Fachbegriffe

BaufachbegriffeWer ein Haus bauen oder sanieren möchte, wird regelmäßig mit Begriffen aus dem Bauwesen konfrontiert. Wenn Handwerker, Hausanbieter und Baufirmen ihre Kunden mit Fachvokabular zu beeindrucken versuchen, können durchaus viele Fragen offen bleiben. Damit dies nicht so bleibt, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe und Fachwörter aus der Baubranche so verständlich wie möglich erklärt. Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Baulexikon eine kleine Hilfe ist. Wir werden es immer wieder um weiteres Fachvokabular ergänzen.

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Begriff Definition
VDE-Vorschriften

Dies sind die technischen Regeln des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. Sie gelten als die allgemein anerkannten Regeln der Technik beim Bau und Betrieb von Energieanlagen und haben ein geordnetes Verfahren unter Einbeziehung betroffener Fachkreise sowie ein öffentliches Einspruchsverfahren durchlaufen.

Veränderungssperre

Die Veränderungssperre ist ein Beschluss einer Gemeinde. Hier wird dargelegt, dass im Geltungsbereich eines neu zu erstellenden Bebauungsplans bzw. Umlegungsgebietes vorhandene bauliche Anlagen nicht beseitigt und neue Bauvorhaben nicht durchgeführt werden dürfen.

Verankerung

Die zugsichere Befestigung bestimmter Bauteile wird Verankerung genannt. Bei der Anbringung von Fassaden werden verschiedene Verankerungstechniken eingesetzt, mit denen die Fassadenplatten an den Außenwänden des Gebäudes befestigt werden. Schrauben müssen in unterschiedlichen Werkstoffen verankert werden, dies geschieht in der Regel mit entsprechenden Dübeln. Auch beim Aufbau von Baugerüsten müssen die einzelnen Gerüstbauteile verankert werden, damit das Baugerüst tragfähig ist.

Veräußerungsbeschränkung

Die Veräußerungsbeschränkungist ein Begriff aus dem Wohnungseigentumsgesetz. Sie besagt, dass ein Wohnungseigentümer seine Wohnung nur dann veräußern darf, wenn er die Zustimmung der anderen Wohnungseigentümer oder eines Dritten - zum Beispiel des Hausverwalters - erhalten hat. Allerdings darf diese Zustimmung nur unter bestimmten Voraussetzungen versagt werden. Diese Voraussetzungen sind beispielsweise dann gegeben, wenn sich aus dem Eigentümerwechsel eine Gefahr der Störung des reinen Wohncharakters ergibt oder ein potentieller Käufer als ungeeignet erachtet wird, sich in die vorhandene Gemeinschaft entsprechend einzuordnen. Einer Veräußerung ist eine Schenkung gleichgesetzt.

Verblendmauerwerk

Unter dem Verblendmauerwerk versteht man die Verkleidung eines unbehandelten Mauerwerks Kalksandstein, Riemchen oder Naturstein. Auf Wunsch kann zwischen Mauerwerk und Verblendung ein Raum verbleiben, in dem Dämmstoffe verbaut werden können.

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)

Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) ist ein Regelwerk, das die Auftragsvergabe und die Ausführung von öffentlichen Bauprojekten beinhaltet. Dieses Regelwerk wird jedoch oft auch privaten Bauverträgen zugrunde gelegt. Früher bezeichnete man die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen auch als Verdingungsordnung. Es handelt sich bei dieser Ordnung jedoch nicht um ein Gesetz, sondern um eine Art „Allgemeine Geschäftsbedingungen“ für Bauleistungen. Daher muss die Gültigkeit der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen in jedem Bauvertrag schriftlich vereinbart werden. Die Ordnung gliedert sich in drei Teile. Während in Teil A die allgemeinen Bedingungen über die Vergabe von Bauleistungen festgelegt sind, behandelt Teil B die Rechte und Pflichten der Beteiligten nach Vertragsabschluss sowie die konkrete Vergabe von Bauleistungen. Teil C behandelt die technischen Vorschriften für die einzelnen Bauleistungen und Bauleistungsgruppen.

Synonyme - VOB
Vergleichsmiete

Die Vergleichsmiete wird in der Regel als ortsübliche Vergleichsmiete bezeichnet. Sie besagt, wie hoch der Mietzins für ein Mietobjekt in der Gemeinde oder einer Gemeinde mit vergleichbarer Art, Größe und Ausstattung des Wohnraums ausfällt. Damit dient die Vergleichsmiete als Orientierung, um die Höhe der Miete für ein Objekt festzulegen.

