Fachbegriffe

BaufachbegriffeWer ein Haus bauen oder sanieren möchte, wird regelmäßig mit Begriffen aus dem Bauwesen konfrontiert. Wenn Handwerker, Hausanbieter und Baufirmen ihre Kunden mit Fachvokabular zu beeindrucken versuchen, können durchaus viele Fragen offen bleiben. Damit dies nicht so bleibt, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe und Fachwörter aus der Baubranche so verständlich wie möglich erklärt. Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Baulexikon eine kleine Hilfe ist. Wir werden es immer wieder um weiteres Fachvokabular ergänzen.

Sofern Sie einen Begriff nicht finden konnten, dann schreiben Sie uns bitte! Wir werden Ihnen direkt antworten und den Fachbegriff schnellstmöglich auch hier ergänzen.

 

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Begriff Definition
Radiator

Ein Radiator ist ein Gliederheizkörper, in dem mittels Warmwasser Heizwärme erzeugt wird. Dafür besitzt der Radiator Wasserkanäle in seinem Inneren und ist aus Gusseisen oder Stahl gefertigt. Die Gesamt-Wärmeabgabe besteht beim Radiator aus ca. 65 % Konvektionswärme und etwa 35 % Strahlungswärme.

Radon

Radon ist ein Edelgas, das aus Radium entsteht und in radioaktive Substanzen zerfällt. Der Ausgangsstoff ist in vielen Baustoffen und auch in den meisten Böden enthalten, und kann von dort aus in Gebäude gelangen, wo er von den Bewohnern in Form von Radon eingeatmet wird. Radon gilt als krebserregend, daher sollten Baustoffe einen möglichst geringen Gehalt an dem Ausgangsstoff Radium aufweisen.

Siehe auch hausbauberater.de/bauwissen/radon-radonbelastung.

Radonbelastung

Radon ist ein radioaktives Gas aus dem Erdinneren. Neben dem Rauchen ist eine Strahlenbelastung durch Radon die zweitwichtigste Ursache für Lungenkrebs. Es kann in verschiedenen Baustoffen, wie etwa Beton, Zement oder Mauerwerk vorkommen, jedoch auch aus dem Untergrund in Häuser eindringen. Die Radonbelastung sollte möglichst gering sein und kann mit entsprechenden Messinstrumenten nachgewiesen werden.

Siehe auch hausbauberater.de/bauwissen/radon-radonbelastung.

Synonyme - Radon
Rangierfläche

Als Rangierfläche wird die Fläche bezeichnet, die für PKWs oder LKWs benötigt wird, um diese abzustellen oder zu wenden. Beim Bau von Parkplätzen, Garagen und Tiefgaragen müssen Rangierflächen in ausreichender Größe vorhanden sein. Die Maße müssen der Garagenverordnung der einzelnen Bundesländer entsprechen.

Rangverhältnis

Das Rangverhältnis spielt bei den Eintragungen in das Grundbuch eines Objekts eine wichtige Rolle. Es kommt immer dann zur Anwendung, wenn mehrere Rechte in einer Abteilung des Grundbuchs eingetragen sind. Hierbei bestimmt das Rangverhältnis, welche Rechte im Falle einer Verwertung zuerst befriedigt werden. Dafür spielen der Zeitpunkt des Antrags und die Nummer der Eintragung eine wichtige Rolle. Unter bestimmten Umständen kann das Rangverhältnis im Grundbuch auch nachträglich noch verändert werden. Siehe auch Nachrang

Rangvorbehalt

Der sogenannte Rangvorbehalt spielt bei der Eintragung von Rechten in das Grundbuch eine wichtige Rolle. Mit diesem behält sich der Grundstückseigentümer oder ein Dritter vor, sich bei einer Belastung des Grundstücks das Recht auf eine vor dem betreffenden Recht stehende Rangstelle eintragen zu lassen.

