Fachbegriffe

BaufachbegriffeWer ein Haus bauen oder sanieren möchte, wird regelmäßig mit Begriffen aus dem Bauwesen konfrontiert. Wenn Handwerker, Hausanbieter und Baufirmen ihre Kunden mit Fachvokabular zu beeindrucken versuchen, können durchaus viele Fragen offen bleiben. Damit dies nicht so bleibt, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe und Fachwörter aus der Baubranche so verständlich wie möglich erklärt. Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Baulexikon eine kleine Hilfe ist. Wir werden es immer wieder um weiteres Fachvokabular ergänzen.

Sofern Sie einen Begriff nicht finden konnten, dann schreiben Sie uns bitte! Wir werden Ihnen direkt antworten und den Fachbegriff schnellstmöglich auch hier ergänzen.

 

BegriffDefinition
Kabelanschluss

Unter einem Kabelanschluss versteht man eine Anbindung an ein Breitbandkabelnetz, dass meistens aus Glasfaserkabel und Koaxialkabel besteht. Es dient zur Übertragung von Signalen wie beispielsweise Internet, Telefon und Kabelfernsehen. Das Breitbandkabelnetz wird von verschiedenen Kabelnetzbetreibern betrieben. Ursprünglich wurde das deutsche Kabelnetz von der Bundespost aufgebaut. Später wurde es dann von der Deutschen Telekom übernommen. Aber nicht nur für die Telekom können Kunden sich entscheiden, wenn es um einen Anbieter für den Kabelanschluss im neuen zu Hause geht.

Mittlerweile tummeln sich viele Anbieter auf dem Markt, wo Kunden die Qual der Wahl haben um am Ende den Richtigen für die jeweiligen Ansprüche herauszupicken. Die größten Anbieter auf dem Deutschen Markt sind derzeit Vodafone und Unitymedia.

Die Kosten für den Bau eines Übergabepunktes bei gleichzeitigem Anschluss eines Kabelanschluss-Vertrages können zwischen 599 € und 999 € betragen. Normalerweise wird die Verlegung der Kabel für den Anschluss vom ausgewählten Anbieter verlegt. In seltenen Fällen kann es jedoch passieren, dass Endverbraucher einen Elektriker für die Kabelanschluss-Verlegung bemühen müssen.

Wurde sich für einen Anbieter entschieden, müssen die notwendigen Geräte, die für ein gut funktionierendes Multi-Media-System verantwortlich sind, installiert werden. Das ist heutzutage keine Hexerei mehr und kann von jedem Anwender eigenhändig erledigt werden. Kunden bekommen hier die Möglichkeit, die Geräte, wie beispielsweise den notwendigen Router, käuflich zu erwerben oder vom Anbieter zu mieten. Sollten bei einer Installation Probleme auftreten, können Endverbraucher ihren Anbieter problemlos kontaktieren und werden dann bei der Installation unterstützt.

Möchten Mieter einer Immobilie oder Wohnung einen Kabelanschluss installieren lassen, muss dies mit dem Hauseigentümer abgeklärt werden, da dies ohne Einverständnis nicht erlaubt ist.

 

Synonyme - Hauskabelanschluss, Internetkabelanschluss, Telefonkabelanschluss
Kabelkanäle

Kabelkanäle sind konstruktive Leerräume, die zur Verlegung von verschiedenen Kabeln, wie beispielsweise Fernsehkabel oder PC-Kabel, benutzt werden. Meistens bestehen sie aus Polyvinylchlorid (PVC), hier benötigt die Herstellung weniger Erdölprodukte als bei anderen Kunststoffen. Auch ist PVC schwerer entflammbar, was einen weiteren positiven Nebeneffekt darstellt. Aber auch aus Aluminium oder Stahl können Kabelkanäle im Handel erworben werden. Alle sind in unterschiedlichen Nennbreiten und Nenntiefen erhältlich. So haben Anwender die Möglichkeit zwischen verschiedenen Größen zu wählen, ganz egal, ob es um die Verlegung eines einzelnen Kabels oder um eine umfangreiche nachträglich stattfindende Installation handelt. Normalerweise sind sie quadratisch im Querschnitt und besitzen einen Deckel, der zur sauberen Versorgung der Kabel dient.

