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Dachgauben: Varianten, Besonderheiten und Kosten

Eine Dachgaube (in manchen Gegenden auch Dachgaupe) ist ein Dachaufbau auf der geneigten Traufseite eines Daches. Mit ihr wird mehr Licht und eine bessere Belüftung erreicht sowie mehr Platz geschaffen. Gauben können auch nachträglich eingebaut werden, sofern dies die Statik des Hauses und die Belastbarkeit der Dachsparren zulassen.

Diese Gaubenvarianten sind üblich

Zu den flachen Gauben gehören die Schlepp- sowie die Flachdachgaube.

  • Schleppgauben sind gewissermaßen die Klassiker unter den Gauben und sehr weit verbreitet. Ihr Dach hat eine nur leichte Neigung und ist in der Regel mit denselben Dachmaterialien wie das Hauptdach eingedeckt. Wegen der flachen Ausrichtung des Gaubendaches eignen sich Schleppgauben nur für relativ steile Hausdächer. Man unterscheidet zwischen schrägen, liegenden und geraden Schleppgauben. Dieser Gaubentyp lässt sich einfach planen, kostengünstig erstellen und unkompliziert eindecken.

  • Flachdachgauben sind sehr schlicht und fügen sich deshalb in jeden Baustil sehr gut ein. Durch die sehr geringe Dachneigung von maximal 5° eignen sich Ziegel nicht als Material für die Eindeckung. Die Mehrzahl der Flachdachgauben verfügt deshalb über Kupfer- oder Titanzinkdächer. Diese Gaubenvariante hat außerdem den Vorteil, sehr kostengünstig zu sein, da der Eingriff in die Dachkonstruktion vergleichsweise gering ist. Damit trotz der geringen Dachneigung die Dichtigkeit gewährleistet ist, empfehlen Fachleute, dass Flachdachgauben anhand der einschlägigen DIN-Normen oder der Fachregel für Abdichtungen, besser bekannt unter dem Begriff ‚Flachdachrichtlinie‘, gefertigt werden.

Vielfach fällt die Entscheidung auch zugunsten von spitzen Gauben. Sie bieten zwar im oberen Bereich eines Raumes weniger Platz als Schleppgauben, sind aber wegen ihrer traditionellen Form sehr beliebt.

  • Satteldachgauben (auch: Giebelgauben) gibt es seit dem Mittelalter. Ihre Form ähnelt stark einem Satteldachhaus, weshalb sie in manchen Gegenden auch als Dachhäuschen bezeichnet werden. Sie setzen sich aus zwei geneigten und gegeneinander gebauten Dachflächen sowie den beiden dreieckigen seitlichen Gaubenwangen zusammen. Der Giebel ist üblicherweise mittig angebracht.

  • Spitzgauben (auch: Dreiecksgauben) unterscheiden sich von Satteldachgauben dadurch, dass ihre Front nicht rechteckig, sondern dreieckig ist. Die Form ist zwar ein „Hingucker“ und eignet sich auch für modernere Häuser, aufgrund der Konstruktion verringert sich jedoch die Fensterfläche und somit der Lichteinfall.

Mit eckigen Gauben ist ein einfacherer Übergang zum Dach möglich. Sie überzeugen vor allem durch ihr ungewöhnliches Aussehen.

  • Walmdachgauben sind in ihrer Form an die eines Walmdaches angelehnt. Sie haben also eine abgeschrägte (abgewalmte) Stirnseite, die die gleiche Neigung hat wie das Hausdach. Sie fügt sich perfekt in das Aussehen eines Walmdachhauses ein, bietet jedoch etwas weniger Platz als die anderen Gaubenformen.

  • Trapezgauben bieten hingegen aufgrund ihrer Form sehr viel Platzgewinn: Die ausgestellten Wangen bilden ein Trapez und sind in der Regel 15° geneigt, sodass es kein Problem ist, sie mit dem gleichen Material einzudecken wie das Hausdach. Trapezgauben eignen sich wegen ihrer besonderen Form am besten für größere Dächer und können mit mehreren Fenstern ausgestattet werden.

