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Neubaufeuchte

Begriff Definition
Neubaufeuchte

Die unsichtbare Gefahr im Neubau heißt Feuchtigkeit. Denn was beim Einzug oder der Schlüsselübergabe nagelneu und hübsch aussieht, ist durch die unterschiedlichsten Baustoffe wie Putz, Estrich, Beton oder das Mauerwerk vollgesogen mit Feuchtigkeit. Experten sagen, bis zu 100 Litern Wasser pro Quadratmeter, machen die Feuchtigkeitseinlagerungen aus. Bei einem Haus mit 200 qm Wohnfläche sind dies immerhin 20.000 Liter, die zunächst gründlich austrocknen müssen, bevor von einem gesunden Wohnklima gesprochen werden kann. Ein Mauerwerk allein benötigt für die vollständige Austrocknung bis zu 360 Tagen, mindestens aber 120 Tage. Bei Betonwänden dauert der Trocknungsprozess erheblich länger. Das Ergebnis wird dann als Ausgleichsfeuchte bezeichnet, also der Zustand der vollständigen Austrocknung von Feuchtigkeit in Bauteilen und Baumaterialien.

Der Baukörper gibt die Feuchtigkeit an die Raumluft ab und von dort muss sie möglichst effektiv entweder aus dem Haus geleitet werden oder mit anderen Methoden “neutralisiert” werden. Vor allem zu beachten ist die Neubaufeuchte bei rasant hochgezogenen Hausbauprojekten, bei denen nur wenige Monate vom Erdaushub bis Einzug vergehen. Hier ist es sehr wahrscheinlich, dass der Bauträger oder die Baufirma notwendige Bautrocknungszeiten verkürzt oder gar ausgelassen hat, damit schnell die Übergabe an den Bauherrn und damit die Zahlung erfolgt. Aber die Neubaufeuchte kann schnell zu Schäden am Bauwerk kommen, meist in Form von Ausblühungen, Schimmelpilzbildung oder im ungünstigsten Fall sogar zu einem Hausschwamm führen.

Tipps

  • Wichtig ist regelmäßiges Stoßlüften mehrmals am Tag. Hilfreich kann hier ein Hygrometer sein, dass anzeigt, wann die relative Luftfeuchtigkeit unter 60 % liegt, denn dann ist ausreichend Luftzufuhr vorhanden.
  • Auch dem Heizen kommt eine immens wichtige Bedeutung zu, denn warme Luft nimmt deutlich mehr Feuchtigkeit auf als warme. Zimmer, die noch nicht vollständig eingerichtet sind und genutzt werden, müssen unbedingt gleichmäßig temperiert sein. Ein häufiger Fehler vor allem bei Häusern mit nahezu dichter Haushülle ist das herunterschalten der Heizung. Ein Neubau sollte unabhängig von der Dichte der Gebäudehülle im ersten Jahr intensiv beheizt werden, damit die Neubaufeuchte austrocknen kann.
  • Es kann hilfreich sein, Möbel noch nicht bis ganz an die Wand zu stellen. So ergibt sich dahinter ein kleiner Luftspalt, der zumindest in den ersten Monaten helfen kann, die Neubaufeuchte auszutrocknen. Ein Abstand von ca. 10 cm wird empfohlen, so kann der Luftzug hinter der Schrankwand die Wand dahinter trocknen lassen.
  • Diffusionsfähige Materialien wie beispielsweise Tapeten, Farbe und Grundierungen können ebenfalls helfen, gegen die Neubaufeuchte vorzugehen. Eine luftdicht abgedeckte Wand kann nicht selbständig atmen und die Feuchtigkeit aus ihr nicht entweichen. Das führt zur Ansammlung von Feuchtigkeit und damit auch zu einem erhöhten Risiko für Schimmelpilz und Stockflecken.

Siehe auch:

 

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Synonyme: Baufeuchte,Baufeuchtigkeit

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