Begriff Definition
Raummeter

Der Raummeter wird zum Messen von Brennholzmengen oder anderem geschnittenem Holz angewandt. Es ist ein Maß für das Volumen, das für geschnittenes Brennholz verwendet wird und entspricht einem Kubikmeter. Allerdings erhält man nur scheinbar 1 Kubikmeter Holz. Geliefert werden zwar 1 m lange Holzstämme auf einer Fläche von jeweils einem Meter Höhe, Breite und Tiefe, jedoch sorgen Zwischenräume dafür, dass ein Raummeter weniger als ein voller Kubikmeter ist. Um genau zu wissen, wie viel Holz sich in einem Raummeter befinden, wird dieser mit dem Stapelfaktor (Dichte des Stapels) multipliziert. Dadurch erhält man ein präziseres Ergebnis der tatsächlichen Holzmenge.

Ein Raummeter mit gespaltenen Brennholzstämmen ist eine bequeme Methode zur Lieferung von Brennholz, da sie mühelos zu handhaben ist. Zudem besteht so die Möglichkeit, die Menge des zum Verkauf stehenden Holzes zu visualisieren, da es gestapelt ist.

Die Maßeinheit ist wird auch in der Forstwirtschaft entweder für Industrieholzstämme, die der Papierproduktion zugeführt werden, oder für Sägewerksstämme angewandt. Zudem wird diese Einheit bei der Vermessung von Holz mit geringem Durchmesser oder Wert genutzt, da hier eine Messung der einzelnen Holzstämme nicht wirtschaftlich ist.

Ein Raummeter wird häufig auch als Ster bezeichnet.

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Synonyme - Ster
Raumordnung

Die Raumordnung bezieht sich auf die geplante strukturelle Entwicklung im öffentlichen Sektor des gesamten Bundesgebietes. Sie konzentriert sich hauptsächlich darauf, Entscheidungen in Bezug auf den Standort und die Verteilung von Landnutzungsflächen zu treffen. Eines der Hauptziele der Raumplanung besteht darin, sicherzustellen, dass die Nutzung der Landressourcen auf organisierte Weise geplant und umgesetzt wird, um den Bedürfnissen der gegenwärtigen und zukünftigen Generation gerecht zu werden.

Um qualifizierte Entscheidungen für die Raumordnung treffen zu können, werden alle natürliche Gegebenheiten berücksichtigt. Es wird aber auch die Bevölkerungsentwicklung in Bezug auf die notwendige wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung betrachtet. Planungsrichtlinien regeln den Zugang zu Wohnraum, Schulen, Gesundheitskliniken, Grünanlagen sowie Industrie- und Beschäftigungszonen sowie unseren Zugang zu Wasser, Strom, Abwasser und Straßen. Die Planung spielt daher eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Qualität unserer Umwelt und unserer Aussichten auf sozioökonomische Entwicklung sowie des allgemeinen Wohlergehens von Gemeinschaften und Einzelpersonen gleichermaßen.

Durch eine geschickte Raumordnung werden gleichwertige Lebensbedingungen im gesamten Bundesgebiet geschaffen. Bei einer fehlerhafte oder ungenauen Planung kann es zu Ungleichheiten zwischen verschiedenen Regionen und Bereichen der Gesellschaft kommen, dass wiederum kann dazu führen, dass diese Regionen wirtschaftlich sowie sozial vermieden werden und dadurch zukünftig schwer nutzbar ist.

Eine gute Raumordnung bedeutet:

  • Soziale Nachhaltigkeit
    Die Bedürfnisse der Gemeinden zu berücksichtigen, eventuell Schaffung von fehlenden Einrichtungen und Infrastruktur, sicherstellen das die Gemeinde gesund und sicher ist und die Bewohner sich wohlfühlen.

  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
    Die Raumordnung bietet mehr Stabilität und Vertrauen für Investition und ermöglicht Entscheidungen in einer effizienteren Art und Weise zu treffen

  • Umwelt Nachhaltigkeit
    Eine gute Raumordnung berücksichtigt die Einflüsse auf die Umwelt, garantiert grosse, unbebaute Flächen und den Beibehalt natürlicher Ressourcen und Gebiete

 

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Synonyme - Raumordnung, Raumentwicklung
Raumseitige Bekleidung

Unter der raumseitigen Bekleidung versteht man die innere Beplankung einer Außenwand oder der Dachschrägen. Diese Bauteile sorgen für einen planen Abschluss der Konstruktion und dienen als Untergrund für die weitere Innenraumgestaltung wie Tapete, Putz oder Farbanstriche.

