Bauratgeber Sachsen Anhalt

KfW-Fördermittel für Hausbau und Sanierung

Die KfW-Bank bietet sowohl Bauherren als auch Eigenheimbesitzern ein breites Spektrum an Förderprogrammen, wobei es sich bei der Unterstützung in der Regel um zinsgünstige Darlehen zu tilgungsfreundlichen Konditionen handelt. In einigen Fällen sind jedoch auch einmalige Zuschüsse möglich.

 

KfW-Wohneigentumsprogramm (Nr. 124)

Dieses Programm richtet sich an Interessenten, die selbst genutztes Wohneigentum kaufen oder bauen und wird unabhängig von energetischen Anforderungen vergeben.
Der langfristige Kredit beläuft sich auf höchstens 50.000,-- Euro und kann bei einem Neubau für die Grundstücks-, Bau- und Baunebenkosten, bei einer gebrauchten Immobilie für die Instandsetzungs-, Umbau- und Modernisierungskosten sowie die weiteren Nebenkosten (z. B. Notarkosten, Maklergebühren, Grunderwerbsteuer) verwendet werden. Der Grundstückskauf kann bereits ein halbes Jahr zurückliegen. Das Wohnungseigentumsprogramm lässt sich flexibel mit anderen KfW-Förderprodukten kombinieren.

 

Energieeffizient Bauen (Nr. 153)

Das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ erfuhr eine Rundum-Erneuerung, die zum 1. April 2016 wirksam wurde. Zu diesem Stichtag ergaben sich folgende Änderungen:

  • Das Nachweisverfahren für das KfW-Effizienzhaus 55 wird vereinfacht. Das künftige Verfahren trägt die Bezeichnung „KfW-Effizienzhaus 55 nach Referenzwerten“. Sachverständige können dann aus standardisierten Maßnahmenpaketen die für die Anlagentechnik und die Gebäudehülle passenden wählen.

  • Es wird mit dem Effizienzhaus „40 Plus“ ein neuer KfW-Effizienzhaus-Standard eingeführt. Dieser Haustyp erzeugt und speichert seine benötigte Energie unmittelbar am Gebäude.

  • Seit dem 31. März 2016 ist das KfW-Effizienzhaus 70 innerhalb dieses Programms ausgelaufen und nicht mehr gefördert. Der Grund ist eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV): Weil die energetischen Anforderungen an Wohngebäude mit der kommenden EnEV-Novelle ansteigen werden, wird dieser Haustyp künftig den Mindeststandard beim Neubau von Wohngebäuden abbilden.

  • Auch für dieses Programm gilt erstmalig, dass die Einbindung einer Baubegleitung (Programm 431) bezuschusst wird (siehe KfW-Förderung Nr. 431, weiter unten).

Das Programm richtet sich an alle, die die ein neues KfW-Effizienzhaus kaufen oder bauen. Die Kredithöhe beträgt je Wohneinheit bis zu 100.000 Euro; es kann ein Tilgungszuschuss von bis zu 15.000 Euro erreicht werden, dessen Höhe vom KfW-Effizienzhausstandard des Gebäudes abhängt. Antragsteller können eine Zinsbindungsdauer von bis zu 20 Jahren vereinbaren.

--> Auf www.niedrigenergiehaus-bauen.de finden Sie weitere Informationen über Passivhäuser / Effizienzhäuser.

 

Energieeffizient Sanieren

 

Kredit (Nr. 151/152)

Dieser Kredit wird bis zu einer Höhe von 100.000 Euro für die energetische Sanierung von Wohngebäuden gewährt, für die vor dem 01. 02. 2002 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gestellt wurde. Das Programm unterstützt auch die Finanzierung einer Heizungserneuerung, eines Fensteraustauschs, eines Lüftungseinbaus und einer Dämmung mit dem Ziel, dass die durchgeführten Maßnahmen aus dem sanierten Objekt ein KfW-Effizienzhaus machen. Zusätzlich wird ein Tilgungszuschuss von bis zu 27.500 Euro gewährt. Die Höhe des Tilgungszuschusses bemisst sich am  erreichten KfW-Effizienzhaus-Niveau. Das Programm kann mit der Fördereung Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Baubegleitung (431) kombiniert werden.

