Begriff Definition
Leistungsverzeichnis

Das Leistungsverzeichnis (LV) ist mit Abstand der wichtigste Bestandteil einer Auschreibung von Bauleistungen. Es dient den Bietern bei der Erstellung eines Angebotes als Kalkulationsbasis und enthält alle relevanten Informationen zur Preisfindung. Sämtliche vorgeschriebene Teilleistungen werden im LV so exakt wie möglich definiert, um den Bietern eine sehr genaue Kalkulation zu ermöglichen. Um eventuelle Nachforderungen aufgrund eines ungenauen Leistungsverzeichnisses zu verringern, sollte es so detailliert wie möglich aufgestellt sein. Das Standardleistungsbuch des Bauwesens dient dabei als Hilfestellung zur Beschreibung der jeweiligen Leistungen. Die darin enthaltenen Beschreibungstexte für Standardleistungen samt Schlüsselnummern dürfen genutzt werden.

Bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses sind bestimmte Regeln zu beachten:

  • Es sollen alleinig für Bieter und Interessenten relevante Angaben enthalten sein. Dazu gehören die Leistungen, welche im Sinne der (technischen) Vertragsbedingungen zu den vorgeschriebenen Leistungen zählen. Die Vergabehandbücher beschreiben dabei die konkreteren Inhaltsanforderungen. Folglich bedarf es lediglich der Beschreibung der Art und des Umfangs der auszuführenden Leistungen und sämtlicher Umstände, die die Ausführung der Leistung betreffen.

  • Der charakteristische Aufbau für ein Leistungsverzeichnis basiert auf definierten Hierarchieebenen, die diverse Leistungsbereiche und Teilleistungsbereiche umfassen. Hierarchieebenen sind dabei nicht zwingend erforderlich. Ebenso gut eignet sich reine Liste aus Positionen. Wählt man den Aufbau mithilfe der Hierarchieebenen, dürfen dabei maximal 5 verschiedenen Ebenen verwendet werden. Handelt es sich um ein preislich vordefiniertes Leistungsverzeichnis, sollte außerdem die DIN 276 Berücksichtigung finden.

  • Das LV wird tabellarisch aufgebaut und besteht für gewöhnlich aus der Positionslaufnummer, gefolgt von der Mengenangabe mit entsprechender Mengeneinheit. Danach folgt ein Lang- und Kurztext, wobei letzterer oft bei der Rechnungsstellung wiederzufinden ist. Abschließend folgt der Einheitspreis sowie der Gesamtpreis der jeweiligen Position.

Architekten oder Ingenieure erstellen vorrangig das Leistungsverzeichnis im Prozess der Vergabe. Zusätzlich sind darauf spezialisierte Mitarbeiter in größeren Bauunternehmen dafür zuständig. Neben der Vollständigkeit des LV ist es darüber hinaus sehr wichtig, dass die erstellende(n) Person(en) die notwendige Fachkompetenz besitzen.

Heutzutage geschieht die Verzeichniserstellung meistens mithilfe von einer Software. Bei Ausschreibungen von Bauaufträgen kommen entsprechende Softwarelösungen zum Einsatz. Speziell die AVA-Software-Programme sind dabei sehr beliebt und verbreitet. AVA ist die Kurzform für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung. Diese Programme unterstützen den Ersteller des LV im Bereich der Kostenschätzung, Ausschreibung, Vergabe und der Abrechnung der ausgeschriebenen Leistungen.

 

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Synonyme - LV
Lichtdecke

Als Lichtdecke bezeichnet man Decken, die durch ihre Konstruktion Licht über die gesamte Fläche abstrahlen. Dazu wird ein lichtdurchlässiges Gewebe verwendet, hinter dem in engen Abständen LED-Bänder angebracht sind. So entsteht der Eindruck einer homogenen Lichtfläche.

Wie funktioniert die Lichtdecke?

Die Lichtdecke ist hinsichtlich ihrer Konstruktion eine abgehängte Decke. An der Geschossdecke werden einzelne LED-Lichtbänder oder Lichtband-Module angebracht. Mit Abstand wird darunter ein transluzentes Material mit hoher Lichtdurchlässigkeit befestigt. Möglich sind randlose Decken oder Lichtdecken, die als Lichtfelder nur über einen Teil der Decke reichen. Mit einem Schalter oder auch per Fernsteuerung werden die LED-Lichter bedient. Je nach Technik können unterschiedliche Farben, Helligkeiten und Lichteffekte für ein stimmungsvolles Raumlicht gewählt werden. Sind die LED-Leuchten nicht in Betrieb, wirkt die Lichtdecke wie eine herkömmliche Decke.

