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HeizungsförderungIn Deutschland wird noch immer ein Großteil der Häuser mit Öl oder Gas beheizt. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks geht sogar von etwa drei Millionen Ölheizungen sowie vier Millionen Gasheizungen aus, die seit über 20 Jahren in Betrieb sind. Empfohlen wird von der Heizungswirtschaft jedoch, einen alten Heizkessel spätestens nach 20 Betriebsjahren auszutauschen. Im Zuge dieses Austauschs bietet sich mittlerweile nicht nur wegen diverser Fördermaßnahmen der Umstieg auf erneuerbare Energien an, sondern wird in Teilen sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Viele gute Gründe für einen Umstieg auf erneuerbare Energien

Ältere Heizungsanlagen arbeiten in der Regel ineffizient, verursachen unnötig hohe Kosten und schaden der Umwelt. Abgelesen werden kann die Effizienz bei einigen Heizungsanlagen am Effizienzlabel. Aus diesem ergibt sich, wie hoch der Verbrauch von Brennstoff und Energie durchschnittlich ausfällt.

Standard-Heizkessel oder Konstanttemperatur-Kessel für Erdgas oder Heizöl müssen spätestens nach 30 Jahren Betrieb ausgebaut oder stillgelegt werden. Nach § 73 GEG besteht von dieser Regelung nur dann eine Ausnahme, wenn der Eigentümer seit dem 01.02.2002 in der eigenen Immobilie lebt und diese nicht mehr als zwei Wohnungen beinhaltet. Dann darf eine alte Heizung auch länger als 30 Jahre betrieben werden, was aber energetisch wenig sinnvoll erscheint.

Seit dem Jahr 2021 wird auf Heizöl und Erdgas eine CO2-Steuer erhoben, was die Preise bereits drastisch erhöht hat und auch weiter ansteigen lassen wird. Bis mindestens zum Jahr 2026 werden die Preise für Öl und Gas wegen der Steuer Jahr für Jahr weiter steigen.

Nicht zuletzt wird durch das Heizen mit Öl oder Erdgas Kohlendioxid freigesetzt, was den Klimawandel noch befeuert. Beim Heizen mit erneuerbaren Energien kann aber die Umwelt geschont werden.

Aus diesen Gründen plant die Bundesregierung im Maßnahmenpaket zum Umgang mit den hohen Energiekosten auch eine Beschleunigung des Austausches alter Heizungen. Noch in 2022 sollen Regelungen in Kraft treten, wonach Heizkessel bereits nach 20 Jahren Betrieb ausgetauscht werden müssen. Geplant ist ein Austauschprogramm für Gaskessel über die BEG (Bundesförderung effiziente Gebäude). Ab 2024 sollen neue Heizungsanlagen zu mindestens 65 % auf der Grundlage von erneuerbaren Energien basieren, damit ein Einbau von neuen Öl- oder Gasheizungen auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr sinnvoll erscheint. Beschlossen werden soll die neue Gesetzgebung noch vor der Sommerpause.

Alternativen zu Heizöl und Gas

Moderne Heizungsanlagen müssen nicht zwingend auf Heizöl oder Gas zurückgreifen. Zu den bewährten Alternativen hierzu gehören

  • Holzbrennstoffe wie Holzpellets, mit denen klimaneutral sowie günstiger als mit Gas oder Öl geheizt werden kann. Für das Heizen mit Holzbrennstoffen wird keine staatliche CO2-Steuer erhoben, auch wenn beim Verbrennungsvorgang von Holz etwas Kohlendioxid entsteht. Freigesetzt wird bei der Verbrennung jedoch nur die Menge CO2, die der jeweilige Baum auch während seiner Wachstumsphase aufgenommen hat.
  • Wärmepumpen entnehmen entweder der Luft oder dem Erdreich die benötigte Wärmeenergie. Je nach Witterungsverhältnissen bzw. Umweltwärme müssen Wärmepumpen mittels Strom zuheizen, um auf die notwendige Temperatur zu kommen. Wird dafür Ökostrom verwendet, kann auch hier von einer CO2-freien Heizung gesprochen werden.
  • Solarthermische Anlagen nutzen die Sonnenstrahlung zur Erzeugung von Wärme. Alleine damit kann in Deutschland bislang insbesondere in den Wintermonaten kein Haus geheizt werden. Dennoch können Solaranlagen einen erheblichen Teil zum Warmwasserbedarf beitragen.
  • Nahwärme oder Fernwärme aus erneuerbaren Energien kann nur umgesetzt werden, wenn es entsprechende Anlagen gibt und ein Anschluss an das jeweilige Wärmenetz möglich ist. Hier kommt es mitunter auch darauf an, aus welchen Quellen die Wärmegewinnung erfolgt.