Funktion der raumseitigen Bekleidung

Raumseitige Bekleidungen in Form von Ausbauplatten sind ein wichtiger Bestandteil im Trockenbau. Neben der Abdeckung der darunterliegenden Konstruktion übernehmen sie bauphysikalische Aufgaben aus dem Brand-, Schall- und Wärmeschutz. Je nach Einsatzbereich werden verschiedene Bekleidungen, zum Beispiel Feuchtraumplatten oder Brandschutzplatten angeboten. Eine weitere Funktion der raumseitigen Bekleidung besteht, insbesondere im Holzständer- oder Holzrahmenbau, in der Aussteifung der Wandkonstruktion.

Materialien für die raumseitige Bekleidung

Das klassische Material für die raumseitige Bekleidung sind Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, alternativ kommen auch Holzbauplatten oder Lehmbauplatten beim ökologischen Bauen zum Einsatz. Da die Ausbauplatten als raumseitige Bekleidung Kontakt zur Raumluft haben, ist darauf zu achten, dass keine schädlichen Inhaltsstoffe wie zum Beispiel lösemittelhaltige Bindemittel, Formaldehyd oder Isocyanate enthalten sind.

Aufbau und Konstruktion

Die raumseitige Bekleidung wird in der Regel auf einer Unterlattung befestigt, als Befestigungsmittel kommen zum Material passende Schrauben zum Einsatz, mit denen die Platten auf der Unterkonstruktion befestigt werden. Je nach Art der Bekleidung werden die Plattenfugen anschließend verspachtelt oder verklebt. Unter der Bekleidung liegt konstruktionsbedingt eine Lüftungsebene oder eine Dämmschicht. Raumseitige Bekleidungen werden häufig auch in der Sanierung verwendet, um eine ebene Wandfläche herzustellen oder eine eingebaute Innendämmung abzudecken. Damit die raumseitige Bekleidung ihre Funktionen erfüllt, muss sie fugenlos verlegt sein, vorhandene Fugen müssen entsprechend abgedichtet werden, um das Durchdringen von Feuchtigkeit oder Wind zu verhindern.

 

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Raumtemperatur

Raumtemperatur ist ein Temperaturbereich, der eine angenehme Umgebung für den Menschen bedeutet. In diesem Temperaturbereich ist eine Person weder heiß noch kalt, wenn sie normale Kleidung trägt. Natürlich hängt die Temperatur, bei der sich eine Person am wohlsten fühlen, von persönlichen Vorlieben ab.

Das Finden der richtigen Temperatur zur richtigen Tageszeit im richtigen Bereich des Hauses kann Jahre des Experimentierens erfordern. In Bezug auf die Raumtemperatur in einem Zuhause spielen Komfort, Kosten und Effizienz eine große Rolle. Mit ein wenig Information ist es jedoch möglich eine fundierte Entscheidung treffen, die komfortabel ist und dabei Energie spart.

Die empfohlene Raumtemperatur liegt zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Innerhalb dieses Bereichs variiert die ideale Raumtemperatur je nach Jahreszeit, Aktivität und dem Bereich eines Hauses.

Im Winter liegt die empfohlene Raumtemperatur etwas höher, bei circa 22 Grad Celsius. Im Sommer hingegen bei etwa 20 Grad Celsius. Es sollte auch berücksichtigt werden, welcher Bereich eines Hauses am häufigsten genutzt wird und welche Temperatur in diesem Raum angenehm ist. Die Schlafzimmertemperatur sollte etwas niedriger sein. Für die beste Nachtruhe sollte diese nicht höher als 20 Grad sein.

Beachten Sie jedoch, dass die Standardraumtemperatur möglicherweise nicht Ihren eigenen Vorlieben entspricht. Es hängt alles davon ab, wie Sie sich am wohlsten fühlen. Letztendlich spielt es keine Rolle, wie hoch der offizielle Standard für Raumtemperaturen ist. Was zählt ist, dass Sie sich wohl und glücklich fühlen.