Eine weitere Möglichkeit, eine Lichtdecke zu erzeugen, besteht in der Verwendung von OLED. Diese Technologie liefert durch den schichtweisen Aufbau flächiges Licht, ist allerdings aktuell in der Anschaffung noch teurer und hat im Vergleich zu LEDs eine geringere Lebensdauer.

Wo eignet sich der Einbau einer Lichtdecke

Die Lichtdecke erzeugt durch die indirekte Beleuchtung eine angenehme und behagliche Raumatmosphäre. Geeignet ist diese Form der Beleuchtung für nahezu alle Räume, in denen indirektes, möglichst natürlich wirkendes Licht erzeugt werden soll, so zum Beispiel für Wohnräume, Büros oder auch fensterlose Badezimmer.

Für besondere Lichteffekte können verschieden Materialien und Designs verwendet werden. Neben der reinweißen Variante gibt es auch Lichtdecken mit Motiv oder Schattenfugen, als Material können auch Plexiglas oder Echtglas gewählt werden.

Die Lichtdecke – Vorzüge und Nachteile

Vorzüge und Nachteile der Lichtdecke entsprechen denen einer Spanndecke. So lässt sich die Decke einfach und sauber einbauen, verleiht dem Raum eine besondere Stimmung und kann je nach gewählter Lichtfarbe auch Tageslicht simulieren. Nachteile der Konstruktion sind, dass eine Wartung der hinter der Decke liegenden Beleuchtung nur mit großem Aufwand möglich ist, der Einbau sollte durch einen Fachbetrieb erfolgen.

 

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Lichtkuppel

Lichtkuppeln ermöglichen eine natürliche Belichtung und dienen zudem zur Be- und Entlüftung. Eine weitere Funktion ist die des natürlichen Rauchabzuges (NRA) und des Rauch-Wärme-Abzugs (RWA). Neben der hauptsächlichen Verwendung bei Bauten im Gewerbe- und Industriesektor finden Lichtkuppeln ebenso Anwendung in öffentlichen Einrichtungen, Verwaltungsgebäuden im privaten Bereich des Eigenheimbaus. Lichtkuppeln werden vornehmlich bei Flachdachkonstruktionen eingebaut. Alternativ dazu finden Flachdachfenster und Dachlichtbänder Anwendung sind somit neben Flachdachfenstern und Dachlichtbändern das Mittel der Wahl, um natürliches Licht hineinzulassen und einen Luftaustausch zu gewährleisten.

Die Beschaffenheit der Lichtkuppeln fällt dabei ganz unterschiedlich aus. Sie können aus folgenden Materialien bestehen:

  • Acrylglas
  • Polycarbonat
  • Polyesterharz, ungesättigt und glasfaserverstärkt
  • Polyvinylchlorid (PVC)

Die Grundfläche ist dabei entweder quadratisch, rechteckig oder rund und zwei- bis vierschalig. Ebenso lässt sich die Lichtdurchlässigkeit wählen. Entweder die Lichtkuppel ist sehr lichtdurchlässig (klar, opal) oder erfüllt lediglich als Dunkelklappe die Funktion der Be- und Entlüftung. Die Form der Lichtkuppel an sich ist kuppel-, pyramiden- oder tonnenförmig.

Die Montage der Lichtkuppel erfolgt auf einem Aufsatzkranz. Dieser besteht beispielsweise aus glasfaserverstärktem Polyester oder Polyurethan, PVC oder beschichtetem und verzinktem Stahl. Entscheidet man sich beim Bau für eine Lichtkuppel, sind zusätzlich die Masse und der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) in Betracht zu ziehen. Letztendlich hängt es von den persönlichen Bedürfnissen ab, welche Lichtkuppel mit entsprechendem U-Wert bevorzugt wird. Lage des Gebäudes und die klimatischen Bedingungen, insbesondere die Sonneneinstrahlung, sollten bei der Wahl Berücksichtigung finden. Die entsprechenden Werte des Gesamtenergiedurchlassgrades (g-Wert) sind der Norm DIN EN ISO 52022-1 zu entnehmen

Lichtkuppeln sind zudem Serienprodukte und sind immer Bestandteil eines modularen Systems. Sie sind verfügbar in den Größen 60 x 60 cm – 200 x 200 cm beziehungsweise. 50 x 100 cm – 200 x 300 cm.

