Begriff Definition
Schnurgerüst

Das Aufstellung eines Schnurgerüstes gehört zu einer der grundlegenden Arbeiten auf einer Baustelle und wird gleich zu Beginn erledigt. Bevor Bauherren mit dem Bau ihres Eigenheims beginnen können, sollte möglichst ein Vermesser des örtlichen Bauamtes das Grundstück vermessen und dieses mit farblich markierten Hölzern kennzeichnen. Diese Markierung dient somit als Hinweis, bis zu welcher Stelle der Boden für den anstehenden Rohbau auszuheben ist.

Ist dies vollbracht, wird ein Schnurgerüst aufgestellt, dass meistens vom fachmännischen Mitarbeiter der Rohbaufirma durchgeführt wird. Jedoch kann der Aufbau des Schnurgerüstes auch in Eigeninitiative des Bauherren errichtet werden. Das Schnurgerüst erfüllt die Funktion, die äußeren Kanten des zu errichtenden Hauses zu markieren beziehungsweise abzustecken.

Der Aufbau eines Schnurgerüstes muss einzeln im Verzeichnis der durchgeführten Arbeiten aufgeführt sein, denn es zählt zu den Dienstleistungen des Bauunternehmens. Bauherren sollten sich darüber informieren, wer die Vermessung durchführt und die anfallenden Kosten übernimmt. Regelungen hierfür sind in der DIN 276 vermerkt.

Die Kosten, die für die Erstellung eines Schnurgerüstes anfallen, sind abhängig von der geplanten Gebäudedeckenanzahl und der hiermit notwendigen Schnurböcke.

Schnurböcke werden meistens 1 bis 2 Meter außerhalb der Gebäudekante oberhalb der Baugrube errichtet. Ein Schnurbock besteht aus circa 1,5 Meter langen Kanthölzern, die in jeder Ecke in den Boden gerammt werden und dann mit waagerechten Holzbrettern verbunden werden. Die notwendige Stärke der Latten dürfen eine Mindestdicke von 80 x 140 Millimeter nicht unterschreiten. Alternativ können auch stabilere wiederverwendbare Metallkonstruktionen verwendet werden.

Auch wenn keine Abnahme des Schnurgerüstes durch die Behörden erfolgt, hat dieses eine erhebliche rechtliche Bedeutung. Die gesamten Ausmaße des geplanten Gebäudes sind nun visuell einsehbar, was besonders für die Nachbarschaft von Interesse ist. So ist sofort sichtbar, ob rechtliche Grenzabstände eingehalten werden.

Die Entfernung des Schnurgerüstes darf erst nach dem gießen der Bodenplatte erfolgen, da diese die baurechtlich relevanten Aspekte aufweist. Das Schnurgerüst ist Eigentum des Bauherrn und darf nur mit seiner Zustimmung entfernt beziehungsweise verändert werden. Ein unerlaubtes entfernen eines Schnurgerüstes kann auch rechtliche Folgen haben, da es als Beweismittel gelten kann.

 

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Synonyme - Schnurbock
Schornstein

Ein Schornstein ist dazu da, den sicheren und effizienten Betrieb einer Feuerstelle zu garantieren. Es gibt unterschiedliche Arten von Schornsteinen. Für welche Art sich Bauherren am Ende entscheiden sollten, ist abhängig von der gewählten Feuerstätte, die im Haus genutzt wird. Dies bedeutet, dass der Förderdruck und die Temperatur, die durch die Verbrennung entstehenden Abgase entsteht, ausschlaggebend dafür sind, welcher Schornstein verwendet werden kann.

  • Gemauerte Schornsteine
    Gemauerte Schornsteine sind seit dem 19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts die am häufigsten verbauten Abgassysteme. Sie besitzen einen gemauerten Schacht mit einer rauen Innenfläche. Entstehende Abgase entweichen langsam, da die vorhandenen Fugen und der für die Stabilität verwendeten Mörtel diese abbremsen. Eine Dämmung können diese Abgassysteme nicht vorweisen. Jedoch sind die verbauten Backsteine sehr gute Wärmespeicher. Gemauerte Schornsteine benötigen eine Abgastemperatur von circa 200 Grad. Fällt die Temperatur unter die vorgeschriebene Mindesttemperatur, kann eine Kondensierung auftreten. Eine Versottung des Schornsteins ist die Folge. Das hat zur Folge, dass das Mauerwerk des Schornsteins porös wird und in sich zusammenfallen kann. Gemauerte Schornsteine sind für Brennwertanlagen eher ungeeignet. Auch eine Erweiterung des Abgassystems ist nur mit einem großen Aufwand möglich.

