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Baustoffe für tragende und nichttragende Wände

Bei einem Hausneubau oder der Sanierung eines bestehenden Objektes ergeben sich für den Bauherrn immer wieder auch Fragen zur grundsätzlichen Verwendung von Baustoffen in bestimmten Bereichen des Gebäudes. Jedoch ist nicht jeder Baustoff für jeden Einsatzbereich tauglich.

Was der Bauherr grundsätzlich wissen sollte:

Tragende und nicht tragende Wände

Jedes Gebäude unterliegt physikalischen Gesetzmäßigkeiten, was die Tragfähigkeit und Standfestigkeit anbelangt. Bereits während der Planungsphase sollte ein Statiker hinzugezogen werden – im Neubau sowie bei der Sanierung. Dieser beurteilt das vorhandene statische System des Bestandsgebäudes oder erstellt ein statisches Konzept für den Neubau. Hierbei definiert dieser, welche Wände notwendig sind zur Abtragung der unterschiedlichen Lasten in den Untergrund, um somit die Standfestigkeit des Gebäudes zu gewährleisten. In den meisten Fällen besteht das statische System bei Einfamilienhäusern aus der Dachkonstruktion den tragenden Außenwänden sowie den Zwischendecken und letztendlich der Bodenplatte und gegebenenfalls den Fundamenten. Bei besonders großen Abständen zwischen zwei tragenden Außenwänden (in etwa mehr als sieben Metern) wird in den meisten Fällen zusätzlich eine Innenwand als tragende Wand mit in das statische System einbezogen. Diese muss dann entsprechend den Vorgaben des Statikers mindestens aus Mauerwerk oder auch aus Stahlbeton errichtet werden. In Gebäuden, welche hauptsächlich als Holzkonstruktion errichtet werden, ist auch eine Holzwandkonstruktion als tragendes Element denkbar. Alle weiteren trennenden Bauteile des Gebäudes, wie die Trennwände zwischen den einzelnen Räumen, dienen lediglich der Abtrennung von Nutzungsbereichen und sind nicht Bestandteil des statischen Systems. Zumeist genügt hier die Ausführung als leichte Trennwände in Trockenbauweise.

 

 

Das Kellergeschoss – Mauerwerk oder Stahlbeton?

In dem überwiegenden Teil bestehender, unterkellerter oder teilunterkellerte Bestandgebäude wurden die Außenwände einst aus Mauerwerk oder Bruchstein hergestellt. Dies war zur damaligen Zeit eine übliche Bauweise und wurde konsequent überregional auf diese Weise umgesetzt. Was bei diesem Aspekt nicht vergessen werden sollte ist, dass der Grundwasserspiegel noch vor dreißig Jahren nicht annähernd so hoch lag, wie es heutzutage der Fall ist. Somit ist die ehemals flächendeckend angewandte Methode der Errichtung von Kellerwänden aus Mauerwerk durchaus Stand der Technik und des Wissens gewesen. Erwirbt ein Bauherr heutzutage ein solches Objekt, sollte genauestens auf die Kellerwände geachtet werden. In manchen Regionen ist der Grundwasserspiegel dermaßen hoch angestiegen, dass der Großteil der Kellerwände zumeist ganzjährig nass ist. Diese Nässe zieht sich über die Zeit hinweg immer weiter das Mauerwerk empor und durchfeuchtet im schlechtesten Fall zudem die Wände des Erdgeschosses sowie die Decke über dem Kellergeschoss. In diesem Fall ist die einzig mögliche Maßnahme dem entgegen zu wirken, die Einbringung einer horizontalen Sperrschicht. Dies kann entweder in einem Injektions- oder Sägeverfahren erfolgen.  Zusätzlich muss das gesamte Kellergeschoss bis zu den Fundamenten von außen her abgegraben werden, um eine vertikale Sperrschicht anzubringen. Das gängigste Verfahren in diesem Bereich ist ein bituminöser Anstrich auch als „Schwarzanstrich“ bekannt. Dieser hält die Feuchtigkeit zusätzlich von außen ab. Im Anschluss muss das gesamte Kellergeschoss austrocknen. Notwendige Sanierungsmaßnahmen sollten erst nach vollständiger Trockenlegung erfolgen.
Aus den vorgenannten Gründen ist es bei einem neu zu errichtenden Kellergeschoss nicht immer ratsam, einen Keller mittels Mauerwerk herzustellen. Es muss grundsätzlich damit gerechnet werden, dass der Grundwasserspiegel in allen Regionen weiter ansteigt. Somit ist auch in bis dato „trockenen“ Regionen zukünftig damit zu rechnen, dass der allgemeine Pegel in absehbarer Zeit das Grundgerüst des Kellergeschosses – die tragenden Außenwände – erreicht, diese durchfeuchtet und dauerhaft schädigt. Zu diesem Thema gibt es zahlreiche kontroverse Diskussionen. Um auf „Nummer Sicher“ zu gehen, sollte die Bauform mittels Betonaußenwänden gewählt werden.

