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Wissenswertes über Dünger

Der Begriff Dünger umfasst so gut wie alle Stoffe, die das Nährstoffangebot für Pflanzen erhöhen. Man unterscheidet dabei drei Kategorien: organische, organomineralische und mineralische Dünger. Oftmals ergibt sich das Problem, dass der Rasen im Garten einem öden Landstrich gleicht. Er ist verdorrt und abgestorben und sieht dementsprechend trostlos aus. In diesem Fall kann der Boden zu wenig, aber auch zu viel gedüngt sein.

Düngemittel dienen dazu, die angebauten Pflanzen bedarfsgerecht zu ernähren und somit gesunde Pflanzen, hohe Erträge bei Obst und Gemüse oder einen vollen Blütenflor im Blumenbeet zu gewährleisten. Für den Hobbygärtner steht eine Vielzahl von Düngemitteln in den Gartenfachmärkten zur Verfügung. Die folgende Übersicht erklärt die Zusammensetzung und Wirkungsweise der 3 Düngemittelgruppen und bietet eine Entscheidungshilfe zur Düngeranwendung.

Mineraldünger (Kunstdünger) für den schnellen Erfolg

Diese Düngemittel wurden vollständig industriell gefertigt. Sie beinhalten die für das Pflanzenwachstum wichtigen Nährstoffe. Einigen mineralischen Düngemitteln wurden zudem Spurenelemente zugesetzt, die die Ansprüche spezieller Pflanzenarten befriedigen. So gibt es

  • stickstoffreiche Düngemittel speziell für das Wachstum von Rasen,
  • phosphorhaltige Präparate für die Entwicklung eines reichen Blütenansatzes sowie der Ausbildung zahlreicher Früchte bei Obst und Gemüse und
  • Spezialdünger für Zierpflanzen, z. B. für die Eisen liebenden Zitrusgewächse.

Mineraldünger werden in flüssiger Form, als Pulver, Körnchen oder Pellets angeboten. Sie sind einfach anzuwenden und liefern den Pflanzen rasch verwertbare Nährstoffe, die schnell verbraucht werden können, daher jedoch auch wiederholt – oft in Abständen von wenigen Wochen - zugeführt werden müssen. Sie können direkt während der Vegetationszeit als sogenannter Kopfdünger gegeben werden. Um die Gefahr der Über- oder Unterdüngung im Garten zu vermeiden, ist die Gebrauchsanweisung auf der Düngemittelverpackung genau zu lesen und einzuhalten. Mineraldünger können im Obst- und Gemüseanbau und auch auf Blumenbeeten eingesetzt werden. Zur Bodenverbesserung tragen die mineralischen Dünger jedoch leider nicht bei.

Organischer Dünger zur Bodenverbesserung

Organische Düngemittel (Mist, Hornspäne, Kompost, Mulch etc.) bestehen fast ausschließlich aus organischem Material. Sie setzen ihre Inhaltsstoffe langfristig, während ihrer Auflösung in der Erde frei und tragen durch ihre Beschaffenheit oft zur Verbesserung des Gartenbodens bei. So helfen sie beim Aufbau der fruchtbaren Humusschicht im Garten und verbessern die Wasserhaltefähigkeit des Bodens. Da die Nährstoffe für die Pflanzen jedoch nicht sofort verfügbar sind, müssen organische Düngestoffe rechtzeitig vor der Aussaat oder der Pflanzung in den Boden eingearbeitet werden. Gut abgelagerter Stallmist wird beispielsweise im Herbst eingebracht, wenn im folgenden Frühjahr nährstoffbedürftige Pflanzen wie zum Beispiel Kartoffeln oder alle Kohlarten auf den Beeten wachsen sollen. Über den möglichst frostigen Winter hinweg gibt der Mist die Nährstoffe langsam in den Boden ab, sodass sie dann zu Beginn der Vegetationszeit rechtzeitig zur Verfügung stehen. Gerade bei Stallmist ist auch hier die Gefahr der Überdüngung gegeben, daher sollten nicht mehr als ca. 2 – 4 kg/m² ausgebracht werden und das auch nur alle 3 – 4 Jahre. Reifer Kompost kann im Frühjahr eingearbeitet werden. Durch den bereits jetzt hohen Verrottungsgrad werden die Nährstoffe danach langsam in die umliegende Erde entlassen.

