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Planung eines Wintergartens

Für die richtige Planung eines Wintergartens sind vier Hauptaspekte grundlegend: die Standortausrichtung, die Konstruktion, die verwendeten Materialien sowie die Be- und Entlüftungsmöglichkeiten. Als fünfter Punkt kommt die bisweilen notwendige Beschattung oder Beheizung des Wintergartens zu den vorherigen noch dazu. Bereits bei der Planung sollte die Unterstützung entsprechender Fachbetriebe in Anspruch genommen werden. Da ein Wintergarten ein fest mit dem Haus verbundener Anbau ist, der je nach Nutzung auch der Gesamtwohnfläche zugerechnet wird, ist die Berücksichtigung von verschiedenen baurechtlichen Aspekten von Nöten: beginnend bei einer Bauvoranfrage und einem Bauantrag bis hin zu verschiedenen Genehmigungen und Auflagen, die erfüllt werden müssen. Das richtige Fundament, die spätere Bodenausstattung sowie die geplanten Heizungs- und Elektroleitungen müssen dabei ebenso geklärt werden, wie die Frage nach der Übertragung der Aufträge an Handwerksunternehmen und die Feststellung von möglichen Eigenleistungen. Wie die rechtlichen Vorgaben in der eigenen Wohnregion geregelt sind, erfährt man sowohl bei den entsprechend zuständigen Bauämtern, regional arbeitenden Architekten sowie bei einem kompetenten Wintergarten-Fachbetrieb.

Der richtige Standort

Der angedachte Standort des Wintergartens ist maßgeblich für die spätere Nutzung. Grundsätzlich kann ein Wintergarten sowohl an einen Neubau- als auch an einen Altbau angeschlossen werden. Die Flexibilität des Anbaus eines Wintergartens an einen Altbau ist jedoch in der Umsetzung etwas eingeschränkter, da auf die bereits bestehenden Gebäudeteile (beispielsweise Position und Ausrichtung von Wänden und Dach) Rücksicht genommen werden muss. Bei einem Neubau hingegen kann man die persönlichen Wünsche zum Wintergarten etwas einfacher in die Gesamtplanung mit einfließen lassen. Vorausgesetzt, der künftige Standort des Wintergartens ist relativ frei stehend, kann man je nach gewählter Himmelsrichtung die angedachte Nutzung vereinfachen:

  • Osten (Süd-Ost, Nord-Ost)
    Ein nach östlichen Richtungen orientierter Wintergarten ist für Liebhaber der Morgenstunden genau das Richtige. Bereits die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen machen den Ost-Wintergarten zu einem gemütlichen Ort für das ausgiebige Frühstück. Je weiter die Orientierung in eine südliche Richtung geht, desto länger ist die Zeitspanne, vom Sonnenaufgang ausgehend, in welcher der Wintergarten die Sonnenstrahlen einfängt. Je weiter jedoch sich diese Orientierung in eine nördliche Richtung dreht, desto geringer ist die Einstrahlungswärme. In den Abendstunden hingegen wird ein nach Osten ausgerichteter Wintergarten zumindest in kühleren Jahreszeiten stets eine zusätzliche Wärmequelle benötigen.

  • Süden (Süd-Ost, Süd-West)
    Der Süden und die angrenzenden südlichen Himmelsrichtungen sind aus Sicht der Energieeffizienz der wohl beste Standort für einen ganzjährig zu nutzenden Wintergarten. Je nach Ausdehnung der Glasfronten in die Richtungen Osten und Westen kann der Zeitraum der Sonneneinstrahlung entsprechend ausgedehnt und viel Wärmeenergie eingefangen werden.Im Sommer kann diese große Sonneneinstrahlung jedoch schnell zu üppig werden und bedarf dann einer entsprechenden Beschattungs- und Lüftungsmöglichkeit, um die überschüssige Hitze regulieren zu können. Andererseits bietet diese große Wärmeenergieentwicklung die Möglichkeit, die gewonnene Wärmeenergie aufzufangen und in das Energiesystem des Hauses einzuspeisen. Eine weitere Variante ist der Einsatz von Sonnenkollektoren auf dem Dach.