Vergleichswertverfahren

Mithilfe des Vergleichswertverfahrens wird der Verkehrswert einer Immobilie ermittelt. Hierbei orientiert sich die Wertermittlung an dem tatsächlich gezahlten Kaufpreis für gleichwertige Grundstücke oder Objekte. Wenn möglich, werden Vergleichsobjekte aus der Nachbarschaft oder des Bezirks herangezogen. Wichtig ist dabei, dass die wertbeeinflussenden Merkmale im Wesentlichen übereinstimmen oder aber Abweichungen in konkreten Zahlen erfasst werden können. 

Verkehrswert

Der Verkehrswert ist der Preis für ein Grundstück, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zum aktuellen Zeitpunkt für das Grundstück erzielt werden könnte. Dabei spielen die tatsächlichen Eigenschaften und die rechtlichen Gegebenheiten eine ausschlaggebende Rolle, während auf persönliche Verhältnisse keine Rücksicht genommen wird. Wie genau der Verkehrswert berechnet wird, ist in der Wertermittlungsverordnung festgelegt. Die Bodenrichtwerte sind hier eine wichtige Bezugsgröße.

Vermessung

Im Bauwesen sind verschiedene Arten der Vermessung von Bedeutung. Als Bauvermessung wird die Ermittlung aller notwendigen Maße zu Errichtung eines Gebäudes sowie das Abstecken von Bauachsen bezeichnet. In der Katastervermessung werden Grenzen rechtmäßig ermittelt und damit die Bebauung von Grundstücken festgelegt. Die erhobenen Daten bilden die Grundlage für Eigentumsnachweise.

Verschattung

Von einer Verschattung spricht man, wenn ein Gebäude oder ein Teil eines Gebäudes im Schatten von anderen Häusern, Bäumen oder sonstigen Elementen liegt. Insbesondere bei Energiesparhäusern ist eine Verschattung nicht gewünscht, da die Sonne hier möglichst ungehindert in das Gebäude einstrahlen muss, um die erwünschte Erwärmung der Raumluft zu erreichen. Auch Solaranlagen können nicht effektiv arbeiten, wenn eine Verschattung vorliegt. Daher muss bereits bei der Konstruktion des Gebäudes darauf geachtet werden, dass keine Verschattung entstehen kann.

Siehe auch www.hausbauberater.de/bauwissen/sonnenschutz-im-garten-und-verschattung-im-eigenheim.

Versickerungsberechnung

Aus ökologischen und wasserwirtschaftlichen Gründen sollte Niederschlagswasser möglichst nahe am Ort seiner Entstehung in den natürlichen Wasserkreislauf eingeleitet werden. Die für eine Versickerungsmulde nötige Größe muss anhand einer standardisierten Berechnung vorab ermittelt werden, wofür entweder die lokalen Niederschlags-Starkregenauswertungen nach dem Regelwerk der  Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. DWA-A 531 (alt: ATV-A121) oder die Koordinierten Starkniederschlags-Regionalisierungs-Auswertungen (KOSTRA) des Deutschen Wetterdienstes herangezogen werden.

Versiegelung

Der Begriff Versiegelung wird im Bauwesen in zahlreichen Bereichen verwendet. Ursprünglich bedeutet versiegeln „schützen“. Im Bauwesen werden z. B. Parkettböden versiegelt. Auch Naturstein, Marmor oder Terrakottaplatten können mit entsprechenden Lacken versiegelt werden, um die Böden vor Verschmutzungen und Verschleiß zu schützen. Isolierglas wird gegen das Eindringen von Luft versiegelt, und auch im Installationsbereich werden Versiegelungen durchgeführt.

Versorgungsleitungen

Strom-, Gas-, Wasser-, Abwasser und Telekommunikationsleitungen werden als Versorgungsleitungen bezeichnet. Bei der Erschließung mit Versorgungsleitungen wird das Bauvorhaben an die öffentlichen Versorgungsleitungen angeschlossen. Grundsätzlich wird zwischen äußerer und innerer Erschließung unterschieden. Bei der äußeren Erschließung wird ein Baugebiet an die öffentlichen Versorgungsleitungen angeschlossen, bei der inneren Erschließung wird ein einzelnes Grundstück in die Erschließung eines Baugebietes eingebunden.