 

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Synonyme - Lichtkuppeln
Lichtschacht

Ein Lichtschacht dient zur Belichtung und Belüftung von Räumen in unterirdischen Geschossen. Die Anbringung erfolgt an der Gebäudeaußenwand und muss aus Gründen der Sicherheit mit einem Gitterrost oder trittsicherem Plexiglas abgedeckt sein. In dieser Kombination, also Lichtschacht und passende Abdeckung, dient es zudem als Schutz vor Einbrüchen.

Der fertige Lichtschacht kann aus verschiedenen Materialien bestehen. So ist er entweder ein aus Beton gegossenes Fertigteil, gemauert oder aus Kunststoff bestehend.

In der Kunsstoffausführung findet meistens glasfaserverstärktes Polyester Anwendung. Kunststofflichtschächte hingegen werden direkt an der wasserdichten (Keller-) Außenwand oder auf der Perimeterdämmung angebracht.

Die gemauerte Variante beziehungsweise das Beton-Fertigteil erhalten eine zusätzliche Dämmung gegen Feuchtigkeit und Kälte, genauso wie die (Keller-) Außenwände

Zusätzlich werden bei Kellerlichtschächten ohne Boden Drainagen mit verbaut, um Niederschlagswasser bestmöglich abzuführen. Bei Konstruktionen mit Boden ist ein Ablauf in Form eines zum Beispiel PVC-Rohres integriert. Um das Maximum an Licht in den Kellerraum zu bekommen, sind die Seitenwände eines solchen Schachts besonders hell gehalten.

Dient ein Kellerlichtschacht gleichzeitig als Fluchtweg, ist die Bauweise entsprechend angepasst. Zusätzlich bedarf es einer hochwassersicheren Bauweise des Lichtschachtes in Gebieten mit potenzieller Überschwemmungsgefahr.

Es dürfen nicht mehrere Lichtschächte direkt übereinander angebracht werden, da sonst die Gefahr eines Feuerüberschlags besteht.

Eine weitere Variante des Lichtschachtes ist der Innenlichtschacht. Sie liegen im Inneren von Gebäuden und finden in Kombination mit Treppenhäusern oft Anwendung.

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Synonyme - Lichtschächte, Kellerlichtschacht, Innenlichtschach
Liegenschaftskataster

Ein Kataster ist im Allgemeinen eine Liste, ein Register oder eine Sammlung von Dingen mit räumlichem Bezug.

Ein Liegenschaftskataster im Speziellen ist ein flächendeckendes Register aller landesweiten Flurstücke, wie Grundstücke und Parzellen sowie der detaillierten Beschreibung derer. Die Flurstücke werden in beschreibender Form im Katasterbuch oder Liegenschaftsbuch in Form von Karten als Flurkarte oder Liegenschaftskarte näher definiert. Darin wird die Art der Nutzung, die Größe, die räumliche Lage und die sich darauf befindenden Gebäude näher beschrieben. In den Gesetzen der einzelnen deutschen Bundesländer definieren die Flurstücke und die Gebäude eine Liegenschaft. Im Sinne des § 2 Abs. 2 Grundbuchordnung (GBO) ist das Liegenschaftskataster somit das behördlich Verzeichnis der Flurstücke.

Somit ergeben sich folgende Hauptbestandteile eines (Liegenschafts-) Katasters:

  • Katasterbuchwerk
    Dies beinhaltet grundsätzliche Informationen wie Flur, Flurstückbezeichnung nach Verwaltungsbezirk und Art der Nutzung sowie die Flurstücknummer. Zusätzlich sind die eingetragenen Besitzer und die Blattnummer des Grundbuchs vermerkt.

  • Katasterzahlenwerk
    Es umfasst die Koordinationsberechnung der orografischen Gebäude-, Grenz- und Vermessungspunkte und die Vermessungsrisse, welche im Kataster belegbar sind. Zusätzlich findet man im Katasterzahlenwerk die Nachweise der Flächenermittlungen.

