Sturz

BegriffDefinition
Sturz

Ein Sturz kommt im Bauwesen in Form eines Fenster- oder Türsturzes vor und ist vergleichbar mit einer Art Balken. Dieser Balken ist bei einer Maueröffnung oberhalb von Fenstern oder Türen in gerader oder gebogener Form angebracht. Ein Sturz verteilt das auf ihm liegende Gewicht gleichmäßig links und rechts an das umliegende Mauerwerk. Der Begriff “Stahlträger” ist die geläufigste Form des Sturzes.

Der Einbau von Fenster- und Türstürzen erfolgt für gewöhnlich bei einem Mauerdurchbruch von mindestens 60 cm in einer tragenden Wand. Weitere Anwendungsgebiete sind Verbindungen zweier Räume mittels Wanddurchbruch oder die Installation eines Lichtbandes zur Beleuchtung dunkler Flure und Räume mit Tageslicht. Durchreichen zwischen Esszimmer und Küche sind ebenfalls mit einem Sturz zu versehen, auch wenn es sich nicht um eine tragende Wand handelt.

Stürze sind heutzutage hauptsächlich standardisiert gefertigt und in verschiedenen Standardausführungen sowie Materialien verfügbar:

  • Betonsturz - bei Arbeiten mit Kalksand- und Zementstein
  • Tonsturz - mit Betonkern gegossen, bei Arbeiten mit Back- und Leichtbacksteinen
  • Stahlsturz - bei hohen Traglasten und für Industriedesign im Eigenheim

Zum Baustandard gehören heutzutage Fertigsturzsysteme. Die Sturzkonstruktion in Verbindung mit einer optischen Verblendung hat bereits optional eine Wärmedämmung integriert. Zusätzlich erfolgt die Auslegung des Fertigsturzes auf konkrete Lasten ab Werk anhand von Tragfähigkeitstabellen.

Für die Berechnung der Sturzmaße empfiehlt sich folgende Faustformel:

  • Sturzlänge = lichte Breite der Mauerwerksöffnung + 50 cm (je 25 cm links und rechts)

Die Wandtiefe gibt die Sturzbreite vor. Ist die Wand tiefer als 20 cm, erfolgt normalerweise der Einbau von 2 Stürzen. Durch die größere Auflagefläche ergibt sich eine bessere Lastenverteilung. Zusätzlich zu beachten gilt es, dass es einen Unterschied bei der Berechnung zwischen tragenden und nichttragenden Wänden gibt. Für nichttragende Wände ist es zum Beispiel ausreichend, dass lediglich zwei Drittel der Wandtiefe durch den Sturz überdeckt sind.

Generell sollte die Planung und Berechnung eines Mauerdurchbruchs stets durch einen Fachmann erfolgen. Tragwerksplaner oder Statiker kommen an dieser Stelle zum Einsatz und beziehen neben der Sturzlänge und -tiefe zusätzliche Faktoren in Ihre Berechnung wie beispielsweise den Verlauf von Leitungen in der Wand mit ein.

 

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