  • Westen (Süd-West, Nord-West)
    Ist der Wintergarten nach Westen ausgerichtet, wird er vom Nachmittag bis in die späten Abendstunden zu einer Wohlfühloase für seine Bewohner. Die erst zur fortgesetzten Mittagsstunde einsetzende Bestrahlung wird vom Wintergarten gespeichert und nimmt erst in den kühler werdenden Abendstunden langsam wieder ab. Eine optimale Voraussetzung für berufstätige Menschen, auch nach Feierabend noch den vollen Wintergarten-Genuss zu erleben. In den kälteren Jahreszeiten kann hier eine zusätzliche Heizquelle für mehr Gemütlichkeit sorgen und ein zu frühes Abkühlen des Innenraums verhindern.

  • Norden (Nord-Ost, Nord-West)
    Der im Sommer stets kühlere Nord-Wintergarten bringt von allen Ausrichtungen den wenigsten Energieeffizienz-Nutzen. In unseren Breiten ist ein Wintergarten nach Norden entsprechend ungeeignet, in wärmeren Gefilden dürfte er jedoch für die lang anhaltende kühlere Atmosphäre ideal sein. Soll er dennoch ganzjährig als Wohnraum genutzt werden, ist eine vollwertige Heizvariante von Nöten, um eine gemütliche Atmosphäre schaffen zu können. Entsprechend bringt jede Verschiebung des Standortes in eine östlichere oder westlichere Richtung einen enormen Vorteil in Bezug auf die anfallenden Unterhaltungskosten (Heizkosten).

 

Wintergarten Konstruktionen

Moderne Herstellerbetriebe von Wintergärten bieten für jeden Anspruch die passenden Konstruktionen. Damit die Freude am eigenen Wintergarten möglichst lange wärt, ist es natürlich wichtig, nicht nur eine tragfähige, sondern auch eine pflegeleichte und möglichst qualitativ hochwertige Konstruktion zu wählen. Die heute üblicherweise angebotenen Konstruktionen sind in den folgenden Materialien erhältlich:

  • Stahl
    Stahl hat als Werk- und Konstruktionsstoff den Vorteil der hohen Tragfähigkeit auch bei sehr filigran gehaltenen Konstruktionen. Diese Vorteile können jedoch bei der Konstruktion eines Wintergartens nicht ausgereizt werden. Stahl ist für die vorherrschende Thermik im Wintergarten nicht gut geeignet und wird entsprechend auch nur noch selten empfohlen. Es würde sonst die Gefahr bestehen, dass zum einen die Luftfeuchtigkeit an den Stahlträgern kondensiert und somit im Fall des unbehandelten Stahls auf Dauer Rost entstehen könnte, zum anderen würde die Wärmeableitung an den von außen kalt werdenden Stahlträgern die innen liegende Warmluft an den Berührungspunkten zu schnell abkühlen (schlechte Isolierwerte). Wärmebrücken sind bei Stahlkonstruktionen nur sehr bedingt herzustellen.

  • Aluminium
    Aus Aluminium hergestellte Konstruktionen sind leicht und besitzen dennoch eine hohe Tragfähigkeit. Aluminiumkonstruktionen eines Wintergartens sind dabei im Vergleich zu Stahlkonstruktionen leichter zu pflegen, bieten aber leider ebenfalls nur bedingt die Möglichkeit, Wärmebrücken zu erstellen. Andererseits sind bei einer solchen Konstruktion auch bei Feuchtigkeitseinflüssen ohne zusätzliche Behandlung weniger Schäden zu befürchten. Entsprechend eignen sich Aluminiumkonstruktionen optimal für Wintergärten, die nicht ganzjährig genutzt werden sollen, sondern vorrangig der Überwinterung von Pflanzen dienen.

  • Holz-Aluminium
    Die Kombination aus Holz und Aluminium ist die erste Konstruktionsart, welche für den ganzjährig genutzten Wintergarten bei richtiger Verarbeitung uneingeschränkt geeignet ist. Die entsprechenden Konstruktionen bieten im Außenbereich die pflegeleichten Aluminiumkomponenten, im Innenbereich die angenehmen und wärmeisolierenden Holzelemente. Die Tragfähigkeit und Langlebigkeit der beiden Komponenten ist dabei ebenso gut, wie der Umfang an erforderlicher Pflege der Konstruktion.

