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Steigende Baukosten: Damit muss 2019 gerechnet werden

Das, was sich gerade in der Politik abspielt, geht natürlich auch an der Wirtschaft nicht spurlos vorüber. Da macht die Baubranche keine Ausnahme. Im nächsten Jahr ist nicht nur aufgrund der sich verschärfenden Handelsstreitigkeiten mit den USA mit steigenden Zöllen zu rechnen, sondern auch die Mautgebühren für die Benutzung der Autobahnen und Bundesstraßen kennen nur eine Richtung: nach oben.

Dazu kommen steigende Preise für Diesel sowie ebenfalls steigende Personalkosten, die durch den immer deutlicher werdenden Mangel  an Fachkräften gekennzeichnet sind. Wie überall ist man auch in der Baubranche von zahlreichen Einflussfaktoren abhängig, die derzeit dafür sorgen, dass der Hausbau 2019 etwas teurer als noch 2018 wird.

Das sind die voraussichtlichen Aussichten

Neben den Zoll- und Transportkosten werden auch die Preise für Baustoffe im nächsten Jahr anziehen. Experten erwarten für die meisten Baustoffe eine Kostensteigerung um etwa 5 Prozent, einzelne Produkte wie z. B. Gipskartonplatten oder Ziegel- und Kalksandsteine können sich jedoch auch um bis zu 10 Prozent verteuern.

In der Wahrnehmung von privaten Bauherren gehören die Grundstücks- und die eigentlichen Baukosten zusammen. Die Summe aus beidem bestimmt im Wesentlichen den für das Eigenheim nötigen Kapitalbedarf. Dabei gilt: Je näher  sich ein Bauplatz am Zentrum einer Stadt befindet je und verkehrsgünstiger er liegt, desto höher ist sein Preis. Auf dem Land sind Baugrundstücke deutlich günstiger zu haben. Derzeit steigen die Grundstückspreise in urbanen Gegenden weiter an, erste Immobilienexperten sind jedoch der Meinung, dass die Situation in absehbarer Zeit kippen könnte. Wann dieser Fall eintreten wird, ist allerdings reine Spekulation.

Ein weiterer Kostentreiber war in den letzten Jahren der ständig gestiegene energetische Standard, den ein neues Wohnhaus erfüllen musste. Die hierfür entstehenden Zusatzkosten werden zumindest aus rechtlicher Sicht mittelfristig eher nicht steigen:  Wenn der „Fahrplan“ des Gesetzgebungsverfahrens eingehalten wird, ist im Sommer 2019 mit einer Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zu rechnen. Das hat vorerst jedoch nur Auswirkungen auf Neubauten der öffentlichen Hand, die dann den im GEG definierten Niedrigstenergie-Standard einhalten müssen. Für private Bauprojekte wird dies nach heutiger Planung erst ab 2021 gelten. Da für das GEG aber die Vorgaben aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) übernommen wurden, kommt es hier nicht zu einer Verschärfung der Anforderungen.

Dass auch hinsichtlich der Personalkosten auf dem Bau mit Kostensteigerungen zu rechnen ist, zeigt allein schon die Gehaltsentwicklung bei den Maurern. Für das Baugewerbe gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren einen Mindestlohn, der von der Bundesregierung als allgemeinverbindlich deklariert wurde. Deshalb gilt er nicht nur für tarifgebundene Firmen, sondern auch für solche ohne Tarifvertrag. Auch Unternehmen, die ihre Mitarbeiter aus dem Ausland nach Deutschland entsenden, müssen sich an ihn halten. Ungelernte Hilfsarbeiter erhielten auf dieser Grundlage 2018 mindestens 11,75 Euro pro Stunde, ausgebildete Facharbeiter konnten mit mindestens 14,95 Euro (Westen) bzw. 14,80 Euro (Osten) rechnen. 2019 gilt für ungelernte Hilfsarbeiter ein Mindestlohn von 12,20 Euro pro Stunde; Facharbeiter werden dann mindestens 15,20 Euro (Westen) bzw. 15,05 Euro pro Stunde verdienen.

Baukostenanstieg durch staatliche Förderung?

Finanzexperten haben vor ihm gewarnt, eingeführt wurde es 2018 trotzdem: das Baukindergeld. Mit der Eigenheimzulage gab es eine solche Förderung bereits zwischen 1996 und 2005. Sie hatte zur Folge, dass sowohl die Grundstücks- als auch die Baukosten stiegen. Den gleichen Effekt befürchtet man auch mit der Zahlung des Baukindergelds. Bereits 2017 hat es einen deutlichen Anstieg der Baupreise gegeben: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug er im August 2018 4,6 Prozent gegenüber demselben Monat im Vorjahr und war damit der höchste Wert innerhalb der letzten elf Jahre. Ob sich die Sorgen der Fachleute bewahrheiten, kann nur abgewartet werden.

 

 

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