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Wir informieren regelmäßig über verschiedene Themen zu Haus, Garten, Bauen, Wohnen sowie Hausbau und Finanzierung.
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Wohnungsbauförderung / Eigenheimförderung der Bundesländer

Der Bezug des eigenen Zuhauses ist eines der meist ersehnten Ereignisse. Da es sowohl eine Steigerung der Lebensqualität eines jeden Menschen, gleichzeitig aber auch ein Baustein für ein sorgenfreies Leben im Alter ist, fördert der Staat den Bau oder Kauf einer eigenen Immobilie auf verschiedene Art und Weise. Neben den bundesweit gültigen Förderwegen und -programmen gibt es auch in den jeweiligen Bundesländern Unterstützungen, die nur auf die Landesgrenzen beschränkt sind. Nachfolgend sind daher die wichtigsten Punkte der landeseigenen Förderungen aufgeführt, um einen Überblick über die Möglichkeiten für den Weg in das Eigenheim aufzuzeigen.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in Baden-Württemberg

Die Fördermöglichkeiten für den Hausbau in Baden-Württemberg unterstützen sowohl die Finanzierung von Wohneigentum zur Selbstnutzung als auch den Bau oder die Sanierung von Eigenheimen unter energetischen Gesichtspunkten. Bei der Eigenheimförderung  werden Schwerpunkte auf Familien, der Schaffung von Wohnraum für behinderte Menschen (Eigentumsfinanzierung BW - Z 15-Darlehen (Basisförderung) für schwerbehinderte Menschen mit speziellen Bedürfnissen) sowie der Förderung des ländlichen Raums in strukturschwachen Gemeinden (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum - ELR) gelegt. Der Begriff "Familie" wird dabei weit ausgelegt: Sofern mindestens ein Kind im Haushalt lebt oder innerhalb der nächsten sechs Monate nach der Antragstellung mit einer Geburt gerechnet wird, kommen auch nicht verheiratete Paare oder Alleinerziehende für eine Förderung infrage. Das gilt auch, wenn ein volljähriges Kind, das wegen einer Behinderung nicht in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, zum Haushalt der Antragsteller gehört. Diese Basisförderung sieht einen für 15 Jahre verbilligten Festzins vor (Z 15-Darlehen) und kann innerhalb festgelegter Einkommensgrenzen, die sich mit jedem Kind erhöhen, beantragt werden. Wenn eine schwerbehinderte Person zum Haushalt des Antragstellers gehört, entfällt die Voraussetzung, dass auch Kinder dort leben müssen.
Neben der Basisförderung, die sich an Familien richtet, gibt es verschiedene Zusatzförderungen, die sich insbesondere auf die energetische Sanierung, den barrierefreien (Um-)Bau sowie auf besonders energieeffiziente Baumaßnahmen beziehen. Zudem sieht das Landesraumförderungsprogramm ein Ergänzungsdarlehen vor, falls die Förderdarlehen nicht ausreichen, oder auch ein Optionsdarlehen für zukünftigen Nachwuchs, das bei der Geburt eines Kindes eine zusätzliche Förderung sichert.

Ein weiterer Bereich ist die Kooperation mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Förderung von Familien mit mindestens einem Kind, für die die ohnehin schon attraktiven Konditionen der KfW-Bank für den Erwerb eines Eigenheims noch günstiger werden. Das gilt auch für energieeffizientes Bauen oder Sanieren: Diese Maßnahmen werden durch die KfW-Konditionen verbilligt, die Finanzierungsmöglichkeiten können gleichzeitig um einen Tilgungszuschuss erweitert werden.

Der nächste Bereich belohnt die Verwendung erneuerbarer Energien und bietet zinsgünstige Kredite für den Einbau oder die Umrüstung auf dementsprechende Heizungs- oder Warmwasseranlagen. Da die baden-württembergische L-Bank von der KfW zinsgünstige Refinanzierungsmittel aus dem Programm "Wohnungseigentumsprogramm - Genossenschaftsanteile" erhält, können hierfür Darlehen direkt von der L-Bank in Anspruch genommen werden.