Förderung von Heizungsaustausch und energetischer Sanierung

Der Einbau von neuen Heizungsanlagen in bestehende Gebäude wird seit Anfang 2021 dann vom Bund gefördert, wenn diese auf erneuerbaren Energien basieren. Dies gilt unabhängig davon, ob das Gebäude selbst bewohnt oder aber vermietet wird. Bei Bestandsgebäuden ist über das Förderprogramm BEG EM Bundesförderung effiziente Gebäude - Einzelmaßnahme ein Zuschuss zu den Kosten von bis zu 50 % möglich. Hervorgegangen ist dieses Förderprogramm aus dem Ende 2020 auslaufenden MAP Marktanreizprogramm Heizen mit erneuerbaren Energien. Über die neue Bundesförderung wird nicht nur der Heizungsaustausch bezuschusst, sondern auch Maßnahmen zur Heizungsoptimierung und Steigerung der Energieeffizienz gefördert.

Zur Wahl stehen Zuschüsse oder Kredite mit Tilgungszuschüssen. Reine Zuschüsse werden beim BAFA Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt. Die zinsgünstigen Kredite mit Tilgungszuschuss können über das Programm 262 BEG Wohngebäude Kredit Einzelmaßnahme bei der KfW-Bank beantragt werden. Die Höhe der jeweiligen Zuschüsse ist gleich. Die Kosten für eine Beratung durch einen Energieeffizienz-Experten können bei den förderfähigen Kosten berücksichtigt werden.

Energetische Sanierung

Umfangreichere energetische Sanierungen mit Erneuerung der Heizungsanlage können seit Juli 2021 mit bis zu 55 % der Kosten vom Staat gefördert werden. Unterschieden wird zwischen energieeffizienten Altbauten und Neubauten.

Das BEG bezieht sich bei der vollständigen Sanierung von Wohngebäuden auf die Richtlinie BEG WG und bei Geschäftshäusern und anderen Nichtwohngebäuden auf die BEG NWG. In diese zwei Bereiche werden die bisherigen Förderprogramme von der KfW zur energetischen Sanierung und zum Effizienzhaus eingebracht. Der Austausch der Heizung wird nunmehr auch als Maßnahme einer energetischen Sanierung von der KfW gefördert.

Energieeffizienter Altbau

Für die energetische Sanierung eines Altbaus kommt ein zinsgünstiger Kredit mit Tilgungszuschuss der KfW in Betracht. Es besteht aber auch die Möglichkeit eines reinen Zuschusses, wenn kein Bankkredit aufgenommen werden soll. Die Höhe der Zuschüsse und Tilgungszuschüsse richten sich nach dem jeweiligen Energiebedarf des Hauses nach der Sanierung. Umso mehr Energie nach der Sanierung eingespart werden kann, desto umfangreicher werden die Maßnahmen auch bezuschusst. Abgedeckt von den Fördermitteln sind auch die Kosten für eine Heizungsanlage auf Basis von erneuerbaren Energien. Nicht gefördert werden Ölheizungen, Gasheizungen oder Stromspeicherheizungen.

Alternativ hierzu hält das KfW-Programm 261 zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss bereit, während das KfW-Programm 461 einen Zuschuss auf Investitionskosten beinhaltet. Die Höhe der Zuschüsse ist bei beiden Programmen identisch.

Für Bestandsimmobilien gilt

  • für den Erhalt einer KfW Förderung von 27,5 % der Kosten ein Effizienzhausstandard 100
  • für den Erhalt der maximalen KfW Förderung von 45 % der Kosten ein Effizienzhausstandard 40
  • ein Zuschuss von 25 % für die energetische Sanierung ohne Effizienzhausstandard, sofern es sich um ein Denkmal handelt und deshalb die Sanierungsmaßnahmen nicht frei gewählt werden können
  • eine Erhöhung des Tilgungszuschusses oder Zuschusses um 5 %, wenn die erneuerbaren Energien zu mindestens 55 % den Wärmebedarf nach dem Heizungsaustausch und Einbau einer Wärmepumpe, Biomasse-Heizkessel mit Anschluss an das Wärmenetz mit einem Bezug von mindestens 25 % Wärme aus erneuerbaren Energien sowie der Sanierung decken, sofern keine eigenständige EEG-Photovoltaik- oder Windrad-Förderung beansprucht wird.