  • Keramikschornsteine
    Keramikschornsteine sind aus einzelnen Keramik-Elementen gefertigt. Höhere Förderdrücke sowie eine niedrigere Abgastemperaturen von mindestens 110 Grad sind möglich. Ein nachträglicher Anschluss von weiteren Feuerstellen ist Bauherren mit sehr hohen Kosten verbunden.

  • Leichtbauschornsteine
    Leichtbausteine, auch F90-Schächte genannt, besitzen einen mehrschaligen Aufbau und sind vielseitig verwendbar. Luft-Abgas-Schornsteine erfüllen die Brandschutzanforderungen der F90-Klasse und dürfen somit für jegliche Regelfeuerstätten, für Neubauten und den nachträglichen Einbau verwendet werden.

  • Kunststoffschornsteine
    Kunststoffschornsteine bestehen aus Polypropylen-Rohren. Sie werden für Öl- und Gasbrennwertgeräte genutzt, die eine Abgastemperatur von 120 Grad Celsius nicht überschreiten.

  • Edelstahlschornsteine
    Edelstahlschornsteine gehören zu den modernsten Abgassystemen. Sie können einwandig für die Innenmontage sowie mit Dämmschicht, also doppelwandig, für die Außenmontage genutzt werden. Die Rohrleitungen besitzen eine Beständigkeit gegen Säuren und Rauch.Schornsteine aus Edelstahl sind versottungsbeständig und eignen sich für hohe Förderdrücke und für hohe Abgastemperaturen von bis zu 600 Grad Celsius.

Möchten Hauseigentümer ein neues Heizsystem beziehungsweise eine neue Feuerstelle an ein bereits bestehendes Schornsteinsystem anschließen, müssen Schornsteine nachgerüstet werden. Dies ist erforderlich, um den sicheren und effizienten Betrieb der Heizsysteme zu gewährleisten. Hauseigentümer sollten vor einer Nachrüstung immer den zuständigen Schornsteinfeger einbeziehen.

Folgende Aspekte müssen bei einer Nachrüstung beachtet werden:

  • Abstände zu brennbaren Bauteilen gemäß Brandschutzverordnung
  • Höhe des Schornsteins gemäß Emissionsschutzverordnung
  • Querschnittsberechnung nach EN 13385
  • Einfügen von Reinigungsöffnungen
  • Landesbauordnung
  • Feuerungsverordnung der einzelnen Länder

Eine gemeinsame Schornsteinanlage für einen Kaminofen und eine Zentralheizung zu nutzen ist nicht gestattet. Auch eine Mehrfachbelegung einer Schornsteinanlage ist nur dann erlaubt, wenn es sich um Feuerstätten gleicher Art handelt, wie zum Beispiel Kaminöfen, die sich auf demselben Stockwerk befinden.

 

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Synonyme - Schlot,Esse,Kaminzug
Schüttraummeter

Schüttraummeter ist eine Maßeinheit für Brennholz. Wer Feuerholz kauft, wird auch auf die Begriffe Festmeter und Raummeter antreffen. Das sind alles Maßeinheiten, die einen Kubikmeter Brennholz beschreiben. Jedoch ist die tatsächlich nutzbare Holzmasse sehr unterschiedlich.

Ein Festmeter ist die gängige Einheit. Es handelt sich hier genau um einen Kubikmeter Holzmasse. Unberücksichtigt bleiben dabei jene Zwischenräume, die bei der Schichtung von Scheitholz entstehen. Es ist ein perfekt gestapelter Würfel von Holzstücken mit einer Seitenlänge von einem Meter.

Ein Raummeter ist die im Handel bekannteste Maßeinheit von Brennholz. Auch hier handelt es sich um einen Kubikmeter Holz. Alle Holzstücke haben eine Länge von einem Meter. Da die Holzstücke aber gespalten oder ungespalten sein können, hat der Holzstapel Luftlücken.

