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DachdämmungWer ein Haus neu baut oder es sanieren will, gelangt früher oder später zum Thema Dachdämmung. In Zeiten der Diskussion um den Klimawandel und die Energiewende sind die effiziente Nutzung von Energie, Kostensenkung und die Reduzierung von Wärmeverlusten wichtige Aspekte. Das Dach ist in Bezug auf Energie und Wärme die größte Schwachstelle eines Hauses. Hier geht gut ein Drittel der Energie und der Wärme verloren, denn Wärme steigt grundsätzlich nach oben. Um für die Umwelt, aber auch für den Geldbeutel optimale Lösungen zu finden, ist eine effektive Wärmedämmung wichtig. Dabei kann ein Bauherr einiges tun, um die Energieressourcen sinnvoll einzusetzen und Energiekosten zu senken. Einige Faktoren spielen bei der Dachdämmung eine Rolle: gesetzliche Vorgaben wie die Energiesparverordnung, die Auswahl der Materialien, die Kosten sowie Fördermöglichkeiten. Was ist nun im Detail wichtig beim Thema Dachdämmung?

 

Gesetzliche Vorschriften und Fördermöglichkeiten

Bei der Dachdämmung steht in erster Linie die bestmögliche Energieeffizienz im Vordergrund. Das heißt: Nicht nur die richtigen Materialien und die geeignete Methode zur Dämmung spielen eine zentrale Rolle. Vielmehr gilt es, gesetzliche Bestimmungen und Bauvorschriften einzuhalten. Mit der sogenannten Energieeinsparverordnung etwa werden bauchtechnische Standards geregelt. Bauherren, Bauunternehmen und Handwerker können so klar ersehen, wie effizienter Energieverbrauch bei Häusern wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll umgesetzt werden soll. Die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV genannt, ist Teil des deutschen Wirtschaftsverwaltungsrechts und klärt Pflichten für energieeffizientes Bauen. Dazu gehören Regelungen für die Dämmung, Dämmwerte für Neu- ebenso wie für Altbauten, die saniert werden.

Die EnEV legt Mindestwerte für den Wärmedurchgangskoeffizienten fest, der für Steildächer und Flachdächer unterschiedlich hoch ist. Die Bestimmungen gelten für alle neu gebauten Häuser, die seit Einführung der EnEV gebaut wurden. Für sanierte Altbauten gelten diese Werte ebenfalls, wenn mehr als 10 % der Dachfläche von der Sanierungsmaßnahme betroffen sind. Mit dem Energieausweis, der seit 2002 Pflicht für neu gebaute Häuser ist, wurden einheitliche Messwerte geschaffen, um die Energieeffizienz eines Hauses vergleichen zu können. Ganz ähnlich wie bei Kühlschränken oder Waschmaschinen ist so klar erkennbar, ob oder in welchem Umfang ein Haus energieeffizient ist. Für die Dämmung eines Hauses ist es also wichtig, diese Werte zu kennen, um sich vom Fachmann bezüglich der Dämmethode und des Materials beraten lassen zu können. Rat können sich Bauherren z. B. auch bei den Dachdeckerinnungen einholen.

Hierbei darf man nicht die staatlichen Fördermöglichkeiten vergessen: Eine gute Dachdämmung sorgt nicht nur für behagliches Wohngefühl undspart Energie und Heizkosten, sondern ist auch ökologisch von Bedeutung. Die KfW-Bank bietet für Dachsanierungen Förderprogramme an, die sowohl Einzelmaßnahmen als auch Komplettsanierungen abdecken können. Finanzielle Hilfe gibt es jedoch nur, wenn die Dachdämmung fachgerecht durchgeführt wird und alle geforderten Dämmwerte erreicht werden. So ist es ratsam, die Dachdämmung nicht selbst durchzuführen, wenn staatliche Förderung in Anspruch genommen werden soll. Außerdem ist durch die fachgerechte Dämmung gewährleistet, dass die Effizienz der Dämmung auch auf längere Sicht erhalten bleibt und ein jahrelanger Gewährleistungsanspruch besteht..

 

Dämmstoffe

Die Kosten einer Dachdämmung können stark variieren und hängen nicht zuletzt von der Größe der zu dämmenden Fläche, dem Arbeitsaufwand und der Wahl der Materialien ab. Es spielt weiterhin eine Rolle, ob die Dämmung außen oder innen durchgeführt wird. Da die Auswahl an Dämmstoffen sehr groß ist, ist es notwendig, sich einen Überblick zu verschaffen.

übliche Dämmstoffe

Üblicherweise werden z. B. geschäumte Kunststoffe wie Styropor, Neopor oder Polyurethan als Hartschaumplatten verwendet. Außerdem können geschäumte Elastomere oder ähnliche gummiartige Basismaterialien verbaut werden. Häufig sind auch anorganische Dämmstoffe wie Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle), Schaumglas oder Kalziumsilikat-Platten bei Dachdämmungen zu finden.

Naturdämmstoffe

Ökologische oder Naturdämmstoffe sind eine Alternative zum umweltbewussten Bauen. Dazu gehören Fasern wie Schafwolle, Kokosfasern, Hanf, Flachs oder Wiesengras, aber auch recycelbare Stoffe wie Zellulose. 