Zu den Bestandsgebäuden zählen Wohnhäuser, für die ein Bauantrag oder eine Bauanzeige vor mehr als fünf Jahren beantragt wurde. Die Zuschüsse werden auf maximal 120.000 € des Kreditbetrages bzw. der förderfähigen Kosten begrenzt. Wird die Heizungsanlage erneuert und überwiegend auf erneuerbare Energien umgestellt, sind Zuschüsse bis maximal 150.000 € möglich. Für ein älteres Wohnhaus, das nachher dem Effizienzhausstandard 40 entspricht und in das eine neue und klimafreundliche Heizungsanlage eingebaut wurde, gibt es also einen Zuschuss von maximal 82.500 €. Bei der Beantragung von Fördermitteln für Sanierungen bei der KfW gilt häufig die Voraussetzung, dass ein Energieeffizienz-Experte hinzugezogen wird. Die Kosten hierfür werden zur Hälfte von der KfW übernommen.

Nach dem Effizienzhausstandard darf ein neues oder aber saniertes Gebäude nur noch einen Teil des Energiebedarfs eines Referenzgebäudes – also eines vergleichbaren Gebäudes – haben. Bei einem Effizienzhaus 40 dürfen beispielsweise nur noch 40 % der Energie für Warmwasser, Heizung, Lüftung sowie Kühlung eines Referenzgebäudes benötigt werden. Wie hoch dieser Energiebedarf nach dem Effizienzhausstandard sein darf, hängt auch von der Nutzfläche, der Geometrie sowie der Ausrichtung des Gebäudes ab. Es gibt keinen einheitlichen Wert pro Quadratmeter Fläche.

Energieeffizienter Neubau

Wer ein Haus bauen und Fördermittel für den energieeffizienten Hausbau nutzen möchte, findet hier alle notwenigen Informationen: Effizienzhaus 40 NH.

Wichtige Daten & Informationen

Ab 2023 erhält das BAFA die Zuständigkeit, die Anträge auf reine Zuschüsse entgegenzunehmen und nach Abschluss der Baumaßnahmen auszuzahlen. Für Kredite mit Tilgungszuschüssen bleibt jedoch weiterhin die KfW-Bank zuständig.

Seit 2020 können bis zu 20 % der Kosten für energetische Sanierungen bei der Steuererklärung geltend gemacht werden, was auch die Erneuerung der Heizungsanlage mit einschließt. Voraussetzung hierfür ist, dass das Eigenheim selbst bewohnt wird und keine Fördermittel von BAFA oder KfW gewährt wurden.

Förderfähige Heizungsanlagen

Soll nur die Heizungsanlage ausgetauscht und keine vollständige Sanierung durchgeführt werden, werden bei einer neuen Heizung auf Basis von erneuerbaren Energien Zuschüsse gewährt. Nach dem BEG EM gilt die Grundvoraussetzung, dass die vorhandene Heizung mindestens zwei Jahre in Betrieb war, um Fördermittel für einen Heizungsaustausch zu erhalten.

Gefördert werden folgende Heizsysteme:

  • Solarthermie-Anlagen
  • Biomasse-Anlagen auf Basis von Holzprodukten wie Pellets, Schnitzel oder Scheitholz
  • Wärmepumpen
  • Gas-Brennwertheizungen, sofern sie mit Solaranlage, Wärmepumpe oder Biomasse-Kessel kombiniert werden und mindestens 25 % der Wärme von erneuerbaren Energien stammt

Bei Gas-Brennwertkesseln ist möglich, diese innerhalb von zwei Jahren durch Kombination mit einer Solaranlage, einem Biomassekessel oder einer Wärmepumpe nachzurüsten. Dafür muss die Heizung bereits beim Einbau „renewable ready“ sein, was bedeutet, dass sie über die Regelungstechnik sowie Steuerungstechnik von Hybrid-Heizungen verfügt. Werden bei Hybrid-Heizungen von Einbau an erneuerbare Energien genutzt, steigt damit auch der Fördersatz. Eine Förderung von solchen Heizungsanlagen wird nur über die BEG EM angeboten, also als Einzelmaßnahme.

