HeizungsförderungSchon zu Beginn des Jahres 2020 wurden zahlreiche Veränderungen in den Förderbedingungen und bei den jeweiligen Fördersätzen vorgenommen, die gegen Ende des Jahres in vereinheitlichter Form in eine Richtlinie zusammengefasst worden sind. Beantragt werden können Fördermittel nunmehr über die BEG, also die Bundesförderung für effiziente Gebäude.

Eine effiziente Heizungsanlage kann gleichzeitig Heizkosten senken und die Umwelt entlasten. Und etwas erschwinglicher sowie wirtschaftlicher wird eine neue Heizung durch eine Förderung. Angeboten werden Förderungen und Zuschüsse von der KfW und dem BAFA.

Welche Heizungsanlagen im Jahr 2021 gefördert werden, welche Zuschüsse es wo gibt und auf was alles geachtet werden muss, haben wir für Sie einmal zusammengefasst.

Allgemeine Grundlagen für Förderungen

Staatliche Förderungen und Zuschüsse für Heizungen werden gewährt, um Eigentümern einen Anreiz zu bieten, auf umweltschonende und effiziente Anlagen umzusatteln. Etwa zwei Drittel aller deutschen Haushalte heizt noch immer mit Öl oder Gas. Diese Heizungen verbrennen fossile Brennstoffe und stoßen nicht unerhebliche Mengen CO2 aus. Um den Einsatz fossiler Brennstoffe aus ökologischen Gesichtspunkten noch mehr zu reduzieren, wurde die Förderlandschaft erneut überarbeitet.

Auch für das Jahr 2021 wurden Anpassungen in den Förderprogrammen vorgenommen, die Zuschüsse von bis zu 55 % vorsehen. Hintergrund der Förderungen ist das Ziel, bis zum Jahr 2030 im Gebäudesektor den CO2-Ausstoß auf ein Maß von 70 Millionen Tonnen zu reduzieren, um die gesetzten Klimaziele erreichen zu können. Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2020 auch die finanzielle Unterstützung für die Anschaffung von Gas- und Öl-Brennwertheizungen weitestgehend gestrichen.

Weiterhin gefördert werden Heizungen mit erneuerbaren Energien - und das auch in 2021. Während die Fördersätze für einen Austausch oder den Einbau einer neuen Heizung geblieben sind, wurden per 01.01.2021 Änderungen in der Kategorisierung von Fördermitteln eingeführt und zusätzliche Fördermaßnahmen etabliert. Ansprechpartner für Förderungen sind nach wie vor das BAFA und die KfW. Alle Fördermaßnahmen wurden in die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) eingegliedert, die sich wie folgt aufteilt:

  • BEG Einzelmaßnahmen
    Zuschüsse und Förderungen werden beim BAFA beantragt, für die Kreditförderung ist ab dem 01.07.2021 die KfW zuständig.
  • BEG Wohngebäude
    Zuschüsse und Kredite können ab dem 01.07.2021 über die KfW beantragt werden.
  • BEG Nicht-Wohngebäude
    Zuschüsse und Kredite können ab dem 01.07.2021 über die KfW beantragt werden.

Bis zum 01.07.2021 werden alle Anträge für die Sanierung von bestehenden Gebäuden und alle Zuschuss- oder Förderanträge für Neubauten über das Programm "Effizient Bauen und Sanieren" der KfW abgewickelt.

Voraussetzungen für Zuschüsse oder Heizungsförderung

Bevor eine neue Heizungsanlage angeschafft wird, sollte diese gemeinsam mit einem Fachmann besprochen und geplant werden. Bei der Auswahl spielen auch das individuelle Heizverhalten, die Gebäudebeschaffenheit sowie die örtlichen Gegebenheiten eine wichtige Rolle. Bei Bestandsimmobilien wird eine Förderung nur dann gewährt, wenn das Datum von Bauanzeige oder Bauantrag mindestens fünf Jahre zurück liegt. Im Idealfall wird die Förderfähigkeit einer Heizung dann geprüft, wenn die Planungsarbeit abgeschlossen und ein Kostenvoranschlag erstellt worden ist. Bei der dann zu erfolgenden Antragstellung muss berücksichtigt werden, dass sich die Regelungen zu den Stichtagen geändert haben. Statt sich am 01.01. des Jahres zu orientieren gilt nunmehr das Datum, an dem der Auftrag erteilt worden ist als Beginn des Vorhabens. Wird eine Vorab-Bewilligung ausgestellt, können die Arbeiten beginnen. Nach Einreichung aller erforderlichen Nachweise wird dann die Förderung zugewiesen.