Runde Gauben werden seltener verbaut, sind aber ein interessantes Gestaltungselement. Ihre Form erschwert den Anschluss an das Hausdach, was sich in den Baukosten niederschlägt. Für die Eindeckung kommen Metalle wie Kupfer oder Titanzink infrage. Rund- oder Runddachgauben lassen sich in zwei verschiedene Varianten unterteilen:

  • Segmentbogengauben zeichnen sich dadurch aus, dass ihr Dach einen Kreisausschnitt beschreibt. Sie sind vielfältig einsetzbar, weil die Höhe ihres Dachbogens nicht von der Gaubenbreite abhängig gemacht werden muss, sondern frei gewählt werden kann. 

  • Bei Tonnendachgauben hat das Dach die Form eines Halbkreises mit einem nahtlosen Übergang zum Hausdach.

  • Fledermausgauben verdanken ihren Namen ihrer geschwungenen Dachform, die unmittelbar und übergangslos in das Hauptdach mündet. Unterhalb der Rundung ist Platz für ein Fenster. Der Platzgewinn ist geringer als bei den meisten anderen Gaubenformen, deshalb sind es ästhetische Gründe, aus denen sich Hauseigentümer für Fledermausgauben entscheiden. Die besondere Gaubenform hat Auswirkung auf die Wahl des Baumaterials: Um den typischen Schwung zu erreichen, werden gebogene Hölzer verwendet. In der Regel sind diese Gauben mit Schiefer, Biberschwanzziegeln oder Reet eingedeckt. Fledermausgauben sind sehr aufwendig und hinsichtlich der Wärmedämmung eine handwerkliche Herausforderung. Das macht sie zur teuersten Gaubenvariante.

Einer Gaube ähnlich, aber doch etwas anderes: das Zwerchhaus

Ein Zwerchhaus (auch: Dacherker, Zwerggiebel oder Lukarne (Schweiz)) steht rechtwinklig zum Hauptdach und kann mehrere Etagen hoch sein. So erklärt sich auch die Herkunft dieses Begriffs: „Zwerch“ stammt wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen Begriff „twerch“ und bedeutet quer oder schräg. Der Giebel des bereits aus dem 14. Jahrhundert bekannten Zwerchhauses schließt mit der Hauswand ab – dies ist einer der markantesten Unterschiede zu einer Gaube. Das Dach eines Zwerchhauses kann als Tonnen-, Walm-, Pult- oder Flachdach ausgeführt werden, auch Sattel-oder Schleppdächer sind üblich. Wegen ihrer besonderen Konstruktion sind nachträgliche Einbauten von Zwerchhäusern nicht üblich.

Die Kosten für eine Gaube

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Kosten hängen stark davon ab, welche Größe die Gaube und deren Fenster haben sollen, wie viel Platz auf der Hausdachfläche vorhanden ist und für welche Gaubenvariante und welche Baumaterialien man sich entscheidet. Auch die Frage, ob die Gaube vor Ort erstellt werden soll oder ob man sich für ein Fertigmodell entscheidet, spielt eine Rolle.

Durch staatliche Förderungen lassen sich die finanziellen Belastungen reduzieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau stellt die Programme 430, 151, 152 bereit, über die Sanierer zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse erhalten können.

Hinweis:
Im Gegensatz zu einfachen Dachfenstern verändern Dachgauben das Erscheinungsbild eines Hauses so stark, dass für sie praktisch immer vorab eine Baugenehmigung eingeholt werden muss. Die Entscheidung, ob eine Baugenehmigung nötig ist oder auch eine Bauvoranfrage ausreicht, trifft das örtliche Bauamt auf der Grundlage des Baurechts des jeweiligen Bundeslandes.

 

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