Nähere Informationen stellt die L-Bank unter https://www.l-bank.de/artikel/lbank-de/tipps_themen/hilfsthemen/alle-forderprogramme-auf-einen-blick.html bereit.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in Bayern

In Bayern wird grundsätzlich bei der Förderung von privatem Wohnraum zwischen dem Bayerischen Wohnungsbauprogramm und dem Bayerischen Zinsverbilligungsprogramm unterschieden. Beim Wohnungsbauprogramm werden insbesondere junge und Familien mit einem mittleren Einkommen gefördert, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden durch einen Immobilienkauf oder den Neubau eines Hauses in Bayern erfüllen zu können. Zudem können Förderberechtigte die Leistung in Anspruch nehmen, wenn sie den erworbenen Wohnraum später nicht selbst nutzen, sondern zu üblichen Mieten an Verwandte, Pflegeeltern oder -kinder zur ortsüblichen Vergleichsmiete vermieten. Die Förderung erfolgt im Rahmen eines günstigen Darlehens für einen Teil der Gesamtkosten und kann außer von geringverdienenden Familien auch von jungen, noch nicht lange verheirateten Ehepaaren in Anspruch genommen werden. Neben den günstigen Kreditkonditionen erhält man pro Kind einen Zuschuss von 5.000 Euro. Die Höhe des Darlehens ist bei Kauf oder Ersterwerb einer Immobilie auf 30 %, beim Kauf einer Bestandsimmobilie auf 40 % der förderfähigen Kosten begrenzt. Für die Dauer der 15-jährigen Belegungsbindung wird der Zinssatz auf 0,5 % gesenkt. Ab dem 16. Jahr wird die Zinshöhe durch den Kapitalmarktzins bestimmt, darf aber max. 7 % betragen. Die Förderung erfolgt nach Dringlichkeit.

Im Rahmen des Zinsverbilligungsprogramms kann von Familien mit einem Einkommen, das unterhalb der festgelegten Grenze liegt, ein Darlehen von einem Drittel der förderfähigen Kosten, aber  mindestens 15.000 Euro (Bagatellgrenze) für den Erwerb eines eigenen Wohnraums beantragt werden. Für Ehe-/Lebenspartner bis zum siebten Jahr der Ehe- oder Partnerschließung, Behinderte mit einem GdB von mindestens 50 sowie Unterhalt zahlende Antragsteller erhöht sich der Grenzbetrag je nach Fallsituation um 4.000 bis 6.000 Euro.

Wer seit mindestens einem Jahr in Bayern wohnt und arbeitet und außerdem das festegelegte Jahreseinkommen nicht überschreitet, kann von der Bayerischen Eigenheimzulage profitieren. Sie unterstützt den Neubau oder Kauf von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie die Schaffung von neuem Wohnraum durch Erweiterung oder Änderung und beträgt einmalig 10.000 Euro.

Paare mit mindestens einem Kind oder Alleinerziehende, die seit mindestens einem Jahr in Bayern arbeiten und wohnen, können das Bayerische Baukindergeld beantragen. Es steht grundsätzlich dann zu, wenn bereits eine Bewilligung des Baukindergelds des Bundes vorliegt und beträgt 300 Euro pro Jahr und Kind über einen Zeitraum von zehn Jahren. Das Bayerische Baukindergeld wird nur solange bewilligt, wie die entsprechenden Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.

Unter https://bayernlabo.de werden alle nötigen Informationen bereitgestellt.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in Berlin

In Berlin erfolgen die ländereigenen Förderungen über die Investitionsbank Berlin (IBB). Dabei wird zum einen mit zinsgünstigen Krediten bis maximal 100.000 Euro pro Wohneinheit bis zu 100 % des Finanzierungsbedarfs unterstützt, der entsteht, weil bestehender Wohnraum modernisiert wird. Die Zinsbindung beträgt hier bis zu 20 Jahren. Bei der Modernisierung müssen dabei Aspekte wie die Verbesserung der Energieeffizienz, barrierefreies Bauen, Erneuerung von Sanitärinstallationen oder der Wasserversorgung im Mittelpunkt stehen.