Ab dem 01.01.2016 erhalten Sanierer einen Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent für

  1. das Heizungspaket:
    Dafür muss eine ineffiziente Heizungsanlage gegen eine effiziente Anlage ausgetauscht und diese optimal eingestellt werden.

  2. das Lüftungspaket:
    Dafür muss eine Lüftungsanlage installiert und diese Maßnahme mit mindestens einer Fördermaßname hinsichtlicher der Gebäudehülle optimiert werden.

Neu ist, dass ab dem 01.04.2016 Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen nicht mehr gefördert werden.

Die Förderbedingungen schließen die Installation einer Photovoltaik-Anlage ausdrücklich aus, da hierfür das Programm 274 vorgesehen ist.

Alternativ kann das Zuschuss-Programm 430 in Anspruch genommen werden.

Ergänzend zum Programm 151 können auch die Leistungen des Programms 431 „Energieeffizient Sanieren – Baubegleitung“ in Anspruch genommen werden.

 

Investitionszuschuss (Nr. 430)

Die Förderung in Form eines Zuschusses ist für die energetische Sanierung von Wohngebäuden oder deren Kauf bestimmt, für die bis zum 01.02.2002 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gestellt worden ist. Sie ist eine Alternative zum Programm 151/152.  Es sind alle Maßnahmen förderungswürdig, die zum Erreichen eines KfW-Effizienzhaus-Standards beitragen. Dazu gehören auch die Baunebenkosten sowie Kosten für Beratung, Planung und Baubegleitung.  Der Anteil des Zuschusses an den förderfähigen Kosten beträgt je nach erreichtem KfW-Effizienzhaus-Niveau für jede Wohneinheit zwischen 10 % und 30 %, die maximale Höhe des Zuschusses zwischen 5.000,-- Euro (Einzelmaßnahmen) und 30.000,-- Euro (KfW-Haus 55). 

Außerdem fördert das Programm sowohl energetische Einzelmaßnahmen als auch Maßnahmenkombinationen für die Haus- oder Wohnungssanierung oder den Kauf von energetisch saniertem Wohnraum. Förderungsfähig sind alle Wärmedämmmaßnamen an der Gebäudehülle (Wände, Dach, Decken, Fenster) Heizungserneuerungen und Lüftungseinbau.

Ab dem 01.01.2016 gibt es auch hier einen Tilgungszuschuss für das Heizungspaket und Lüftungspaket. Er beträgt 15 Prozent der Kosten, jedoch maximal 7.500 Euro pro Wohneinheit.

Dafür muss

  • entweder die bestehende (ineffiziente) Heizungstechnik durch eine effiziente Heizungsanlage ersetzt und diese mit optimierten Einstellungen betrieben werden oder
  • eine Lüftungsanlage eingebaut und und diese mit mindestens einer förderfähigen Wärmedämmmaßname der Gebäudehülle kombiniert werden.

 

Baubegleitung (Nr. 431)

Wird bereits eines der KfW-Programme 151/152 oder 430 in Anspruch genommen, wird mithilfe des Programms 431 eine professionelle Baubegleitung während der Sanierungsphase gefördert. Die Förderung der Baubegleitung beträgt pro Vorhaben 50 % der Investitionskosten und ist auf den Höchstbetrag von 4.000 € begrenzt.
Diese Fördermaßname soll Bauherrn motivieren, die Qualität der geförderten Baumaßnahme kontinuierlich durch einen sachkundigen Architekten oder Bauingenieur überwachen zu lassen. Geeignete unabhängige Bauexperten können unter dem Link www.energie-effizienz-experten.de abgerufen werden.