Rauchmelder

Rauchmelder dienen der Früherkennung von Bränden. Die DIN 14676 regelt Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung von Rauchmeldern. In Deutschland gibt es noch keine allgemeine Rauchmelderpflicht. In den meisten Bundesländern besteht sie zwar schon, in einigen Bundesländern gibt es jedoch noch Übergangsfristen, bis auch dort Neu- und Altbauten mit Rauchmeldern ausgestattet sein müssen.

Siehe auch hausbauberater.de/bauwissen/rauchmelder-als-lebensretter-im-eigenheim.

Raumaufteilung

Die Raumaufteilung eines Gebäudes kann ganz individuell gestaltet sein. Bei Neubauprojekten, die von einem Architekten geplant werden, werden die individuellen Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse der Bauherren in der Regel immer berücksichtigt. Im Fertigbau können hingegen Wünsche zur individuellen Raumaufteilung nur in begrenztem Maße umgesetzt werden, da die Bauplanung im Wesentlichen festgelegt ist.

Raumordnung

Die Raumordnung soll Auskünfte über die geplante strukturelle Entwicklung des gesamten Bundesgebietes geben. Dafür werden natürliche Gegebenheiten berücksichtigt, aber auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Erfordernisse sowie die Bevölkerungsentwicklung. Mit der Raumordnung sollen möglichst gleichwertige Lebensbedingungen für das gesamte Bundesgebiet geschaffen werden. Sie stellt somit das übergeordnete Leitbild für sämtliche Bauleitplanungen auf Landes- oder regionaler Ebene dar.

Raumtemperatur

Die empfundene Temperatur in einem Raum wird als Raumtemperatur bezeichnet. Sie setzt sich aus der Raumlufttemperatur und der Oberflächentemperatur der raumbegrenzenden Flächen zusammen. Je höher die Oberflächentemperatur dieser Flächen ist, desto geringer kann die Raumlufttemperatur sein, um als angenehm empfunden zu werden. Dieses Prinzip ist zum Beispiel nutzbringend beim Einbau von Wandheizungen oder eines Kachelofens.

Synonyme - Raumlufttemperatur
Realkredite

Realkredite sind immer durch eine Hypothek oder Grundschuld angesichert und dürfen nur für Wohn- und Gewerbeimmobilien verwendet werden. Das Pfandbriefgesetz schreibt hierfür eine Beleihungsgrenze von 60 % vor. Der Wert der Immobilie muss vorab von einem Gutachter geschätzt werden.

Reduktionsfaktor

Der Reduktionsfaktor ist ein Begriff aus der Wärmeschutzverordnung. Er ist ein Wert, der bei der Berechnung des jährlichen Heizenergiebedarfs abgezogen werden darf und die Temperaturen von unbeheizten Dachböden und Kellern berücksichtigt. Somit kann der anzusetzende Wärmeverlust um den Reduktionsfaktor vermindert werden.

Reflexion

Soll Wärmestrahlung daran gehindert werden,  z. B. durch Fensterscheiben zu entweichen, kann vom Hersteller eine hauchdünne, unsichtbare Metallschicht aufgebracht werden, die die Reflektion großer Teile der Strahlung bewirkt. Somit wird der Wärmeverlust durch die beschichteten Bauteile deutlich verringert. Der Effekt der Reflexion bewirkt also eine Energieeinsparung.

Regenerative Energien

Regenerative Energien sind erneuerbare Energien. Dazu zählt die Energiegewinnung in Wind-, Wasser-, Solar-, Gezeiten- und geothermischen Kraftwerken oder Anlagen, aber auch Energiequellen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz. Alle Energiequellen und Energieträger, die nach menschlichem Ermessen unerschöpflich sind, werden zu den regenerativen Energien gezählt. Im Gegensatz dazu stehen die nicht regenerativen Energien aus den fossilen Brennstoffen Kohle, Erdöl und Erdgas.

Ausführliche Informationen finden Sie bei den Kollegen von zbo.de (www.zbo.de/erneuerbare-energien.html).