 

Das Kellergeschoss – „Weiße Wanne“ / „Schwarze Wanne“

BetonkellerbauBei der Errichtung von Kellerwänden werden grundsätzlich zwei Bauweisen unterschieden. Die weniger aufwändige Variante stellt die so genannte „Weiße Wanne“ dar. Die übliche Herstellungsweise ist die Bauart mittels Betonfertigteilen. Diese werden gemäß der Planung im Werk hergestellt und verbaufertig auf die Baustelle geliefert. Dort müssen die Einzelteile justiert und anschließend mit Beton vergossen werden. Die Grundbewehrung ist ebenfalls in den angelieferten Fertigteilen bereits enthalten. Der Stahl befindet sich also bereits vormontiert und muss nicht erst am Aufstellort eingebracht werden. Diese Vorgehensweise stellt ein hohes Maß an Vereinfachung dar gegenüber der Ortbetonweise. Desweiteren werden Fehler, die bei händischer Einbringung des Stahls auftreten können, weitestgehend vermieden. Um eine korrekt ausgebildete „Weiße Wanne“ zu erhalten, dürfen auf keinen Fall die Fugendichtbänder vergessen werden. Dies sind Metallstreifen mit einer Aufkantung, welche auf die Bodenplatten-Konstruktion in der mittleren Achse der zukünftigen Wände aufgebracht werden. Beim späteren Ausbetonieren der Fertigteilwände werden die Dichtbänder mit vergossen. Somit erfolgt ein absolut dichter Verschluss zwischen Bodenplatte und aufgehenden Wänden ohne die Möglichkeit, dass Wasser eindringen kann. Der für die Fertigteile verwendete Beton sollte so genannter wu-Beton sein, bedeutet wasserundurchlässig. Bei der Ausbildung einer „Schwarzen Wanne“ hingegen wird zusätzlich außen an die Konstruktion der „Weißen Wanne“ eine bituminöse Dickbeschichtung aufgebracht. Diese wird in flüssiger Form aufgebracht und härtet dann aus. Nutzungsbedingt werden heutzutage zumeist auch die Kelleraußenwände gedämmt. Bei der Konstruktionsart der „Schwarzen Wanne“ muss für das Anbringen der Perimeterdämmung (wasserundurchlässig) ebenfalls ein Kleber auf Bitumenbasis verwendet werden. Wird ein anderes Produkt angewandt, lösen sich die einzelnen Dämmplatten zeitnah wieder ab oder können gar nicht erst montiert werden.
Eine „Weiße Wanne“ sollte in Gebieten ausgebildet werden, wenn in diesen kein so genanntes drückendes Wasser herrscht. Das bedeutet, dass der eigentlich Grundwasserspiegel und eventuelles Schichtenwasser unter der Unterkante des Kellergeschosses liegen und lediglich bei starken Niederschlagsereignissen höher steigen und sich eine kurze Zeit auf Höhe der Kellerwände befinden. Eine „Schwarze Wanne“ hingegen muss bei drückendem Wasser errichtet werden. In diesem Fall befindet sich der Grundwasserspiegel oder anstehendes Schichtenwasser permanent in Höhe der Kelleraußenwände. In jedem Fall sollte die Ausführung durch eine Fachfirma und Fachpersonal ausgeführt werden, um Fehler zu vermeiden. Zusätzlich ist es grundsätzlich ratsam, einen externen Bauleiter zu engagieren, der akribisch die einzelnen Arbeitsschritte sowie die verwendeten Baumaterialien hinsichtlich ihrer Eignung prüft.