Korrekt beheizte Räume haben viele Vorteile, unter anderen für die Gesundheit. Sie geben uns Energie, um durch den Tag kommen, reduzieren Atemwegserkrankungen und allergische Erkrankungen und halten unseren Körper auf einer optimalen Temperatur. Das bedeutet, dass Herz und Lunge besser arbeiten können. Des Weiteren verlangsamt die optimale Raumtemperatur die Schimmelbildung. Schimmel wächst in feuchten Umgebungen. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen und deshalb bildet sich Kondensationswasser, ein perfekter Nährboden für Schimmel.

Eine weitere wichtige Rolle bei der Raumtemperatur spielt der Energieverbrauch und die Auswirkungen auf die Umwelt. Im deutschen Strommix überwiegen immer noch die nicht-erneuerbaren Energiequellen, welche klimaschädlich sind. Es ist empfehlenswert, einen bedachten Umgang mit Heizenergie zu praktizieren, das kommt der Umwelt und dem Geldbeutel zugute.

Siehe auch: Haus richtig heizen und lüften.

 

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Synonyme - Zimmertemperatur,Raumlufttemperatur
Raumtragwerk

Ein Raumtragwerk kann als eine starre, leichte, binderartige Struktur definiert werden. Es besteht aus ineinandergreifenden Streben in einem geometrischen Muster. Raumtragwerke können effizient verwendet werden, um große Bereiche mit minimalen Innenstützen abzudecken. Ihre Robustheit beruht auf der inhärenten Steifigkeit des Dreiecks und den Biegebelastungen. Die Zug- und Druckbelastungen werden auf die gesamte Länge jeder einzelnen Strebe übertragen.

Das Raumtragwerk oder räumliches Tragwerk gehört zu den grundlegenden Konstruktionsprinzipien in der Architektur. Kuppel-, Gewölbe- und Dachformen können als Raumtragwerke industriell hergestellt werden. Raumtragwerke werden zwischen folgenden Formen unterschieden:

  • Raumfach- oder Raumstabwerke
    Hier handelt es sich um die Weiterentwicklung des Fachwerkes. Allerdings bilden sich ergeben sich größtenteils würfel- oder pyramidenförmige Formen, während das Grundelement beim Fachwerk in der Regel dreieckig ist.

  • Seilnetztragwerke
    Sowohl in ihrer Formfindung als auch der Abtragung von Lasten entsprechen sie den gleichen statischen Gesetzen wie Gewebe.Was bei Geweben die Fäden sind, sind bei Seilnetztragwerken Stahlseile. Ausgefacht und bedeckt werden diese mit Holzwerkstoffen, Glas oder textilen Materialalien.

  • Gitterschalen, Netzschalen
    Die statischen Eigenschaften entsprechen einer Schale. Diese kann Belastungen sowohl senkrecht als auch in ihrer Ebene aufnehmen. Dafür werden stabförmigen Bauteile aus Stahl oder Holz verarbeitet.

  • Schalen
    Es handelt sich hier um ein Raumtragwerk als selbsttragende und schlanke Konstruktion aus Stahlbeton, vergleichbar mit einem ausgeblasenen Ei. Ausgeführt werden Sie als Tonnen-, Kegel-, Kuppel- oder Sattelschalen.

  • Zelte
    Hier erfolgt die Lastabtragung über aussteifende Gerüste. In der modernen Bauweise folgt man der Membrankonstruktion, die, bezogen auf die Konstruktion, auf Zugkraft basiert.

  • Pneumatische Tragwerke
    Man kennt sie unter dem Begriff der Traglufthalle. Das Tragwerk wird durch künstlich erzeugten Überdruck in Kombination mit leichten Zugkräften hergestellt. Die Ableitung erfolgt über gespannte Textilgewebe (Zugkraft) und über die eingeschlossene Luft. Steigt der Innendruck an, erzeugt er eine Stützkraft auf alle Punkte der Oberfläche und krümmt diese gleichmäßig.