Unterschiede der Dämmstoffe

Anhand von Mineralwolle und Schaumglasplatten erleutern wir die Unterschiede:

  • Glas- oder Steinwolle
    Glas- oder Steinwolle sind sehr preiswerte Dämmstoffe. Sie verfügen über eine gute Dämmwirkung, jedoch über einen geringeren Hitzeschutz im Sommer. Zudem ist Mineralwolle sehr feuchtigkeitsempfindlich.

  • Schaumglasplatten
    Schaumglasplatten sind absolut wasserabweisend und druckfest. Daher werden sie häufig zur Dämmung unter dem Fundament verwendet. Außerdem verfügen sie über eine gute Wärmeleitfähigkeit.

Wahl des richtigen Dämmstoffs

Aufgrund der großen Auswahl an Dämmstoffen ist es wichtig, einige Kriterien zur Auswahl des geeigneten Materials für den entsprechenden Bau zu kennen. Dazu gehören

  • die Wärmeleitfähigkeit
  • der Wasserdampfdiffusionswiderstand
  • die Baustoffklasse
  • die Einsatzmöglichkeiten

Für jedes Haus kann ein spezieller Baustoff besser geeignet sein, ungeachtet der Dämmwerte. Die Beratung durch Experten und Dachdecker ist daher nur zu empfehlen. So können Bauherren sichergehen, für das eigene Haus und die spezielle Bausituation die richtigen Materialien auszuwählen.

 

Arten der Dachdämmung

Es gibt für die Ausführung der Dachdämmung mehrere Möglichkeiten. Unterschieden wird grob zwischen einer Dämmung von innen und außen. Die Dämmung der inneren Dachflächen ist relativ kostengünstig und mit einem geringeren Arbeitsaufwand verbunden.  Die Außenseiten der Dachkonstruktion zu dämmen ist teurer und aufwändiger. Dafür bietet diese Variante bessere Dämmeigenschaften.

Dämmung an der Innenseite des Daches

Die Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung sind die beiden besten Möglichkeiten, Dächer von innen zu dämmen.

Zwischensparrendämmung

Die Zwischensparrendämmung wird bei Häusern mit Steildächern angewendet. Als Dämmstoffe kommen vor allem Dämmmatten aus Zellulose oder Steinwolle zum Einsatz. Diese werden in die Zwischenräume der Dachsparren eingesetzt und anschließend je nach geplanter Nutzung des Raumes verkleidet. Die Zwischensparrendämmung hat mehrere Vorteile: Man erreicht optimale Dämmwerte, die Kosten bleiben relativ gering und die Methode kann auch nachträglich, etwa zur Sanierung, eingesetzt werden.

Untersparrendämmung

Bei der Untersparrendämmung werden die Dämmstoffe unterhalb der Dachsparren angebracht. Die Dämmplatten können aus Styropor, Polyurethan und Ähnlichem bestehen. Im Anschluss können die Dämmplatten verkleidet werden oder dienen selbst als Abdeckung der Dachkonstruktion. Auch die Untersparrendämmung kann nachträglich eingesetzt werden. Außerdem kommt diese Variante oft als zusätzliche Maßnahme zum Einsatz. So können bessere Dämmwerte erreicht werden, ohne die Dachsparren verdoppeln zu müssen. Auch in voll ausgebauten Dachgeschossen kann die Untersparrendämmung direkt an die Wände angebracht werden, wobei etwas Wohnraum verloren geht. Ein Vorteil dieser Variante ist die raumseitige Dämmung der Sparren, da der Bauherr so eine Wärmebrücke vermeiden kann. Als alleinige Dämmmethode ist die Untersparrendämmung nicht geeignet, da allein die notwendigen Dämmwerte nicht erreicht würden.

 

Dämmung im Außenbereich des Daches (auf den Sparren)

Die Fachbegriffe Aufsparrendämmung oder Aufdachdämmung beschreiben die Varianten von außen. Hierbei wird hauptsächlich Hartschaum verwendet. Auch Dämmmatten oder Dämmplatten können hier eingesetzt werden. Die Dämmmaterialien werden oberhalb der Sparren angebracht und lassen so eine geschlossene Dämmschicht entstehen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass Wärmebrücken größtenteils ausgeschlossen werden können. Eine Aufdachdämmung oder Aufsparrendämmung ist sehr kostenintensiv, da das Dämmmaterial direkt unter der Dacheindeckung angebracht wird und somit eine vollständige Neueindeckung erforderlich ist.

 

Fazit
Bei der Dachdämmung gibt es viele Aspekte, die alle Bauherren und Immobilienbesitzer beachten müssen. Da sind nicht nur verschiedene Methoden zur Wärmedämmung, die in Betracht kommen und abhängig vom Baustil und Zustand des Hauses ausgewählt werden, sondern auch die unterschiedlichen Dämmstoffe, die für jedes Haus auf verschiedene Art und Weise eingesetzt werden können. Nicht zuletzt sind die gesetzlichen Vorschriften, die Kosten sowie die effektive Nutzung von Energie wesentliche Punkte. Um sicherzugehen, dass die Energieeinsparverordnung eingehalten wird, müssen die richtigen Materialien ausgewählt werden; zudem ist die fachkundige Beratung durch Experten zu empfehlen.

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