller errichtet werden. Ob ein Haus unterkellert werden kann, hängt von der vorliegenden Bodenbeschaffenheit und den örtlichen Bauvorschriften ab.

Ausführliche Informationen über den Kellerbau finden Sie unter www.keller-bauen.de.

Synonyme - Keller, Souterrain
Kellerschacht

LichetschachtEin Kellerschacht ist ein Lichtschacht zur Belüftung von und für den Einfall von Tageslicht in Kellerräume. Er wird an der Außenwand errichtet und muss wegen der Absturzgefahr mit einem Gitterrost abgedeckt werden. Zumeist bestehen Kellerschächte aus Kunststoff oder Beton und werden als Fertigteile verbaut.

 

Kernbohrung

Die Kernbohrung hat ihren Namen vom Herausschneiden/Herausbohren eines Bohrkerns. Der Bohrkern ist zylinderförmig, sein Durchmesser hängt vom Bohrungszweck ab. Eine Kernbohrung wird mithilfe einer schlagfreien Bohrmaschine durchgeführt, deren Bohrer je nach Festigkeit des Bohrobjekts Diamant- oder Hartmetall-Hohlbohrkronen haben. Der Bohrkern wird anschließend von einem sog. Kernrohr aufgenommen. Kernbohrungen werden im Bauwesen z. B. beim Einbau von Kaminen oder für die Installation von Elektro- oder Sanitärgeräten benötigt. Durch die so erzeugten Bohröffnungen werden Rohre und Leitungen verlegt.

Kerndämmung

Neben der Innendämmung und der Außendämmung ist die sogenannte Kerndämmung eine häufig verwendete Möglichkeit der Dämmung von Fassaden. Die dämmende Schicht bzw. der Dämmstoff wird dabei zwischen zwei Mauerschalen bzw. zwischen zwei Mauern eingebracht.

Kippstellung

Die Kippstellung ist eine Fensterstellung, die nur bei einem Drehkippfenster möglich ist. Drehkippfenster lassen sich sowohl drehen als auch kippen. In Kippstellung entweicht die verbrauchte Raumluft durch die obere Öffnung, während frische Luft an den Fensterseiten in den Raum hineinströmen kann.

Wir unterscheiden hier zwischen 2 Lüftungsarten:

  1. Dauerkipplüften
    Der Fensterflügel wird hier für längere Zeit in der Kippstellung gelassen. Allerdings kühlen hier, insbesondere bei geringen Außentemperaturen die am Fenster angrenzenden Bauteile aus. Dies bewirkt, dass sich die Feuchtigkeit aus der Raumluft dort nieder schlägt, was zur Schimmelbildung führen kann. Grund dafür ist, dass Feuchtigkeit immer an der kühlsten Stelle kondensiert.

  2. Kipplüften
    Hier wird der Fensterflügel nur für kurze Zeit gekippt. Allerdings ist der geringe Öffnungswinkel nicht geeignet, um feuchte Luft auszutauschen. Hier entsteht Schimmel, weil ein Großteil der Feuchtigkeit in der Raumluft bleibt.

 

Klebemörtel

Klebemörtel wird auch als hydraulischer Klebemörtel oder umgangssprachlich als Fliesenkleber bezeichnet und dient in erster Linie zur Befestigung von Fliesen oder Boden- bzw. Wandbelägen der verschiedensten Art. Dabei nutzt man vorrangig Dünnbettmörtel, wobei dieser Klebemörtel auch für die Herstellung von Mosaiken geeignet ist, da er sehr dünn aufgetragen wird.

Klinker

Klinker werden ähnlich hergestellt wie Vollziegel, sie besitzen aber eine besonders hohe Dichte und Härte. Diese resultiert aus den sehr hohen Brenntemperaturen bei ihrer Herstellung. Sie sind besonders witterungsbeständig und daher ein beliebtes Material zur Fassadengestaltung, das sich durch seine hohe Haltbarkeit auszeichnet und darüber hinaus sehr pflegeleicht ist.

Kniestock

Kniestock - DrempelDer Kniestock befindet sich im Dachgeschoss eines Gebäudes. Er entsteht, indem die Außenwand des Gebäudes über die Decke des Dachgeschosses hinaus gemauert wird. Das Dach beginnt in diesem Fall also nicht direkt über der Geschossdecke, sondern erst oberhalb des Kniestocks und ruht so auf dem Mauerwerk.

Je höher der Kniestock ausfällt, desto mehr Platz bietet das Dachgeschoss. Daher werden Kniestöcke oftmals nachträglich erhöht, insbesondere dann, wenn das Dachgeschoss als vollwertiger Wohnraum ausgebaut werden soll. Es handelt sich jedoch bei einer solchen Erhöhung des Kniestocks um eine erhebliche bauliche Maßnahme, sodass dafür die entsprechende Genehmigung von der zuständigen Baubehörde notwendig ist. Auch ist im Bebauungsplan meist eine maximale Höhe des Kniestocks vorgegeben, an die sich der Bauherr halten muss. Besteht eine solche Vorgabe nicht, so orientieren sich die Verantwortlichen in der Regel an der Bebauung der Nachbarschaft und legen daraufhin die maximal mögliche Höhe des Kniestocks fest.

