Bauratgeber Sachsen Anhalt

Das „Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien“  hat eine lange Vergangenheit, die 1991 mit dem Stromeinspeisungsgesetz beginnt. Das Stromeinspeisungsgesetz wurde im Jahr 2000 vom Gesetz mit dem heutigen Namen abgelöst, das seitdem mehrfach modifiziert wurde. Mit dem EEG hat die deutsche Stromversorgung eine neue Säule erhalten: Den Eigentümern von Anlagen, mit denen durch erneuerbare Energien oder Grubengas Strom erzeugt wird, werden seitdem die garantierte Abnahme ihres in das allgemeine Stromnetz eingeleiteten Stroms sowie hierfür feste Vergütungen zugesagt. Durch diese Sicherheiten, die das EEG den Anlagenbetreibern gegeben hat, war es möglich, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung auf fast 25 % (2013) zu steigern. Zum Vergleich: 2000 lag ihr Anteil noch bei 4 % (Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.).

 

Ziele und Auswirkungen des EEG

Das EEG soll vor allem dazu dienen, das Klima und die Umwelt zu schützen, die Energieversorgung mit nachhaltigen Methoden zu ermöglichen, den Bedarf an fossilen Energieträgern zu reduzieren sowie die zur Stromerzeugung auf der Basis von erneuerbaren Energien nötige Technologieentwicklung zu fördern. Um diese Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, formuliert das EEG klare Vorgaben, wie groß der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromversorgung in bestimmten Jahren mindestens sein muss. Für das Jahr 2020 wird hier beispielsweise ein Anteil von 35 % genannt, 80 % sollen es dann im Jahr 2050 sein.

Neben einigen technischen Vorgaben enthält das EEG auch Regeln hinsichtlich der Abnahme, der Einspeisevergütung, der Prämien für eine Direktvermarktung an Dritte ohne eine technische Einbindung des Netzbetreibers und der EEG-Umlage, die von den Endverbrauchern mit der Stromrechnung bezahlt wird, um die Kosten durch die Energiewende zu tragen.

Die Themen, die bei den Bürgern in den letzten Jahren auf das größte Interesse gestoßen sind, sind zweifellos die Entwicklung der Einspeisevergütung sowie der EEG-Umlage:

 

Einspeisevergütung

Eine Einspeisevergütung erhalten die Betreiber von Anlagen, die mithilfe von erneuerbaren Energien, Grubengas oder als KWK-Anlagen Strom erzeugen und (zumindest zum Teil) in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Die Netzbetreiber haben die Pflicht, diese Einspeisung zuzulassen und den auf diese Weise erzeugten Strom vorrangig zur Verfügung zu stellen. Die gezahlte Einspeisevergütung hängt vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage sowie deren Leistungsfähigkeit ab und wird pro kWh berechnet. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig die aktuellen Vergütungssätze, die unter dieser Adresse www.bundesnetzagentur.de abgerufen werden.  Die Leistungsfähigkeit bemisst sich in kWp (Kilowatt Peak) oder MWp (Megawatt Peak).

Für Dachanlagen, die ab dem 1. Juli 2014 in Betrieb genommen wurden, wird eine Vergütung von 12,88 Cent/kWh gezahlt, zum 1. Juli 2013 betrug sie noch 15,07 Cent/kWh.

Die stetige Absenkung der Vergütung ist dem Preisverfall für Photovoltaik-Anlagen geschuldet. Für alle Anlagenbetreiber, die ihre Anlage in Betrieb genommen haben und Strom in das öffentliche Netz einspeisen, gilt für die Dauer von 20 Jahren (zuzügl. des Jahrs der Inbetriebnahme) ein Bestandsschutz über die Höhe der an sie zu zahlenden Vergütung.

Seit dem 1.4.2012 wird für Strom, der von Anlagen mit einer Leistungsfähigkeit von mehr als 10 MWp erzeugt wird, keine Einspeisevergütung mehr gezahlt.

 

EEG-Umlage

Der stetige Anstieg der EEG-Umlage hat in den vergangenen Jahren immer mehr Stromkunden verärgert. Der Grund liegt in dem starken Zuwachs an Anlagen, die unter das EEG fallen und Strom in das öffentliche Netz abgeben. Vielen Energiekunden ist jedoch nicht klar, wie die Höhe dieser Umlage ermittelt wird: Wie oben bereits erläutert wurde, muss der von Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugte Strom von den vier Übertragungsnetzbetreibern (Tennet, 50hertz, Amprion, Transnet BW) vorrangig abgenommen und vergütet werden. Dieser Strom wird an einer der Strombörsen in Leipzig (Termingeschäfte) oder Paris (kurzfristige Geschäfte) verkauft. Aus der Differenz zwischen dem an der Strombörse erzielten Preis und der garantierten Einspeisevergütung errechnet sich die Höhe der EEG-Umlage. Sie wird von den Übertragungsnetzbetreibern immer zum 15. Oktober eines jeden Jahres als Prognose für das Folgejahr ermittelt.

Von 2004 bis 2014 stieg sie von 0,58 Cent/kWh auf 6,24 Cent/kWh.
Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.500 kWh bedeutet das, dass die in diesem Zeitraum durch die EEG-Umlage auf den Strompreis aufgeschlagenen Kosten von jährlich 26,10 Euro auf nun mehr als 280,-- Euro angestiegen sind.

Von diesen Steigerungen sind stromintensive Unternehmen sowie Schienenbahnen allerdings kaum betroffen: Sie können  sich auf Antrag teilweise von der EEG-Umlage befreien lassen, was immer mehr Firmen in Anspruch genommen haben.

 

Ausblick und Fazit
Das EEG hat den Ausbau der Stromförderung durch erneuerbare Energien deutlich vorangetrieben und so den vom Gesetzgeber gewünschten Effekt erzielt. Allerdings steht die deutliche Steigerung der EEG-Umlage im Zentrum der Kritik. Die Bundesregierung begründet ihn mit der schnellen Zunahme der Anlagenzahl zu einem Zeitpunkt, als diese noch deutlich teurer waren als heute und entsprechend hohe Einspeisevergütungen für einen langen Zeitraum von 20 Jahren garantiert wurden. Diese Umlagesteigerung soll mit einer Novelle des EEG, die zum 1. August 2014 in Kraft tritt, gebremst werden. Eines der Instrumente in der neuen Gesetzesfassung ist die künftige Konzentration auf Photovoltaik und Windenergie, die sich als kostengünstige Stromerzeuger etabliert haben. Außerdem werden die Förderungen weiter abgesenkt und die Ausnahmeregelungen, die bisher für eine Senkung der EEG-Umlage in Anspruch genommen werden konnten, reduziert.
Das BMWi hat den Entwurf des neuen EEG hier www.bmwi.de veröffentlicht.

© 2018 Hausbauberater