Auch im Gartenfachmarkt sind organische Düngemittel erhältlich. Hornmehl, Hornspäne und getrockneter Rinderdung stellen gute Alternativen zu Mist und Kompost dar. Hornspäne sind wegen ihrer gröberen Struktur im Herbst auszubringen, damit die Nährstoffe rechtzeitig in pflanzenverfügbarer Form vorliegen. Das Hornmehl kann aufgrund seiner feineren Struktur im Frühjahr auf die Beete gegeben werden. Bei der Anwendung von organischen Düngern aus dem Gartenfachmarkt sind die Angaben der jeweiligen Hersteller zu beachten. Organische Düngemittel sind reine, nicht standardisierte Naturprodukte. Sie sind oft recht stickstoffhaltig, eine gezielte Anreicherung mit speziellen Pflanzennährstoffen oder Spurenelementen hat hier jedoch nicht stattgefunden. Ebenso wie die Mineraldünger sind sie für den Anbau von Blumen, Gemüse und Obst gleichermaßen geeignet.

Organo mineralische Düngemittel als Mittelweg

Die positiven Eigenschaften der raschen Nährstoffverfügbarkeit der Mineraldünger einerseits und der Hilfe zur Bodenverbesserung durch die organischen Düngemittel andererseits werden durch die organo mineralischen Düngemittel in einer Produktgruppe vereint. Hierbei handelt es sich um organische Düngemittel, die mit Mineraldünger versetzt wurden. Hier kommen also wieder die gezielt zugesetzten Pflanzennährstoffe zum Einsatz. Organo mineralische Dünger erlauben eine gezielte Düngeranwendung im Garten beim Anbau unterschiedlich anspruchsvoller Kulturen bei Obst, Gemüse und Blumen. Ihre Vorteile gegenüber den mineralischen bzw. organischen Düngemitteln liegen zum einen in der Bereitstellung pflanzenverfügbarer und speziell gewünschter Nährstoffe zum erforderlichen Zeitpunkt und zum anderen in der langfristigen Hilfe zum Aufbau des fruchtbaren Humusanteiles im Boden. Die Bodenverbesserung kann jedoch nur durch feste organo mineralische Düngemittel erreicht werden, bei Flüssigdüngern ist dieser Vorteil nicht gegeben.
Organo mineralische Düngestoffe können im Gartenfachmarkt erworben werden. Bei ihrer Anwendung sind die Angaben und Hinweise der Hersteller zu beachten.

Tipps:

Bei der Nutzung von Rasendünger sollte man daher strikt auf die Dosierung achten, denn ein zu stark gedüngter Boden kann genau das Gegenteil vom erhofften Ziel bringen. Die Überdüngung kann zu einer hohen Nitratbelastung führen, welche schädlich für Tiere und Pflanzen ist. Der Dünger soll den Boden schließlich stabilisieren und fördern, nicht zusätzlich belasten. Eine Übersäuerung des Bodens kann von einigen Düngemitteln ausgelöst werden. Damit der pH-Wert nicht sinkt, muss man bestimmte Düngemaßnahmen ergreifen. Siehe auch bauwissen/rasenprobleme-moos-filz-ph-wert-des-bodens.

Eine der besten Möglichkeiten: Im Garten einen Komposter aufstellen! Dieser kann nicht nur viel Geld sparen, sondern ist auch noch der Umwelt zuträglich. Der natürlich anfallende Unrat in Form von gemähtem Rasen und Unkraut aus der Gartenarbeit bildet im Lauf der Zeit eine Humusschicht, die zum Düngen wiederverwertet werden kann. Im Gegensatz zu künstlichen Düngern ist Humus ein Naturprodukt, das keine Giftstoffe enthält und natürlich abgebaut wird. Trotzdem düngt es den Boden genauso gut wie ein Kunstdünger. Komposter gibt es in vielen verschiedenen Formen im Handel zu kaufen - offen oder geschlossen und aus fast jedem gewünschten Material. Die Preise beginnen schon bei 10.- bis 20.- Euro.

Tipps für den pflegeleichten Garten
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