Die Förderhöhe richtet sich immer nach der jeweiligen Maßnahme und kann variieren. Wird eine Ölheizung durch eine klimafreundliche Heizungsanlage ersetzt, kommt eine Austauschprämie in Betracht. Seit dem Jahr 2021 kann für Biomasse-Heizungsanlagen ein Innovationsbonus gewährt werden, sofern die die Feinstaubemissionen der Heizung unter einem bestimmten Grenzwert liegen – nämlich maximal 2,5 Milligramm pro Kubikmeter.

Ein Zuschuss kommt auch für einen Anschluss an ein Nahwärme- oder Fernwärmenetz in Betracht, wenn die dadurch gelieferte Energie zu mindestens 25 % aus erneuerbaren Quellen stammt. Höher fällt der Zuschuss aus, wenn mindestens 55 % aus erneuerbaren Energien stammen. BAFA und KfW fördern schließlich auch andere Heizungssysteme, wenn diese mindestens 80 % der Wärme aus erneuerbaren Energien schöpfen. In Betracht kommen Brennstoffzellen-Heizungen in Kombination mit Ökostrom oder ähnlich innovative Heizungstechnologien.

Fördersätze für Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien

Anlage

Fördersatz

Austauschprämie (Ausbau Ölheizung)

Solarthermie

30 %

nein

Biomasse

35 %

45 %

Biomasse + Innovationsbonus

40 %

50 %

Wärmepumpe

35 %

45 %

Hybrid/nur erneuerbare Energien

35 %

45 %

Biomasse/erneuerbare Energien + Innovationsbonus

40 %

50 %

Nah-/Fernwärmenetz

30 %

40 %

Nah-/Fernwärme/erneuerbare Energien

35 %

45 %

Innovative Heizungstechnik/ erneuerbare Energien

35 %

45 %

Gas-Hybrid-Heizungen/erneuerbare Energien

30 %

40 %

Renewable-Ready-Gasheizung

20 %

30 %

Gefördert werden die Kosten für die Anschaffung und die Installation einer neuen Heizungsanlage sowie die Kosten für den Ausbau der alten Heizung, den Umbau des Schornsteins und Bohrungen für Erdwärmepumpen. Ein Heizungseinbau wird nur in Bestandsgebäuden mit den vorgenannten Sätzen gefördert.

Beim Anschluss an ein Nahwärme- oder Fernwärmenetz beträgt der Fördersatz 30 %, wenn die gelieferte Wärme zu mindestens 25 % auf erneuerbaren Energien beruht und 35 %, wenn der Anteil erneuerbarer Energien mindestens 55 % ausmacht (BEG EM, Stand 2020).

Heizungsoptimierungen ohne Austausch

Auch ohne vollständigen Heizungsaustausch lässt sich häufig die Effizienz steigern. Wird beispielsweise eine Optimierung vorgenommen, um Brennstoff zu sparen, reduzieren sich auch automatisch die Heizkosten. Investitionen in eine Heizungsoptimierung zahlen sich deshalb innerhalb weniger Jahre wieder aus. Darüber hinaus bestehen auch hier Möglichkeiten, über die BAFA Zuschüsse oder die KfW Kredite mit Tilgungszuschüssen zu erhalten.

Über die BEG können Einzelmaßnahmen über Zuschüsse bis zu 20 % der förderfähigen Kosten unterstützt werden. Als förderfähig werden Materialkosten, Kosten für Handwerker sowie Ingenieure und die darauf entfallende Mehrwertsteuer betrachtet. Die Investition muss dafür mindestens 300,00 € brutto betragen. Pro Wohnung gibt es maximal einen Zuschuss von 60.000,00 €.

Folgende Maßnahmen einer Heizungsoptimierung sind förderfähig:

  • hydraulischer Abgleich der Heizung mit Einstellung der Heizkurve
  • Ersatz vorhandener Pumpen durch Hocheffizienzpumpen mit Anpassung von Pumpenleistung und Vorlauftemperatur
  • Optimierung von Wärmepumpen
  • Installation von Flächenheizsystemen mit Anpassung von Rohrleitungen
  • Austausch vorhandener Heizkörper gegen Heizleisten und Niedertemperatur-Heizkörper
  • Installation von Wärmespeichern im Gebäude oder aber in dessen Nähe
  • Dämmung von Rohrleitungen
  • Ersatz und Installation von Messtechnik, Steuertechnik, Regelungstechnik wie bspw. Wärmemengenzähler, Smart Meter oder Heizungsthermostaten

Der Erhalt eines Zuschusses ist in jedem Fall von einem hydraulischen Abgleich abhängig. Kann dies nicht erfolgen, muss ein normgerechter Heizungscheck durchgeführt werden. Durch den hydraulischen Abgleich wird eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Haus sichergestellt. Notwendig wird diese Maßnahme zum Beispiel, wenn sich das Heizverhalten nach dem Einbau neuer Fenster, dem Auszug eines Bewohners oder wegen anderer Gründe, warum der Heizkessel dann stärker als nötig heizt, geändert hat. Durch einen hydraulischen Abgleich lassen sich nach Berechnungen der DUH Deutsche Umwelthilfe durchschnittlich zehn Kilowattstunden Brennstoff pro Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr einsparen.