 

Oberirdische Geschosse – Mauerwerk

Hausbau mit MauerwerkEine bewährte Methode der Errichtung von Wänden oberirdischer Geschosse ist das Mauerwerk. Im Verband verlegt, vertikale Fugen sind zueinander versetzt angeordnet, ist ein zügiges Errichten der Geschosse möglich. Die Formstabilität bleibt gewahrt. Der Baustoff ist verhältnismäßig kostengünstig. Auf dem Markt existiert eine Vielzahl von unterschiedlichen Baustoffen zur Errichtung von Mauerwerkswänden. Der Bekannteste unter ihnen ist der Mauerziegel. Dieser ist in unterschiedlichen Formaten verfügbar. Die DIN-Normen (Deutsche Industrie Norm) geben Mauerwerksformate an, welche bereits bei der Planung berücksichtigt werden müssen, um einen reibungslosen Bauablauf zu gewährleisten. So ist eine gängige Wandbreite für eine tragende Außenwand entweder 24cm oder 36,5cm breit. Ziegel hierfür sind bereits in diesen exakten Abmaßen erhältlich. Die Breite der Wände muss durch den Statiker errechnet werden. Zusätzlich sollte die Steinfestigkeitsklasse nicht außer Betracht bleiben. Auch diese wird vom Statiker angegeben und in den Klasen (SFK) von 8 bis weit über 20 definiert.
Allgemein lässt sich das Mauerwerksmaß immer in Vielfachen von 11,5 plus 1 ermitteln. Beispielrechnung: 11,5 plus 1 plus 11,5 ist gleich 24cm oder 11,5 plus 1 plus 11,5 plus 1 plus 11,5 ist gleich 36,5cm. Diese Berechnung lässt sich auch auf weit größere Formate anwenden. Insbesondere bei Fenster- und Türgrößen ist dies entscheidend. Ein großer Kostenfaktor am Bau sind Standard-Maße. Werden diese eingehalten, können Standard-Produkte verwendet werden, was eine Einsparung gegenüber Sondermaßen bedeutet. Ein Beispiel anhand einer Tür: grundsätzlich werden Türbreiten angegeben in den Formaten: 76cm, 88,5cm, 101cm, 113,5cm usw. Standardmaße für Türhöhen sind 201cm und 213,5 cm. Nicht tragende Wände, die mittels Mauerwerk hergestellt werden, sind in dem meisten Fällen schlanker. Das bedeutet eine Dicke der Wand zwischen 11,5cm und 17,5cm. Auch hier sind sie Angaben des Statikers erforderlich und sollten eingehalten werden.
Neben der Verwendung von Ziegelsteinen ist auch der Kalksandstein sehr beliebt. Dieser unterschiedet sich für den Bauherrn in der hellbeigen Farbe von Ziegeln sowie in den Formaten. In diesem Fall ist das Verwenden von Mauerwerksmaßen bei der Anordnung von Fenstern und Türen nicht zwingend erforderlich (Fenster- und Türmaße an sich sollten dennoch in Standard-Abmessungen geplant werden). Kalksandstein kommt in wesentlich größeren Abmaßen als Ziegel zur Verwendung. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass eine werkseitige Planung erfolgt, wobei jeder einzelne Stein und seine Maße bereits vorab ermittelt werden. Diese müssen dann auf der Baustelle wie ein großes, dreidimensionales Puzzle zueinander gefügt werden, um als Ergebnis die Kubatur des Hauses abzubilden. Diese Bauweise erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da sie unkompliziert und schnell umsetzbar ist.

 

