Ob Eigenheimbesitzer oder Mieter: Wer es in den eigenen vier Wänden auch im Winter und an kalten Tagen behaglich und warm haben möchte, der kommt nicht um angemessenes Heizen herum. Leider sind die Kosten dafür in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und – ähnlich wie die Strompreise – zu einer deutlichen finanziellen Belastung geworden. Insbesondere Heizungen, die schon „in die Jahre“ gekommen sind, schneiden im Vergleich zu modernen Geräten und Anlagen schlecht ab - für Eigentümer stellt sich daher regelmäßig die Frage, ob ein Umstieg auf sogenannte Öko-Heizungen nicht nur der Umwelt einen Gefallen tun, sondern auch dem eigenen Geldbeutel.

Wer einen Umstieg in Erwägung zieht, kann allerdings unter Umständen von den Fördermöglichkeiten profitieren, die beim Heizen mit Erneuerbaren Energien in Betracht kommen. Wer auch 2018 in den Genuss der Zuschüsse kommen möchte, sollte dabei aber folgende Rahmenbedingungen beachten:

Staatliche Förderung für neue Heizung

Im Gegensatz zu den Jahren davor gilt für alle Fördermaßnahmen, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz: BAFA) bezuschusst werden sollen, dass vor der Auftragsvergabe ein entsprechender Antrag bereits beim BAFA vorliegen muss. Während nach den alten Regelungen auch Förderungen möglich waren, wenn die konkrete Maßnahme bereits auf den Weg gebracht worden war, ist dies ab dem 01.01.2018 nicht mehr möglich. Für Eigentümer und Sanierer ist das von großer Bedeutung – wer hier die gesetzlich angedachte Reihenfolge nicht einhält, riskiert den Verlust der Fördermittel!

Unverändert ist weiterhin die Absicht des Gesetzgebers, effiziente und umweltfreundliche Methoden der Heiztechnik zu fördern. Beim Wechsel winken daher mindestens

  • 4.500 Euro für Wärmepumpen,
  • 3.500 Euro für Pelletkessel und
  • 2.000 Euro für die Installation einer Solarthermieanlage.

Übrigens: Auch für umweltfreundliche Heizungsanlagen, die bereits in Betrieb sind, hält der Staat Zuschüsse bereit. Geförderte Anlagen werden mit einem Zuschuss von 200 Euro unterstützt, wenn diese vom Fachmann gewartet und optimal eingestellt wird.

Damit beim Wechsel auf Solarenergie, Wärmepumpen oder Pelletheizung auch finanziell alles stimmig ist, sollten Eigenheimbesitzer wie folgt vorgehen:

Angebote und Anbieter vergleichen

Der Markt hält - abhängig von den individuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen - ganz verschiedene Modelle bereit. Planen Sie daher ausreichend Zeit ein, um sich hier umfassend zu informieren. Nicht jede Öko-Heizung passt universell zu jedem Haus! Holen Sie sich ein Angebot ein, das auch die Instandhaltung und Wartung umfasst: Nur so profitieren Sie auch langfristig vom umweltfreundlichen Heizen.

Förderantrag stellen

Mit dem konkreten Angebot haben Sie alle nötigen Informationen, um einen passenden Antrag auf Förderung zu stellen. Achtung: Einen Auftrag dürfen Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht erteilt haben! Der Antrag auf Förderung der Maßnahme erfolgt ausschließlich online – auch hier hat sich einiges verändert. Das Verfahren soll die Bearbeitung beschleunigen und erspart somit Behördengänge. Nach dem Absenden der erforderlichen Daten erhalten Sie eine elektronische Eingangsbestätigung - diese ist der Startschuss, um mit den nötigen Arbeiten zu beginnen.

Auftrag erteilen

Sobald Sie die elektronische Eingangsbestätigung in der Hand halten, können Sie den Auftrag für das Heizen mit Erneuerbaren Energien wunschgemäß vergeben. Ideal ist es, wenn Sie für das Projekt zur Heizungsmodernisierung einen Fachmann hinzuziehen, der nicht nur technisch versiert ist, sondern auch die unterschiedlichen Förderprogramme neben der Förderung über das BAFA kennt. Oft ergeben sich auch aus kommunalen Töpfen oder aus Fördermitteln auf Landesebene helfende Zuschüsse, die einen Umbau nicht nur erleichtern, sondern häufig überhaupt erst möglich machen.
Heizen mit energieeffizienten Brennwerttechniken

Wer als Hauseigentümer nicht an dem Umstieg auf erneuerbare Energien interessiert ist, kann veraltete Heizungssysteme dennoch sanieren. Mit dem Umstieg auf moderne Techniken sind auch bei der Nutzung von konventioneller Energie deutliche Einsparungen im eigenen Budget machbar. Um hierbei in den Genuss von staatlichen Zuschüssen zu kommen, sollten sich Hauseigentümer an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wenden – diese kann mit unterschiedlichen Programmen den Umstieg finanziell erleichtern.