  • Holz
    Holz galt und gilt früher wie heute als ein angenehmer, leicht zu verarbeitender und tragfähiger Baustoff, der neben seiner Funktionalität auch eine warme und behagliche Atmosphäre bietet. Er ist von Natur aus wärmeisolierend und besitzt in begrenztem Rahmen natürliche Schallschutzfunktionen.Als alleiniger Konstruktionswerkstoff bei dem Bau eines Wintergartens ist Holz jedoch eher pflegebedürftig und bedarf im Außenbereich entweder einer wasserdichten Abdeckung als Witterungsschutz oder einen entsprechenden regelmäßig erfolgenden Anstrich.Unter der Berücksichtigung des Pflegeaufwandes sollte eine Konstruktion aus Holz und Aluminium eventuell überdacht werden.

  • Kunststoff
    Kunststoff ist ein Werkstoff für kostenbewusste Wintergarten-Konstruktionen von vergleichsweise kleiner Größe. Es gilt als wetterbeständig, pflegeleicht und langlebig, und die guten Isolierfähigkeiten verringern bereits im Vorfeld aufwendige thermische Trennungen. Allerdings ist Kunststoff nur in einem geringen Maß belastbar, was wiederum eine Verstärkung der Kunststoffprofile mit Stahleinsätzen erforderlich macht. Dennoch sind nur kleinere, einfach gestaltete Wintergärten gut mit Kunststoffkonstruktionen umzusetzen.

 

Verglasung des Wintergartens

Die Verglasung des Wintergartens ist eigentlich das typischste Merkmal, der den Wintergarten von einer normalen Fensterfront unterscheidet. Damit der Treibhauseffekt im Wintergarten jedoch richtig genutzt werden kann, ist hierbei die Wahl der richtigen Verglasung ein wichtiger Aspekt. Denn Glas ist in unserer modernen Zeit nicht einfach nur Glas. Wie warm oder kalt ein Wintergarten im Endeffekt ist, wird dabei mit verschiedenen Werten bemessen. Sind diese falsch ausgelegt, entsteht der in der Vergangenheit verbreitete Effekt, dass der Wintergarten im Sommer einer Sauna gleicht und im Winter einer Eishalle, die ohne zusätzliche Beheizung nicht bewohnbar ist. Entsprechend dem Standort und der Nutzungsweise, die für den Wintergarten angedacht ist, gibt es des Weiteren Möglichkeiten, mittels speziellen Verglasungen sowohl für eine entsprechende Wärmeisolierung und Schallschutz, aber auch für Sicherheit zu sorgen. Darüber hinaus gibt es moderne Verglasungen, die sich mittels UV-Einstrahlung und Regen selbsttätig reinigen, was nicht nur eine Verringerung des Pflegeaufwands darstellt, sondern obendrein die Gefahr verringert, dass man bei der Reinigung der Dachverglasung stürzt.

 

Energiewerte

Die Energiewerte der Wintergarten-Verglasung werden mit den so genannten g- und u-Werten bezeichnet.

  • g-Wert
    Der g-Wert gibt den Gesamtenergiedurchlasswert an, also den Energiewert, der durch die Scheibe in den Wintergarten eindringt und diesem somit aufheizt. Je höher dieser Wert ist, desto mehr kann der Wintergarten bei entsprechender Sonneneinstrahlung erwärmt werden, ohne dass zusätzliche Wärmequellen benötigt werden.

  • u-Wert
    Der u-Wert, der in der Vergangenheit auch als k-Wert bezeichnet wurde, besagt, wie viel Energie den Wintergarten über die Glasscheibe wieder verlässt. Dieser Wert sollte entsprechen möglichst niedrig gewählt werden, damit auch in den kälteren Jahreszeiten die Wärme möglichst lange im Wintergarten erhalten bleibt.

 