Kabelkanäle können an der Wand, der Decke oder auf dem Boden befestigt werden und sorgen stets für ein aufgeräumtes Gefühl, da allgegenwärtige Kabel sicher in ihnen verstaut sind und kein unschöner und gefährlicher Kabelsalat entstehen kann. Um die Kanäle an der gewünschten Stelle zu befestigen, können sie geklebt oder mithilfe von Schrauben befestigt werden. Für welche sich am Ende entschieden wird, hängt vom bestehenden Untergrund und der gewählten Größe des Kabelkanals ab.

Mittlerweile sind sogar Kabelkanäle im Handel, die so geformt sind, dass sie sich den Maßen handelsüblicher Türrahmen anpassen. So können zum Beispiel WLAN-Router an der Decke in der Mitte eines Raumes ihren perfekten Platz finden und mit Strom versorgt werden, ohne sichtbare störende Kabel.

Um die Kabelkanäle auf die richtige Länge zu bringen wird nur eine feine Säge, wie zum Beispiel eine Metall- oder Holzsäge, benötigt. Da das PVC recht hart ist, entstehen dabei keine Probleme.

 

Synonyme - Kabelkanal, Kabelschacht, Kabelhohlraum
Kalksandstein

Kalksandstein (Kalksandziegel, Sandsteinziegel) sind traditionelle Baustoffe, die sich nun schon seit einem Jahrhundert im Bau bewährt haben. Sie werden überall dort eingesetzt, wo besondere Herausforderungen an die Tragfähigkeit oder den Schallschutz, gestellt werden. Kalksandsteine können zum Bau von tragenden sowie nichttragenden Innen- und Außenwänden genutzt werden. Aber auch als Baustoff zur Erstellung von Wohnungstrenn- und Funktionswänden sowie als Designmauerwerk findet dieser Baustoff seinen Einsatz. Kalksandstein hält höchster Mauerwerksqualität stand und bietet viele Vorteile:

  • Tragfähigkeit
    Kalksandstein ist durch seine hohe Druckfestigkeit selbst bei einer geringen Wanddicke äußerst tragfähig.

  • Schallschutz
    Kalksandziegel haben eine hohe Rohdichte. Er schützt somit vor Lärm und nicht erwünschten Geräuschen, ganz egal, ob diese von außen oder vom Innenbereich stammen.

  • Raumklima
    Durch Feuchtigkeits- und Wärmespeicherfähigkeit wird durch den Verbau von Kalkstein ein gesundes Raumklima garantiert. Dadurch bleiben Innenräume im Sommer angenehm kühl und im Winter warm.

  • Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit
    Kalksandstein wird aus Rohstoffen, die in der Natur vorkommen und frei von chemischen Zusatzstoffen sind, hergestellt. Zu den Bestandsstoffen zählen Kalk, Sand und Wasser.

  • Brandschutz
    Kalksandstein ist als nicht brennbarer Baustoff der Klasse A1 deklariert. Durch seine mineralische Zusammensetzung können bei einem auftretenden Brand keine giftigen Dämpfe entstehen.

  • Wirtschaftlichkeit
    Kalksandziegel besitzen den Vorteil, dass sie schnell und sicher verarbeitet werden können. Der Baustoff bietet den Vorteil, dass mit ihm wirtschaftlich schlanke Gebäude entstehen können, die nichts an Sicherheit verlieren.

  • Frostbeständigkeit
    Sandsteinziegel sind witterungsbeständig und bietet somit einen Schutz gegen auftretenden Frost.

Eine ausführliche Beschreibung finden Sie auf massivhaus-massivbau.de/kalksandstein.php.

Synonyme - Kalksandziegel, Sandsteinziegel
Kalksandsteinmauerwerk

Das Kalksandsteinmauerwerk ist das meist verwendete Mauerwerk. Die im Hochbau verwendeten Kalksandsteine bestehen aus einem Gemisch aus Kalk, Sand und Wasser, das unter hohem Wasserdampfdruck gehärtet wird. Kalksandsteinmauerwerk wird als Außen- und Innenmauerwerk sowie als Sichtmauerwerk erstellt. Kalksandsteine sind druckfest und können daher schlanker vermauert werden als Ziegelsteine.

