Bauratgeber Sachsen Anhalt

Fehler beim Hausbau vermeidenDer Traum von einer eigenen Immobilie - viele Familien erhoffen sich davon ein sicheres und bequemes Zuhause, ein Dach über dem Kopf für den Ruhestand oder finanzielle Sicherheit. Erfahrungen aus der Praxis zeigen regelmäßig, dass eigentlich vermeidbare Fehler beim Hausbau nicht einfach nur zu Stolperfallen werden: Schnell gerät das gesamte Projekt ins Wanken und führt oft in ein wirtschaftliches Desaster. Wie kann ein Bauherr Stolperfallen aus dem Weg gehen? Und wie erkennt man als angehender Eigentümer diese Hindernisse?

 

Die häufigsten Fehler vor dem Hausbau

Viele der Stolperfallen, in die Bauherren tappen, entstehen durch falsche Planung. Dabei hätte sich schon in der Planungsphase an der einen oder anderen Stelle erkennen lassen, dass das Vorhaben aus dem Ruder läuft. Manchmal ist es einfach die fehlende Erfahrung oder mangelndes Wissen. Oft aber auch überstürzte Entscheidungen, die Betroffene über offenkundige Unzulänglichkeiten hinwegsehen lassen. Aus diesem Grund sollen nun die häufigsten Fehler genau aufgezeigt werden.

 

Baufinanzierung: die finanziellen Möglichkeiten überschätzt

Leider ist diese Stolperfalle immer noch verbreitet. Man plant und plant, hat aber vollkommen vergessen, dass jeder Planungsschritt Geld kostet. Am Ende steht man vor einer Immobilie, die zwar den eigenen Wünschen entspricht, aber deutlich mehr kostet, als die Haushaltskasse zu leisten imstande ist. Die Rate für den Baukredit erreicht eine Höhe, die direkt in die Privatinsolvenz führt. Und selbst wenn die Rate gerade so aufgebracht wird, sind Probleme nicht ausgeschlossen. Was passiert, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse verschlechtern? Nur wer früh genug die eigenen Möglichkeiten auslotet und das Budget umreißt, geht diesem Hindernis aus dem Weg.
Tipp:
Sie finden zum Beispiel auf der Website www.baufinanzierungsberatung.com viele Hinweise und auch verschiedene Onlinerechner, um die finanziellen Möglichkeiten auszuloten, bevor es zu spät ist.

 

Grundstückserwerb: Gekauft wie gesehen

Der Wunsch nach dem Eigenheim kann blind machen. Wer ein Grundstück oder Haus einfach aus dem Katalog kauft, ohne sich vorher mit den örtlichen Gegebenheiten auseinanderzusetzen, erleidet schnell Schiffbruch.
Eventuell schließt der Bebauungsplan für das erworbene Grundstück den Bau der Traumimmobilie aus. Oder die örtlichen Gegebenheiten setzen eine besondere Gründung voraus. Vielleicht hat man aber auch eine Immobilie in stark sanierungsbedürftigem Zustand erworben - ohne es zu wissen. Versäumnisse, die im Regelfall Geld und Nerven kosten.

 

Nebenkosten treiben die Gesamtkosten nach oben

Im Immobiliensektor sind Summen ab 200.000 Euro und mehr keine Seltenheit. Jeder Euro, den Bauherren als Fremdfinanzierung in Anspruch nehmen müssen, kostet Zinsen - und macht das Eigenheim teurer. Die Versuchung liegt nahe, das Budget so schmal wie möglich zu gestalten. Eine Stolperfalle, an der man scheitern kann. Oft wird zum Beispiel vergessen, dass Nebenkosten beim Kauf des Grundstücks und dem eigentlichen Hausbau addiert werden müssen. Notargebühren, das Honorar für den Architekten und Gerichtskosten oder Versicherungsbeträge gehören dazu. Es ist sinnvoll, sich im Vorfeld über die Nebenkosten zu informieren, diese in einer Checkliste zusammenzufassen und den Finanzierungsbedarf anzupassen.  Unter "BAUNEBENKOSTEN" gliedern wir die Nebenkosten beim Hausbau für Sie auf.

 

Eigenleistungen: zu optimistische Planung (Fehleinschätzung von Aufwand und Kosten)

Aus Sicht eines angehenden Immobilienbesitzers spricht nichts gegen das Erbringen von Eigenleistungen. Im Gegenteil: Wer beispielsweise beim Innenausbau - etwa dem Tapezieren der Wände - mit Hand anlegt, kann Geld sparen. Jeder Arbeitsschritt, der ohne Handwerksbetrieb erledigt wird, zahlt sich aus. Leider überschätzt man sich und die eigenen Fähigkeiten schnell, zumal das Einsparpotenzial ohne ausreichende Planung schnell hinter den Erwartungen zurückbleibt. Kosten für Baumaterial fallen trotzdem an. Außerdem nehmen die Eigenleistungen mitunter mehr Zeit in Anspruch als ihre Erledigung durch Profis. Auch das fachliche Know-how steht bei der Muskelhypothek nicht unbedingt auf sicheren Füßen. Wer mehr als 10-15 Prozent der Bausumme als Eigenleistung veranschlagt, erliegt schnell einer Utopie. Abgesehen von Maler- und Tapezierarbeiten sowie dem Verlegen von Bodenbelägen und Arbeiten im Garten ist der Rest des Hausbaus in der Regel ein Fall für den Handwerksbetrieb.