Ein Schüttraummeter ist ebenfalls ein Kubikmeter Brennholz. Allerdings hier wird aufgrund von wirtschaftlichen Gründen auf eine ordentliche Aufschichtung verzichtet. Mit anderen Worten, das gespaltene Kaminholz wird einfach geschüttet. Dadurch entstehen natürlich mehr Lücken als bei einer sorgfältigen Stapelung. Das erspart viel Zeit, da das Brennholz schneller aufgeladen und rasch und unkompliziert mit einer Kippvorrichtung am LKW abgeladen werden kann. Es liegt jedoch auf der Hand, dass die Holzmenge von einem Schüttraummeter im Vergleich zum Festmeter oder Raummeter deutlich geringer ist.

So werden Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter umgerechnet:

  • 1 Festmeter = 1,4 Raummeter = 2,3 Schüttraummeter
  • 1 Raummeter = 0,7 Festmeter = 1,4 Schüttraummeter
  • 1 Schüttraummeter = 0,4 Festmeter = 0,7 Raummeter

Hinweis:
Schüttraummeter ist eine ältere Bezeichnung und wird von dem Begriff Schüttkubikmeter abgelöst.

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Synonyme - Schüttkubikmeter
Schüttung

Moderne Fußböden wie Laminatböden, Parkettböden oder Fliesen erfordern eine perfekt ebene Unterlage für die Verlegung. Um einen unebenen Beton- oder Holzuntergrund zu glätten, wird eine dünne Boden- und Dämmstoffschüttung verteilt. Eine Schüttung eignet sich auch, um einen gut gedämmten, leisen und stabilen Untergrund für den Fußbodenbelag zu erhalten. Somit sorgt eine Schüttung grundsätzlich für den Ausgleich von Untergründen, die Herstellung einer bestimmten Höhenlage oder die Auffütterung unter den Spanplatten und Fertigteilestrichen. Die Materialien, aus den eine Schüttung bestehen kann, sind Blähton, Blähglas, Blähschiefer oder Perlite. Es handelt sich um lose oder gebundene Konglomerate mit unterschiedlichen Körnungsstärken.

Man unterscheidet drei Arten von Schüttungen:

  1. Lose Schüttung
    Das Schüttgut besteht in den meisten Fällen aus einem Granulat, dass mit Bitumen, Naturharz oder Gips ummantelt ist, damit es sich zu einen Homogenen und tragfähigen Schicht verdichten lässt. In der Praxis werden auf diese Art auch Rohrleitungen eingebettet.

  2. In Form gefasste Schüttung
    Hierbei werden ca. 3 cm hohe Pappwaben mit Sand gefüllt. Für Dichtheit unterhalb der Schüttung sorgt ein Rieselschutz. Die Pappwaben sollen verhindern, dass das darin befindliche Schüttgut bei Belastung des Oberbelags "wandert".

  3. Die gebundene Schüttung
    Hier ist das Schüttgut mit einer aushärtenden Komponente wie Epoxidharz versehen. Diese Art von Schüttung muss größtenteils mit Wasser angerührt werden und nach dem Auftragen trocknen und aushärten.

Für eine Boden- und Dämmstoffschüttung werden meist Perlite verwendet. Perlit ist ein natürliches, mineralisches Vulkanglas mit hohen bauphysikalischen Eigenschaften und einer hohen mechanischen Belastbarkeit. Es ist chemisch neutral und wird baubiologisch und bau-ökologisch als sehr gut eingestuft.

 

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Schwarze Wanne

Wohnhauskeller besitzen eine Bodenplatte aus Beton, bestehen aber ansonsten in den meisten Fällen aus gemauerten Außenwänden, die wasserdurchlässig sind und somit eine weitere Abdichtung benötigen. Deshalb ist es wichtig, dass Mauerwerk von außen durch eine vollständige Dichtungshaut zu schützen. Dies geschieht meistens auf der Basis von Bitumenbaustoffen, einem Erdölprodukt  in schwarze Farbe, woraus der Name "Schwarze Wanne" resultiert. Bitumen brilliert durch seine Wasserdichtheit und seine vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten. Hierbei wird zwischen flüssigen und pastösen Anstrichen sowie festen Bitumenbahnen, die auf die Kellerwände geschweißt werden, unterschieden. Die Anstriche enthalten Kunststoffzusätze, die das Material verformungsresistenter und rissfest machen.  Die Ausführung einer solchen Abdichtung erfolgt nach DIN 18533.