Die einfachste Form des Raumtragwerks ist eine horizontale Platte aus ineinandergreifenden quadratischen Pyramiden und Tetraedern aus Aluminium- oder Stahlrohrstreben.
Eine stärkere Form des räumlichen Tragwerks entsteht, wenn alle Streben der ineinandergreifenden Tetraeder eine bestimmte Längeneinheit haben. Technisch wird das als Raumstabwerk oder in einer Einheitsbreite als Raumfachwerk bezeichnet. Um eine komplexer gekrümmte Gesamtstruktur zu erzielen, müssen die Länge der Streben geändert werden. Andere geometrische Formen sind ebenfalls möglich.

Räumliche Tragwerke eignen sich hervorragend für eine Überkopfstruktur, die über große Entfernungen geht, ohne dass dabei eine interne tragende Unterstützung erforderlich ist. Die Vorteile eines Raumtragwerks gegenüber anderen üblichen Strukturen sind

  1. ihr geringes Gewicht,
  2. können in Massen produziert werden,
  3. ihre Steifheit und Vielseitigkeit.

 

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Raumwärmebedarf

Der Raumwärmebedarf gibt die Menge an benötigter Wärmeenergie an, die zum Heizen eines Raumes im Zeitraum eines Jahres benötigt wird. Für die Berechnung müssen verschiedene Faktoren wie U-Werte oder die durchschnittliche Außentemperatur für die entsprechende Region berücksichtigt werden.

Da viele Haushalte Erdgas für Heizungszwecke verwenden, ziehen wir diese Methode als Beispielberechnung heran. Hierzu wird der gesamte Erdgasanteil des Jahresverbrauchs betrachtet und mit dem Wirkungsgrad des Heizungskessels multipliziert, um die gesamte verbrauchte Energie zu ermitteln. Hinweis: Das sollte weniger sein als die gesamte verbrauchte Energie, da ein Teil davon als Abgase verloren geht.

Als Nächstes kann man den Anteil, der für das Beheizen eines Raumes benötigt wird, errechnen. Dazu muss zuerst eingeschätzt werden, wie viel heißes Wasser von demselben Zähler, der die Heizenergie liefert, verbraucht wurde. Hier gilt die Faustregel, dass circa 10 % vom Gesamtverbrauch für Warmwasser entfallen. Das entspricht ungefähr 600 kWh / Jahr plus 400 kWh / Jahr / Person, wobei Kinder als halbe Person gezählt werden.
Für einen Gasherd wendet man den durchschnittlichen Wert von 3 % an. Diese Werte werden vom Gesamtverbrauch abgezogen. Dann kann man das Ergebnis auf die einzelnen Räume herunterbrechen.

Am besten ist es, dass Berechnen des Raumwärmebedarfs einem Fachmann zu überlassen. Dieser kann zusätzlich auch den Ausgleich von Wärmeverlusten über Bauteile und über die Lüftung berücksichtigen.

 

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Realkredite

Realkredite sind häufig ein Teil der gesamten Baufinanzierung. Sie werden auch als Sachkredite oder Realdarlehen bezeichnet. Es handelt sich hierbei um einen langfristigen Kredit von bis zu 35 Jahren Laufzeit und der meist zur Finanzierung von Sachwerten genutzt wird. Diese Kreditform weist mehrere Besonderheiten auf.

  • Zum einem bestimmt die Höhe der Kreditsumme den dinglichen Wert der Sache, in der Regel der Wert der Immobilien oder des Grundstückes. Wobei die Beleihungsgrenze von maximal 60 % unter dem Wert der Immobilie bleiben muss oder sogar 50 % unter dem Verkehrswert. Diese vergleichsweise niedrigen Beleihungsgrenzen gelten ausschließlich für Wohnimmobilien. Für Gewerbeimmobilien sind die Beleihungsgrenzen sogar noch geringer.
  • Die restliche Finanzierung muss über eine andere Finanzierung oder Eigenkapital gedeckt werden. Ebenso ist dieser Kredit an einem festen Zweck gebunden, typischerweise für eine Sanierung oder die Renovierung eines Hauses.
  • Wenn ein Realkredit für ein Bauvorhaben genehmigt wird, erfolgt die Auszahlung der Kreditsumme für gewöhnlich in 3 Teilen. Die drei Teilauszahlungen können wie folgt aussehen:
    Die erste Auszahlung von 50 % erfolgt nachdem der Rohbau des Hauses fertiggestellt ist. Eine weitere Auszahlung von 25 % erfolgt nach Fertigstellung des Innenausbaues und die restlichen 25 % bei endgültiger Fertigstellung des Hauses.
  • Ein Realkredit erfordert immer eine Sicherheit in Form eines realen und unbeweglichen Vermögenswertes. Deshalb erfolgt die Absicherung eines Realkredites in Rahmen einer Baufinanzierung mittels einer Grundschuldeintragung ins Grundbuch oder in Form einer Hypothek durch ein Geldinstitut.
  • Um einen Immobilienkauf mithilfe eines Realkredites zu ermöglichen, muss ein Bauherr ein zusätzliches Darlehen aufnehmen, um die benötigte Summe finanzieren zu können. Das wird als Realkreditsplitting bezeichnet und bedeutet, dass 60 % des Beleihungswertes durch einen Realkredit gewährleistet wird. Und zwar mit allen Vorteilen, wie beispielsweise den geringeren Zinssatz. Für die verbleibende Summe ist ein weiteres Darlehen notwendig.