Wichtige Informationen zu Heizungsförderungen:

  • Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Freiberufler, Wohnungseigentümergemeinschaften, Zweckverbände, Kommunen, gemeinnützige Organisationen, Genossenschaften und Unternehmen.
  • Die förderfähigen Kosten orientieren sich am jeweiligen Heizungssystem. Zu den förderfähigen Investitionskosten gehören in der Regel die Anschaffungskosten des Wärmeerzeugers, die Installationskosten sowie die Kosten für die Inbetriebnahme. Bei BAFA-Förderungen können auch Wartungskosten und vorab gezahlte Garantieverlängerungen bezuschusst werden. Gleiches gilt für Kosten der erforderlichen Umfeldmaßnahmen, die bei der Vorbereitung oder Umsetzung entstehen können. Hierunter können Kosten für die Brennstoffaufbewahrung, Umbau des Heizungsraums, Umstellung der Warmwasserbereitung oder die Kosten für neue Flächenheizungen fallen.

Alte Gas- oder Ölheizung austauschen?

Zum 01.01.2020 wurden zahlreiche Förderprogramme für Gasheizungen und Ölheizungen beendet. Wer sich jedoch dazu entscheidet, seine alte Heizung durch eine Wärmepumpe, Biomasseanlage oder ein Hybridsystem auszutauschen, erhält zusätzlich 10 % auf die Förderung der neuen Heizungsanlage. Auf diese Weise wird es möglich, für die Investition in eine neue Heizung bis zu 55 % Fördergelder zu erhalten.

Bei Gasheizungen sind ebenfalls jetzt nur noch Förderungen möglich, wenn die Anlage mit anderen Technologien kombiniert wird. Gas-Hybridheizungen oder Gas-Brennwertsysteme wie Renewable Ready werden weiterhin gefördert. Stellt die Gasheizung eine Komponente des Effizienzhauses dar, so kann sie über KfW-Kredite oder -Zuschüsse mitfinanziert werden.

Für Gas-Hybridheizungen gelten für Förderungen bis zu 30 % folgende Voraussetzungen:

  • Vorhandensein einer hybridfähigen Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Durchführung eines hydraulischen Abgleichs
  • Nachweis der Umwandlung in Gas-Hybridsystem innerhalb von zwei Jahren

Renewable Ready Heizungen können mit 20 % gefördert werden, sofern

  • die zusätzliche Wärme spätestens zwei Jahre nach der Inbetriebnahme der Anlage aus erneuerbaren Energien stammt
  • eine hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik in der Anlage integriert ist
  • ein Konzept der geplanten Gas-Hybridanlage vorliegt
  • ein Speicher vorhanden ist, der erneuerbare Wärmeerzeuger in die Anlage einbindet
  • ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird

Bei beiden Optionen gilt die Voraussetzung, dass über 50 % der thermisch erzeugten Energien der Raumheizung, Warmwasserbereitung, oder einer Kombination aus beiden dienen muss oder aber eine Zuführung in ein Gebäudenetz erfolgt.

Förderungen für Heizungsanlagen im Bereich erneuerbare Energien

Wärmepumpen, Holzheizungen und Solaranlagen fallen unter die Ökoheizungen, die Wärme für Warmwasser und Raumheizung aus natürlichen Quellen schöpfen. Dadurch werden nicht nur fossile Ressourcen geschont, sondern dank der effizienten Technik auch CO2-Emissionen reduziert.

Über staatliche Förderungen können Eigentümer die Investitionskosten senken und profitieren zugleich von den zahlreichen Vorteilen nachhaltiger Technik. Als Einzelmaßnahme kann bei einem Heizungsaustausch ein prozentualer Zuschuss über das BAFA beantragt werden. Kredite für derartige Heizungen gewährt wiederum das KfW. Das KfW ist auch der richtige Ansprechpartner für die Beantragung von Mitteln für Wärmepumpen oder ähnliche EE-Heizungen in neuen Effizienzhäusern oder bei Umbauten zum Effizienzhaus.