Siehe auch: www.hausbauberater.de/fachbegriffe/kalksandstein

Kältebrücke

Kältebrücke ist ein umgangssprachlich falsch verwendeter Begriff, mit dem eine Wärmebrücke gemeint ist. Als Wärmebrücken werden Bauteilbereiche wie z. B. Mauerabschnitte bezeichnet, durch die Wärme schneller nach außen entweicht als in den sie umgebenden Bereichen. Sie sind dort für einen erhöhten Heizwärmebedarf verantwortlich, weil die Oberflächentemperatur an der Innenseite des Bauteils an ihnen niedriger ist. Dadurch wird die Bildung von Schimmel begünstigt. Die Entstehung von Wärmebrücken hat ihre Ursache im Material (z. B. Metalle mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit), in der Konstruktion (z. B. bei Gebäudesockeln oder Balkonanschlüssen) oder in der Geometrie (innere Oberfläche ist nicht mit der äußeren identisch, es entsteht der sog. Kühlrippeneffekt).

Kamin

Der Begriff "Kamin" hat zwei unterschiedliche Bedeutungen.Zum einen sprechen wir, wenn wir von einem Kamin reden, über einen Schornstein und zum anderen von einer offenen oder geschlossenen Feuerstätte, die meistens mit Holz befeuert wird.

Schornstein bzw. Kamin

Ein Schornstein ist eine senkrecht verlaufende Rauchgasleitung auf Gebäuden oder Anlagen, die Rauchgase an die Umwelt und damit ins Freie abgeben. Der über die Hausoberfläche herausragende Teil, der sich auf dem Hausdach befindet, wird Schornsteinkopf genannt. Heutzutage gibt es verschiedene Arten von Schornsteinen:

  • gemauerte Schornsteine
  • Keramikschornsteine
  • Leichtbauschornsteine
  • Kunststoffschornsteine
  • Edelstahlschornsteine

Für welches System sich Hauseigentümer entscheiden, hängt letztendlich von der Art der verwendeten Feuerstätte ab. Entscheidend ist der Förderdruck und die Temperatur, der dadurch entstehenden Abgase, welcher Schornstein verwendet werden kann.

Werden neue Heizsysteme oder Feuerstätten an ein bestehendes Schornsteinsystem angeschlossen müssen Hauseigentümer die bestehenden Schornsteine nachrüsten. Somit wird gewährleistet, dass ein sicherer und effizienter Betrieb des Heizsystems erfolgen kann. Die nötigen Vorlagen dafür sind in der Bauordnung und der Feuerungsverordnung kommunal geregelt. Für eine Nachrüstung sind in der Regel Edelstahlsysteme sehr gut geeignet, da diese aus Fertigelementen bestehen und in bestehenden Schächten als auch an einer Außenwand mit einer dazugehörigen Dämmung befestigt werden können.

Da es sich bei einem Schornstein um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt, sollten Hauseigentümer bei einem Einbau unbedingt einen Fachmann, wie beispielsweise einen Ofen- oder Luftheizungsbauer, beauftragen. Nach vollendetem Einbau, muss die Abnahme durch einen Bezirksschornsteinfeger, erfolgen, jedoch ist es für Hauseigentümer empfehlenswert diesen schon vor einer Sanierung des Schornsteins miteinzubeziehen. Folgende Aspekte müssen bei einer Nachrüstung eines Schornsteins beachtet werden:

  • Brandschutzverordnung
  • Imissionsschutzverordnung
  • Querschnittberechnung nach EN 13385
  • Einfügen von Reinigungsöffnungen
  • Landesbauordnung
  • Kommunale Feuerungsverordnung

Kamin als offene oder geschlossene Feuerstelle

Bei Kaminen wird zwischen offenen und geschlossenen Feuerstellen unterschieden. Meistens werden sie mit Holz befeuert und sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Jedoch müssen Eigenheimbesitzer die ein älteres, offenes Kaminmodell besitzen, dieses nach BlmSchV § 3 Absatz1, 4 nachrüsten lassen, um entstehende Schadstoffemissionen zu vermeiden. Für eine Sanierung eignen sich besonders sogenannte Kaminkassetten und Kamineinsätze. Hauseigentümer bekommen dadurch die Möglichkeit, die Gesetzesforderungen der BlmSchV zu erfüllen, müssen jedoch keinen Abstrich bei der Optik machen.

