Fachbegriffe

BaufachbegriffeWer ein Haus bauen oder sanieren möchte, wird regelmäßig mit Begriffen aus dem Bauwesen konfrontiert. Wenn Handwerker, Hausanbieter und Baufirmen ihre Kunden mit Fachvokabular zu beeindrucken versuchen, können durchaus viele Fragen offen bleiben. Damit dies nicht so bleibt, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe und Fachwörter aus der Baubranche so verständlich wie möglich erklärt. Wir hoffen sehr, dass Ihnen unser Baulexikon eine kleine Hilfe ist. Wir werden es immer wieder um weiteres Fachvokabular ergänzen.

Sofern Sie einen Begriff nicht finden konnten, dann schreiben Sie uns bitte! Wir werden Ihnen direkt antworten und den Fachbegriff schnellstmöglich auch hier ergänzen.

 

BegriffDefinition
Bauerwartungsland

Flächen, die zur Bebauung im Rahmen eines Flächennutzungsplanes vorgesehen sind, bezeichnet man als Bauerwartungsland. Allerdings ist dies eine unverbindliche Angabe, somit besteht kein Rechtsanspruch auf eine spätere Bebauung dieser Flächen.

Baufeuchte

Der Begriff bezeichnet den Wassergehalt eines Bauteils oder von Bauteiloberflächen, der während des Herstellungsprozesses entsteht oder eindringt. Vor allem die Verwendung von Mörtel, Beton, Nassestrich, Farben oder Putz ist die Hauptursache für die Entstehung von Baufeuchte. Ständiges Lüften während der Bauphase trägt dazu bei, die Baufeuchte deutlich zu verringern. Wenn während dieser Zeit nur für einen mangelhaften Wetterschutz gesorgt wird, können auch in das Gebäude eindringende Niederschläge zu einer Erhöhung der Baufeuchte führen. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass ein fertiggestellter Neubau pro Quadratmeter etwa 90 Liter Wasser enthält.

Siehe auch www.hausbauberater.de/bautrocknung.

Synonyme - Bautrocknung
Baufläche

Wird für ein Grundstück ein Flächennutzungsplan erstellt, so ist in diesem auch die für die Bebauung vorgesehene Fläche auszuweisen. Man spricht dabei auch von der Baufläche. Sie muss nach der allgemeinen Art ihrer baulichen Nutzung dargestellt werden. Man unterscheidet in der Baunutzungsverordnung zwischen verschiedenen Bauflächen, zum Beispiel Wohnbauflächen, gewerbliche Bauflächen, gemischte Bauflächen und Sonderbauflächen.

Baufortschritt

Der Baufortschritt definiert den Fortgang des Hausbaus und lässt Rückschlüsse auf denFertigstellungstermin zu. Der Baufortschritt ist sowohl im Hinblick auf die Baufinanzierung als auch der Einzugsplanung wichtig. Die Ratenzahlung der Baukosten erfolgt in der Regel gemäß eines Zahlungsplans nach dem Baufortschritt.

Baugebiet

Von einem Baugebiet spricht man, wenn ein bestimmtes Areal im Flächennutzungs- und Bebauungsplan zur Bebauung vorgesehen ist. Baugebiete werden nach der Art der zulässigen Nutzung und der Art der zulässigen Betriebe und Anlagen unterschieden. Es gibt beispielsweise reine Wohngebiete, allgemeine Wohngebiete, Kleinsiedlungsgebiete, Mischgebiete und Gewerbegebiete. Alternativ kann ein Baugebiet auch innerhalb eines Innenbereiches in einem Ortsteil liegen.

Übersicht der einzelnen Gebiete nach § 1 Abs. 2 BauNVO

  • Kleinsiedlungsgebiete WS § 2 BauNVO
  • reine Wohngebiete WR § 3 BauNVO
  • allgemeine Wohngebiete WA § 4 BauNVO
  • besondere Wohngebiete WB § 4a BauNVO
  • Dorfgebiete MD § 5 BauNVO
  • Mischgebiete MI § 6 BauNVO
  • Urbane Gebiete MU § 6a BauNVO
  • Kerngebiete MK § 7 BauNVO
  • Gewerbegebiete GE § 8 BauNVO
  • Industriegebiete GI § 9 BauNVO
  • Sondergebiete SO § 10 und § 11 BauNVO

 

Synonyme - Baugebiete,Baufläche
Baugenehmigung

Die Baugenehmigung wird nach der positiven Prüfung eines Bauantrags erteilt. Es handelt sich hierbei um einen schriftlichen Bescheid, der durch die örtlich zuständige Bauaufsichtsbehörde ausgestellt wird. Dem geht Baugenehmigungsverfahren voran. Es beinhaltet den Ablauf von der Bauantragsstellung durch den Bauherrn über die Prüfung der eingereichten Unterlagen und Erteilung der Baugenehmigung bis hin zum Baubeginn.