Als Einzelmaßnahme wird ein Austausch von Heizungsanlagen gefördert, wenn diese mindestens 50 % der erzeugten Energie für Raumheizung, Warmwasser oder einer Kombination hieraus nutzt. Auch möglich ist die Energieeinspeisung in ein Gebäudenetz. Bis zu 30 % Förderung wird gewährt, wenn eine Solarthermieanlage eingebaut oder erweitert wird. Umfangreiche Anlagen mit mehr als 20 qm können auch als Anteilsfinanzierung im Rahmen von ertragsabhängigen Förderungen mitfinanziert werden.

Zu den förderfähigen Biomasseheizungen gehören Pelletkessel, Kessel für Holzhackschnitzel, wasserführende Pelletöfen, Kombikessel und emissionsarme Vergaserkessel für Scheitholz. Für diese Heizungssysteme sind Förderungen von bis zu 35 % und Innovationsboni für Biomasse vorgesehen. Der Innovationsbonus beträgt zusätzlich 5 %, sofern die Grenzwerte von maximal 2,5 mg/qm Feinstaub eingehalten werden. Mit bis zu 35 % wird das Nachrüsten oder Errichten einer Wärmepumpe gefördert, sofern die dadurch erreichte Energie auch für die Raumheizung - und nicht nur zur Warmwasserversorgung - genutzt wird. Mit dem gleichen Fördersatz, also bis zu 35 %, werden alle EE-Hybrid-Anlagen und andere innovative Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien gefördert.

Die Höchstgrenze einer Förderung je Wohneinheit beträgt bis zu 60.000 €. Wird während der gleichen Fördermaßnahme eine bereits bestehende Ölheizung ausgetauscht, steigt der Fördersatz um 10 % an. Zusätzliche 5 % werden gefördert, wenn der Austausch der Heizungsanlage wichtiger Bestandteil eines iSFP Sanierungsplanes ist. Dieser darf allerdings nicht älter sein als 15 Jahre. 

Förderungen über Programme der KfW

Eine Förderung von Wärmeerzeugern auf der Basis von erneuerbaren Energien kann auch über die Programme der KfW erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Heizungsanlage eine von mehreren Maßnahmen darstellt, um aus einem Gebäude ein Effizienzhaus zu machen. Hierfür kann sowohl ein Neubau sofort als Effizienzhaus konzipiert oder aber ein bereits bestehendes Gebäude durch eine Sanierung in den Effizienzhaus-Standard umgebaut werden.

Anträge auf Zuschüsse oder aber Kredite können bei der KfW für Solarthermieanlagen, Holzvergaser, Pelletheizungen und Wärmepumpen gestellt werden. Nach den KfW Programmen 151 sowie 152 kann eine Kreditvergabe bis zu 120.000 € für Sanierungen und bis zu 50.000 € für Einzelmaßnahmen erfolgen, wobei mit Tilgungszuschüssen bis zu 48.000 € gerechnet werden kann. Zuschüsse nach dem KfW Programm 430 können also bei einer vollständigen Sanierung bis zu einem Betrag von 48.000 € beantragt werden. Wenn diese Beträge nicht ausreichen kommt dann noch nach KfW Programm 167 ein Ergänzungskredit mit bis zu 50.000 € in Betracht.

Für Brennstoffzellenheizungen kommt das KfW Programm 433 in Frage. Hiernach kann ein Zuschuss von bis zu 28.200 € für Neubauten oder Bestandsbauten beantragt werden.

Förderungen für Heizungsoptimierungen

Über den kompletten Austausch von Heizungsanlagen können auch Maßnahmen der Heizungsoptimierung gefördert werden, sofern diese die Energieeffizienz erhöhen. Bei einem Antrag auf Förderung reduzieren sich die Kosten um bis zu 20 %. Als Mindestinvestition ist hierfür ein Betrag in Höhe von 300 € vorgesehen. Des Weiteren können Optimierungsmaßnahmen auch über einen Zuschuss, Kredit oder Ergänzungskredit über die KfW gefördert werden.

