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Heizen mit Holz ist gut für die Umwelt – wirklich?

Deutschland befindet sich in der Energiewende, seitdem die Bundesregierung – namentlich Kanzlerin Merkel – dafür gesorgt hat, dass Atomkraftwerke nach und nach abgeschaltet werden. Die Lösung heißt seitdem: Energiegewinnung mithilfe von erneuerbaren Energien. Dazu zählt neben Sonne, Wind und Wasser auch Biomasse. Besonders das Heizen mit Holz ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden: Was in alten Bauernhäusern noch als rückständig oder bestenfalls romantisch-nostalgisch empfunden wurde, kommt jetzt längst auch bei den Besserverdienern gut an. Gibt es etwas Schöneres, als die wohlige Heizwärme vor einem knisternden Kaminfeuer? Und ist es nicht super für die positive Umweltbilanz, wenn eine Pelletheizung das Eigenheim versorgt? Umso besser, wenn man sich das mit einem ruhigen ökologischen Gewissen gönnen kann.

Feinstaub – einer der gefährlichsten Luftschadstoffe

Bei der öffentlich geführten Diskussion um die Verbesserung der Luftqualität insbesondere in den Innenstädten wechseln sich die Themenschwerpunkte ab: Mal hat Ozon, mal die Stickoxide, Kohlenmonoxid oder Feinstaub in der Berichterstattung die Nase vorn. Im Moment dreht sich alles um die Überschreitung der Stickoxid-Werte, da die Deutsche Umwelthilfe hier mit mehreren Klagen erfolgreich war und Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge drohen oder bereits eingeführt worden sind. Das lenkt von einem drängenderen Problem ab: der Luftverschmutzung durch Feinstaub. Genauer: durch Feinstaub, der bei der Verbrennung von Holz in privaten Feuerstätten entsteht.

In allen größeren deutschen Städten befinden sich Messstationen, die Daten zur Luftqualität sammeln. Wie die Daten des Umweltbundesamtes zeigen, geht die Belastung durch Feinstaub (PM10) im Durchschnitt allmählich zurück. Was aber nicht thematisiert wird, ist die hohe Emission von Feinstaub durch Holzöfen und –kamine sowie Pelletheizungen. Tatsächlich unternehmen die Landesregierungen keinen ernsthaften Versuch, um sich hierüber einen Überblick zu verschaffen: Die Messstationen, die Daten über alle Luftschadstoffe ermitteln, stehen fast alle an stark befahrenen Straßen oder Industriestandorten. Dort fällt zwar Feinstaub insbesondere durch den Abrieb von Fahrzeugreifen und –bremsen an, jedoch konnten die Feinstaubemissionen sowohl bei den Fahrzeugen als auch den Industriebetrieben signifikant reduziert werden.

Die heutigen Holzfeuerstätten befinden sich in Wohnvierteln, die nicht in der Nähe von Industrieanlagen oder verkehrsreichen Straßen, sondern in von ihnen etwas entfernt liegenden Bereichen liegen. Ihre Feinstaubemissionen verhalten sich anders als die Stickoxid-Emissionen: Letztere sind unmittelbar an den Straßen am größten und nehmen ab, je weiter man von diesen entfernt ist. Die durch die Holzverbrennung entstehenden Feinstäube kommen allerdings aus Schornsteinen, die sich etwas oberhalb der Haushöhe befinden. Sie verteilen sich weiträumiger, und nur ein Bruchteil von ihnen erreicht eine der Messstationen. Man kann davon ausgehen, dass Menschen in ihren Häusern Feinstaubwerten ausgesetzt sind, die es in den alten Bundesländern zuletzt in den 1970-er und in den neuen Bundesländern in den 1980-er Jahren gegeben hat. Auch das Umweltbundesamt (UBA) steht der Problematik aufmerksam gegenüber: Seine Präsidentin Maria Krautzberger schilderte, dass besonders in den Wintermonaten „der Anteil der Holzfeuerungen an der gesamten Feinstaubbelastung bis zu 25 Prozent betragen“ kann. Aus den dem UBA vorliegenden Unterlagen geht hervor, dass in über 25 Prozent der deutschen Haushalte Holz verfeuert wird.

Die auch von der Bundesregierung als umweltfreundlich gepriesene Holzfeuerung wird staatlich gefördert, was das Feinstaubproblem noch weiter verschärfen wird. Die durch die Holzverbrennung eingesparte Menge an Kohlendioxid ist zu gering, als dass der Brennstoff ernsthaft als ökologisch und nachhaltig gelten könnte. In Studien wurde bereits der Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und der Häufigkeit von Brustkrebs und Demenz sowie einer geringeren Lebenserwartung nachgewiesen.

So können die Feinstaub-Emissionen verringert werden

Der Feinstaub-Ausstoß erhöht sich deutlich, wenn das Holz über eine hohe Restfeuchte verfügt. Gesetzlich erlaubt sind zwar bis zu 25 Prozent, Brennholz mit einer Feuchte von 14 Prozent verursacht jedoch nur halb so viel Feinstaub wie solches, dessen Feuchtegrad am oberen Rand des Erlaubten ist. Jeder, der Holz verfeuert, kann den Feuchtegrad selbst mit einem Holzfeuchtemessgerät überprüfen, das in jedem Baumarkt erhältlich ist.

Nach und nach müssen gemäß der seit dem 1. Januar 2018 gültigen Novelle der Ersten Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) alle Kachel- und Kaminöfen ausgetauscht oder mit einem Spezialfilter ausgestattet werden, bei denen ein Feinstaubausstoß von mehr als 0,15 Gramm pro Kubikmeter sowie Kohlenmonoxid-Emissionen von über 4 Gramm pro Kubikmeter gemessen werden.

Von der Handhabung eines Ofens hängt maßgeblich ab, wie viel Feinstaub beim Abbrennen des Holzes entsteht. Einfache ältere Öfen, die nicht einwandfrei betrieben werden, erreichen Feinstaub-Emissionswerte von über 5.000 Milligramm je Kubikmeter; nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erreicht ein Kaminofen im Durchschnitt einen Ausstoß von 100 Milligramm pro Kubikmeter Feinstaub. Die häufigsten Fehler werden dabei beim Anzünden gemacht: Zu langsam abbrennendes Holz gibt relativ viele unverbrannte Stäube ab. Auch die richtige Sauerstoffzufuhr spielt eine große Rolle, um die Abgabe von Feinstäuben so weit wie möglich zu reduzieren.

 

 

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