 

Ergänzungskredit (Nr. 167)

Immer dann, wenn eine vor dem 01.01. 2009 installierte Heizungsanlage in einer Wohnimmobilie auf erneuerbare Energien umgestellt werden soll, kann diese Förderung beantragt werden. Bei einem Kredit von bis zu 50.000,-- Euro pro Wohneinheit werden eine Laufzeit von zehn Jahren sowie ein Festzins geboten. Gefördert werden thermische Solarkollektoranlagen, Holzvergaser-, Pellet- und Holzhackschnitzelheizungen sowie  Wärmepumpen. Förderfähig sind auch kombinierte Heizungsanlagen "auf Basis erneuerbarer Energien und fossiler Energieträger", wie zum Bsp. Gas- oder Ölbrennwertheizungen in Kombination mit einer solarthermischen Anlage.

 

 

KfW-Förderung für Erneuerbare Energien

 

 Photovoltaik (Nr. 274)

Das Programm unterstützt mit einem Kredit den Erwerb, die Errichtung oder auch die Erweiterung von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, sofern eine Erweiterung zu einer deutlichen Leistungssteigerung führt. Ein Teil des erzeugten Stroms muss in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.  Die Unterstützung beträgt bis zu 100 % der förderfähigen Nettokosten bei bis zu 25 Mio. Euro pro Maßnahme. Die Förderung bezeiht auch Batteriespeicher ein.

 

Speicher (Nr. 275)

Dieses bis zum 31.12.2018 befristete Programm steht zur Verfügung, wenn eine Photovoltaik-Anlage mit einem Batteriespeicher kombiniert wird und kann auch eingesetzt werden, wenn ein Batteriespeicher nachträglich eingebaut wurde (gilt für Anlagen, die ab dem 1.1.2013 in Betrieb genommen wurden).
Das Förderprodukt besteht sowohl aus einem KfW-Kredit als auch einem Tilgungszuschuss aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Leistungsfähigkeit der Photovoltaik-Anlage darf nicht mehr als 30 kWp betragen. Batteriespeichersysteme müssen mindestens fünf Jahre betrieben werden. Laufzeit und Zinsbindung können bis zu 20 Jahre betragen. Die Höhe des Tilgungszuschusses hängt davon ab, in welchem Zeitraum der Antrag gestellt wurde. Er war bis einschließlich 30.6.2016 mit 25 % am höchsten; danach reduziert er sich in jedem Kalenderhalbjahr um drei Prozentpunkte, sodass im letzten Antragszeitraum vom 1.7. bis zum 31.12.2018 nur noch 10 % vorgesehen sind.

 

Altersgerechtes Umbauen (Nr. 159)

Mit diesem Darlehen werden sowohl Umbauten gefördert, die zu einer Barrierefreiheit gem. DIN 18040-2 führen, als auch der Kauf von gerade barrierefrei umgebauten Wohngebäuden. Außerdem werden mit diesem Programm auch Maßnahmen zum Einbruchschutz gefördert. Gefördert werden 100 % der förderfähigen Kosten bis zu max. 50.000,-- Euro pro Wohneinheit. Die Förderung ist nicht altersabhängig.

Alternativ hierzu kann ein Zuschuss aus dem Programm KfW-Förderung Altersgerecht Umbauen - Investitionszuschuss (Nr. 455) beantragt werden. Er beträgt je Wohneinheit maximal 6.250 Euro, sofern die Maßnahme eine Kombination aus Einbruchschutz und Barrierereduzierung vorsieht.

Wichtig: Wie die KfW am 22. Juli 2016 mitteilte, sind die Mittel aus dem Programm Altersgerecht Umbauen - Investitionszuschuss (Nr. 455) für das Haushaltsjahr 2016 aufgebraucht. Antragsteller, die einen positiven Förderbescheid erhalten haben, werden den Zuschuss jedoch wie zugesagt erhalten.

 

Alle Angaben ohne Gewähr, letzte Aktualisierung erfolgte am 12. August 2016.

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