Dieser Bescheid über die Baugenehmigung sagt aus, dass dem beantragten Bauvorhaben bezüglich des öffentlichen Rechts keine Bedenken oder Hindernisse entgegenstehen. Ein solches Bauvorhaben kann die Errichtung, Veränderung oder Beseitigung einer baulichen Anlage sein. Allerdings kann eine solche Baugenehmigung mit Auflagen versehen sein. Des Weiteren ist sie gebührenpflichtig und wird der Regel befristet ausgesprochen. Nach welchen Kriterien eine Baugenehmigung ausgesprochen wird, ist in der jeweiligen Bauordnung des Bundeslandes geregelt. Beispielsweise ist eine Regelung über die Nachbarbeteiligung in den jeweiligen Bauordnungen geregelt. Während in einem Bundesland die Unterschrift des Nachbarn auf der Bauvorlage zwingend erforderlich ist, genügt es in einem anderen Bundesland bereits, wenn die Nachbarn durch die Gemeinde über einen bestehenden Bauantrag informiert werden. Eine Baugenehmigung kann auch erlöschen, sollte innerhalb der für die Genehmigung bewilligten Frist kein Bau begonnen werden. Je nach Landesbauordnung kann ein schriftlicher Antrag auf Verlängerung der Baugenehmigung gestellt werden.

Weitere Informationen: www.hausbauberater.de/bauwissen/erlaubnis-zum-bauen-anbau-umbau-oder-abbruch.

Synonyme - Bauerlaubnis, Baubewilligung
Baugrenze

Im Bebauungsplan werden sogenannte Baugrenzen mithilfe einer blauen Linie und der Grundflächenzahl (GRZ) festgelegt. Die Baugrenzen können sowohl Vorder- beziehungsweise Seitengrenzen oder komplett geschlossene Flächenumrisse haben. Dabei handelt es sich um Grenzen, die von Gebäuden oder auch Gebäudeteilen nicht überschritten beziehungsweise überbaut werden dürfen. Sollten Gebäudeteile geringfügig vortreten, kann dies zugelassen werden. Die genaue Regelung erfolgt durch § 23 Abs. 3 S. 2 BauNVO. Weitere Ausnahmen können festgelegt werden, um die Nachbarn vor übermäßiger Bebauung zu schützen. Darunter fällt beispielsweise der Erhalt von schützenswerten Bäumen und die Gewährleistung des ausreichenden Lichteinfalls. Diese Ausnahmeregelungen sind in den jeweiligen Bauordnungen der einzelnen Bundesländer näher definiert und können sich voneinander unterscheiden.

Ist keine Baulinie sondern nur eine Baugrenze festgelegt, kann innerhalb dieses Baufensters das Gebäude entsprechend den gesetzlichen Richtlinien sowie den erforderlichen Abstandsflächen frei positioniert werden. Es gilt darüber hinaus zu beachten, dass die Baugrenze nicht mit der Grundstücksgrenze identisch ist.

Welche Anwendung die Baugrenze in einem Bebauungsplan findet, ist hier nachzulesen: https://www.hausbauberater.de/bebauungsplan

 

Bauherr

Als Bauherr bezeichnet man eine natürliche oder juristische Person, die entweder selbst das Bauvorhaben vorbereitet und durchführt oder dies durch Dritte zur Umsetzung bringen lässt. Dabei handelt der Bauherr im eigenen Namen und lässt das Bauvorhaben auf eigene oder fremde Rechnung durchführen. Der Bauherr entscheidet über die Gestaltung und die Finanzierung des Gebäudes und trägt sämtliche Risiken sowohl in der Bauvorbereitung als auch in der Durchführung.

Bauherrn tragen die Hauptverantwortung und befinden sich an oberster Stelle der Hierarchie eines Bauvorhabens. In der Regel wird für ein anzeigebedürftiges beziehungsweise genehmigungspflichtiges Bauvorhaben ein Unternehmer oder Entwurfsverfasser bestellt. Das ist abhängig von der Definition der jeweiligen Bauverordnung eines Bundeslandes. Er bereitet das Bauvorhaben vor, führt es aus und überwacht alles.

Der Bauherr selbst ist für die Ausführung sämtlicher öffentlich-rechtlicher Anforderungen zuständig. Für gewöhnlich überlässt er die dem Unternehmer beziehungsweise Entwurfsverfasser. Zu den Anforderungen gehören vorrangig das Stellen der Anzeigen, Anträge und Vorlager bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde.

Zudem wird der Baubehörde über die Bauaufsicht die Möglichkeit eingeräumt vom Bauherrn beauftragte Personen zwangsweise ersetzen zu lassen, die sich als inkompetent für das Bauvorhaben herausstellen. Das Bauvorhaben kann sogar vorübergehend eingestellt werden im Bedarfsfall.