Wer mithilfe in Anspruch genommener Förderprodukte dennoch Finanzierungslücken hat, kann auf das sogenannte Förderergänzungsdarlehen der IBB zugreifen. Falls für den Kauf eines Hauses oder den Hausbau in Berlin in der Vergangenheit Aufwendungsdarlehen oder Aufwendungshilfedarlehen in Anspruch genommen wurden, können diese mit Unterstützung der IBB zu günstigen Konditionen für eine Umfinanzierung verwendet werden.

Wenn Wohnungseigentümergemeinschaften das Gemeinschaftseigentum modernisieren oder umbauen wollen, können sie eine Förderung aus dem Programm 'IBB Wohnraum modernisieren' beantragen. Sie lässt sich mit den KfW-Förderungen 'Energieeffizient sanieren (151/152)' und 'Altersgerecht umbauen (159)' kombinieren. Die Eigentümergemeinschaft haftet hierbei nicht gesamtschuldnerisch, da die Darlehensverträge mit jedem einzelnen Eigentümer abgeschlossen werden.

Unter www.ibb.de werden die Details erläutert.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in Brandenburg

Im Land Brandenburg wird selbst genutzter Wohnraum in Innenstädten gefördert. Es werden zinslose Darlehen mit einer Laufzeit von 20 Jahren sowie Zuschüsse bei einem

  • Kauf einer Wohnimmobilie, die anschließend renoviert wird,
  • Ersterwerb einer Wohnimmobilie,
  • Neubau eines Wohnhauses sowie
  • Aus- oder Umbau oder einer Erweiterung der Wohnfläche einer Wohnimmobilie

gewährt.

Von einer Zusatzförderung können

  • Haushalte mit einem geringen Einkommen,
  • Familien mit Kindern,
  • Schwerbehinderte, 
  • Antragsteller, die eine zweite Wohnung bauen wollen sowie
  • Bauherren und Sanierer mit einem erhöhten Mehraufwand für
    • energetische,
    • denkmalpflegerische und/oder
    • bodenarchäologische

Maßnahmen profitieren.

Ein zinsloses Darlehen kann über eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren auch für Eigentümer gewährt werden, die ihre Immobilie selbst bewohnen und sie energetisch sanieren wollen.

Eine weitere Förderung wird für den Neubau von Gebäuden bereitgestellt, die als Wohnimmobilien weiterverkauft werden sollen. Die Anschubfinanzierung beträgt hier 1.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Näheres hierzu unter www.ilb.de.

Verzicht auf eigene Bauförderung in Bremen

Wer sein Haus in Bremen bauen möchte, wird ohne eine Bauförderung des Landes auskommen müssen. In Bremen werden seit dem Jahr 2007 keine landeseigenen Fördermittel mehr für den Bau oder Erwerb von privatem Wohnungseigentum vergeben. In der Hansestadt kann daher zurzeit nur auf die Fördermöglichkeiten des Bundes oder der Europäischen Union (EFRE) zugegriffen werden.

Das Land stellt allerdings Förderungen zur Verfügung, wenn es um die energetische Sanierung oder die Verbesserung des Einbruchschutzes von Bestandswohnimmobilien geht. Mit einem zinsgünstigen Kredit in Höhe von bis zu 20.000 Euro pro Wohneinheit oder bis zu 750.000 Euro für Wohnungseigentümergemeinschaften und einer Förderung von 100 % bzw. 90 % der förderfähigen Kosten werden entsprechende Projekte unterstützt.

Die Freie Hansestadt Bremen stellt Informationen zur Wohnungsbauförderung über die Website des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr bereit.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in Hamburg

In der Hansestadt Hamburg erfolgt die Förderung für den Bau oder Kauf von selbstgenutztem Wohnraum durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB). Dabei gibt es zunächst die Basisförderung für Neubauten, die erstmals bezogen werden. Die Darlehenshöhe hängt bei der Basisförderung von der Zahl der im Haushalt des Antragstellers lebenden Personen sowie dem Darlehenssatz ab. Der Darlehenssatz beträgt 1.010 Euro pro Quadratmeter förderfähiger Wohnfläche In festgelegten Fällen wird zusätzlich zum Darlehen ein Familienzuschlag gewährt, dessen Höhe sich an der Zahl der im Haushalt lebenden Kinder bemisst.