 

Architektenvertrag, Bauvertrag oder Bauträgervertrag: Oft werden Verträge ungeprüft unterschrieben

Gerade der Hausbau ist eine der teuersten Investitionen, die man in seinem Leben stemmt. Zum Kauf- oder Bauvertrag gehören viele Bereiche. Neben der Baubeschreibung, dem Zahlungsplan und Regelungen zu Sicherheiten enthält der Vertrag ein ganzes Bündel an Informationen. Es ist sinnvoll, den Vertrag als Laie von einem Profi prüfen zu lassen. In Frage kommen hier Verbraucherschutzorganisationen, Eigentümerverbände oder fachlich kompetente Juristen und Sachverständige. Deren Dienste sollten also dringend ins Budget eingeplant werden. Wird auf die Prüfung der Unterlagen verzichtet, sind die Folgen oft teuer - und nervenaufreibend.
Hinweis
Sowohl auf Hausbauberater.de als auch auf unserer Partnerseite www.abir.eu finden Sie viele Informationen zum Architektenrecht, Immobilienrecht und Baurecht.

 

Verkaufsgespräch statt Bauberatung: zum Hausbau „überreden“ lassen

Der Hausbau kann ein lukratives Geschäft sein. Nicht wenige Unternehmen werben mit Aktionsangeboten oder Ähnlichem. Als Bauherr muss hier immer ein kühler Kopf bewahrt werden. Wer Verträge vorschnell nur wegen eines Aktionsangebots unterschreibt, macht oft einen Fehler. Es ist im Vorfeld immer zu klären, ob sich das versprochene Vorhaben an der Wunschadresse überhaupt umsetzen lässt. Muss umgeplant werden, ist dies eine teure Angelegenheit, die sich selten rechnet. Dem Thema "Das Superhaus zum Superpreis" widmen wir uns auf www.superhauspreis.de.

 

Eine unzureichende Raumplanung

Wer ein Haus baut, muss sich vorab über viele Aspekte Gedanken machen. Parallel zur Finanzierung ist die Immobilie zu planen. Welche Ausrichtung hat das Haus? Wohin kommt welches Zimmer und wie groß sollen die einzelnen Räume sein? Wie viele Steckdosen werden in den einzelnen Räumen untergebracht? Bauherren müssen die Immobilie vor dem ersten Spatenstich im Kopf haben. Wird während der eigentlichen Bauphase klar, dass durch die Fenster zu wenig Licht einfällt oder weitere Steckdosen und Lichtschalter verlegt werden müssen, entstehen zusätzliche Kosten. Nehmen Sie sich Zeit für die Hausplanung!

 

Der Hausbau - Pfusch am Bau wird teuer

Viele Stolperfallen im Hausbau lassen sich durch eine fundierte und von Experten begleitete Planung aus dem Weg räumen. Mit dem ersten Spatenstich beginnt nicht einfach nur der Hausbau, das ganze Projekt geht in eine neue Phase über.
Bauherren können sich noch nicht zurücklehnen. Welchen Nutzen hat die beste Planung, wenn sich einzelne Handwerksbetriebe nicht an die Vorgaben halten? Es wäre ein Fehler, den Hausbau sich selbst zu überlassen. Stattdessen ist es sinnvoll, den Baufortschritt in Augenschein zu nehmen und zu prüfen. Da Laien Pfusch am Bau meistens nicht sofort erkennen, ist der Rat eines Sachverständigen hilfreich, denn der eine oder andere Mangel existiert verdeckt - und wird erst spät offensichtlich. Hätte man den Hausbau konsequent beobachtet, wäre eine kostengünstigere Mängelbeseitigung eventuell noch möglich gewesen.

 

Fazit: Viele Fehler müssen nicht passieren
Das Eigenheim ist ein Traum - manchmal aber leider auch ein Albtraum. Fehler in der Planungsphase und Stolperfallen im Bauabschnitt kosten Zeit, Geld und Nerven. Dabei ist es durchaus möglich, viele Klippen zu umschiffen. Der Hausbau sollte in Ruhe geplant und durchfinanziert werden. Darüber hinaus rechnet es sich in den meisten Fällen, für das Projekt fachlichen Rat hinzuziehen - auch wenn dieser Geld kostet. Die finanziellen Folgen einer Fehlplanung sind meist deutlich höher.

 

 

 

© 2017 Hausbauberater