Regenrinnen

Regenrinnen dienen der Dachentwässerung. Sie können aus PVC, Kupfer, Zink oder Edelstahl bestehen. Regenrinnen können an der Traufe vorgehängt, an der Traufe an einem Mauervorsprung aufgelegt, innenliegend oder als Ortgang-Rinne als Abschluss der Dachfläche verbaut werden. Sie können halbrund oder mit rechteckigem Querschnitt geformt sein.

Regentonne

Eine Regentonne dient zum Auffangen von Regenwasser. Das aufgefangene Regenwasser wird zur Gartenbewässerung eingesetzt, so können Wasserkosten reduziert werden. Werden Regentonnen direkt unter einem offenen Regenfallrohr aufgestellt, können sie verhältnismäßig schnell gefüllt werden.

Regenwassernutzungsanlage

Mit einer Regenwassernutzungsanlage wird das Regenwasser von den Dachflächen aufgefangen und über Fallrohre in einen Speichertank geführt. Mit Hilfe einer Pumpe kann das aufgefangene Wasser zur Gartenbewässerung, als Nutzwasser für die Toilette, für den Hausputz und zum Wäschewaschen genutzt werden. Durch eine Regenwassernutzungsanlage lassen sich die Wasserkosten senken.

Mit der Frage, ob die Regenwassernutzung tatsächlich ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, beschäftigen wir uns hier: www.hausbauberater.de/regenwassernutzung.

Regionalplanung

Die Regionalplanung ist eine Zwischenstufe zwischen der gemeindlichen Bauleitplanung und der jeweiligen Planung des Bundeslandes. Sie wird vorgenommen, um die Ziele der Landesplanung und der Raumordnung zu konkretisieren und die entsprechenden Planungen zu erleichtern.

Reservierungsgebühr

Manche Bauträger und Immobilienmakler erheben eine Reservierungsgebühr, die die Interessenten für ein bestimmtes Bauvorhaben vorab zahlen sollen. Die Gebühr wird dann oftmals auf den Kaufpreis angerechnet und verfällt, wenn der Interessent letztendlich doch nicht kauft. Sie muss individuell vereinbart werden; werden hierfür vorformulierte AGB verwendet, kann ein Makler keine Reservierungsgebühr fordern. Die geltende Rechtsprechung hält dabei 10-15 % der im Erfolgsfall zu entrichtenden Maklergebühr für angemessen.

Mit der Thematik beschäftigen wir uns eingehender auf www.abir.eu/aktuelles/reservierungsgebuehr-immobilienmakler.html.

Synonyme - Umgehungsgeschäfte, Umgehungsgeschäft
Rettungswege

Rettungswege dienen zur schnellen Rettung von Personen und als ein schneller Zugriffsweg für die Feuerwehr im Brandfall. Eine besondere Bedeutung nehmen Rettungswege in öffentlichen Gebäuden ein. Doch auch in Privatgebäuden müssen die Vorschriften der Bauordnungen bzgl. der Gestaltung von Rettungswegen beachtet werden. Für Gebäude mit höchstens zwei Wohneinheiten sind die Vorschriften hinsichtlich der Rettungswege deutlich gelockert.

Rissbildung

Putze dienen dazu, das Mauerwerk gegen schädliche Einflüsse aus der Umwelt zu schützen. Das gelingt allerdings nur, wenn der Putz rissfrei ist. Risse im Putz können durch fehlerhafte Planung, schlechte Ausführung oder durch minderwertige Materialien entstehen. Außerdem können z. B. Setzrisse durch eine fehlerhafte Planung und/oder Ausführung des Gebäudefundaments oder Bodenabsenkungen entstehen. Infolge von Rissbildung kann Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringen und dort große Schäden verursachen.

Rohbau

Zum Rohbau eines Gebäudes gehören alle statisch notwendigen Bauteile, Schornsteine, Brandwände und die Dachkonstruktion. Ist der Rohbau fertiggestellt, muss das Bauaufsichtsamt den Rohbau im Rahmen der sogenannten Rohbauabnahme zunächst kontrollieren und genehmigen, bevor die nächste Bauphase bis zur Fertigstellung des Gebäudes begonnen werden darf.