Beim IFB-Aufwendungsdarlehen beträgt die Auszahlungsphase maximal 16 Jahre. Der anfängliche Auszahlungsbetrag liegt bei monatlich 1,60 Euro pro Quadratmeter förderungsfähiger Wohnfläche. Alle vier Jahre verringern sich die Auszahlungsbeträge um 0,40 Euro.

Wer energetisch hochwertig bauen möchte, kann eine entsprechende Förderung in Form eines Zuschusses beantragen. Je nach erreichtem Standard werden zwischen 120 und 130 Euro pro Quadratmeter gezahlt.

Darüber hinaus werden das Bauen in Baugemeinschaften und die Modernisierung von Bestandsimmobilien (Verbesserung der energetischen Gebäudeeigenschaften, Erneuerung von Bad oder Küche) mit zinsgünstigen Krediten unterstützt.

Die Hansestadt Hamburg fördert außerdem die Schaffung von Gründächern, die bestimmte bauliche Voraussetzungen erfüllen müssen. Hierfür werden ein enmaliger Zuschuss in Höhe von maximal 50.000 Euro sowie ggf. ein Zuschlag gezahlt, wenn hierfür festgelegte Bedingungen erfüllt worden sind.

Weitere Informationen stehen auf der Homepage der IFB zur Verfügung.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung Hessen

Das Land Hessen unterstützt mit zwei verschiedenen Förderdarlehen den Weg ins eigene Zuhause. Es vergibt das sogenannte Hessen-Darlehen, mit dem der Hausbau oder der Kauf einer neuen Wohnimmobilie in Hessen einkommensabhängig gefördert wird. Die Förderung für Neubauten erfolgt abhängig von den örtlichen Bodenpreisen und liegt zwischen 80.000 und bis zu 125.000 €. Das Neubau-Programm richtet sich an Privathaushalte und gemeinschaftliche Wohnprojekte, die Zahl der Kinder spielt bei der Vergabe keine Rolle.
Für beide Förderungen wird ein Eigenkapitalanteil von 15 % erwartet. Die Einkommensgrenze, die für die Vergabe einer der Förderungen maßgeblich ist, verschiebt sich mit jeder weiteren Person sowie mit jedem Kind, das zum Haushalt des Antragstellers gehört.

Sofern es aufgrund einer eigenen Behinderung oder der eines in der Immobilie lebenden Angehörigen einen Bedarf gibt, den Wohnraum behindertengerecht umzubauen, gewährt das Land Hessen einen Zuschuss von höchstens 12.500 Euro..

Weitere Informationen können auf der Homepage der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen eingesehen werden.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern steht die Modernisierung und Instandsetzung leer stehender Wohngebäude, die sich an zentralen Orten befinden, im Mittelpunkt der baulichen Förderung des Landes. Davon sind überwiegend Miet- und Genossenschaftswohnungen betroffen. Eigentümer von Wohngebäuden, die sich in Altstadtgebieten befinden und vor 1949 fertiggestellt wurden, können ein Darlehen in Höhe von 40 % der förderfähigen Kosten von bis zu 1.200 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, aber maximal 43.200 Euro pro Wohneinheit beantragen. Das Darlehen erhöht sich für jedes Kind, für eine barrierefreie Wohnraumanpassung und für bestimmte bauliche Modernisierungen.

Ein weiteres Programm unterstützt die Eigentümer von selbst genutzten Wohnimmobilien, die vor dem 1. Januar 1990 fertiggestellt worden sind, mit einem Darlehen. Dessen Höhe beträgt 40 % der zuwendungsfähigen Ausgaben von bis zu 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Ein Zusatzdarlehen kann für die Erstellung von barrierearmen oder -freien Anpassungen sowie bestimmte bauliche Maßnahmen gegeben werden.