Wärmeisolierung und Sonnenschutz

Die richtige Wärmedämmung ist bei einem Wintergarten besonders wichtig. Gerade bei Wintergärten, die nicht aufgrund einer südlichen Ausrichtung viele Sonnenstunden zur natürlichen Erwärmung bekommen, sollte auf eine gute Wärmeisolierung geachtet werden. Das hierfür verwendete Wärmeisolierglas ist ein Isolierglas, bei dem mehrere Glasscheiben verbunden und mit einer dünnen, mit bloßem Auge unsichtbaren Edelmetallschicht beschichtet sind. Der Zwischenraum der Glasscheiben wird mit einem Edelgas gefüllt (zumeist Argon, bisweilen auch mit Krypton oder Xenon). Dieses hat eine geringere Energieleitfähigkeit als Luft und blockiert somit ausstrahlender Wärmeenergie aus dem Innenraum des Wintergartens auf dem Weg nach draußen. Je nach Bedarf wird diese Verglasung mit zwei oder drei Glasscheiben erstellt. Diese Verglasung ist sehr energieeffizient und gerade bei nach Norden ausgerichteten Wintergärten unabdingbar. Im Sommer kann eine solche Verglasung bei nach Süden ausgerichteten Wintergärten zwar zu einer starken Erhitzung führen, diese kann jedoch über eine Belüftung nicht nur reguliert werden, sondern obendrein mit einer entsprechenden Anlage auch zur Energiegewinnung genutzt werden. Alternativ kann für Süd-Wintergärten auch ein Sonnenschutzglas eingesetzt werden, welches durch eine spezielle Beschichtung das übermäßige Eindringen der Sonnenstrahlen blockiert. Diese Verglasung verhindert zwar das Überhitzen des sommerlichen Wintergartens, trübt jedoch gleichzeitig die Lichteinstrahlung und verhindert auch im Winter die natürliche Erwärmung des Wintergartens durch den Treibhauseffekt.

 

Schallschutzfunktionen

Bisweilen kann es notwendig sein, übermäßige Lärmbelästigung von außen nicht nach innen dringen zu lassen. Dies kann beispielsweise in der Nähe von stark befahrenen Straßen der Fall sein. Hierfür sind im Fachhandel verschiedene Multifunktionsgläser erhältlich, welche den Geräuschpegel um einen Wert zwischen 10 (trotz geöffnetem Fensterelement) und 30 Dezibel (Fensterelement geschlossen), bisweilen sogar noch stärker, herab senken können.

 

Sicherheit und Sicherheitsverglasung

Ein häufig genannter Einwand gegen Wintergärten ist der Aspekt der Sicherheit. Diese bezieht sich sowohl auf die Einbruchgefahr als auch auf die Gefahr der Beschädigung an sich. Eine solche Sorge ist jedoch unbegründet. Ein qualitativ hochwertiger Wintergarten zieht nicht mehr Einbrecher an als eine Terrassentüre. Durch die Doppel- bzw. Dreifachverglasung sind die Glaselemente eines Wintergartens vergleichsweise bruchsicher und halten auch dem einen oder anderen Ballwurf der Kinder durchaus stand. Hinzu kommen gesetzliche Vorschriften für die Dachverglasung: Hier muss ein Verbundsicherheitsglas zum Einsatz kommen, um auch bei einer Beschädigung das Umherfliegen von Splittern zu verhindern. Verbundsicherheitsglas besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die zusätzlich mit einer doppelseitig klebenden und reißfesten Folie fest verbunden sind. Sollte eine dieser Glasscheiben durch starke Einwirkungen von außen brechen, kann zwar eine Bruchstelle entstehen, die Glasscheiben selbst jedoch bleiben als eine Einheit zusammen und vergleichsweise belastbar. Entsprechend könnte ein potenzieller Einbrecher zwar im Härtefall die Scheibe kaputt machen, käme aber dennoch nicht einfach in das Haus hinein, da die reißfeste Folie die Scheibenstücke weiterhin zusammenhält.

Selbstreinigende Verglasung

Eine noch nicht ganz so verbreitete Art der Verglasung wird ebenfalls immer beliebter: die selbstreinigende Verglasung. Gerade die Reinigung der vielen Glasflächen sind für Hausfrauen immer ein skeptischer Aspekt beim Für oder Wider eines Wintergartens.
Normalerweise ist es so, dass sich Regen und Staubpartikel an einer Glasscheibe zu einer schmierigen Masse verbinden, welche die freie Sicht im Laufe der Zeit behindert. Selbstreinigende Scheiben sind hingegen speziell beschichtet, sodass die durch die Sonne auftreffende UV-Strahlung den Staub sowie organische Verschmutzungen zersetzt. Diese können sich somit nicht mehr fest an der Glasscheibe anheften. Gleichzeitig bewirkt die Beschichtung, dass Regenwasser an den Scheiben gleichmäßig verteilt wird und den Schmutz somit weitestgehend rückstands- und fleckenlos sowie großflächig abspült.
Die Beschichtung selbst ist dabei witterungsbeständig und dauerhaft auf den Glasscheiben fixiert.

