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KfW-Fördermittel für Hausbau und Sanierung

Die KfW-Bank bietet sowohl Bauherren als auch Eigenheimbesitzern ein breites Spektrum an Förderprogrammen, wobei es sich bei der Unterstützung in der Regel um zinsgünstige Darlehen zu tilgungsfreundlichen Konditionen handelt. In einigen Fällen sind jedoch auch einmalige Zuschüsse möglich.

KfW-Wohneigentumsprogramm (Nr. 124)

Dieses Programm richtet sich an Interessenten, die selbst genutztes Wohneigentum kaufen oder bauen und wird unabhängig von energetischen Anforderungen vergeben. Der langfristige Kredit beläuft sich auf höchstens 100.000,-- Euro und kann bei einem Neubau für die Grundstücks-, Bau- und Baunebenkosten und die Kosten für Außenanlagen, bei einer gebrauchten Immobilie für den Kaufpreis, die Instandsetzungs-, Umbau- und Modernisierungskosten sowie die weiteren Nebenkosten (z. B. Notarkosten, Maklergebühren, Grunderwerbsteuer) verwendet werden. Der Grundstückskauf kann bereits ein halbes Jahr zurückliegen. Das Wohnungseigentumsprogramm lässt sich flexibel mit anderen KfW-Förderprodukten kombinieren. In diesem Programm sind Sondertilgungen möglich, für die allerdings eine Vorfälligkeitsgebühr erhoben wird.

Energieeffizient Bauen (Nr. 153)

Das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ richtet sich an Bauinteressenten, Bauherren oder Käufer der KfW- Effizienzhäuser 50, 40 und 40 plus. Die Kredithöhe beträgt je Wohneinheit bis zu 120.000 Euro; es kann ein Tilgungszuschuss von bis zu 30.000 Euro erreicht werden, dessen Höhe vom KfW-Effizienzhausstandard des Gebäudes abhängt. Antragsteller können eine Zinsbindungsdauer von 10 Jahren vereinbaren.

KfW-Wohneigentumsprogramm – Genossenschaftsanteile (Programm 134)

Dieses Programm ist für Privatleute vorgesehen, die Genossenschaftsanteile für selbst genutzten Wohnraum erwerben. Pro Vorhaben wird ein Kredit von bis zu 50.000 Euro bewilligt. Die Laufzeit beträgt zwischen vier und 20 Jahren, die Zinsbindung kann für fünf oder zehn Jahre vereinbart werden. Sofern der Kredit als endfälliges Darlehen in Anspruch genommen wird, sind Laufzeiten zwischen vier und zehn Jahren möglich.

Energieeffizient Sanieren

Kredit (Nr. 151/152)

Dieser Kredit wird bis zu einer Höhe von 120.000 Euro für die energetische Sanierung von Wohngebäuden gewährt, für die vor dem 01. 02. 2002 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gestellt wurde. Das Programm unterstützt auch die Finanzierung einer Heizungserneuerung, eines Fensteraustauschs, eines Lüftungseinbaus und einer Dämmung mit dem Ziel, dass die durchgeführten Maßnahmen aus dem sanierten Objekt ein KfW-Effizienzhaus machen, mit einem Kredit von bis zu 50.000 Euro.
Zusätzlich wird ein Tilgungszuschuss von bis zu 48.000 Euro gewährt. Die Höhe des Tilgungszuschusses bemisst sich am  erreichten KfW-Effizienzhaus-Niveau.Das Programm kann mit der Förderung Energieeffizient Bauen und Sanieren - Zuschuss Baubegleitung (431) kombiniert werden.

Hinweise:

  • Die Förderbedingungen schließen die Installation einer Photovoltaik-Anlage ausdrücklich aus, da hierfür das Programm 270 vorgesehen ist.
  • Alternativ kann das Zuschuss-Programm 430 in Anspruch genommen werden.
  • Ergänzend zum Programm 151 können auch die Leistungen des Programms 431 „Energieeffizient Sanieren – Baubegleitung“ in Anspruch genommen werden.

Investitionszuschuss (Nr. 430)

Die Förderung in Form eines Zuschusses ist für die energetische Sanierung von Wohngebäuden oder deren Kauf bestimmt, für die bis zum 01.02.2002 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige gestellt worden ist. Sie ist eine Alternative zum Programm 151/152.  Es sind alle Maßnahmen förderungswürdig, die zum Erreichen eines KfW-Effizienzhaus-Standards beitragen. Die Anträge können von Eigentümern von Ein- oder Zweifamilienhäusern oder von Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften gestellt werden. Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören auch die Baunebenkosten sowie Kosten für Beratung, Planung und Baubegleitung. Der Anteil des Zuschusses an den förderfähigen Kosten beträgt bis zu 48.000 Euro für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder 10.000 Euro für Einzelmaßnahmen.
Außerdem fördert das Programm sowohl energetische Einzelmaßnahmen als auch Maßnahmenkombinationen für die Haus- oder Wohnungssanierung oder den Kauf von energetisch saniertem Wohnraum. Förderungsfähig sind alle Wärmedämmmaßnamen an der Gebäudehülle (Wände, Dach, Decken, Fenster, Außentüren) Heizungserneuerungen oder Optimierung der bestehenden Heiztechnik (darf nicht älter als 2 Jahre sein!), Erstanschluss an Nah-oder Fernwärme, Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage.