 

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Synonyme - Realkredit,Sachkredit, Realdarlehen
Reduktionsfaktor

Der Reduktionsfaktor ist ebenfalls unter den Namen Temperatur-Korrekturfaktor bekannt. Dieser spielt eine Rolle bei der Berechnung des jährlichen Heizenergiebedarfs und gilt auch als Nachweis für das Gebäudeenergiegesetz, vormals Energieeinsparverordnung. Mithilfe des Reduktionsfaktors wird der Transmissionswärmeverlust berechnet.

Im Heizperiodenbilanzverfahren nach DIN 4108-6 unterscheidet man zwischen Bauteilen, die an die Außenluft grenzen und welche nicht. Die Berechnung dieser Komponenten wird in diesem Verfahren unterschiedlich gewichtet und durch den Reduktionsfaktor Fx vereinfacht.

  • Bauteile, die direkt an die Außenluft grenzen, sind mit dem Faktor Fx = 1.0 zu berücksichtigen.
  • Für alle anderen Komponenten gilt der Faktor Fx < 1.0.

Der Grund für diese Unterscheidung von Bauteilen ist der Transmissionswärmeverlust. Manche Bauteile weisen einen geringeren Wärmestromverlust auf, wenn sie keinen Kontakt zur Außenluft haben. Wobei der tatsächliche Wert letztendlich auch von der Art des Bauteiles abhängt. Der Temperatur-Korrekturfaktor berücksichtigt insbesondere die Temperaturen von ungeheizten Räumen.

Einige Beispielflächen, die nicht direkt an die Außenluft grenzen:

  • Unbeheizte Treppenhäuser, Dachböden und Keller
  • Böden und Wände die direkten Kontakt mit dem Erdreich haben
  • Außenwände von Drempelräumen
  • Wände und Decken in ungeheizten Räumen

Das Temperatur-Korrekturverfahren ist ein Bilanzverfahren und Rechenverfahren in Verbindung mit dem Gebäudeenergiegesetz.

 

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Synonyme - Temperatur-Korrekturfaktor
Reflexion

Reflexion ist, wenn Licht von einem Objekt reflektiert wird. Ist seine Oberfläche glatt und glänzend wie beispielsweise Glas oder Wasser, dann wird das Licht im gleichen Winkel reflektiert, in dem es auf die Oberfläche trifft. Lichtreflexion und andere Formen elektromagnetischer Strahlung tritt auf, wenn die Wellen auf eine Oberfläche oder eine andere Grenze treffen, die die Energie der Strahlung nicht absorbiert und die Wellen von der Oberfläche abprallen.

Wasser ist auch eine reflektierende Oberfläche. Wenn das Wasser in einem See oder Meer sehr ruhig ist, ist die Reflexion der Landschaft perfekt, da die reflektierende Oberfläche sehr flach ist. Wenn sich jedoch Wellen im Wasser befinden, wird die Reflexion verzerrt. Das liegt daran, dass die reflektierende Oberfläche nicht mehr flach ist und durch den Wind verursachte kleine Hügel und Mulden aufweisen kann. Wirft man einen Stein in den Pool und das Wasser wird gestört, um kleine Wellen zu bilden, dann stört dass die Reflexion durch Streuung der reflektierten Lichtstrahlen in alle Richtungen. Das wird auch als die diffuse Reflexion bezeichnet. Sie tritt auf, wenn Licht auf ein Objekt trifft und in viele verschiedene Richtungen reflektiert wird. Das geschieht immer dann, wenn die Oberfläche rau ist.