Eine spezielle Förderung für den Neubau von selbst genutztem Wohneigentum wird in Mecklenburg-Vorpommern derzeit nicht angeboten.
Nähere Informationen gibt das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in Niedersachsen

Wer in Niedersachsen eine Wohnimmobilie bauen, kaufen oder (energetisch) modernisieren möchte, profitiert nur dann von einem Förderprogramm, wenn Kinder unter 15 Jahren oder ein Angehöriger mit Schwerbehinderung in seinem Haushalt wohnt. Das Darlehen ist in den ersten 15 Jahren zinslos und wird ab dem 16. Jahr zu den marktüblichen Konditionen verzinst.

Beim Kauf oder der Sanierung von Wohnimmobilien richtet sich die Darlehenshöhe nach der Zahl der zur Familie gehörenden Kinder unter 15 Jahren. Zudem wird eine energetische Modernisierung von selbstgenutztem Wohneigentumbis zu 50.000 Euro Gesamtkosten mit günstigen Krediten von 85 % der Gesamtkosten unterstützt. Das gilt auch für altersgerechte Modernisierungen, bei denen es insbesondere um die Barrierefreiheit und um entsprechende Anpassungen von Bedienelementen und Sanitäreinrichtungen geht. Darüber hinaus vergibt das Land Landesbürgschaften für den Wohnungsbau für Darlehen, die eine Mindestkreditsumme von 5.000 Euro umfassen. Dieses Angebot richtet sich an Investoren sowohl von selbstgenutztem als auch vermietetem Wohnraum.

Die Details zu den einzelnen Förderprogrammen können auf der Homepage der Investitions- und Förderbank Niedersachsen – NBank abgerufen werden.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in NRW

Das Land Nordrhein-Westfalen vergibt einkommensabhängig zinsgünstige Darlehen für den Kauf oder Bau von selbstgenutzten Wohnimmobilien. Die Förderung richtet sich an einkommensschwächere Haushalte, wobei sich für jedes im Haushalt lebende Kind der Kreditrahmen erhöht. Der Förderumfang beträgt 50 % der förderfähigen Kosten, die Laufzeit zwischen 20 und 30 Jahren, wobei das erste Jahr tilgungsfrei ist.

In einem weiteren Programm gewährt das Land beim Neu- oder Umbau von Wohnimmobilien ein Darlehen für Baumaßnahmen, die zusätzlich wegen einer Behinderung durchgeführt werden. Auch hier sind bestimmte Einkommensgrenzen vorgegeben, die nicht überschritten werden dürfen. Außerdem muss im Haushalt mindestens eine schwerbehinderte Person leben. Die Darlehenshöhe ist hier auf 40.000 Euro begrenzt.

In zusätzlichen Förderprogrammen werden Darlehen vergeben, wenn sich Privatpersonen oder Wohnungseigentümergemeinschaften für eine (energetische) Modernisierung ihres selbstgenutzten Wohneigentums entscheiden.

Für Modernisierungsmaßnahmen von Wohnungseigentümergemeinschaften werden darüber hinaus Bürgschaften vergeben. Die Eigentümergemeinschaften müssen dafür bestimmte Bedingungen erfüllen.

Die für die Vergabe zuständige NRW.BANK informiert ausführlich auf ihrer Homepage.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in Rheinland-Pfalz

Das Land Rheinland-Pfalz fördert private Haushalte innerhalb festgelegter Einkommensgrenzen für selbst genutztes Wohneigentum, indem das Land durch die Investitions- und Strukturbank (ISB) günstige Darlehen für den Erwerb einer eigenen Immobilie vergibt, die mit Tilgungszuschüssen kombiniert werden. Es wird der Einsatz von Eigenkapital in Höhe von 10 % oder ein gleichwertiges Eigenkapitalersatzdarlehen erwartet. Dabei spielt es keine Rolle, ob neu gebaut wird oder aber  neue oder bestehende Objekte gekauft oder umgebaut werden. Im Falle eines Kaufs oder Baus einer Wohnimmobilie ist eine Eigenleistung der Antragsteller in Höhe von 10 % des Kaufpreises eine Voraussetzung für eine Förderzusage. Zudem wird die Modernisierung selbst genutzter Immobilien gefördert. In jedem Fall sind die im Landeswohnraumförderungsgesetz genannten Einkommensgrenzen maßgeblich.