Oberirdische Geschosse – Stahlbeton

Hausbau mit BetonNeben der Möglichkeit oberirdische Geschosse mittels Mauerwerk herzustellen, ist heutzutage ebenfalls die Stahlbeton-Bauweise ein bewährtes Mittel. Im Gegensatz zu Mauerwerksmaßen ist es bei dieser Bauart möglich, abweichende Mauerdicken herzustellen. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Methoden. Bei der ersten handelt sich um eine Ortbetonbauweise. Hierbei werden die einzelnen Wandabschnitte mittels einer vor Ort angebrachten Schalung errichtet. Die Schalung besteht zumeist aus Holz-Schalungsbrettern die beidseits der entstehenden Wand angeordnet werden. Der Stahl wird mittels so genannten Bewehrungskörben in den Zwischenraum der beiden Schalbretter eingelassen und justiert. Fenster- und Türaussparung müssen ebenfalls vor Ort mittels eingebrachter Dämmblöcke oder zusätzlicher Schalungsbretter hergestellt werden. Sind diese vorbereitenden Maßnahmen getroffen, wird der Zwischenraum mit Beton vergossen. Dies sollte abschnittsweise geschehen und die einzelnen Lagen mittels Rüttlern verdichtet werden, um keine Hohlräume entstehen zu lassen. Solche Fehlstellen beeinträchtigen die Tragfähigkeit der Wand und sind statisch nicht zulässig. Im negativsten Fall verliert die Wand komplett ihre Tragfähigkeit und das gesamte Gebäude wird instabil.
Eine weitere, bewehrte Methode ist das Errichten von Wänden mittels Fertigteilen. Diese Fertigteile werden im Werk hergestellt. Sie besitzen zwei Schalen, eine äußere und eine innere Betonschale. Zwischen diesen beiden Elementen entsteht ein Hohlraum, in welchem die Stahlbewehrung bereits verbaut ist. Ebenso werden Fenster- und Türöffnungen bereits im Werk angelegt und müssen auf der Baustelle nicht mehr mühselig einzeln eingemessen werden. Vor Ort müssen die einzelnen Fertigteile dann justiert und wie bei der Ortbetonbauweise vergossen und verdichtet werden. Da bei der Fertigteilbauweise bereits ein Teil der Wanddicke durch die zwei Betonschalen hergestellt wurde, ist hier die Trocknungszeit gegenüber der Ortbetonbauweise deutlich geringer.
Ein Vorteil gegenüber der Bauweise der Mauerwerkswände besteht bei den Betonfertigteilen in der glatten Oberfläche. Die Aufbringung eines Putzes ist in diesem Fall nicht zwingend erforderlich, bei Mauerwerksbauten indes unerlässlich.

 

Oberirdische Geschosse – Holzständerwerk

Hausbau mit HolzständerwerkDie Bauform mit natürlichen Rohstoffen wird allseits immer beliebter. Bereits eine Vielzahl von privaten Bauherrn beweist einen „Grünen Daumen“ und greift bei der Errichtung von Eigenheimen auf nachwachsende Rohstoffe zurück. Das Holzständerwerk ist eine bewährte Methode zur Errichtung von tragenden und nicht tragenden Wänden. Bestimmte Wandbreiten sind hier nicht zwingend einzuhalten. Maßgabe ist auch in diesem Fall die Vorgabe des Statikers. Grundsätzlich sind auch bei der Bauart mit Holz verschiedene Methoden möglich. Beliebt ist die Errichtung mit vormontierten Bauteilen. Verbaufertig werden ganze Wandkonstruktionen auf die Baustelle geleifert. Diese bestehen aus einem Holzrahmen und dazwischen eingefügten Stützen. Auch Fenster- und Türöffnungen sind bereits vormontiert und an dem bloßen Holzgerippe ablesbar. Die Fertigteile werden auf der Bodenplatte aufgestellt, zusammengefügt und justiert. Dies kann unter Umstanden für ein Geschoss nur einen einzigen Tag beanspruchen. Für den Bauherrn ist hierbei ein sehr zügiger Baufortschritt sichtbar. Die Abstände zwischen den einzelnen vertikalen Holzstreben werden nach Vorgabe der Statik gewählt. Auch hierbei wird zumeist auf gängige Maße zurückgegriffen um die nachfolgenden Arbeitsschritte zu vereinfachen.
In den Zwischenraum muss Dämmmaterial eingebracht werden. Dieses ist als Mineralwolle in Bahnen bestimmter Breiten erhältlich. Achtet man bereits bei der Planung des Ständerwerkes auf gleichmäßige Abstände, muss bei der Einbringung der Dämmung nicht kompliziert zugeschnitten und angepasst werden. Neben der Mineralwolle stehen weitere, ökologisch wertvolle Materialien zur Verfügung wie Zellulose und Holzspäne, welche in die Zwischenräume eingeblasen werden. Die Dämmwirkung ist annähernd vergleichbar. Im Zuge der immer wieder kehrenden Neuauflagen der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist oftmals eine Dämmeinlage im Zwischenraum nicht mehr ausreichend. Eine verhältnismäßig simple Methode den Dämmwert der Gesamtwand zu erhöhen ist, statt einer Spanplatte oder OSB-Platte zur äußeren Beplankung eine Holzweichfaserplatte zu nutzen. Von der Verarbeitung her ist diese kaum aufwändiger und die energetischen Anforderungen können mit einem geringen Mehraufwand umgesetzt werden.

 

Aus preistechnischer sowie statischer Sicht sind alle drei vorgestellten Bauarten (Mauerwerk, Stahlbeton, Holz) vergleichbar. Somit liegt es in der Entscheidung des Bauherrn, welche Methode als am sinnvollsten zur Umsetzung der eigenen Zielvorstellungen geeignet erscheint.