  • Katasterkartenwerk
    Dies besteht hauptsächlich aus den Flurkarten. Bei landwirtschaftlichen Nutzflächen befindet sich zusätzlich eine Schätzungskarte inklusive amtlicher Schätzung des Bodens im Katasterkartenwerk. Darüber hinaus beinhaltet es die Darstellung der Abgrenzung, Art der Nutzung, Flur- und Gemarkungsgrenzen, Form, Gebäude, Lage und Straßennamen

Seinen Ursprung hat der Kataster am Anfang des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt zum Ende der Französischen Revolution. Mit dem Zweck Grundsteuer erheben zu können, bedurfte es genauerer Informationen über einzelne Grundstücke. Im Jahre 1808 ordnete Napoleon in Deutschland die Erstellung eines Liegenschaftskatasters anordnen

In Deutschland wies Napoleon 1808 die Einrichtung eines Liegenschaftskatasters an. Im Laufe der Zeit wurden so alle zu Deutschland gehörigen Gebiete umfassend und nach und nach wurden alle Gebiete Deutschlands umfassend eingetragen. Der Sinn und Zweck eines Liegenschaftskatasters bleibt bis heute nahezu unverändert. Auf der gesamtdeutschen Datensammlung liegt das Hauptaugenmerk und dient als Entscheidungshilfe bezüglich der Entwicklung und des Schutzes von Natur und Umwelt. Zusätzlich findet es Anwendung bei der Kooperation mit anderen Ländern der Europäischen Union hinsichtlich der Gesamtentwicklung. Nicht außer Acht zu lassen ist die mit einem Liegenschaftskataster verbundene Sicherung der Eigentumsrechte, da sie dort eingetragen sind. Wird beispielsweise ein Grundstück verkauft, muss dies im Liegenschaftskatasters aktualisiert werden.

 

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Synonyme - Liegenschaftsbuch
Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe zählt zu den Wärmepumpen mit der höchsten Flexibilität und eignet sich für Neu- und Altbauten gleichermaßen. Diese Heizungstechnologie verwandelt die in der Umgebungsluft gespeicherte Wärmeenergie in nutzbare Heizwärme.

Wie funktioniert die Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Nachdem die Umgebungsluft über einen Ventilator in die Luft-Wasser-Wärmepumpe eingesaugt ist, wird die gespeicherte Wärme über einen Verdampfer entzogen, die Wärmeenergie wird an einen Kältemittelkreislauf abgegeben. Dieses Kältemittel wird durch die Erwärmung gasförmig, das Gas wird im Verdichter komprimiert und mit mehr Wärme angereichert. Im nachgeschalteten Wärmetauscher wird die Energie an den Heizwasserkreislauf abgegeben. Das abgekühlte Kältemittel verflüssigt sich wieder und der Kreislauf beginnt von neuem.

Voraussetzungen für den Betrieb einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Um durch die Nutzung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ausreichend Wärmeenergie zu erzeugen, muss diese passend dimensioniert werden. Das Gebäude selbst benötigt eine ausreichende Dämmung. Soll im Altbau eine Wärmepumpe eingebaut werden, ist deshalb vorab eine energetische Sanierung der Gebäudehülle sinnvoll. Gerade beim Altbau bringt die Technologie durch den geringen Platzbedarf, den unkomplizierten Einbau und der Flexibilität hinsichtlich des Aufstellorts große Vorteile mit sich.

Aufstellorte und Installationsmöglichkeiten

Die Aufstellung der Luft-Wasser-Wärmepumpe ist im Innen- wie im Außenbereich möglich. Da keine weiteren Installationen oder Bauarbeiten nötig sind, ist für die Montage wie auch für den Betrieb keine gesonderte Genehmigung erforderlich. Neben dem alleinigen Betrieb als Heizungsanlage kann die Luft-Wasser-Wärmepumpe auch in die bestehende Heizungstechnik integriert werden und diese ergänzen.

Brauchwassererwärmung mit der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Neben dem Einsatz als Heizungsanlage eignet sich die Luft-Wasser-Wärmepumpe auch zur reinen Brauchwassererwärmung. Die sogenannte Warmwasser-Wärmepumpe arbeitet nach dem gleichen Prinzip wir die Luft-Wasser-Wärmepumpe, jedoch mit geringerer Leistung. Als Energieträger wird die Raumluft verwendet. Besonders gut geeignet sind gut temperierte Kellerräume, die durch andere elektrische Geräte wie Gefriertruhen oder Waschmaschinen und Wäschetrockner aufgeheizt werden. Neben der Gewinnung von Wärmeenergie bringt die Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung einen weiteren Vorteil mit: Sie entfeuchtet die Kellerluft.