Die maximale Darlehenshöhe hängt davon ab, welcher Fördermietenstufe der Ort, in dem sich die Immobilie befindet, zugeordnet wurde. Sie liegt zwischen 135.000 und 175.000 Euro. Eine Übersicht über die Fördermietstufen wurde hier bereitgestellt.

Unter bestimmten Bedingungen können auch Förderungen aus dem Progamm 'Wohnen in Orts- und Stadtkernen' in Anspruch genommen werden. Hier geht es u. a. um die Reaktivierung von innerstädtischen Brachflächen oder die Schaffung von barrierefreiem Wohnraum. Der Zuschuss beträgt 250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und ist auf 40 % der förderfähigen Kosten beschränkt. Sofern barrierefreier Wohnraum gem. der DIN 18040 Teil 2 geschaffen worden ist, ist ein zusätzlicher Zuschuss von 5.000 Euro pro Wohnung möglich.

Ausführliche Hinweise zur Förderung von selbstgenutztem Wohnraum in Rheinland-Pfalz finden Sie hier: https://isb.rlp.de/.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung im Saarland

Das Saarland fördert mit dem Programm 'Saarländische Wohnraumförderung - Neubau von selbstgenutztem Wohneigentum' private Haushalte, deren Einkommen bestimmte Grenzen (gem. §§ 20 bis 24 Wohnraumförderungsgesetz) nicht übersteigt, beim Neubau oder Kauf sowie bei umfangreicheren Modernisierungen von selbst bewohnten Immobilien durch günstige Darlehen. Die Zinsbindung beträgt bis zu 30 Jahren, der Förderumfang liegt bei 30 % der Gesamtkosten, limitiert auf 600 Euro pro Quadratmeter förderfähige Fläche bzw. 500 Euro pro Quadratmeter, wenn es sich um eine wesentliche Baumaßnahme handelt. 

Das Programm 'Saarländische Wohnraumförderung Sonderprogramm - Neubau von selbstgenutztem Wohneigentum' soll das Darlehen der Hausbank ergänzen.Die Zielgruppe, der Förderzweck sowie die Laufzeit und Zinsbindungsdauer entsprechen dem o. g. Programm. Hier wird allerdings über den Kredit hinaus ein einmaliger Tilgungszuschuss in Höhe von 10 % bei einem oder zwei Kindern und von 15 % bei mindestens drei Kindern, die im Haushalt des Antragstellers leben, gewährt.

Das Land wendet sich auch an Wohnungseigentümergemeinschaften, die ihr Gemeinschaftseigentum energetisch sanieren, modernisieren oder barrierefrei gestalten wollen. Hierfür wird das Programm 'WEG-Finanzierungen' angeboten. Das zinsgünstige Darlehen hat eine Laufzeit von höchstens 15 Jahren.

Ausführliche Informationen gibt die Saarländische Investitionskreditbank AG auf ihrem Internetauftritt.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung im Freistaat Sachsen

Im Rahmen des Programms 'Familienwohnen' werden Darlehen für den Kauf oder Bau von selbst genutztem Wohneigentum sowie nötige Modernisierungs- oder Instandsetzungsarbeiten an Familien mit minderjährigen Kindern vergeben. Neben einem sehr günstigen Zinssatz wird eine Zinsbindung von 25 Jahren gewährt. Die Darlehenshöhe betägt 50.000 Euro für jedes im Haushalt lebende Kind, für das Kindergeld bezogen wird. Das Darlehen ist einkommensabhängig und kann nur für bestimmte Gemeinden beantragt werden. Das Land Sachsen erwartet eine Eigenleistung von 20 % der Gesamtkosten. Außerdem wird vorausgesetzt, dass ein KfW-Wohnraumförderdarlehen Bestandteil des gesamten Kreditvolumens ist. Die Wohnimmobilie muss vom Förderungsempfänger 25 Jahre selbst bewohnt werden.