Zu den „Stromfressern“ im Haushalt gehören besonders häufig alte Umwälzpumpen, die zwischen 400 und 600 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen. Hocheffizienzpumpen verbrauchen durchschnittlich nur zwischen 80 und 120 Kilowattstunden pro Jahr – also 80 % weniger Energie. Derart energiesparende Pumpen kosten etwa 400,00 €, sodass sich diese Investition nach vier bis fünf Jahren amortisiert. Mit einer Förderung rechnen sich Anschaffung und Einbau bereits nach drei Jahren.

Zuschüsse für Wärmeschutz, Gebäudeschutz und Wohnkomfort

BAFA und KfW fördern über BEG EM nicht nur klimafreundliche Heizungsanlagen oder die Heizungsoptimierung, sondern auch Einzelmaßnahmen rund um das Haus, um den Wärme- und Gebäudeschutz sowie den Wohnkomfort zu optimieren. Hierzu gehören u.a.:

  • Dämmmaßnahmen an den Außenwänden
  • Malerarbeiten und Putzarbeiten
  • Dämmung von Rollladenkästen
  • Maßnahmen zum Schutz vor Sturm, Hagel und Schlagregen
  • Maßnahmen zur Schalldämmung
  • Maßnahmen zur Dachentwässerung, Erneuerung der Dachrinnen
  • Neuanlage und Erhaltungsmaßnahmen von Dachbegrünungen
  • Austausch der Dacheindeckung
  • Dachdämmung
  • Kellerdeckendämmung
  • Geschossdeckendämmung
  • Erneuerung von Türen
  • Erneuerung oder Einbau von Fensterbänken
  • Modernisierung von Fensteranlagen
  • Erneuerung oder Einbau von Rollladenkästen
  • Maßnahmen für den sommerlichen Wärmeschutz

Weitere Maßnahmen aus dem BEG EM Bereich können auf dem Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude eingesehen werden.

Für jede Einzelmaßnahme kann beim BAFA ein Zuschuss von 20 % der förderfähigen Kosten beantragt werden. Hierzu zählen sowohl Materialkosten als auch Handwerkerleistungen oder die Mehrwertsteuer, falls kein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden kann. Sollten Einzelmaßnahmen durch einen Kredit finanziert werden, kann die KfW-Bank über das Programm 262 ein zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschuss über 20 % vergeben.

Voraussetzung für die Förderung ist ein Antragswert von mindestens 2.000,00 € und die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten. Die Kosten für die Energieberatung werden ebenfalls zur Hälfte gefördert. In einem Kalenderjahr können Förderanträge für mehrere Einzelmaßnahmen gestellt werden. Entsprechende Zuschüsse werden jedoch auf maximal 12.000,00 € pro Wohnung beschränkt, was förderfähigen Gesamtkosten in Höhe von 60.000,00 € entspricht. Die geförderten Einzelmaßnahmen müssen für mindestens zehn Jahre Gelegenheit erhalten, ihre Wirkung zu entfalten. Geförderte Türen oder Fenster dürfen daher beispielsweise nicht früher wieder aus- oder abgebaut werden.

BAFA Förderung beantragen

Ein BAFA Förderantrag muss, bevor ein Fachbetrieb mit der Umsetzung der geförderten Maßnahme beauftragt wird und die Bauarbeiten beginnen, gestellt werden. Die Antragstellung kann auch online im BAFA Förderportal erfolgen. Erst nach elektronischer Bestätigung, dass der Förderantrag beim BAFA eingegangen ist, können die Handwerker beauftragt werden. Bei Stellung des Förderantrags sollte jedoch bereits ein Kostenvoranschlag vorliegen, um die Höhe der Investitionen im Antrag angeben zu können.

