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So unterstützen BAFA und KfW den Kauf und die Modernisierung von Heizungen

Zum 1. Januar 2020 hat sich hinsichtlich der staatlichen Förderung von modernen effizienten Heizungsanlagen einiges geändert. Diese Förderprogramme werden nun fast ausschließlich über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abgewickelt. Das 2019 von der Bundesregierung beschlossene Klimapaket zog Änderungen beim Marktanreizprogramm nach sich und hat dafür gesorgt, dass die Durchführung der entsprechenden Fördermaßnahmen in ihren administrativen Einflussbereich gelangten: Das BAFA gehört als Bundesoberbehörde zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das vom BAFA verwaltete „Anreizprogramm Erneuerbare Energien (APEE)“ ist komplett entfallen und mit ihm die zusätzlichen Zuschüsse, wenn ineffiziente Heizungsanlagen durch moderne, die auf der Basis von erneuerbaren Energien arbeiten, ersetzt werden sollten.
Doch auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält nach der Neustrukturierung des Fördersystems noch einige Förderungen bereit. Hier wird erläutert, was Hauseigentümer beachten müssen, um von einer BAFA- oder KfW-Förderung zu profitieren.

Das sind die neuen Förderbeträge des BAFA für den Einsatz erneuerbarer Energien

Das Heizen mit erneuerbaren Energien wird nicht mehr mit der Zahlung von Festbeträgen unterstützt. An ihre Stelle ist eine Förderung getreten, deren Höhe prozentual von der Höhe der förderfähigen Kosten abhängt. Um wie viel Prozent es sich handelt, hängt davon ab, ob es sich um einen Neubau oder ein Bestandsgebäude handelt sowie von der Art der Energiegewinnung.

  • Bei neuen Gebäuden werden Wärmepumpen- und Biomasseanlagen mit 35 % der förderfähigen Kosten am stärksten gefördert. Für Solaranlagen liegt die Förderhöhe bei 30 %.
  • Bei Bestandsgebäuden ist die Förderung bei sog. „Renewable Ready“*)-Gasheizungen mit 20 % am geringsten. Immerhin 30 % werden bei der Installation einer Solaranlage oder einer Gas-Hybridheizung gewährt. Am stärksten wird mit 35 % der förderfähigen Kosten die Anschaffung einer Biomasse-Anlage, einer Wärmepumpenanlage oder einer Erneuerbare-Energien-Hybridanlage unterstützt.

Sofern Hauseigentümer bislang eine Ölheizung betrieben haben, wird eine zusätzliche Prämie von 10 % gezahlt, wenn diese gegen eine förderfähige Heizungsanlage ausgetauscht wird. Ausnahmen von dieser Zusatzförderung sind „Renewable Ready“-Anlagen sowie Solarkollektoren.

Was gehört zu den förderfähigen Kosten?

Hierzu zählen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Installation der neuen Heizungsanlage entstehen. Damit sind nicht nur die Anschaffung, die Demontage und Entsorgung der alten und die Montage der neuen Heizungsanlage gemeint. Auch die Kosten, die für vorbereitende Arbeiten wie z. B. den Anschluss an das öffentliche Gasnetz, nötige Wanddurchbrüche oder auch Probebohrungen zur Vorbereitung einer Wärmepumpe fallen hierunter. Das BAFA hat ein Merkblatt mit einem vollständigen Überblick über die förderfähigen Kosten bereitgestellt, das unter dem Link https://www.bafa.de/ abgerufen werden kann.

Wie hoch ist die Förderung?

Die förderfähigen Kosten dürfen bei Nichtwohngebäuden höchstens bis zu 3,5 Millionen Euro und bei Wohngebäuden bis zu maximal 50.000 Euro je Wohneinheit geltend gemacht werden.

Wer kann diese Förderung beantragen?

Diese Förderung richtet sich an Privatpersonen, freiberuflich Tätige, Unternehmen, Vereine, Stiftungen, Kommunen sowie gemeinnützige Genossenschaften und Organisationen.

Das BAFA fördert die Heizungsoptimierung

Um eine Förderung in Form eines Zuschusses zu erhalten, muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt oder eine hocheffiziente Heizungspumpe und eine Warmwasser-Zirkulationspumpe angeschafft werden, die ein veraltetes Modell ersetzen. Hauseigentümer müssen hier beachten, dass eine Förderung nur dann möglich ist, wenn das neue Modell zu den förderfähigen Pumpen gehört. Unter dem Link https://www.bafa.de/ kann die abschließende Auflistung der Pumpen und Pumpensysteme heruntergeladen werden.

Die Fördermöglichkeit ist bei einem hydraulischen Abgleich nicht auf diesen beschränkt. Darüber hinaus sind noch weitere Leistungen wie beispielsweise der Kauf und die Montage von Strangventilen, Pufferspeichern oder die professionelle Einstellung der Heizkurve förderfähig.

Diese Förderung richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch freiberuflich Tätige, Unternehmen, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften oder Zweckverbände sowie sonstige juristische Personen des Privatrechts. Sie ist auf 30 % der Nettoinvestitionskosten oder 25.000 Euro beschränkt und nicht mit anderen staatlichen Förderungen für dieselbe Maßnahme kombinierbar. Antragsteller sollten auch wissen, dass hier keine steuerliche Förderung nach § 35a Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) in Anspruch genommen werden kann.

Das hat sich bei den Förderungen der KfW geändert

  1. KfW-Programme 151, 430 und 153 für Wohngebäude
    Ölheizungen haben bei den KfW-Förderungen ausgedient. Seit dem 1. Januar 2020 fallen sowohl die Wärmeerzeuger, die mithilfe von Öl betrieben werden (z.B. mit Erdöl betriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen oder Öl-Brennwertheizungen) als auch der Einbau von Öl-Heizungen in ein KfW-Effizienzhaus unter den Tisch.

  2. Programm 167 (Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit)
    Auch dieses Programm  wurde modifiziert: Die Anschaffung von kombinierten Heizungsanlagen, die auf der Grundlage von erneuerbaren Energien in Kombination mit Erdöl arbeiten, wird ebenfalls nicht mehr gefördert. Es ist jedoch bei der Förderung von Biomasse-Anlagen, Wärmepumpen, Hybrid-Gasbrennwertheizungen und Solarthermie-Anlagen, die den BAFA-Zuschuss ergänzt, geblieben.

  3. KfW-Programme 218, 219 und 277/278 (Nichtwohngebäude)
    Bei Nichtwohngebäuden gilt hinsichtlich des Wegfalls der Förderung von Heizungsanlagen, die mit Erdöl betrieben werden, dasselbe. Entsprechend eingeschränkt wurden hier die KfW-Programme 218, 219 und 277/278.

  4. Nah- und Fernwärme
    Bei der Förderung der Nah- und Fernwärme ist es hingegen geblieben. Sie werden ebenso wie die Optimierung der Heizungsanlage von der KfW gefördert.

Der Wegfall aller Heizungsanlagen aus den Förderungen, die ganz oder teilweise mit Erdöl betrieben werden, schlägt sich auch im Steuerrecht nieder: Der Kauf einer Ölheizung ist seit dem 1. Januar 2020 bei einem Einsatz in einem selbstgenutzten Wohngebäude nicht mehr steuerlich ermäßigt.

*): Unter dem Schlagwort „Renewable Ready“-Anlagen werden Gasheizungen verstanden, die auf den Einsatz erneuerbarer Energien vorbereitet sind.

 

Alle Angaben ohne Gewähr! Die letzte Aktualisierung erfolgte am 02. Januar 2020.

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