Bauratgeber Sachsen Anhalt

Der Wortteil „hybrid“ gibt einen ersten Hinweis darauf, was man sich unter einer Hybridheizung vorzustellen hat: etwas Vermischtes. Diese Heizungsanlagen wurden vorher als „bivalente Anlagen“ bezeichnet, die neue Bezeichnung ist vermutlich der Flut von Hybridtechnologien aus anderen Branchen geschuldet. Bei den meisten Hybridanlagen werden die Brennstoffe Erdöl oder Erdgas mit mindestens einer erneuerbaren Energiequelle kombiniert, sodass

  • Gas- oder Ölbrennwerttechnik,
  • Holzvergasertechnik,
  • thermische Solaranlagen (zur Unterstützung der Heizung),
  • Luft-, Wasser- oder Erdwärmepumpen,
  • wasserführende Kaminöfen,
  • Geothermie,
  • Kleinwindkraftanlagen oder
  • Mini-Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen (Mini-KWK)

zu einer Hybridheizung zusammengestellt werden können. Dabei springt die Gas- oder Ölheizung erst dann ein, wenn der Heizwärme- oder Warmwasserbedarf nicht mehr allein durch die erneuerbaren Energien gedeckt werden kann.

Für die Versorgung der Heizungsanlage und der Brauchwassererwärmung ist in der Regel ein Pufferspeicher nötig. Er sorgt für einen Ausgleich der Schwankungen der erneuerbaren Energiequellen, indem er deren erzeugte Wärme enthält und bei Bedarf zur Verfügung stellt.

Was macht die Hybridheizung attraktiv?

Sie hat für Hauseigentümer den entscheidenden Vorteil, dass man sie stufenweise installieren und so die Investitionskosten „strecken“ kann. In Bestandsgebäuden ist üblicherweise bereits eine Gas- oder Ölbrennwertheizung vorhanden, die weiteren Komponenten können dann nachträglich eingebaut werden.

Handelt es sich um einen Neubau, müssen Eigentümer verschiedene rechtliche Vorgaben einhalten. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) schreibt hierfür einen bestimmten Anteil an erneuerbaren Energien zur Deckung des Wärme- und Kältebedarfs vor, dessen Höhe von der Art der eingesetzten Energiequelle abhängt. So ist z. B. vorgesehen, dass bei der Verwendung von Solarenergie in Wohngebäuden ihr Anteil bei mindestens 15 % liegen muss. Diese Bedingung wird als erfüllt angesehen, wenn die Solarfläche bei Ein- oder Zweifamilienhäusern wenigstens 0,04 qm pro Quadratmeter Nutzfläche beträgt. Nähere Angaben können den Anlagen I bis III des EEWärmeG (https://www.gesetze-im-internet.de/eew_rmeg/) entnommen werden.

Die Kosten für eine Hybridheizung

 Ausgehend von einer komplett neuen Anlage sollte in etwa mit diesen Kosten gerechnet werden:

  • Wird ein neuer Gasanschluss gebraucht, sollten hierfür ca. 1.700 Euro für die Hausanschlussleitung sowie 1.200 Euro für alle weiteren Armaturen im Haus, die für eine Gasheizung eingesetzt werden, einkalkuliert werden.
    In manchen Fällen kann kein Gasanschluss verlegt werden. Dann bietet sich alternativ Flüssiggas an: Für den hierfür nötigen Tank und die Technik fallen ungefähr 2.000 bis 3.000 Euro an. Für eine Ölheizung muss ebenfalls eine Tankanlage installiert werden, die etwa 2.000 bis 3.000 Euro kostet.
  • Die von zahlreichen Firmen angebotenen Kompakt-Hybridheizungen variieren preislich sehr stark. Hier spielen nicht nur der Hersteller und die Art der Wärmeerzeugung, sondern auch die Region und der Handwerksbetrieb vor Ort eine große Rolle. Mit 9.000 bis 11.000 Euro sollte allerdings gerechnet werden.

Staatliche Förderungen für die Hybridheizung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält für Sanierer einige Förderprogramme bereit:

  • Mit dem Programm 151 Energieeffizient Sanieren – Kredit kann ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch genommen werden. Alternativ kann das Programm 430 Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss gewählt werden.
  • Wenn es darum geht, eine mindestens zwei Jahre alte Heizung auf erneuerbare Energien umzustellen oder sie zu erweitern, kann ein Antrag aus dem Programm 167 Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit gestellt werden.
  • Geht es um die Errichtung, Erweiterung und den Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, kommt das Kredit-Programm 270 Erneuerbare Energien – Standard in Betracht.
  • Für die Finanzierung des Pufferspeichers eignet sich das Programm 275 Erneuerbare Energien – Speicher, aus dem ebenfalls ein Kredit vergeben wird.

Bauherren, die eine (teilweise) selbstgenutzte Wohnimmobilie mit einem hohen energetischen Standard erstellen oder erstellen lassen, haben über die KfW diese Fördermöglichkeiten:

  • Für den Bau eines KfW-Effizienzhauses kann aus dem Programm 153 Energieeffizient Bauen ein zinsgünstiger Kredit beantragt werden.
  • Die Inanspruchnahme eines Kredits aus dem Programm 124 KfW-Wohneigentumsprogramm steht allen Bauherren unabhängig davon, ob sie ein Standard- oder ein KfW-Effizienzhaus bauen, offen.
  • Ergänzend dazu können auch Bauherren Förderkredite aus den Programmen 270 und 275 beantragen (siehe oben).

Sowohl bei einer Sanierung als auch einem Neubau ist eine Baubegleitung wichtig. Die Kosten hierfür werden durch einen Zuschuss aus dem Programm 431 Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung reduziert.

Alle Förderungen sind vor dem Beginn der Bauarbeiten zu beantragen. Es besteht auf keine von ihnen ein Rechtsanspruch. Nähere Informationen stehen unter www.kfw.de zur Verfügung.

 

 

© 2018 Hausbauberater