 

Weitere Informationen über Wärmepumpen: https://www.hausbauberater.de/heiztechnik/waermepumpen

 

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Luftdichtigkeit

Bei der Luftdichtigkeit, auch Luftdichtheit, handelt es sich um einen Begriff aus der Bauphysik. Sie reduziert den unkontrollierten Wechsel der Luft durch diverse Druckunterschiede zwischen dem Inneren und dem Äußeren von Gebäuden. Ist die Luftdichtheit nicht ausreichend, geht unnötigen viel Wärmeenergie verloren und es kann zu Schäden am Bau durch beispielsweise Tauwasser kommen. Daher ist das Ziel bei einem Neubau oder einer Sanierung sämtliche Gebäudeaußenflächen, welche thermische Energie übertragen, maximal luftdicht zu halten. Besonderes Augenmerk gilt es dabei auf Anschlüsse und Fugen am Gebäude zu legen. In einer Bauzeichnung ist dieser lückenlose Verlauf mithilfe einer roten Linie gekennzeichnet.

Überprüft man die Luftdichtigkeit bei Neubauten, welche auf Lüftungsanlagen verzichten, ist der Zweck vielmehr Schäden am Bau wegen Durchfeuchtung der Außenwände oder. Dachflächen zu verhindern, als die Minimierung des Luftaustausches. Für diese Überprüfung nutzt man den Blower-Door-Test. Er dient dazu eventuelle Lecks in der Hülle des Gebäudes zu finden und die Luftwechselrate zu bestimmen. Besonders ratsam ist der Blower-Door-Test vor allem bei Niedrigenergie- und Passivhäusern. Da in dieser Gebäudeform für gewöhnlich der hygienisch erforderliche Luftaustausch durch (mechanische) Lüftungsanlagen umgesetzt wird, sollten potenzielle Lecks erkannt und geschlossen werden.

Hinweis:

Sind in Gebäuden keine Lüftungsanlagen installiert, bedarf es einer bestimmten Undichtigkeit. Somit ist ein Mindestluftaustausch gewährleistet, sollte die regelmäßige Stoßlüftung verabsäumt werden. Um beispielsweise Dunstabzugshauben sowie Holz- oder Kohleöfen den ordnungsgemäßen Betrieb zu gewährleisten, muss Luft von außen in das Gebäude nachströmen können.
Mit der am 1. Februar 2002 in Deutschland in Kraft getretenen Energiesparverordnung EnEV erhielt die Luftdichtigkeit zusätzlich eine juristische Komponente. Die Energiesparverordnung ersetzte die bis anhin gültige Wärmeschutz- und Heizungsanlagenverordnung.  Speziell § 6 der Verordnung regelt die Dichtigkeit und den Mindestluftwechsel. So besagt dieser Paragraf, “dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist.” Für den Mindestluftwechsel gilt dabei laut § 6 Abs. 2, dass “der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist. Siehe auch hausbauberater.de/heiztechnik/lueftungskonzept-neubau-und-sanierung

 

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Synonyme - Luftdichtheit
Luftdruckwächter

Ein Luftdruckwächter ist erforderlich, wenn ein Kamin oder Ofen parallel mit einer Lüftungsanlage betrieben wird (raumluftabhängiger Betrieb). Der Wächter erkennt Druckunterschiede und löst bei Störungen oder Fehlermeldungen die Abschaltung der Lüftungsanlage aus.