Synonyme - Versorgungsleitung
Vertragsgestaltung

Die Vertragsgestaltung von Bauverträgen kann etliche Tücken aufweisen und sollte daher vom Bauherrn genau geprüft werden. Wichtige Punkte, die in einem Bauvertrag unmissverständlich formuliert sein sollten, sind die eindeutige Definition des Vertragsgegenstandes, eine transparente Bau- und Leistungsbeschreibung sowie eine Preissicherheit durch Vertragspreis oder Festpreisgarantie.

Informationen über die Vertragsarten beim Bauvertrag finden Sie hier: www.abir.eu/baurecht/bauvertrag-werkvertrag.html.

Vertragsmängel

Ein Vertrag kann angefochten werden, wenn er Bestandteile enthält, die nicht der allgemeinen Gesetzeslage entsprechen. Enthält ein Bauvertrag entsprechende Vertragsmängel, kann er unter Umständen rechtsungültig werden. Entsprechende Vertragsmängel müssen immer im Rahmen eines Rechtsverfahrens festgestellt werden.

Vertragsstrafe

In Bauverträgen kann das Nichteinhalten bestimmter Vertragsvereinbarungen zu einer Vertragsstrafe führen. Ein Beispiel hierfür ist eine Bauzeitüberschreitung: Der Bundesgerichtshof hat für eine Bauzeitüberschreitung bei Vorlage eines vorformulierten Bauvertrages eine Vertragsstrafe von 0,3 Prozent der Bausumme für jeden Werktag ab der Fristüberschreitung als angemessen festgelegt.

Verweisungsurkunde

Beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung von einer Bauträgergesellschaft gehören zum Kaufvertrag sogenannte Verweisungsurkunden. Eine Verweisungsurkunde ist eine Anlage zum Kaufvertrag, auf die im eigentlichen Kaufvertrag hingewiesen wird. Die Baubeschreibung ist beispielsweise eine Verweisungsurkunde, die zwingend zu jedem Kaufvertrag dazugehört.

Vollgeschoss

Geschosse, die vollständig über der natürlichen oder behördlich festgelegten Geländeoberfläche liegen, gelten als Vollgeschoss, sofern 2/3 der Grundfläche mindestens eine Höhe von 2,30 m aufweist. Zu dieser allgemeinen Definition kann es in den einzelnen Landesbauordnungen jedoch geringfügige Abweichungen geben.

Vollwärmeschutz

Unter dem Vollwärmeschutz versteht man das Idealziel einer Wärmedämmung. Dieses Ziel lässt sich jedoch auch durch die Kombination verschiedener Maßnahmen nicht erreichen. Jede Glasfront, jeder Außenwand und jede Tür ermöglichen einen Energieverlust, sodass der Vollwärmeschutz immer ein theoretischer Wert bleiben wird. Mit dem Einsatz moderner Dämmmaterialien, mehrfach verglaster Fenster usw. versucht man, einem Vollwärmeschutz möglichst nahe zu kommen.

Voranschlag

Vor der Vergabe von Bautätigkeiten ist ein Voranschlag in Bezug auf die Kosten gängige Praxis. Er wird üblicherweise kostenfrei erstellt, seine Anforderung ist für den Kunden unverbindlich. Die den Voranschlag erstellende Firma gibt damit jedoch ein rechtsverbindliches Angebot ab. Die im Voranschlag genannten Kosten dürfen den Preis nur um 15-20 % übersteigen, der Auftragnehmer hat seinen Kunden vorab über die Kostensteigerung zu informieren.

Worauf Sie achten müssen, wenn Sie einen Kostenvoranschlag erhalten, erfahren Sie hier:
www.hausbauberater.de/bauwissen/kostenvoranschlaege-fuer-den-hausbau

Vorleistungspflicht

Charakteristisches Merkmal von Werkverträgen. Damit ist gemeint, dass ein Handwerker erst dann die vereinbarte Vergütung fordern kann, wenn die vereinbarte Leistung mangelfrei erbracht worden ist. Die Vertragspartner haben jedoch die Möglichkeit, sich auf Abschlagszahlungen gem. § 632a BGB zu einigen. Hier erfahren sie, wann Handwerkerrechnungen bezahlt werden müssen: hausbauberater.de/bauwissen/handwerkerrechnungen.

Vormauerziegel

Aus dem Vormauerziegel wird bei zweischaligen Mauerwerken die äußere Mauer erstellt, die maßgeblich für den Schutz gegen Umwelteinflüsse verantwortlich ist. Als Vormauerziegel können sämtliche kleinformatigen und harten Mauersteine verwendet werden, zum Beispiel Klinker, Ziegel aus Granit usw.

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