Förderfähig sind Optimierungsmaßnahmen wie

  • hydraulischer Abgleich mit Einstellungen und Anpassungen an Heizkurve, Pumpe und Vorlauftemperaturen
  • Maßnahmen, die im Heizungssystem die Rücklauftemperatur senken
  • Dämmung der Heizungsrohre
  • Einbau von Niedertemperaturheizkörpern oder Flächenheizungen

Sind die Optimierungsmaßnahmen Bestandteil eines iSFP Sanierungsplans von einem Energieexperten, werden 5 % mehr Förderungsleistungen gewährt. Dies jedoch nur dann, wenn die Umsetzung der geplanten Maßnahmen innerhalb von 15 Jahren nach Erstellung des iSFP erfolgt. Ausgenommen hiervon ist die Baubegleitung und Fachplanung.

Steuerbonus bei der Heizungsförderung

Über die Änderungen in den staatlichen Förderungen hinaus wurde im Rahmen des Klimapakets auch ein Steuerbonus eingeführt, der Sanierungsmaßnahmen unterstützen soll. Die steuerliche Förderung gilt nicht nur für Heizungssysteme, sondern auch für Dämmungen und andere Maßnahmen. Bis zu 20 % der Kosten lassen sich so steuerlich geltend machen. Als Obergrenze gilt ein Betrag von 40.000 € über eine Anrechnungsfrist von drei Jahren. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Steuerbonus nur für Personen gilt, die selbst in dem durch die Maßnahmen verbesserten Gebäude wohnen und dieses mindestens zehn Jahre alt ist. Anders als die staatlichen Förderungen kann der Antrag für den Steuerbonus auch erst nach der Durchführung der Maßnahmen gestellt werden.

Know-how bei Anträgen auf Förderung

  1. Förderungen können nicht nachträglich beantragt werden. Erst nach der Errichtung oder der Durchführung von Maßnahmen gestellte Förderanträge werden nicht genehmigt. Die Unterlagen müssen vorher eingereicht werden. Geschieht dies nicht, kann nur noch der in der Regel geringer ausfallende Steuerbonus für Sanierungen geltend gemacht werden.
  2. Auch die im Förderantrag bezeichneten Kosten können nach der Antragstellung nicht mehr angepasst werden. Gehen die Kosten über die Beträge aus dem Kostenvoranschlag oder der Kalkulation hinaus, die mit dem Antrag eingereicht worden sind, werden sie vom BAFA nicht mehr berücksichtigt. Nur dann, wenn die tatsächlichen Kosten niedriger ausfallen, wird die Fördersumme entsprechend reduziert.
  3. Die neuen Förderbedingungen gelten nicht für bereits genehmigte Förderanträge vor dem Stichtag 01.01.2021. Bereits eingereichte Anträge können nicht einfach wieder zurückgezogen werden, weil jetzt bessere Konditionen gelten.
  4. Modernisierungen mit neuen Ölheizungen oder Heizungssystemen auf Basis von Öl sind von den Fördermöglichkeiten ausgeschlossen.

Zusammenfassung Heizungsförderung

  • Förderungen und Zuschüsse werden generell für den Austausch und/oder die Optimierung von Heizungsanlagen gewährt
  • Staatliche Förderungen werden über das BAFA und die KfW beantragt
  • Förderungen, Zuschüsse und Kredite sowie deren jeweilige Höhe richten sich nach dem Umfang der Maßnahme und nach dem Gebäudetyp
  • Seit 2021 werden Einzelmaßnahmen, Wohngebäude sowie Nicht-Wohngebäude über die BEG unter einem Dach gefördert
  • Seit 01.01.2021 können BEG EM Zuschüsse und Förderungen für Einzelmaßnahmen beim BAFA beantragt werden
  • Kredite und Zuschüsse für Einzelmaßnahmen, Vollsanierungen sowie Neubauten lassen sich ab dem 01.07.2021 bei der KfW beantragen. Die aktuellen KfW Programme bleiben weiter verfügbar.
  • Gefördert werden können bis zu 55 % der Investitionskosten
  • Antragstellungen müssen immer vor der Beauftragung oder Bestellung von Leistungen erfolgen

 

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