Nachfolgend sind die wichtigsten weiteren Fördermaßnahmen aufgeführt:

KfW- Zuschuss Baubegleitung

Eigentümer von Wohngebäuden können die Förderung des KfW-Programms 431 einer Baubegleitung in Anspruch nehmen, wenn es sich um eine energetische Fachplanung im Rahmen der Sanierung oder der Errichtung eines Hauses zu einem KfW-Effizienzhaus handelt. Gefördert werden Sanierungs- und Baumaßnahmen, für die bereits eines der Programme „Energieeffizient Sanieren Kredit“ (Nr. 151/152), "Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss" (Nr. 430) oder "Energieeffizient Bauen" (Nr. 153) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen wird. Die Höhe des Zuschusses liegt bei 50 % der förderfähigen Kosten pro Vorhaben und Antragsteller, jedoch bei mindestens 300,-- Euro und höchstens 4.000,-- Euro.

Blockheizkraftwerke (BHKW) mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Betreiber von kleinen BHKW mit einer Leistung von weniger als 1 MW erhalten Zuschläge nach dem Kraft-Wärmekopplungsgesetz für Strom, der mit diesen Anlagen erzeugt und ins öffentliche Stromnetz eingespeist wurde. Dabei werden pro kWh 5,41 Cent gezahlt. Diese Regelung gilt für neue BHKW, die zwischen dem 19.07.2012 und dem 31.12.2020 in Betrieb genommen wurden oder werden sowie für modernisierte Anlagen. Der Anspruch ist für eine Dauer von zehn Jahren oder 30.000 Betriebsstunden bzw. fünf Jahren oder 15.000 Betriebsstunden gültig. Bei dem Betreiber muss es sich nicht um den Eigentümer der Immobilie handeln. Die Förderung erfolgt in Stufen und richtet sich nach der Höhe der von der Anlage erzeugten elektrischen Leistung.

Anschaffung von KWK-Anlagen wird durch die KfW ebenfalls gefördert

Das Programm "Erneuerbare Energien - Standard" (Nr. 270) sieht keine Mindest- oder Höchstleistung vor und vergibt Kredite bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mio. und mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren.

Mit der „Richtlinie zur Förderung von KWK-Anlagen bis 20 kWel“, oder umgangssprachlich „Mini-KWK-Richtlinie“ wird der Kauf von KWK-Anlagen von bis zu 20 kW elektrischer Leistung gefördert, die Bestandgebäude versorgen sollen. Die Förderhöhe hängt von der elektrischen Anlagenleistung ab und wird einmalig ausgezahlt. An die Genehmigung sind einige Vorausetzungen geknüpft wie z. B. die ausdrückliche Listung unter den förderfähigen Anlagen. Diese Liste wird vom BAFA regelmäßig aktualisiert und unter www.bafa.de und unter den Suchbegriffen "mini kwk liste foerderfähige anlagen" zur Verfügung gestellt.

Brennwertkessel

Im Rahmen der Aktion „Deutschland macht Plus“ hat der Bund bis Ende 2017 den Einbau oder die Modernisierung von Öl-Brennwerttechnik sowohl ohne als auch mit einer Kombination mit einer thermischen Solaranlage.
Außerdem wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Investitionszuschuss von 10-30 % der Investitionssumme (Programm 430) gewährt, wenn es sich um eine Wohnimmobilie mit maximal zwei Wohneinheiten handelt, für die der Bauantrag vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde. Der Zuschuss muss jedoch beantragt werden, bevor die Modernisierungsmaßnahme durchgeführt wird. Die maximale Zuschusshöhe liegt je nach Maßnahme zwischen 5.000 und 30.000 Euro, der Mindestzuschuss bei 300 Euro.

Energieberatung

Der Bund fördert über das BAFA eine Energieberatung bei Bestandsbauten, für die bis zum 31. Januar 2002 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gestellt worden ist und die zu mindestens 50 % als Wohngebäude genutzt werden oder ursprünglich hierfür konzipiert wurden. Die Zuwendung erhält der zertifizierte Berater, der auch den Zuwendungsantrag stellt.

Die Zuschusshöhe beträgt für Gebäude mit bis zu zwei Wohneinheiten 800,-- Euro, bei Gebäuden mit mindestens drei Wohneinheiten 1.100,-- Euro. In beiden Fällen gilt ein Höchstzuschuss von 60 % der förderfähigen Beratungskosten.

Gefördert wird auch, wenn der Energieberater seinen Bericht der Wohnungseigentümergemeinschaft oder während einer Beiratssitzung vorstellt. Hierfür wird ein Förderbetrag von einmalig 500,-- Euro gezahlt.

Darüber hinaus werden ergänzende Hinweise oder thermografische Untersuchungen bezuschusst. Der beauftragte Energieberater muss zwingend in der Liste der Energieeffizienz-Experten aufgeführt sein (https://www.energie-effizienz-experten.de/).

Der Bund fördert außerdem verschiedene Beratungsleistungen der Verbraucherzentralen. Nähere Informationen hierzu sowie die Adressen der jeweils zuständigen Verbraucherzentralen sind unter Verbraucherzentralen (www.verbraucherzentrale-energieberatung.de) zu finden.

Weitere Förderungen

Der Bund fördert außerdem mithilfe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zahlreiche weitere energetische Maßnahmen, die sich sowohl an Bauherren als auch Eigentümer von Bestandsbauten richten. Nähere Informationen sind auf den Webseiten der KfW und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)  bereitgestellt. Außerdem halten sowohl die Bundesländer als auch zahlreiche Kommunen Fördergelder für energetische Maßnahmen bei Alt- und Neubauten bereit.

 

 

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