 

Wärmeregulierung im Wintergarten

Durch die leichte Beeinflussung des Klimas im Wintergarten spricht man auch von einem thermisch labilen Wohnraum. Die Qualität der Werkstoffe, der Konstruktion und deren korrekter Einbau alleine machen auch bei der optimalen Ausrichtung des Wintergartens notwendig, flexibel auf die vorherrschende (Wetter-)Situation eingehen zu können. Entsprechend kann es sein, dass ein Wintergarten beispielsweise bei einer Südausrichtung vollständig auf eine zusätzliche Heizquelle verzichten kann, nicht jedoch auf eine Beschattung. Ein Nord-Wintergarten hingegen dürfte in jedem Fall eine zusätzliche Wärmequelle benötigen, kann jedoch stattdessen ohne zusätzlich Beschattung im Sommer genutzt werden. Neben Heizung und Beschattung spielen auch die notwendigen Belüftungsmöglichkeiten und Öffnungselemente eine wichtige Rolle bei der Wahl des Wintergartens – während dem einen einige Fensteröffnungen zum Belüften vollständig ausreichend erscheinen, möchte der andere den Wintergarten eventuell zeitweise mit verschiebbaren Türelemente ganz zum Garten hin öffnen können. Jede dieser Vorlieben bedarf dabei individueller Lösungen.

  • Heizung
    Normalerweise sind in einem Haus die Glasflächen von Fenster und Türen mit einem vergleichsweise hohen Wärmeverlust verbunden. Auch wenn gerade bei dem Bau eines Wintergartens sehr viel Wert auf die Verhinderung von Wärmeverlusten gelegt wird, ist es natürlich nur realistisch, dass aufgrund der großen Glasoberflächen der Raum schneller auskühlt, als dies bei einem gemauerten Wohnraum der Fall wäre. Entsprechend ist es in den kälteren Jahreszeiten fast immer notwendig, mittels einer zusätzlichen Heizquelle den Wintergarten für die ganzjährige Nutzung zu erwärmen. Dabei sollte die Temperatur an der anderer Wohnräume angeglichen werden. Nützlich kann es allerdings auch sein, die Temperatur im Wintergarten bei Nichtnutzung geringfügig niedriger zu halten, wenn der Übergang zwischen dem Wintergarten und dem Wohnraum geschlossen werden kann (beispielsweise mit einer Terrassentüre). Die Anbindung des Wintergartens an das Zentralheizungssystem ist dabei in der Regel kein großes Problem. Auch an eine Wärmepumpe oder an Sonnenkollektoren lassen sich einfach energieeffiziente Heizlösungen koppeln. Nicht zuletzt kann hierbei eine Kaminheizung eine nicht nur komfortable, sondern auch optisch stilvolle Heizvariante bilden.

  • Lüftung und Öffnungselemente
    Wie in jedem anderen Gebäude sollte auch im Wintergarten eine angenehme, frische Luft die gewohnte Lebensqualität bieten. Damit dies auch stets der Fall ist, müssen entsprechende Lüftungsmöglichkeiten und Öffnungselemente eingeplant sein.Je nach Vorliebe und Wintergartengröße können hierbei sowohl natürliche als auch mechanische Lüftungsvarianten genutzt werden. Die unterschiedlichen Öffnungselemente ermöglichen desweiteren bei angenehmen Temperaturen den Wintergarten beispielsweise durch Schiebeelemente offen und direkt mit dem Garten oder der Terrasse zu verbinden.

  • Natürliche Belüftung
    Unter der natürlichen Lüftung versteht man die Ausnutzung physikalischer Grundsätze von Wärme und Luft. Warme Luft steigt stets nach oben, kalte Luft hingegen strömt von unten nach. Dieser Effekt kann durch Öffnungselemente im Dachbereich des Wintergartens genutzt werden, wenn im Bodenbereich entsprechende Luftöffnungen die Zufuhr von Frischluft ermöglichen. Idealerweise sollten sich die Zu- und Abluftöffnungen einander diagonal gegenüberliegen, damit die natürliche Luftzirkulation optimal ausgenutzt wird. Diese natürliche Lüftung ist jedoch nicht von der Witterung unabhängig und bedarf der entsprechenden Mithilfe der Bewohner, welche beispielsweise bei Regen die Öffnungselemente schließen. Allerdings gibt es auch hierbei inzwischen entsprechende Anlagen, welche dies selbsttätig regeln.

