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Klinker

Begriff Definition
Klinker

Der rote bis braune Ziegelstein aus Ton, der sich an vielen Fassaden von Häusern findet, wird als Klinker bezeichnet. Die Klinkersteine werden bei hohen Temperaturen gebrannt und der Sinterprozess wird dadurch in Gang gesetzt. Hier verschließen sich die Poren und die kristallinen Bestandteile des Tons verschmelzen an der Oberfläche zu einer leicht glasigen Fläche zusammen. Diese Oberflächenbeschaffenheit macht den Klinkerstein besonders frostbeständig und widerstandsfähig. Wasser wird kaum aufgenommen und sie sind zudem sehr druckfest und bieten eine gute Wärmespeicherfähigkeit, was dem energetischen Gedanken bei Gebäuden entspricht.

Ein alter Begriff für Klinkersteine ist Hartbrandziegel, der auf die besonders hohen Temperaturen beim Brennvorgang zurückzuführen ist. Er wird jedoch heute kaum noch verwendet. Klinker bestehen aus einem Pulver, das mit Wasser und Sand versetzt wird und anschließend in speziellen Öfen gebrannt wird. Der Mix für Klinkersteine besteht grundsätzlich aus aluminiumsilikit- und feldspatreichem Ton und Lehm. Da es sich hier um ein künstlich hergestelltes Baumeraterial handelt, ist der Begriff des Steins eigentlich nicht richtig.

Vor allem an Fassaden in Norddeutschland, aber auch an Brücken und sogar als Straßenbelang wird der robuste Tonstein eingesetzt. Bei der Restaurierung denkmalgeschützter Bauwerke kommen meist handgeformte Klinker zum Einsatz, während für die Verwendung als Fassade an modernen Bauwerken und Eigenheimen maschinell produzierte Massenware zum Einsatz kommt. Für die Herstellung von Klinker kommt in Deutschland die DIN 105 zum Tragen, in der die Festigkeitsklasse, die Rohdichte das Format und die Lochung geregelt ist. Klinker gehören demnach zu den HD-Mauerziegeln und ihre Bezeichnung wird in der Regel mit Buchstaben vorgenommen.

  • Vollklinker mit KMz
  • Hochlochklinker mit KHLz
  • Keramikvollklinker mit KK
  • Keramikhochlochklinker mit KHK

Die verschiedenen Klinkerarten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Dichte und der verbesserten Lochbildgestaltung. Letzteres mindert die Wärmeleitfähigkeit, was dazu geführt hat, dass von den ehemals massiven Steinen in der heutigen Zeit nur noch wenig Gebrauch gemacht wird. Stattdessen kommen Leichthochlochziegel mit einem Lochanteil von bis zu 60 % zum Einsatz.

Während Ziegel nur bei rund 800 bis 1.100 Grad Celsius im Ofen gebrannt werden, benötigt Klinker eine längere Brenndauer wegen des höheren Silikatanteils. Die Temperaturen sind auch höher und liegen bei über 1.200 Grad Celsius. Erst bei Temperaturen über diese Marke hinaus, beginnt der Schmelzprozess – das Versintern.

Klinker werden auf Grund ihrer fast geschlossenen Oberfläche als Fassade, Sichtmauerwerk, Vormauerwerk, als Fassadendämmung und als Bodenbelag verwendet. Die Steine sind überaus haltbar und schaffen locker 100 Jahre und mehr. Während ihrer Lebensdauer behalten sie in der Regel auch ihre Ursprungsfarbe. Diese basiert auf den im Ton enthaltenen Eisen. Es gibt drei Sorten Klinker, die von der ursprünglichen Farbe abweichen:

  1. Torfbrandklinker, grün, mit Torf gebrannt
  2. Greppiner Klinker, gelb, wird bei höheren Temperaturen gebrannt
  3. Münsterländer Kohlebrand, mit markanten “Rußfahnen” auf der Oberfläche, mit regioanler Tonerde und Ruhrgebietskohle hergestellt

 

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Synonyme: Verblender,Hartbrandziegel,Fassadenklinker

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