Synonyme - Drempel
Kollektoren

Kollektoren werden zur Nutzung von Sonnenenergie eingesetzt. Sie sammeln die Strahlungsenergie und wandeln diese in Wärme um. Für Solaranlagen werden in der Regel sogenannte Flachkollektoren eingesetzt. Damit die Kollektoren dauerhaft und beständig funktionieren, müssen sie gegen Witterungseinflüsse wie Regen, Hagel, Wind und Frost geschützt sein.

Kondensationsschäden

Kondensationsschäden können viele verschiedene Ursachen haben. So versteht man hierunter beispielsweise die Bildung von Schimmel in Mauern oder Böden und Decken. Aber auch  Stockflecken lassen sich meist auf zu viel Kondensationswasser zurückführen. Die Ursachen können lange Leerstandzeiten der Häuser oder auch falsches oder fehlendes Lüften sein.

Konvektion

Die Luftströmung vom höheren zum niedrigeren Luftdruck wird als Konvektion bezeichnet. Im Bauwesen spielen Feuchte- und Wärmekonvektion eine Rolle. So muss z. B. die wärmedämmende Umfassungsfläche von Gebäuden dauerhaft luftdurchlässig abgedichtet sein. Das Konvektionsprinzip findet unter anderem auch bei der Konvektionsheizung Verwendung.

Konvektorheizung

Eine Konvektorheizung ist ein anderer Begriff für eine Konvektionsheizung. Dabei funktioniert die Heizung nach dem  Konventionsprinzip, wobei die Wärme durch Konvektion an den Raum abgegeben wird. Die Luft wird durch den Konvektor erwärmt und strömt nach oben, sodass eine Luftzirkulation entsteht.

Korrelator

Ein Korrelator wird bei der Suche nach Leckagen in Rohrleitungssystemen eingesetzt. Der Schall von austretendem Wasser wird an Messpunkten von Signalaufnehmern erfasst und per Funk an einen Korrelator übertragen. Dieser errechnet, wie groß die Laufzeitdifferenz dieser Signale ist, wobei die Länge der Messstrecke sowie Rohrdurchmesser und –material berücksichtigt werden. Anhand der Daten kann eine Leckage geortet werden. Das Verfahren ist auch bei lauten Hintergrundgeräuschen, ungünstigem Wetter oder einer großen Verlegetiefe problemlos einsetzbar und anderen elektroakustischen Verfahren überlegen.

Kostenvoranschlag

Ein Kostenvoranschlag wird im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) als Kostenanschlag bezeichnet (§ 649) und in einen unverbindlichen (einfachen) und einen verbindlichen (garantierten) Kosten(vor)anschlag unterschieden. Das BGB ermöglicht es einem Unternehmen, sich den Kostenvoranschlag vergüten zu lassen, sofern dies vorab vereinbart wurde. Eine entsprechende Regelung in den AGB reicht hierfür nicht aus. Nach § 632 Abs. 3 BGB erfolgt allerdings im Zweifel  keine Vergütung. Garantierte Kostenvoranschläge werden zum Vertragsbestandteil, unverbindliche nicht. Aus einem Kostenvoranschlag gehen Art und Umfang der Arbeiten einschließlich der Arbeitszeit sowie der Arbeitskosten hervor. Er enthält außerdem das benötigte Material, dessen Menge und die sich daraus ergebenden Materialkosten. Weiterer Bestandteil ist die Dauer, für die der Kostenvoranschlag seine Gültigkeit behält. Werden Kostenvoranschläge um 10 bis 20 Prozent überschritten, liegt das Risiko beim Unternehmer; dies kann für den Auftraggeber ein Kündigungsgrund sein. Ausnahme: Die Erhöhung ist auf Anweisungen des Auftraggebers zurückzuführen. Sobald ein Unternehmer eine Kostenüberschreitung befürchtet, hat er sie seinem Auftraggeber anzuzeigen.

Worauf Sie achten müssen, wenn Sie einen Kostenvoranschlag erhalten, erfahren Sie hier:
www.hausbauberater.de/bauwissen/kostenvoranschlaege-fuer-den-hausbau

Kragplatte

Architektonisches Bauelement; Platten, die aus der Fassade herausragen (überkragen), werden als Kragplatten bezeichnet. Beispiele: Überdachungen für Haus- oder Kellereingänge, Balkonplatten.

Kulturdenkmal

Ein Gebäude wird zum Kulturdenkmal, wenn es als Zeugnis einer Kultur gilt und von historischem Wert ist. Kulturdenkmäler unterstehen dem Denkmalschutzgesetz. Soll das Gebäude restauriert und saniert werden, müssen alle Restaurations- und Sanierungsarbeiten dem Denkmalschutzgesetz entsprechend ausgeführt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es für die Sanierung entsprechende Fördergelder. Siehe auch Baudenkmal

Künstlicher Baustoff

Künstliche Baustoffen entstehen, wenn ein natürlicher Rohstoff unter dem Einfluss von Energie verändert wird. Heute ist vor allem Beton einer der wichtigsten künstlichen Baustoffe. Aber auch Stahl, Glas oder Aluminium zählen zu den künstlichen Baustoffen. Der Begriff ist somit vor allem relevant für die Baustoffkunde und die Auswahl von Baustoffen.

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