Funktionsweise

Lüftungsanlagen gehören in vielen Häusern mittlerweile zum Standard und sorgen für frische Raumluft. Wird in einem Raum mit automatischer Lüftungsanlage gleichzeitig ein raumluftabhängiger Kamin oder Ofen betrieben, kann es allerdings zu Problemen kommen: Störungen an der Lüftungsanlage, insbesondere im Bereich der Belüftung, führen zu Unterdruck im Raum. Dies wiederum hat zur Folge, dass Abgase und Rauch aus dem Ofen nicht mehr über den Schornstein entweichen, sondern in den Raum gesogen werden. Für die Bewohner hat das gesundheitsschädliche bis tödliche Konsequenzen. Mit dem Einbau eines Luftdruckwächters lässt sich dieses Risiko zuverlässig vermeiden. Der Druckwächter misst den Druck im Raum, entsteht Unterdruck, sendet er ein Signal an die Lüftungsanlage und sorgt für deren Abschaltung. Luftdruckwächter arbeiten entweder durch die Messung von Druckdifferenzen zwischen Innen- und Außenbereich oder zwischen Raum und Schornstein.

Luftdruckwächter für Gasanlagen

Bei Gasheizungen (Thermen) kann es durch einen Unterdruck ebenfalls zum bereits genannten Effekt kommen. Auch hier arbeitet der Luftdruckwächter zuverlässig und schaltet die Therme bei einem gemessenen Unterdruck ab.

Gesetzliche Regelungen zum Luftdruckwächter

In Räumen mit automatischer Lüftungsanlage, in denen ein raumluftabhängiger Ofen betrieben wird, ist der Einbau eines Luftdruckwächters gesetzlich vorgeschrieben. Diese Regelung gilt außerdem auch für Dunstabzugshauben, bei denen der gleiche Effekt auftreten kann. Ansprechpartner für die Frage, ob ein Luftdruckwächter erforderlich ist, ist der Schornsteinfeger.

Risikominimierung durch raumluftunabhängige Öfen und Kamine

Um die Gefahr des Unterdrucks zu vermeiden, empfiehlt es sich, bei Betrieb einer Lüftungsanlage einen raumluftunabhängig arbeitenden Ofen einzubauen. Diese Heizgeräte arbeiten mit einer zusätzlichen Luftzufuhr von außen und verfügen außerdem über dichte und selbstverriegelnde Türen, sodass der Abzug der Rauchgase auch bei einem eventuellen Unterdruck im Raum gesichert bleibt.

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Lüftung

Per se ist unter Lüftung der Austausch von Luft innerhalb von Räumen zu verstehen. Dabei unterscheiden wir zwischen der natürlichen Lüftung und der mechanischen Lüftung.

Natürliche Lüftung oder freie Lüftung

Eine natürliche Lüftung entsteht bei Druckunterschieden durch Wind oder Unterschieden der Luftdichte aufgrund von Temperaturdifferenzen. Dieser Austausch der Luft geschieht durch Öffnungen in Gebäudehüllen, wie zum Beispiel durch Fugen, offene Fenstern und Türen oder sogenannte Außenluftdurchlasselemente. Die natürliche Lüftung lässt sich selbstverständlich proaktiv beeinflussen, je nachdem welcher Zweck damit erfüllt werden soll.

  • Fensterlüftung
    Bei der Fensterlüftung findet der Austausch der Luft durch das Öffnen eines oder mehrerer Fenster statt. Somit wird die verbrauchte, sauerstoffarme Luft gegen sauerstoffreiche ausgetauscht. Diese Art der Lüftung bedarf ein proaktives Öffnen und Schließen des Fensters, um eben diesen Luftaustausch zu gewährleisten. Als die Fenster noch nicht die heutige Dichtigkeit hatten, erfolgte der Austausch gezwungenermaßen automatisch und war weniger kontrollierbar. Folglich ging viel (Wärme-) Energie verloren. Nachteilig bei der Fensterlüftung sind der verringerte Schallschutz bei geöffnetem Fenster und die Möglichkeit des Eintretens von Luftverschmutzung.

  • Stoßlüftung
    Die Stoßlüftung ist eine sehr effektive Variante der Fensterlüftung und zudem vergleichsweise energiesparend. Dabei wird über eine kurze Zeit bei bestmöglich komplett geöffnetem Fenster zweier gegenüberliegender Seiten ein Luftaustausch erzeugt. Um einer zu hohen Luftfeuchtigkeit vorzubeugen, sollte die Stoßlüftung wirklich nur kurz gehalten werden und keine Dauerlüftung sein. Darüber hinaus ist diese Form des Luftaustausches bei komplett geöffnetem Fenster ca. 90 % größer als bei gekippten Fenstern.

