Mitbauhaus

BegriffDefinition
Mitbauhaus

Bauherren, die beim Hausbau auf Eigenleistung setzen, können fehlendes Eigenkapital durch den Bau eines Bausatzhauses kompensieren. Bei dieser Variante des Hausbaus legt der Bauherr nicht nur beim Innenausbau selbst Hand an, sondern errichtet auch den Rohbau in Eigeninitiative. Auf diese kostengünstige Art des Bauens haben viele Anbieter bereits reagiert und Selbstbau-Systeme entwickelt, die auch für nicht Fachmänner umsetzbar sind. Jedoch lassen sich keine genauen Angaben darüber machen, wieviel ein Bausatzhaus am Ende der Bauphase kostet, da sich nicht alle Arbeiten in Eigeninitiative erledigen lassen und auch das Bauunternehmen für seine baubegleitende Leistung entlöhnt werden möchte.

Laut dem Verband privater Bauherren kann man bei geschätzten Baukosten von 275.000 Euro und einem Arbeitseinsatz von 850 Stunden, Einsparungen in Höhe von ca. 25.000 Euro erwarten. Bauherren, die mehr Arbeitsstunden in das eigene Haus investieren möchten, können hier natürlich mehr Kosten einsparen. Nicht zu vergessen sind Kosten, die durch den Kauf und die Erschließung des Grundstücks entstehen. Auch die Kosten der Bodenplatte beziehungsweise des Kellers müssen zu den Baukosten addiert werden.

Jedoch sollten Bauherren sich nicht überschätzen und für gewisse Arbeiten Fachleuten den Vorrang lassen.

Arbeiten für Heimwerker:

  • Maler und Tapezierarbeiten
  • Laminatboden verlegen
  • Fliesen verlegen
  • Trockenbau
  • Außenanlagen

Arbeiten für geübte Heimwerker

  • Rohbauarbeiten
  • Verbau von Fenster, Türen und Treppen
  • Verputzen der Wände

Arbeiten für Heimwerker-Profis

  • Sanitärinstallation
  • Elektroinstallation

Bauherren, die sich für die Bausatz-Bauweise entschieden haben, können auch bei der Darlehensvergabe auf Vergünstigungen zählen. So erkennen diverse Banken die getätigte Eigenleistung als Teil des Eigenkapitals an, was zu besseren Kreditkonditionen führt. Im Baugesetzbuch ist genau festgehalten, wie sich der Geldwert der Eigenleistung ermitteln lässt. Dort wird § 36 Absatz 3 II WoBauGe erklärt, dass die Selbsthilfe der Eigenleistung als jener Wert anerkannt werden kann, welcher gegenüber den üblichen Kosten der Unternehmerleistung erspart wird. Dies bedeutet, dass der Bauherr jede Arbeit, die er selbst leistet mit einem Arbeitslohn, die der Bauunternehmer veranschlagen würde, anrechnen kann. Jedoch fällt die Ersparnis, die bei der sogenannten Muskelhypothek erzielt werden kann, meistens nur mit zwischen zehn und 15 Prozent der gesamten Bausumme zu Buche, was auf den gesamten Betrag nicht sehr hoch ist.

 

Synonyme: Bausatzhaus

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