In Deutschland werden schwarze Wannen häufig mit einer kunststoffmodifizierten Bitumenbeschichtung (KMB) ausgeführt. Die Beschichtung wird mittels Spachteln an der äußeren Seite des Kellers aufgetragen. Bauherren sollten hierbei beachten, dass man mit dieser Alternative zur schwarzen Wanne keine zuverlässige Abdichtung erreichen kann, weil eine gleichmäßigen Bitumendicke kaum an jeder Stelle erreicht wird.

Die Sanierung einer Abdichtung ist aufgrund der schwierigen Lage mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. Genau aus diesem Grunde müssen äußerste Sorgfalt und handwerkliches Können bei der Herstellung der Kellerabdichtung vorliegen, um Mängel auszuschließen. Nur erfahrene Fachleute verfügen über die erforderlichen Kenntnisse.

Ausführliche Informationen über den Kellerbau: hausbauberater.de/bauweisen/kellerbau/schwarze-wanne

 

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Schwellenwert

Sogenannte Schwellenwerte spielen im öffentlichen Vergabewesen eine wichtige Rolle. Sie stellen die Werteschwelle dar, ab der es eine Pflicht besteht, eine Ausschreibung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft zu veröffentlichen. Dieses hat zur Folge, dass eine Ausschreibung europaweit zugänglich ist und somit mit einer dementsprechend großen Teilnehmerzahl gerechnet werden kann. Ein Schwellenwert ist für die einzelnen Teilbereiche wie Bau, Liefer- sowie Dienstleistung unterschiedlich hoch. Kommt es dazu, dass ein Schwellenwert überschritten und das Vergabeverfahren europaweit angelegt wird, greifen die Vergaberegeln des Gouvernement Procurement Agreement.

Um sicher zu sein, dass in sämtlichen EU-Staaten von einem bestimmten Schwellenwert ausgegangen wird, wird der Gegenwert der Schwellenwerte von der EU-Kommission in sämtliche europäische Währungen alle zwei Jahre neu berechnet und bekannt gegeben. Gesetzlich verankert ist dies im Artikel 78 der EU-Richtlinie 2004/18/EG.

Um festzustellen, ob der jeweilige Schwellenwert erreicht worden ist, muss vom öffentlichen Auftraggeber ein Auftragswert geschätzt werden. Für die Schätzung des Wertes ist nach § 3 Abs. 1 Satz 1 der Vergabeverordnung vom geplanten Gesamtwert der Leistungen ohne Umsatzsteuer auszugehen.

Vergabestellen müssen über geltende Schwellenwerte bestens informiert sein, da die eigenen Vergabeverfahren mit dem EU-Recht konform sein müssen. Bei Überschreitung des Schwellenwertes ist der Bearbeitungsaufwand automatisch höher als bei einer nationalen Ausschreibung, da sich die Zahl der potenziellen Mitbieter vergrößert.

Eine Vertragsvergabe durch ein Losverfahren nach § 3 Abs. 7, 8 und 9 der Vergabeverordnung ist anders geregelt. Besteht die Möglichkeit, dass ein geplantes Bauvorhaben zu einem Auftrag führen kann, der in mehreren Losen vergeben wird, ist der geschätzte Gesamtwert aller Lose entscheidend.

Siehe auch: https://www.ibau.de/akademie/glossar/schwellenwerte/

 

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Synonyme - EU-Schwellenwerte
Schwindmaß

Das Schwindmaß ist ein Kennwert, der die wasseranziehenden Eigenschaften von Holz zeigt. Er berechnet die Veränderung des Materials, dass durch die enthaltene Feuchtigkeit im Baustoff durch eine sogenannte Schwindung entsteht. Zwischen den unterschiedlichen Arten von Hölzern und Baustoffen bestehen teilweise enorme Abweichungen. Außerdem erhöht sich die Schwindung des Materials mit zunehmender Rohdichte.

Das auftretende Quell- und Schwindverhalten von Hölzern muss bei der Verarbeitung unbedingt berücksichtigt werden. Geschieht das nicht, kann es zu inneren Spannungen, Verformungen und Rissen im Werkstoff kommen. Um dies zu verhindern, müssen die angegebenen Richtwerte für Holzfeuchten beachtet werden. Bei Inneneinbauten beziehungsweise Möbeln liegen diese Werte zwischen 6 und 10 und bei Bauholz zwischen 10 bis 18 Prozent.