Darüber hinaus ist der Bauherr der Hauptansprechpartner, wenn es um die Gewährleistung der Sicherheit des Bauvorhabens geht und trägt die gesamte Verantwortung. Das betrifft vor allem die Verkehrssicherheit an und um der Baustelle und mit einer Vielzahl an Vorschriften einher. Daher ist es ratsam entsprechende Versicherungen um ein Bauvorhaben herum abzuschließen.

Weitere Informationen über die Rechte und Pflichten als Bauherr finden Sie hier: https://www.hausbauberater.de/rechte-pflichten-bauherren

Synonyme - Bauherrn,Bauherren
Baukran

Ein Baukran wird auf Baustellen eingesetzt, um schweres Material an die gewünschte und ohne Kran schwer zugängliche Position zu bringen. Baukräne werden vornehmlich bei Hochbau- und Rohbauarbeiten verwendet. Meist werden dabei Turmdrehkräne oder Kletterkräne eingesetzt, da diese leicht aufstellbar und transportierbar sind.

Turmdrehkran

Dieser Krantyp wird am häufigsten verwendet. Mithilfe eines Drehkranzes kann der Kranarm seitlich geschwenkt werden. An dieser Stelle wird nochmal zwischen untendrehenden und obendrehenden Turmkränen unterschieden.

  • Untendreher
    - Kranturm ist auf einem Unterwagen mit Drehkranz montiert
    - kompletter Kranturm dreht sich bei Seitwärtsbewegungen
    Vorteil: geringe Anschaffungskosten, leichter An- und Abbau
    Nachteil: bei größeren Höhen und Lasten erhöht sich der Platzbedarf am Boden durch die längeren Ausleger

  • Obendreher
    - fest auf einem Turm- oder Fundamentkreuz inklusive Zentralballast montiert
    - bei Drehungen bewegt sich nur der Ausleger, da sich der Drehkranz am oberen Ende des Kranturms befindet
    -Vorteil: weniger Platzbedarf, größere Höhen können erreicht werden, entstehende Drehmoment durch Traglast und Wind verringert sich durch den kürzeren Hebelarm

Kletterkran

Ein Kletterkran ist eine besondere Form des Turmkrans. Er findet häufig Einsatz bei der Errichtung von besonders hohen Gebäuden wie Schornsteine, Türme oder Hochhäusern. Dabei wird noch einmal zwischen innenliegenden und außenliegenden Kletterkränen unterschieden, wobei letztgenannter vermehrte Anwendung findet. Vorteil des Kletterkrans ist, dass er quasi mit der Gebäudehöhe mitwächst und somit in größeren Höhen unterstützen kann. Nachteilig sind der schwierige Transport und die diffizile Montage.

 

Synonyme - Baukrane
Bauleiter

Der Bauleiter leitet Teile oder die komplette Baustelle und ist für die ordnungsgemäße Ausführung aller anfallenden Bauarbeiten verantwortlich. Bauleiter sind in der Regel Interessenvertreter des ausführenden Bauunternehmers, gleichfalls aber auch Ansprechpartner des Bauherrn.

Folgende Aufgaben im Detail hat ein Bauleiter unter anderen zu erfüllen:

  • er trägt Sorge, dass die Arbeiten termingerecht, qualitätsgesichert und wirtschaftlich ausgeführt und die Vorgaben eingehalten werden
  • Auskunfts- und Ansprechperson für den Bauherrn, jedoch nicht sein Interessenvertreter
  • Gewährleistung der Sicherheit und des Schutzes der Gesundheit und der Umwelt
  • wird auf Kleinbaustellen durch einen Polier vertreten, da nicht permanent vor Ort
  • Sicherstellung über ausreichendes und termingerechtes Vorhandensein benötigter Baumaschinen, Rüstung und Baustoffe auf der Baustelle
  • Koordination der Gewerke
  • Abrechnung und Nachtragsmanagement
  • Kosten- und Leistungsmeldung
  • Abnahme der Bauarbeiten am Ende des Baus

Sofern der Bauherr sein Bauvorhaben in Eigenregie oder im Rahmen der Einzelvergabe absolviert, kann es sehr von Vorteil sein und sich zudem finanziell lohnen, den Architekten als Bauleiter einzusetzen. Er bringt seine Erfahrung zur Auswahl der entsprechenden Baufirmen mit ein und gewährleistet eine fehlerfreie Umsetzung seiner Bauskizze. Insofern der Bauherr die geforderten Qualifikationen und Ausbildungen vorweisen kann, kann er selbst als Bauleiter fungieren.

Synonyme - Bauoberleitung, Bauführung

Synonyme - Bauleitung,Polier

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