 

Synonyme - Kaminzug
Kanalanschluss

Hauseigentümer, die ihr Abwasser in den öffentlichen Kanal entsorgen wollen, benötigen einen Kanalanschluss. Jedes Grundstück muss eine eigene unterirdische Anschlussleitung an den örtlichen Abwasserkanal besitzen. Dieses Arbeiten dürfen nur von einem Tiefbauunternehmen durchgeführt werden, dass von der Gemeinde beauftragt worden ist. Die Liste der dafür vorgesehenen Unternehmen können Antragsteller bei der örtlichen Gemeinde erhalten.

Benötigen Grundstückseigentümer, die in Gebieten mit einem Mischsystem wohnen, nur eine Anschlussleitung, müssen Eigenheimbesitzer, die in einem Gebiet mit einem Trennsystem leben, zwei Anschlussleitungen mit dem örtlichen Abwasserkanal verbinden. Einer davon ist ein Anschluss für Niederschlagswasser und der zweite für Schmutzwasser vorgesehen.

Fehler, die bei der Verlegung eines Kanalanschlusses gemacht werden, können verheerende Folgen, wie beispielsweise Rückstau ins Gebäude und Überflutungen der Kellerräume, zur Folge haben und sehr hohe Kosten für Hauseigentümer verursachen. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Bauherren folgende Aspekte beachten:

  • Rohrdimensionierung
  • Gefälle der Anschlussleitung
  • Rohrverbindungen

Für einen neuen Kanalanschluss müssen Bauherren folgende Kosten einberechnen:

  • Kosten für die Planung und den Bau des Kanalanschlusses
  • Einmaliger Kanalanschlussbeitrag

Ein Kanalanschluss wird zur Refinanzierung der Investitionsaufwendungen von fast allen Kommunen erhoben. Die Berechnungsgrundlage für den erhobenen Beitrag muss in der Entwässerungsgebührensatzung festgelegt sein. Am weitesten verbreitet ist der Vollgeschossmaßstab, bei dem die Grundstücksgröße mit der Anzahl der Vollgeschosse errechnet wird, und somit eine beitragspflichtige Grundstücksfläche ermittelt werden kann.

Beispiel:
Beitrag in € = Grundstücksgröße in Quadratmeter x Beitragssatz in € / Quadratmeter x Faktor 1 x Faktor 2 x Faktor 3

  1. Grundstücksgröße in Quadratmeter = Grundstücksgröße in Quadratmeter laut Katasteramt.
  2. Beitragssatz in € / Quadratmeter = Beitragssatz gemäß Abwassergebührensatzung.
  3. Faktor 1 = Art der Nutzung, unterschieden nach Wohngebiet, Gewerbegebiet, Kerngebiet oder Industriegebiet.
  4. Faktor 2 = Maß der Nutzung, abhängig von der Geschosszahl einer Immobilie.
  5. Faktor 3 = Art des Anschlusses, unterschieden nach häuslichem Schmutzwasser und Niederschlagswasser und einem sogenannten Vollanschluss (Gemeinsamer Anschluss von häuslichem Schmutzwasser und Niederschlagswasser)

 

Synonyme - Abwasseranschluss, Schmutzwasseranschluss
Kapillareffekt

Kapillarität beschreibt das Verhalten von Flüssigkeiten, das bei Kontakt in engen Röhren, Spalten oder in Hohlräumen von festen Stoffen entsteht. Baustoffe, die eine starke Kapillarität aufzeigen, werden als saugfähig bezeichnet. Beim Kapillareffekt handelt es sich um einen Vorgang, bei dem eine Flüssigkeit in eine dünne Kapillare hineingezogen wird oder in ihr aufsteigt. Die Oberfläche in Kapillaren ist nach innen gewölbt sodass sich das in ihr befindliche Wasser an die Oberfläche gedrückt wird, um diese zu befeuchten. Durch diese Wechselwirkung steigt das Wasser in den Kapillaren an.

Auf das Mauerwerk eines Hauses übertragen, entsteht somit Feuchtigkeit in den Wänden. Ab einer bestimmten Höhe heben sich die Schwerkraft und die Kapillarkräfte auf. Somit kann die aufsteigende Feuchtigkeit, die durch den Kapillareffekt entstehen kann, gestoppt werden.