Baubegleitung (Nr. 431)

Wird bereits eines der KfW-Programme 151/152 oder 430 in Anspruch genommen, wird mithilfe des Programms 431 eine professionelle Baubegleitung während der Sanierungsphase gefördert. Die Förderung der Baubegleitung beträgt pro Vorhaben 50 % der Investitionskosten und ist auf den Höchstbetrag von 4.000 € begrenzt.
Diese Fördermaßname soll Bauherrn motivieren, die Qualität der geförderten Baumaßnahme kontinuierlich durch einen sachkundigen Architekten oder Bauingenieur überwachen zu lassen. Geeignete unabhängige Bauexperten können unter dem Link www.energie-effizienz-experten.de abgerufen werden.

Ergänzungskredit (Nr. 167)

Förderfähig ist die Erweiterung und/ oder Umstellung von kleinen Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien nach den Förderbedingungen des BAFA. Dieser Kredit ist eine gute Möglichkeit, den BAFA-Zuschuss "Heizen mit Erneuerbaren Energien" zu ergänzen. Möglich ist ein Kredit bis zu 50.000 Euro prp Wohneinheit. Der Ergänzungskredit kann auch dann beantragt werden, wenn sanierter Wohnraum gekauft wurde, allerdings müssen die Kosten für die moderne Heizungsanlage gesondert ausgewiesen werden.

KfW-Förderung für Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien  (Nr. 270)

Das Programm 270 unterstützt mit einem Kredit den Erwerb, die Errichtung oder auch die Erweiterung von Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, sofern eine Erweiterung zu einer deutlichen Leistungssteigerung führt. Dazu gehören

  • Photovoltaik
  • Wind- und Wasserkraftanlagen
  • mit Biomasse betriebene KWK-Anlagen
  • Biogasanlagen und –leitungen
  • Batteriespeicher
  • Anlagen, die mithilfe erneuerbarer Energien Wärme erzeugen
  • Kälte-/Wärmespeicher, die sich aus erneuerbaren Energien speisen.

 Die Anlagen müssen die Voraussetzungen des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien vom 21. Juli 2014 erfüllen (http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/G/gesetz-fuer-den-ausbau-erneuerbarer-energien.html). Ein Teil des erzeugten Stroms muss in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.  Die Unterstützung beträgt bis zu 100 % der förderfähigen Nettokosten bei bis zu 50 Mio. Euro pro Maßnahme, wobei auch Teilbeträge in Anspruch genommen werden können. Die Kreditlaufzeit liegt bei 2 bis 20 Jahren, die Dauer der Zinsbindung variiert ebenfalls zwischen fünf und 20 Jahren.

Altersgerechtes Umbauen (Nr. 159)

Mit diesem Darlehen werden sowohl Umbauten gefördert, die zu einer Barrierefreiheit gem. DIN 18040-2 führen, als auch der Kauf von gerade barrierefrei umgebauten Wohngebäuden. Außerdem werden mit diesem Programm auch Maßnahmen zum Einbruchschutz gefördert. Gefördert werden 100 % der förderfähigen Kosten bis zu max. 50.000,-- Euro pro Wohneinheit. Die Förderung ist nicht altersabhängig.

Alternativ hierzu kann ein Zuschuss aus dem Programm KfW-Förderung Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss - Barrierereduzierung (Nr. 455-B) beantragt werden. Er beträgt je Wohneinheit maximal 6.250 Euro.

Hinweis:

Fördermittel für Heizungen werden seit Beginn des Jahres 2020 vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) abgewickelt.Für Ölheizungen, Gasheizungen sowie ergänzende Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien erhalten SIe keine Förderung mehr. Zudem entfallen Förderungen aus den Maßnahmenpaketen Heizung und Lüftung. Allerdings fördert die KfW fördert ergänzend zum BAFA-Zuschuss:

  • Solarthermie-Anlagen
  • Biomasse-Anlagen (Pellet & Holzvergaser)
  • Wärmepumpen
  • Gas-Brennwertheizungen (in Kombination mit einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien)

Alle Angaben ohne Gewähr, letzte Aktualisierung erfolgte am 29. 02. 2020

 

 

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