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Wärmedämmung beim HausbauWenn beim Bau oder der Sanierung eines Hauses über energiesparende Maßnahmen nachgedacht wird, kommt am Thema "Wärmedämmung" niemand vorbei. Doch während vor etwa 20 Jahren die Möglichkeiten, das eigene Haus zu dämmen, noch ziemlich überschaubar waren, hat sich hier eine Entwicklung vollzogen, die dem Bauherrn zwar zahlreiche Möglichkeiten bietet, ihn aber andererseits auch vor die "Qual der Wahl" stellt.

Bei der Wärmedämmung der Außenwände sollte vor der Wahl des Materials entschieden werden, ob die Dämmung von außen oder innen auf das Mauerwerk aufgebracht werden soll.

 

Wärmedämmung als Innendämmung

Die Innendämmung gilt in der Regel nur als zweitbeste Möglichkeit, da sie einige Risiken birgt und sehr exakt ausgeführt werden muss. In den meisten Fällen wird die Wirkung von Wärmebrücken bei von innen gedämmten Wänden verstärkt. Außerdem gehen mit dieser Dämmmethode nicht nur Innenraum sondern auch Montageflächen für Wandschränke oder Heizkörper verloren.

Doch es gibt durchaus Gründe, sich für eine Innendämmung zu entscheiden:
Bei unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden ist oft gar keine andere Dämmung möglich, weil die Fassade nicht verändert werden darf. Auch bei nur selten genutzten Räumen wie z. B. einem Hobbyzimmer oder auch Kellerräumen, die nachträglich zu Wohnräumen umgestaltet wurden, bietet sich eine Innendämmung an. Als energetisch optimal gelten Dämmstärken von bis zu etwa 6 cm.

Ist die Entscheidung zugunsten der Innendämmung gefallen, kommen mehrere Materialien in Betracht: Das günstigste und am häufigsten verwendete Material ist Polystyrol, dagegen weist eine Dämmung mit Mineralwolle sehr gute Schall- und Brandschutzeigenschaften auf. Beide Materialien werden als Platten auf die Wände montiert, häufig ist hierfür eine Unterkonstruktion nötig. Darauf wird als sog. "Dampfbremse" eine luftdichte Folie verklebt, die verhindert, dass sich hinter der Dämmung Feuchtigkeit ausbreitet. Aufgrund ihres relativ hohen Preises werden die sog. "Klimaplatten" weniger oft verlegt. Sie bestehen aus Kalziumsilikat, dessen Kalkanteil im Winter die Raumfeuchtigkeit aufnimmt und speichert und sie im Laufe des Sommers wieder an die Raumluft abgibt. Zu den Klima-Dämmstoffen gehören auch Vulkanstein- und Holzfaserplatten sowie PUR-Hartschaumplatten mit Mineralfüllungen. Wer eine ökologische Innendämmung bevorzugt, kann die Wände auch mit Platten aus Hanf, Kork oder Schaumglas oder mit Schafwollmatten ausstatten. Die Kosten liegen je nach Material zwischen 35,-- € und etwa 80,-- € pro m².

 

Wärmedämmung als Außendämmung

Eine Außendämmung bietet sich schon aus Gründen der Kostenersparnis dann an, wenn ohnehin Fassadenarbeiten, eine Erneuerung des Wandputzes oder der Einbau von neuen Fenstern geplant sind. Der am häufigsten verwendete Dämmstoff ist auch hier ein Wärmedämmverbundsystem mit Polyurethan. In der Regel wird hierfür eine Dämmschicht von 12 cm-16 cm empfohlen, um eine möglichst gute Dämmwirkung zu erzielen. Deutlich teurer ist die neueste auf dem Markt erhältliche Dämmmethode: Mit Vakuum-Dämmplatten lassen sich mit einer sehr dünnen Dämmschicht von max. 2 cm beste Ergebnisse erzielen, sodass sie sich auch für die Dämmung von Passivhäusern eignen. Die luftleeren Platten sind mit gepresster Kieselsäure gefüllt, die nicht brennbar und sehr hitzebeständig ist. Vakuum-Dämmplatten haben eine Lebensdauer von etwa 50 Jahren. Im Laufe der Jahre nimmt die Wärmeleitfähigkeit allerdings etwas zu.

 

Wärmedämmung der obersten Geschossdecke

Um einen optimalen Energiespareffekt zu erzielen, führt in vielen Fällen kein Weg an der Dämmung der obersten Geschossdecke vorbei. Damit kann mit vergleichsweise wenig Aufwand und relativ geringen Kosten ein hoher Dämmeffekt erzielt werden, zumal sich diese Arbeit auch für Heimwerker eignet. Die Dämmplatten sollten zwischen 12 cm und 20 cm dick sein, um die warme Luft, die aus der darunter gelegenen Etage aufsteigt, effektiv zu stoppen. Üblicherweise wird die oberste Geschossdecke mit druckfesten Dämmstoffen ausgelegt. Hierfür kommen entweder Polyurethanplatten mit Stufenfalz oder Tafeln aus Mineralwolle in Betracht, die aus zwei Schichten bestehen. Um den Dachboden begehbar zu machen, wird anschließend der Boden mit Holzspanplatten bedeckt. Vor Beginn der Dämmarbeiten sollte allerdings feststehen, dass der Dachboden nicht für Wohnzwecke genutzt werden soll.
Soll der Dachboden bewohnbar sein, ist von einer Dämmung der obersten Geschossdecke abzusehen, weil die aufliegende Dämmschicht die Raumhöhe zu sehr verringern würde. In diesem Fall empfiehlt sich eine Dämmung der DACHFLÄCHE. Hier kann sowohl von innen zwischen oder unter den Dachsparren als auch von außen direkt auf den Sparren gedämmt werden. Die äußere Dämmung ist spürbar teurer und aufwändiger, wirkt sich jedoch positiv auf die Raumhöhe aus. Diese Maßnahme bietet sich an, wenn der Ausbau des Dachbodens oder das Decken des Dachs geplant ist.

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