Wird Holz mit 6 % Holzfeuchte verbaut und dehnt sich anschließend auf 10 % aus, errechnet sich die prozentuale Dimensionsänderung folgendermaßen:
Dimensionsänderung in % = (6 % - 10 %) x 0,24 = 0,96 %

Wurde Holz mit einer Breite von 50 Millimetern eingebaut, gilt:
50 mm x 1,0096 = 50,48 mm

Bei einer 50 Zentimeter breiten Treppeneckstufe sind es dann bereits 4,8 Millimeter, wenn eine maximale Dimensionierung in Kraft treten würde.

Das maximale Schwindmaß ist ein Kennwert, dem bei der Verarbeitung mit Holz eine große Beachtung geschenkt wird. Er beschreibt den Zustand zwischen dem maximal gequollenen Zustand von Holz und dem sogenannten Darrzustand. Aufgrund unterschiedlicher Quellungen in verschiedenen Richtungen sowie in unterschiedlichen Dichten kann sich Holz mit überwiegend tangential verlaufenden Jahresringen verziehen, was dann zu Oberflächenveränderungen führt.

Durch eine entsprechende Wärmebehandlung, wie zum Beispiel der Holzacetylierung, kann das hygroskopische Verhalten von Holz stark reduziert werden. Auch Lackierungen oder andere Behandlungen von Holz können die Geschwindigkeit der Wasseraufnahme reduzieren und einer Quellung des Holzes entgegenwirken.

 

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Selbstbauhaus

Ein Selbstbauhaus ist ein durch den Bauherrn komplett selbstständig montiertes Haus. Alle benötigten Bauteile, wie Rahmen und Traversen sowie die für die Fertigstellung des Hauses erforderlichen Materialien werden an den gewünschten Standort geliefert, wo sie in Eigenleistung von Grund auf zusammengebaut werden. Die Baustoffe und Baumaterialien werden von einer Fachfirma hergestellt, weshalb man hier auch von einem Bausatzhaus spricht. Jedes Selbstbauhaus kommt mit einer ausführlichen Anleitung zum Zusammenstellen des Hauses, die der Bauherr genausten folgen sollte. Die meisten Firmen, die diese Hausbausätze verkaufen, bieten auch Schulungen, telefonische Hilfen oder einen Vor-Ort-Service gegen Aufpreis an. Ein Bauleiter kann das gesamte Projekt auf Wunsch begleiten.

Ein Bauherr sollte für die komplette Errichtung eines Selbstbauhauses mit mindestens 1.500 Stunden Arbeitszeit rechnen. Viele Bauherren benötigten bis zu zwei Jahre, bis sie in ihr Eigenheim einziehen können, da häufig der Bau nur am Wochenende oder nach der Arbeit stattfindet. Die Kostenersparnis beläuft sich jedoch auf zwischen 50.000 bis 80.000 Euro, abhängig von der Größe des Hauses.

Die Anbieter versprechen einen schnellen und effizienten Erstellungsprozess mit weniger unerwarteten Überraschungen und mehr Sicherheit bei der Festlegung des Budgets. Darüber kann man gewiss geteilter Meinung sein, jedoch sollte bedacht werden, dass ein in Eigenregie zu errichtendes Haus auch ein solides Bauwissen und Erfahrungen abverlangt.

Ein Bausatzhaus kann nicht gänzlich selbstständig aufgebaut und montiert werden. Für manche Aufgaben sind Fachleute notwendig und auch gesetzlich vorgeschrieben. Elektriker und Klempner sollten zumindest beratend beteiligt sein. Die Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallation sollte vom jeweiligen Handwerksmeister geprüft und abgenommen werden.

Im Zusammenhang mit Bauhelfern, selbst wenn es sich um Freunde und Bekannte handelt, muss der Bauherr eine Bauhelferversicherung bei der Berufsgenossenschaft abschließen.

 

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Synonyme - Bausatzhaus
Sicherheitseinbehalt

Bei einem Sicherheitseinbehalt handelt sich um eine Art Kaution, bei der ein Teil der Vergütung durch den Auftraggeber / Bauherren als Sicherheit einbehalten wird. Der Sicherheitseinbehalt dient als Sicherheit für später eventuell auftretende Gewährleistungsansprüche, die durch Mängel am Bau entstanden sind. Er ist gesetzlich in Paragraf § 17 Absatz 1, Nr. 2 Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen Teil B der VOB/B genauestens geregelt.