Kapillare Leitfähigkeit ist abhängig von der Größe der auftretenden Kapillare. Dies bedeutet, dass bei einer Porengröße von 10 – 4 m ein Wassertransport in den Kapillaren nicht mehr möglich ist. Diese Poren besitzen eine kapillar brechende Wirkung und werden auch als Luftporen bezeichnet. Um Feuchtigkeit im Mauerwerk zu verhindern, werden diese gezielt in Baustoffen wie beispielsweise Beton oder Sanierputz, eingebracht.

Größere Poren, auch Kapillarporen genannt, können keinen Kapillareffekt erzeugen. Deshalb ist ein Porengrößenbereich von 10–4 m und 10–7 m optimal.

Kapillarität kann sich beim Bau eines Hauses negativ und positiv auswirken. Entstehende Kapillareffekte, die in dem Bereich auftreten können, wo ein Gebäude in den Boden übergeht, wie beispielsweise im Fundament oder Hauswänden, sollten vermieden werden. Hierbei muss unbedingt darauf geachtet werden, angrenzende Bereiche abzudichten. Dies kann durch den Einsatz von Bitumenbahnen und Dichtungsschlämmen optimal umgesetzt werden, um der aus dem Boden aufsteigende Feuchtigkeit entgegenzuwirken. Schimmel und Schäden, die durch Kälteeinwirkung entstehen können, werden somit vermieden.

Der positive Effekt, der durch Kapillarität erzielt werden kann, wird umgesetzt, indem kapillar ausgestattete Baustoffe zum Bauen verwendet werden. Übermäßige Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen wird abgebaut und an die Außenseite der Hauswand transportiert, wodurch Feuchtigkeit in Hauswänden entgegengewirkt werden kann.

 

Synonyme - Kapillarwirkung
Kapillarität

Verhalten von Flüssigkeiten in Hohlräumen oder engen Röhren. Grundregel: Je enger die Röhre, desto höher steigt Wasser in ihr an.

Kapillare Stoffe saugen Wasser auf, das sich dann kugelförmig in diesen Stoffen ausbreitet und sich dabei sogar gegen die Erdanziehungskraft nach oben bewegt. Eine hohe Kapillarität haben Ziegelsteine, Kalksandsteine und Porenbeton, bei Klinkern oder Beton ist sie deutlich geringer.

Kapitaldienst

Der Kapitaldienst ist ein Begriff aus der Finanzwelt. Er umfasst alle Belastungen, die mit der Aufnahme eines Kredites einhergehen. Das heißt, dass der Kapitaldienst jegliche anfallende Zinsen, Tilgungsraten und jegliche Nebenkosten einschließt. Somit muss der Kapitaldienst von dem Kreditnehmer getragen werden.

Sollte es passieren, dass die Kapitaldienstgrenze überschritten wird, und der Kreditnehmer die entstehenden Kosten, durch Einsatz von Fremd- oder Eigenkapital nicht mehr tragen kann, droht eine Insolvenz. In diesem Fall kommt die Kapitaldienstfähigkeit zum Einsatz, die den Zustand des Kreditnehmers kontrolliert und somit feststellt, ob er die finanzielle Möglichkeit besitzt den Kapitaldienst tragen zu können.

Bei privaten Personen wird hierbei das verfügbare Einkommen zur Berechnung der Kapitaldienstfähigkeit zur Hilfe genommen. Auch zur Errechnung der Kapitalgrenze wird er genutzt.

Angewendet wird die Kapitaldienstfähigkeit nicht nur in Bezug auf Privatpersonen und Unternehmen, sondern auch für Objekte und Projekte. Dies funktioniert, indem der Kapitaldienst, durch die Einnahmen von laufenden Projekten, den sogenannten Cash-Flow, getilgt werden kann.

Der Kapitaldienst wird wie folgt in verschiedenen Teilgebieten der Betriebswirtschaftslehre genutzt:

  1. Kostenrechnung:
    Kapitaldienst = kalkulatorische Abschreibung + kalkulatorische Zinsen

  2. Investition:
    Kapitaldienst = Wiedergewinnungsanteil + Zinsanteil

  3. Finanzierung:
    Kapitaldienst = Tilgungsanteil + Zinsanteil

 

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