Familien, die die Bedingungen für das staatliche Baukindergeld erfüllen, können das 'Baukindergeld Vorfinanzierungsdarlehen' beantragen. Das Baukindergeld wird hierbei in einem Betrag von 12.000 Euro gezahlt und innerhalb von zwölf Jahren getilgt (effektiver Zinssatz: 0,1 % p. a.). Mit Ausnahme der Eigenmittel muss die Gesamtfinanzierung des Bauvorhabens allerdings über die Förderprogramme der Sächsischen Aufbaubank erfolgen.

Wenn sich bei der Baufinanzierung Lücken ergeben, hilft eine Förderung aus dem Programm 'Förderergänzungsdarlehen'. Die Laufzeit beträgt zwischen drei und 15 Jahren bei einer Mindesttilgung von 2 % pro Jahr.

Das Land Sachsen unterstützt darüber hinaus den Neubau und Kauf von selbstgenutzten Wohnimmobilien, den Umbau von Nichtwohnraum in Wohnraum sowie die Erweiterung von bereits bestehenden Wohnimmobilien im ländlichen Raum mit dem Programm 'Wohneigentum ländlicher Raum'. Zum ländlichen Raum gehören alle Gebiete des Freistaats Sachsen, die sich außerhalb der kreisfreien Städte Chemnitz, Leipzig und Dresden befinden. Das Darlehen kann nur beantragt werden, wenn schon ein KfW-Wohnraumförderdarlehen von mindestens 50.000 Euro in Anspruch genommen wird. Die Zinsfestschreibung beträgt bis zu 25 Jahren.Der Kredit wird einkommensabhängig und bis zu einem Höchstbetrag von 80.000 Euro gewährt.

Das Programm 'Wohnraumanpassung für mobilitätseingeschränkte Menschen' sieht einen Zuschuss von 80 % der für die Baumaßnahme entstandenen Ausgaben, aber höchstens 8.000 Euro vor. Das Vorhaben muss sich an den technischen Regeln des Kapitels 5 der DIN 18040-2 orientieren. Der Zuschuss für Anpassungsmaßnahmen für einen Rollstuhlfahrer ist auf 20.000 Euro begrenzt; hier muss die DIN 18040-2 eingehalten werden.

Das 'Zinsanpassungsprogramm für selbstgenutzte Immobilien' richtet sich an Eigentümer von Wohnimmobilien, deren Baufinanzierung in Kürze ausläuft. Das Programm ermöglicht es ihnen, den aktuellen Kredit zu sehr günstigen Konditionen fortzusetzen. Hierfür wird eine Zinsbindungsdauer zwischen fünf und 15 Jahren vereinbart.

Weitere Informationen und aktuelle Förderbedingungen können auf der Homepage der Sächsischen Aufbaubank (SAB) eingesehen werden.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt erfolgt die Wohnungsbauförderung über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB). Sie vergibt IB-Förderdarlehen, mit denen sowohl der Bau und Ersterwerb von Immobilien unterstützt als auch der Kauf bestehender Objekte, die entweder modernisiert wurden oder werden müssen, finanziert werden können. Hierfür stehen derzeit drei Programme bereit, wobei zwei ihren Schwerpunkt auf Haushalte legen, die aus mindestens zwei Personen bestehen. Diese beiden Förderdarlehen sehen bei einer Darlehenssumme von höchstens 65.000 Euro außerdem einen Tilgungszuschuss für jedes Kind und eine Zinsfestschreibung über 10 oder 20 Jahre vor. Beide Förderdarlehen beinhalten außerdem einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 800 Euro pro Jahr und Kind über einen Zeitraum von fünf Jahren. Für jedes weitere Kind, das innerhalb des Förderzeitraums geboren wird, werden einmalig 5.000 Euro gezahlt, für Kinder mit einer Behinderung 1.600 Euro.