  • Mechanische Belüftung
    Bei der mechanischen Lüftung unterstützt ein entsprechendes Gerät die Luftzirkulation im Wintergarten. Mittels eines in den Raum hinein und einem aus dem Raum hinaus führenden Gebläses wird die Innenraumluft des Wintergartens mechanisch umgewälzt und ausgetauscht.Die Nachteile der mechanischen Lüftung liegen vorrangig im Strombedarf. Die Vorteile liegen hingegen zum einen in der leichten Regulierung nach eigenen Maßstäben, zum anderen jedoch auch in der einfachen Integrierung von Filtermechanismen, beispielsweise gegen das Eindringen von Insekten und anderen Tieren, aber auch gegen Blüten- und Pflanzenstaub, was für Allergiker ein ausschlaggebender Punkt sein kann. Mittels einer entsprechenden Anlage lassen sich dabei viele Aspekte automatisch regeln (Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit).

  • Öffnungselemente
    Die Öffnungselemente für moderne Wintergärten sind sehr vielfältig und lediglich eine Kostenfrage. Gerade bei individuellen Konstruktionen kann der künftige Besitzer sowohl kleine Fensteröffnungen und türgroße Öffnungselemente einbringen lassen, aber auch ganze Fronten mittels Falt- oder Schiebeelementen auf Wunsch öffnen. Alle diese Öffnungselemente können natürlich nicht nur für Lüftungszwecke geöffnet werden, sondern auch zur aktiven und komfortablen Nutzung des Wintergartens als Wohn- und Lebensraum.

  • Beschattung und Klimatisierung
    Nicht nur im Winter sind bei einem Wintergarten entsprechende Begebenheiten zu berücksichtigen und entsprechend für ein gutes Klima „nachzuhelfen“. Die im Winter heiß begehrten Sonnenstrahlen können nämlich im Sommer bei falschem Umgang mit dem Wohnraum Wintergarten schnell ebenfalls zu einem Problem werden. Die Folge: eine Überhitzung des Innenraums zu tropischen Verhältnissen. Rund 40 Grad Celsius sind in einem Wintergarten mit Süd-Ausrichtung schnell erreicht. Diese Erhitzung kann für den Züchter tropischer Pflanzen durchaus gewollt sein – für die normale Nutzung des Wintergartens als Wohnraum ist dies jedoch eher weniger geeignet. Entsprechend wichtig ist die richtige Beschattung und Klimatisierung, um auch im Sommer die wohnliche Behaglichkeit des Wintergartens voll ausschöpfen zu können.

  • Natürliche Beschattung
    Eine natürliche Beschattung erfolgt durch Pflanzen, welche auch außerhalb des Wintergartens für ein harmonisches Klima im Inneren sorgen können. Dies kann beispielsweise durch Laubbäume, große Sträucher und andere großblättrige Pflanzen erreicht werden. Zusätzlich sorgen kleinere Sträucher und Stauden vor den Frischluftöffnungen dafür, dass die einströmende Luft vergleichsweise kühl bleibt. Ebenfalls als natürliche Beschattung können dabei auch die Pflanzen im Inneren des Wintergartens dienen: Große Palmen und andere Pflanzen wirken dabei nicht nur als Schattenspender, sondern sorgen gleichzeitig für ein angenehmes Raumklima mit frischem Flair, welches durchaus auch exotisch sein kann.

  • Technische Beschattung
    Unter der technischen Beschattung versteht man all jene Beschattungsmöglichkeiten, bei denen unter Zuhilfenahme von technischem und mechanischem Gerät die Sonneneinstrahlung reduziert wird. Auch diese kann im Innenraum und im Außenbereich des Wintergartens erfolgen. Im Außenbereich können beispielsweise Markisen, Raffstores und vergleichbare Anlagen zur Beschattung angebracht werden. Wahlweise bietet der Fachhandel solche Beschattungsanlagen mit mechanischer als auch automatischer Steuerung. Für den Innenbereich eignen sich verschiedene Rolloarten, Stoffvorhänge oder auch Lamellenvorrichtungen, bei denen zusätzlich der Lichteinfall manuell reguliert werden kann. Darüber hinaus eignen sich gerade für Wintergärten mit hoher Sonneneinstrahlung Sonnenschutzfenster, deren Beschichtung sich, ähnlich wie bei manchen Autofrontscheiben oder Sonnenbrillen, je nach Intensität der Sonneneinstrahlung verdunkeln.
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