Ab einer teilweisen energetischen Sanierung muss für den Erhalt einer Förderung ein Energieeffizienz-Experte hinzugezogen werden. Der Energieberater kann dem Förderinstitut sinnvolle Maßnahmen beschreiben, war vor Einreichung des Förderantrages geschehen muss. An welchen Energieeffizienz-Experten man sich wenden kann, lässt sich der Datenbank der Deutschen Energieagentur entnehmen.

Nach Antragstellung können die Bauarbeiten beginnen. Wer Wert auf finanzielle Sicherheit legt, wartet zunächst die Entscheidung über den Förderantrag ab. Investitionssummen müssen in allen Fällen zunächst eigenständig aufgebracht werden können, da Zuschüsse regelmäßig erst nach Abschluss der Arbeiten zur Auszahlung kommen.

Bei Bewilligung von Fördermaßnahmen durch das BAFA wird ein Zuwendungsbescheid erteilt, der von der Umsetzung der geförderten Maßnahmen innerhalb eines BAFA-Bewilligungszeitraumes von 24 Monaten beschränkt wird. Spätestens sechs Monate nach Ablauf dieses Zeitraums muss die Erklärung erfolgen, welche Kosten tatsächlich entstanden sind. Die Kosten können online im Verwendungsnachweis erklärt werden, wobei Nachweise wie Rechnungen, Fachunternehmererklärungen, Projektnachweise beigefügt werden müssen. Erst wenn die Verwendungsnachweise erbracht worden sind, weist das BAFA den jeweiligen Zuschuss an.

KfW Förderung beantragen

Ein Heizungsumbau lässt sich auch über einen Kredit über eine Bank finanzieren. Interessenten setzen sich dafür in der Regel mit ihrer Hausbank in Verbindung. Diese kann prüfen, ob für das Projekt ein zinsgünstiges Darlehen mit einem Tilgungszuschuss von der KfW in Betracht kommt. Die Hausbank kann in diesem Fall den KfW-Kredit auch beantragen.

Nach Abschluss des Kreditvertrages und der Zusage über die Förderung kann der jeweilige Bauauftrag vergeben werden. Erst nach Abschluss der Arbeiten wird die Bestätigung der Fachfirma an die Bank weitergeleitet. Diese übermittelt dann die erforderlichen Unterlagen an die KfW, die wiederum den Tilgungszuschuss gutschreibt. Mehr Informationen geben die KfW Wohngebäude-Kredit Informationen preis.

Sonderregeln für Flutopfer

Das Bundeswirtschaftsministerium hat für Betroffene der Flutkatastrophe im Jahr 2021 die Zugangsregeln zu Fördermitteln vereinfacht.

Flutopfer können den Förderantrag auch dann noch stellen, wenn die klimafreundliche Heizung schon angeschafft oder die Instandsetzung des Hauses bereits veranlasst bzw. abgeschlossen wurde. Wichtig ist, dass die Arbeiten mit einer besseren Energieeffizienz des Gebäudes verbunden sind. Fördermittel gibt es auch dann, wenn bereits vor der Flutkatastrophe schon Fördermittel vom BAFA oder der KfW verwendet worden sind. Zusätzlich zur BEG Förderung dürfen auch andere Hilfs- und Förderprogramme genutzt werden. Eine Begrenzung nach dem BEG erfolgt erst, wenn die Fördermittel mehr als 80 % der Investitionskosten betragen. Bei Härtefällen darf die Förderung die Investition auch komplett abdecken.

Beratungsangebote nutzen

Fragen danach, was im Bereich der Heizungstechnik alles möglich ist, wie es mit dem Umweltschutz aussieht und mit welchen Fördermitteln sich die Investitionen reduzieren lassen, können durch professionelle Beratungsangebote geklärt werden. Als erste Anlaufstelle kann die Energieberatung der Verbraucherzentralen per Mail, per Telefon oder vor Ort weiterhelfen. Die Beratungen der Verbraucherzentralen sind kostenfrei und beinhalten auch Informationen zu Heizungssystemen und Fördermöglichkeiten. Die Experten der Energieberatung kommen auf Wunsch auch nach Hause und bieten für etwa 30,00 € einen Detail-Check an, der für Einkommensschwache auch kostenlos ist.

Umfangreicher und kostenaufwendiger ist eine professionelle Energieberatung der Energieeffizienz-Experten des Bundes, für die es aber auch Fördermittel vom BAFA gibt. Die Energieberater kommen nach Hause und inspizieren sowohl Gebäude als auch die Heizungsanlage und Haustechnik. Danach können Sie geeignete Vorschläge für energetisch sinnvolle Maßnahmen machen.

 

Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 23. 04. 2022

 

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