Wenn ein Sicherheitseinbehalt zwischen Bauherr und Auftragnehmer vereinbart wird, bedeutet das, dass der Bauherr nur einen Teil der fälligen Baukosten bezahlt. Der Rest der Baukosten wird erst nach Ablauf der Gewährleistungsfrist fällig. In der Regel werden 10 % des Bruttobetrages einbehalten. Nach der VOB ist die Auszahlung des Sicherheitseinbehaltes nach zwei Jahren fällig, häufig vereinbaren die Vertragsparteien aber eine Zahlung nach dem Ablauf der vier- bis fünfjährigen Gewährleistungsdauer.

Da immer mehr Kunden einen Sicherheitseinbehalt für den Fall, dass sie Gewährleistungsansprüche geltend machen wollen, fordern, hat das klein- und mittelständige Baubetriebe in finanzielle Schwierigkeiten oder sogar die Insolenz gebracht. Um trotzdem dem Bauherren die notwendigen Sicherheiten zu gewährleisten, kann auf eine Gewährleistungsbürgschaft zurückgegriffen werden.

Die Gewährleistungsbürgschaft ist eine Form der Kautionsversicherung, welche dem Bauherren dieselbe Sicherheit gewährleistet. Aber das Bauunternehmen muss keine Jahre warten, um die letzte Zahlung für die abgeschlossenen Arbeiten des Auftrages zu erhalten. Hier schließt das Bauunternehmen eine Gewährleistungsbürgschaft mit einem Versicherungsunternehmen über die Höhe des geforderten Sicherheitseinbehaltes ab. Das bedeutet, dass der Bauherr nach Abschluss der erbrachten Leistungen die volle Summe zahlen muss, aber falls Mängel im Gewährleistungszeitraum auftreten und das Bauunternehmen Insolvenz anmelden musste, kann er sich an die Versicherung werden. Mit anderen Worten eine Gewährleistungsbürgschaft kann den Sicherheitseinbehalt ersetzen.

 

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Sichtmauerwerk

Ein Sichtmauerwerk ist ein Mauerwerk aus unverputzten Ziegeln. Mit anderen Worten, die Ziegel oder auch Backsteine, liegen offen. Abgesehen davon, dass es ein Trend ist, verleihen diese Mauern einem Raum Textur, Wärme und Charakter. Es gibt nichts Schöneres als originale Backsteine, die an die Geschichte eines Hauses erinnern, schließlich gibt es gebrannte Ziegel seit Tausenden von Jahren. Und ob roh oder bemalt, der Look eignet sich für eine Reihe von Stilen, und zwar von rustikal bis industriell. Sichtmauerwerke sind sehr gut für den Innenbereich eines Hauses geeignet, aber leider nicht so gut für den Außenbereich.

Das Aufdecken der Bausteine eines Hauses hat jedoch einige Nachteile. Obwohl sie robust aussehen, ist freiliegender Ziegel tatsächlich ziemlich porös, was ihn anfällig für die Aufnahme von Schmutz und Feuchtigkeit macht. Wobei letzteres zu Verschleiß und Schimmelproblemen führen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine Versiegelung oder eine Farbe auf Acrylbasis auf die freiliegenden Backstein aufzutragen, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.

Zum Abstauben kann ein Mikrofasertuch oder der Bürstenaufsatz eines Staubsaugers dienen. Für eine gründliche Reinigung wird ein wenig Wasser mit gleichen Teilen Salz und mildem Geschirrspülmittel oder Seife empfohlen. Mit dieser Paste und einer Bürste kann die Wand gereinigt werden. Lassen Sie die Mischung für weitere zehn Minuten lang ziehen und verwenden Sie zum Schluss einen feuchten Schwamm und einen Eimer Wasser, um die Lösung von der Wand zu wischen.

Sichtmauerwerk hat aber auch viele Vorteile. Es ermöglicht ein flächensparendes Bauen, besticht durch seine Nachhaltigkeit und sein natürliches Aussehen. Außerdem trägt solch ein Mauerwerk zu einem schallgeschützten Wohnraum bei und sorgt für ein gesundes Raumklima.

 

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