Mit den Leistungen, die ein Rohbauhaus beinhalten sollte und welche Eigenleistungen erforderlich sind, um aus einem Rohbau ein schlüsselfertiges Haus zu machen, beschäftigt sich diese Website unseres Erachtens ziemlich ausführlich: https://www.rohbau-bauen.de.

Synonyme - Rohbau
Rohbauland

Von Rohbauland spricht man bei einer im Bebauungsplan zur Bebauung vorgesehenen, aber noch nicht erschlossenen Fläche. 

Rohbauöffnung

Die Rohbauöffnung ist eine wichtige Maßgrundlage beim Einbau von Türen und Fenstern. Dabei werden die Rohbau-Maueröffnungsbreite und -höhe sowie die Rohbau-Mauerwandstärke gemessen. Zur Wandstärke müssen zudem Putz, Kacheln, usw. hinzugerechnet werden. damit z. B. eine Türzarge oder ein Fensterrahmen später auch perfekt in die Maueröffnung passt.

Rohdichte

Die Rohdichte ist ein Maß für die Festigkeit von Mauersteinen. Zur besseren Übersicht werden Mauersteine in verschiedene Rohdichteklassen unterteilt (0,4 – 2,0). Aus der gemessenen Rohdichte wiederum wird die Festigkeitsklasse berechnet, die zwischen 2 und 20 liegen kann. Die Festigkeitsklasse gibt Aufschluss über die Belastbarkeit von Mauersteinen.

Rohrisolierung

Als Rohrisolierung bezeichnet man die Ummantelung von Rohren, um Wärmeverluste zu reduzieren. Diese Isolierungsmaßnahmen werden beispielsweise bei Heizungs- und Warmwasserrohren durchgeführt. Des Weiteren können Rohre gegen unerwünschte Geräusche, die beispielsweise durch das Rauschen des Wassers in Druckleitungen verursacht werden, isoliert werden.

Rohrschlitze

Rohre im Wohnbereich werden in sogenannten Rohrschlitzen verlegt. Dabei handelt es sich um in der Größe passende Kanäle, die ins Mauerwerk getrieben werden. Solche Rohre können den Wohnbereich beispielsweise mit Wasser, Warmwasser, Strom oder Gas versorgen. Zu beachten ist, dass die Rohre in den Rohrschlitzen möglichst gut isoliert werden müssen, damit einerseits Wärmeverluste vermieden und andererseits störende Geräusche verhindert werden können.

Rücklagen

Rücklagen (auch: Instandhaltungsrücklagen) müssen nach Wohnungseigentumsgesetz (WEG) gezahlt werden, damit das Gebäude langfristig erhalten werden kann. Unter den Begriff der Rücklage fallen aber auch die freiwilligen Gelder, die Hausbesitzer ansparen, um Rechnungen für Reparaturen und Instandsetzungen begleichen zu können. Nach einer Empfehlung des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau sollten Hausbesitzer für ein bis zu 5 Jahre altes Haus pro Quadratmeter 4 Euro pro Jahr als Rücklage bilden. Für Häuser bis zu 10 Jahren sollten 6 Euro und für ältere Häuser 10 Euro pro Quadratmeter als Rücklage gerechnet werden. 

Rückstau

Ein Rückstau kann nach starken Regenfällen, Hochwasser oder durch verstopfte Leitungen entstehen. Dabei staut sich das Abwasser im Gebäude und kann dort große Schäden verursachen. Ablaufstellen für Schmutz- oder Niederschlagswasser, deren Ablaufoberkante unterhalb der Rückstauebene liegen, müssen daher durch Rückstauverschlüsse oder eine Hebeanlage gesichert sein.

Auf hausbauberater.de/bauwissen/rueckstausicherungen erfahren Sie, warum Rückstausicherungen so wichtig sind.

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