 

Nicht tragende Innenwände in Trockenbauweise

TrockenbauwandEine heutzutage übliche wie auch kostengünstige Methode zur Errichtung von nutzungstrennenden Innenwänden ist die Bauart von Trockenbauwänden mit Metallständerwerk. Hierfür werden handelsübliche Metallprofile auf dem Rohfußboden aufgestellt sowie an der Decke montiert, mit vertikalen Metallprofilen ergänzt und mittels Trockenbauplatten verkleidet.
Die Aufstellung sollte zwingend auf dem Rohfußboden nicht auf dem Estrich oder dem fertigen Bodenbelag erfolgen. Wird von dieser Bauart abgewichen, ist eine Trittschallübertragung auf angrenzende Räume höchst wahrscheinlich. Erfolgt jedoch die Aufstellung auf der Rohkonstruktion erfolgt die Schallentkopplung mittels der Trittschalldämmung und des eingebrachten Estrichs. Eine bewehrte Methode die Körperschallübertragung zu minimieren ist das Einbringen von mineralischen Dämmstoffen in den Zwischenraum des Metallständerwerkes.
Für die Beplankung mittels Trockenbauplatten ist darauf zu achten, die für den nutzungsbedingten Zweck des Raumes korrekte Wahl zu treffen. Es wird unterschieden zwischen den normalen Gipskartonplatten (Abkürzung GKB), den Imprägnierten (Abkürzung GKBI) und den Gipsfaserplatten mit Feuerschutz-Funktion (Abkürzung GKF). Es sollte in jedem Fall eine doppelte Beplankung vorgesehen werden, wobei die Stöße der ersten Lage von der zweiten Lage überdeckt werden sollten.
Standardmäßig sind folgende Fertigwanddicken üblich: 10cm und 12,5cm. Darüber hinaus werden Trockenbauwände ebenfalls im Bereich von Vorsatzschalen verwendet. Diese werden zumeist in den Bereichen Küche und Bad vor die tragende Wandkonstruktion montiert, um Rohrleitungen und Vorwandinstallationen zu verdecken. Auch können frei stehende Wandelemente mit größeren Zwischenräumen errichtet werden, um die vertikale Leitungsführung über mehrere Geschosse zu verdecken. Gleiches Prinzip gilt in horizontaler Richtung unter der Deckenkonstruktion, in diesem Fall Verkofferung in Teilbereichen und Unterhangdecke in ganzen Räumen genannt.
Zur Herstellung von Türöffnungen sind standardmäßig vorgefertigte Profile erhältlich. Jedoch sollte auch hier auf die Standardmaße von Türöffnung geachtet werden. Denn auch im Bereich der Innentüren sind die Standardformate preisgünstiger erhältlich als Sondermate.
Gegenüber der Bauart von nicht tragenden Innenwänden als Mauerwerkskonstruktion ergibt sich bei der Trockenbauweise der enorme Vorteil, dass alle Installationen in der Wand eingebracht werden, bevor diese von beiden Seiten beplankt wird. In Mauerwerkswänden muss aufwändig nach der Errichtung geschlitzt werden um Elektrokabel zu verlegen, um anschließend wieder zugespachtelt und übergeputzt zu werden. Bei Trockenbauwänden werden die notwendigen Leitungen zeitgleich mit der Errichtung eingebracht. Zudem ist die Verarbeitung von Trockenbauplatten günstiger vom Anschaffungspreis wie auch von der reinen Bauzeit her, da Trocknungszeiten entfallen. Jedoch muss der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen werden, dass die Nachbearbeitung der Oberflächen von Trockenbauwänden ebenfalls aufwendig ist. Diese müssen mindestens einmal gespachtelt und geschliffen werden, können jedoch im Anschluss direkt tapeziert oder gestrichen werden. Ein Oberputz ist nicht notwendig.
Wie auch im Bereich der tragenden Wände ist es auch bei der Bauart von nicht tragenden, raumabschließenden Elementen vom Bauherrn selbst anhängig, für welche Konstruktionsart er sich entscheidet. Jedes System hat dem anderen gegenüber gewisse Vorzüge oder auch Nachteile, die es entsprechend der vorliegenden Situation auszuloten gilt.

Das modulare Haus
Energieeffizienz durch Wärmedämmung

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