Im Bauwesen spielt die Reflexion ebenso eine wichtige Rolle.
Fensterglas lässt den größten Teil der Wärmestrahlung ungefiltert durch. Wärmestrahlung kann Wärme über große Entfernungen direkt auf ein Objekt übertragen. Unsere Erde empfängt ständig die Wärmestrahlung der Sonne. Aufgrund der Wellennatur der Sonnenstrahlung werden einige der Energien reflektiert, einige übertragen und der Rest absorbiert. Nur absorbierte Energie wird verwendet, um Materialien aufzuheizen.

Im Gegensatz zu Glas wird die gesamte Wärmestrahlung auf einer Metalloberfläche absorbiert oder reflektiert. Um diesen Effekt an Fensterscheiden zu erreichen, wird eine hauchdünne, unsichtbare Metallschicht aufgebracht. Diese bewirkt, dass die Wärmestrahlung reflektiert wird und sich ein Gebäude nicht aufheizt.

 

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Regeldachneigung

Unter der Regeldachneigung versteht man den Neigungswinkel eines Daches in Übereinstimmung mit Dachform und Dacheindeckung, bei dem die Regendichtheit gesichert ist. Die Regeldachneigung ist Stand der Technik und Teil der jeweils geltenden Fachregeln (ZVDH).

Ausgewählte Regeldachneigungen

Die Regeldachneigung benennt den minimalen Neigungswinkel, den eine bestimmte Dacheindeckung einhalten muss und ist abhängig von Deckstoff (Form, Schnitt, Material, Verfalzung), Deckart (Reihe, Verband, Überdeckungen)und besonderen Anforderungen, zum Beispiel Lage und Ausrichtung, Klima oder Dachgliederung.

Standard-Wellplattendeckung ohne Dichtschnur 9 Grad
Kurzwellplatten: 15 - 20 Grad
Profilierte Dachsteine mit hoch liegendem Seitenfalz 22 Grad
Flachdachziegeln mit Ringfalz 22 Grad
Holzschindeln, dreilagig gedeckt 22 Grad
Schieferdeckung (Altdeutsche Deckung) 25 Grad
Biberschwanzziegel 30 Grad
Dachziegel mit Seitenfalz 35 Grad
Dachziegeln ohne Seitenfalz (Vorschnittdeckung) 40 Grad

Erhöhte Anforderungen an die Dacheindeckung bestehen, wenn das Dachgeschoss zu Wohnzwecken genutzt wird, auch hier bieten die Fachregeln entsprechende Hinweise und Vorschriften.

Die Fachregeln des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)

Die Fachregeln des ZVDH gehören zu den anerkannten Regeln der Technik. Das umfangreiche Regelwerk beinhaltet Grundregeln, Fachregeln, Hinweise, Merk- und Produktdatenblätter rund um die Dacheindeckung. Werden die Fachregeln angewandt, sichert dies eine mängelfreie und aufeinander abgestimmte Planung und Ausführung des Daches mit hochwertigen Baustoffen.

Unterschreitung der Regeldachneigung

Um die Regeldachneigung bei individuellen Projekten unterschreiten zu können, haben die Hersteller spezielle Dacheindeckungen entwickelt. Bei Verwendung dieser Produkte fordern die Fachregeln Unterspannbahnen oder Unterdeckungen (Unterschreitung bis 8 Grad bei Dachziegeln und Dachsteinen) oder ein Unterdach mit Dichtungs- und Deckungsschichten, die unter der Dacheindeckung angeordnet werden müssen (Unterschreitung mehr als 8 Grad bei Dachziegeln und Dachsteinen). Diese Schichten bilden eine zusätzliche Entwässerungsebene, um eventuell durch die Haupteindeckung durchtretendes Niederschlagswasser zuverlässig abzuführen. Grundsätzlich gilt: Je mehr die Regeldachneigung unterschritten wird, umso umfangreichere Zusatzmaßnahmen sind erforderlich, um die Regensicherheit zu gewährleisten.

 

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