  • Spaltlüftung und einstellbare Lüftungsöffnungen
    Zur Minimierung der Energieverluste beim händischen Lüften empfiehlt sich zudem die Spaltlüftung beziehungsweise einstellbaren Lüftungsöffnungen. Dabei wird das Fenster gekippt oder nur einen Spalt breit geöffnet und arretiert. Somit findet ein hygienischer Austausch der Luft statt und ausreichend Feuchtigkeit wird dabei nach außen transportiert. Mit zusätzlichen justierbaren Lüftungsöffnungen im Fensterrahmen erreicht man das gleiche Ergebnis, besonders bei größeren Windstärken. Eine regelmäßige Wartung und Pflege ist dabei notwendig. Nachteilig bei dieser Lüftungsvariante ist, dass sie nicht den kompletten Raum durchlüftet. Die Stoßlüftung sollte dabei ergänzend angewendet werden.

  • Schachtlüftung (ohne Ventilator)
    Vom Ende des 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts fanden Schachtlüftungen Anwendung in mehretagigen Gebäuden, hier vor allem in Ballungsgebieten. Dabei wurden ein oder mehrere Abluftschächte integriert, welche die Abluft über das Dach abführten.

    Insgesamt unterscheidet man zwischen 3 verschiedenen Varianten bei der Schachtlüftung:

    Berliner Lüftung
    Führung der Zuluft erfolgt über Nebenräume durch Fugen an Fenstern und Türen sowie speziellen dafür vorgesehen Öffnungen. Laut EnEV-Bestimmungen nicht mehr zulässig.

    Dortmunder Lüftung
    Querschacht in der Gebäudefassade führt für die Wohnungen Luft zu. Jeder Flur hat dabei einen eigenen Schacht.

    Kölner Lüftung
    Funktioniert analog zur Dortmunder Lüftung, jedoch wird die angesaugte Luft direkt in einen Raum, meistens ohne Fenster, geleitet.

Alle Vorgaben zu Lüftungsschächten für Wohnungen regelt die für Deutschland gültige DIN 1946-6.

  • Fugenlüftung
    Lüftung des Raumes durch Fugen begründet durch Undichtigkeiten in der Hülle des Gebäudes. Damit diese Art der Lüftung funktioniert, sind Druckunterschiede zwischen dem Rauminneren und außerhalb notwendig.

  • Dachaufsatz-Lüftung
    Die Dachaufsatz-Lüftung wird durch Öffnungen im Dach in Form von Aufsätzen, kurzen Schächten oder ahnlichen Lösungen realisiert.

Mechanische Lüftung

Mechanische Lüftungen sollen die Arbeit der manuellen Lüftung übernehmen. Da durch die Energie-Verordnung EnEV kaum bis keine Möglichkeit besteht, dass Luft von außen durch die Gebäudehülle eindringt, bedarf es technischer Hilfsmittel. Raumlufttechnische Anlagen und Geräte unterstützen dabei, die jeweiligen Anforderungen zu erfüllen. Dazu zählen bei den Anlagen die Klima-, Lüftungs- und Teilklimaanlage und bei den Geräten die Austauscher für Raumstoff und Raumwärme. Siehe auch hausbauberater.de/heiztechnik/belueftung-entlueftung

 

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Synonyme - Lufterneuerung, Luftaustausch,Luftwechsel
Lüftungselemente

Zu den Lüftungselementen gehören sämtliche Bauteile, die der Be- und Entlüftung dienen, unabhängig davon, ob sie elektronisch oder händisch zu bedienen sind. Dazu gehören Fenster und Türen, sowie Lüftungsklappen und Lüftungsgeräte, die dezentral gesteuert werden. Öffnungen für Ab- und Zuluft zählen ebenso dazu.

Lüftungselemente werden entweder allein oder in Kombination mit anderen Lüftungselementen verbaut. Beispielsweise haben die schrägen Fenster in Dachgeschosswohnungen zusätzliche Lüftungsklappen. Die können, ohne das Fenster öffnen zu müssen, aufgemacht werden und somit ist ein Luftaustausch gewährleistet. Das ist sehr von Vorteil, wenn man beispielsweise tagsüber nicht zu Hause oder im Urlaub ist.

Es ist seit 2014 gesetzlich erforderlich, dass eine “nutzerunabhängige Belüftung” notwendig ist, um einen Feuchteschutz zu sichern, so geschrieben in der seitdem aktiven DIN-Norm DIN 1946-6.

 

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