FI-Schutzschalter

BegriffDefinition
FI-Schutzschalter

Dieser umgangssprachliche Begriff ergibt sich aus dem "F" für Fehler und dem "I" aus dem Formelzeichen für elektrischen Strom, woraus das Kurzwort "FI-Schutzschalter" oder auch nur FI-Schalter" entstanden ist. Der korrekte Begriff lautet Fehlerstromschutzschalter und wird mit RCCB (Residual-Current Circuit Device) abgekürzt. Nach der internationalen Normung hat sich seit 2008 jedoch das Kürzel "RCD"(Residual Current protective Device, Reststromschutzgerät) durchgesetzt. Der Schutzschalter unterbricht den Stromkreislauf, wenn ein hoher Fehlerstrom gegen Erde fließt. Sie sind eine Sicherheitsvorrichtung gegen Stromschläge, die in Baustellenverteilern, Schulen, Schwimmbädern, Laboratorien, und allen feuergefährdeten Betriebsstätten eingebaut werden muss.

Die Funktionsweise dieser lebensrettenden Schalter ist recht einfach. Der Strom fließt von der Steckdose zum Verbraucher und in der gleichen Stärke wieder zurück zur Steckdose. Wird dieser Stromfluss durch einen Menschen unterbrochen, wenn dieser zum Beispiel ein schlecht isoliertes Gerät anfasst, dann registriert der FI-Schutzschalter die Differenz in der Stromstärke und unterbricht den Stromkreis. Diese schnelle Unterbrechung ist wichtig, um dem gefährlichen Herzkammerflimmern vorzubeugen. FI-Schutzschalter unterbrechen Stromkreise bereits ab eine Stromdifferenz von 0 bis 30 mA, je nach Ausführung. Zum Vergleich, eine herkömmliche Haushaltssicherung reagiert erst ab einer Stromstärke von mindestens 16 A.

Der FI-Schutzschalter ist seit 2009 Pflicht für jeden neu eingebauten Stromkreis. Schon seit 1984 waren diese in Westdeutschland in Neubauten für Feuchträume Pflicht. In Altbauten besteht für die älteren Stromanlagen keine gesetzliche Nachrüstpflicht. Trotzdem ist es empfehlenswert, bei Altbauten den FI-Schutzschalter nachzurüsten. Der Einbau ist einfach, muss aber unbedingt vom Fachpersonal durchgeführt werden. FI-Schutzschalter werden in den Sicherungskasten eingebaut und entsprechend verkabelt, ohne neue Leitungen verlegen zu müssen.

Ein FI-Schutzschalter sollte in keinem Haus fehlen. Viele Menschen glauben, dass elektrischen Sicherungen vor einem Stromschlag schützen. Die herkömmlichen Sicherungen schützen jedoch in erster Linie das Leitungssystem vor einer Überlastung.

Um zu überprüfen, ob das Haus oder die Wohnung über einen FI-Schutzschalter verfügt, sollte der Sicherungskasten überprüft werden. Der FI-Schutzschalter ist entsprechend beschriftet und besitzt einen Prüfknopf.

Synonyme: Fehlerstromschutzschalter, Reststromschutzgerät, RCCB, RCD,Fehlerstrom-Schutzschalter

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