Das IB-Wohneigentumsprogramm richtet sich ebenfalls an Privatpersonen, die Zahl der im Haushalt lebenden Kinder spielt hierfür jedoch keine Rolle. Für eine Kreditdauer von bis zu 30 Jahren werden bei einer Zinsbindungsfrist von zehn Jahren Darlehen zwischen 20.000 und 100.000 Euro vergeben.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung in Schleswig-Holstein

Das Land Schleswig-Holstein vergibt mit drei Förderprogrammen Kredite, mit denen selbstgenutztes Wohneigentum gebaut, gekauft oder modernisiert werden kann. Bei zwei weiteren Fördervarianten handelt es sich um Ergänzungsdarlehen. Das Land erwartet eine Eigenleistung von mindestens 7,5 % der Gesamtkosten.

Wenn sich Wohnungseigentümergemeinschaften zu einer Modernisierung oder Sanierung entschließen, werden hierfür über das Programm "'B.SH WEGfinanz' Kredite zwischen 5.000 und 25.000 pro Wohneinheit vergeben.

Mit dem 'Modernisierungszuschuss für Selbstnutzer' werden private Eigentümer einer selbstgenutzten Wohnimmobilie unterstützt, die ihre Wohnung oder ihr Haus mit einer Maßnahme aufwerten wollen, die der Barrierefreiheit oder der energetischen Qualität des Objekts zugute kommt. Hierfür müssen mindestens 12.000 Euro investiert werden, damit ein einmaliger Zuschuss von 2.000 Euro gewährt wird. Außerdem muss sich die Immobilie in einem Fördergebiet befinden, das von der IB explizit ausgewiesen ist.

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) wickelt die Kreditvergabe für das Land ab.

Wohnungsbauförderung und Eigenheimförderung im Freistaat Thüringen

In Thüringen wird mit der 'Förderung für Hausbau und Hauskauf' ein einkommensabhängiges Darlehen angeboten, dass auch den Erwerb von selbstgenutzten Eigentumswohnungen einschließt. Auch eine Sanierung kann mit diesem Kredit mitfinanziert werden. Die Darlehenshöhe liegt zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Das Programm richtet sich bei einem Neubau oder Ersterwerb einer Wohnimmobilie sowohl an Paare als auch an Familien mit mindestens einem Kind sowie Haushalte mit wenigstens einer Person, die schwerbehindert mit einem GdB von mindestens 50 ist. Das Darlehen wird vorrangig für Objekte vergeben, die Programmgemeinden des Stadtumbauprogramms-Ost sind. Außerdem werden ebenfalls einkommensabhängig attraktive Kredite vergeben, wenn Eigenheime und Eigentumswohnungen modernisiert werden und dabei der Schwerpunkt auf die Verbesserung der Energieeffizienz, Barrierefreiheit oder Wohnqualität gelegt wird. Sie betragen mindestens 5.100 und höchstens 68.000 Euro bei bis zu 85 % der förderfähigen Kosten.

Wer eine Wohnimmobilie instand setzen oder wiederherstellen oder eine früher bewohnte Brachfläche wieder für Wohnzwecke nutzbar machen will, der kann vom Sanierungsbonus profitieren. Das Förderobjekt muss räumlich allerdings mit einem bebauten Ortsteil nach § 34 Absatz 1 Satz 1 BauGB zusammenhängen. Die Immobilie muss nach dem 31.12.2013 erworben worden sein und die Erstellungs- oder Modernisierungskosten müssen mindestens 50.000 Euro betragen. Der Zuschuss beträgt 12.000 Euro (in zehn Jahresraten) und erhöht sich, wenn im Haushalt Kinder leben. Bestimmte Einkommensgrenzen dürfen nicht überschritten werden.

Mit dem Programm 'Solar Invest' werden u. a. Investitionen für die Installation von Anlagen zur Nutzung von erneuerbaren Energien mit einem Zuschuss gefördert.

Ob Ihr Hausbau in Thüringen durch den Freistaat gefördert werden kann, erfahren Sie beim zuständigen Landratsamt oder der kreisfreien Stadt, auf dessen Gebiet sich Ihr Grundstück befindet. Der Internetauftritt der Thüringer Aufbaubank gibt unter dem Menüpunkt „Privatpersonen - Wohnraumförderung“ über den aktuellen Umfang der Landesförderungen umfassende Informationen.

 

Alle Angaben ohne Gewähr, letzte Aktualisierung erfolgte am 16. August 2019.

 

 

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