Informatives für Bauinteressenten, Bauherrn und Hausbesitzer.

Wir informieren regelmäßig über verschiedene Themen zu Haus, Garten, Bauen, Wohnen sowie Hausbau und Finanzierung.
6 Minuten Lesezeit (1237 Worte)

So können Sie beim Hausbau sparen

Oft werden wir gefragt, wo sich beim Hausbau richtig Geld sparen lässt, denn jeder Bauherr weiß, dass ein Neubau sehr teuer ist. Vielen Bauherren ist es offenbar nicht bewusst, dass es einige Möglichkeiten gibt, günstiger zu bauen. Wichtig ist dabei, Unnötiges von Wichtigem zu unterscheiden, um dann wegzulassen, was entbehrlich ist. 

Bauinteressenten sind gut beraten, wenn sie sich nicht zu sehr an den traumhaften Villen in Bauzeitschriften orientieren. Besser ist es, sich dort eher von funktionalen und praktischen Planungslösungen inspirieren zu lassen. Wenn das Traumhaus finanziell nicht umsetzbar ist, lässt sich mit einem bedarfsgerechten Gesamtkonzept der Traum von den eigenen Wänden wahrscheinlicher erfüllen als mit Luftschlössern. Wir empfehlen unseren Kunden, sich zunächst bei der Bank zu erkunden, in welchem Rahmen sich ein Bauprojekt bewegen müsste, um sich nicht zu übernehmen. Dafür genügt fürs Erste ein Termin bei der Hausbank, denn um ein besseres Angebot kann man sich kümmern, wenn die Planungen fortgeschritten sind.

Günstig und dabei ohne Qualitätsverlust zu bauen ist machbar, wenn man sich bei den Wünschen etwas zurücknimmt und durchdachte Entscheidungen trifft.

Geld sparen beim Grundstückskauf

Ein hohes Sparpotenzial haben Bauinteressenten bereits bei der Wahl des Baugrundstücks. Ein Bauherr kann, wenn er sich für eine Grundstücksgröße von 600 m² statt der gewünschten 800 m² entscheidet, schon einige Tausend Euro sparen. Selbst auf ein kleineres Grundstück von weniger als 600 m² kann ein Eigenheim passen, dass niemanden einschränkt. Daher ist es wichtig, dass die Bauherren sich vor dem Hausbau den aufgestellten Bebauungsplan genauer anschauen. Darin macht die Kommune Vorgaben, die für die Bebauung bindend sind: Dazu gehören beispielsweise Mindestabstände des Hauses zur Grundstücksgrenze oder die Anzahl der erlaubten Geschosse. Wer auf einem kleineren Bauplatz zum Beispiel zweigeschossig bauen darf, verliert im Obergeschoss keine Wohnfläche durch Dachschrägen und kann unter Umständen mit geringeren Außenmaßen gut leben.

Grund und Boden kaufen oder pachten?

Es ist nicht immer möglich, Bauland zu erwerben. Gemeinden, öffentliche Institutionen und Kirchen bieten oft an, Grundstücke gegen eine festgelegte Gebühr zu verpachten. Wenn sich Bauherren für eine solche Erbpacht entscheiden, können sie unbesorgt sein. Ein Pächter hat dieselben Garantierechte wie ein Grundstücksbesitzer. Die meisten Erbpachtverträge haben eine Laufzeit von 99 Jahren, der Zeitrahmen ist aber nicht vorgeschrieben und kann frei ausgehandelt werden.
Siehe auch: Eigenheim auf gepachtetem Grundstück bauen

Wo am besten wohnen?

Bauherren, die sich für ein preisgünstiges Grundstück entscheiden, nehmen des Öfteren Nachteile wie z. B. die direkte Nachbarschaft zu einer befahrenen Straße in Kauf. Man sollte sich gut überlegen, ob dieser Kompromiss auf lange Sicht tragbar ist.
Gleiches gilt für die Frage, ob ein Grundstück auf dem Land die richtige Wahl ist. Wenn daraus dauerhaft höhere Kosten resultieren, müssen diese auch in das finanzielle Gesamtkonzept passen. "Drum prüfe, wer sich für lange Zeit bindet", hat hier eine entschiedene Relevanz. Bedenken Sie die regelmäßigen Fahrten zum Arbeitsplatz, zu den Einkaufsmöglichkeiten und sportlichen oder kulturellen Veranstaltungen. Diese belasten häufig für Jahrzehnte das Budget, sodass sich der Vorteil der geringeren Grundstückskosten im Laufe der Jahre relativiert. Diese und weitere Faktoren müssen Bauherren detailliert bedenken und auf längere Zeit berechnen, bevor sie sich für den Ort entscheiden, der ihnen in Zukunft als Lebensmittelpunkt dienen soll.

Wichtigste Regel beim Bauen

„Bauen Sie mit begrenztem Budget nur so groß wie der Bedarf ist“.

Diese Devise klingt einfach, wird aber von mehr als 90 Prozent der Bauherrn missachtet. In zu vielen Fällen wird nach der Aussage verfahren "Man, baut nur einmal!". In der Folge wird teurer gebaut, als man es sich hätte leisten können und somit wird die Lebensqualität möglicherweise nicht auf dem gewohnten Niveau bleiben können.
Allein durch den Verzicht auf Nischen, Erker oder Balkone können die Baukosten erheblich gesenkt werden.
Prüfen Sie unbedingt, wie viel Wohnfläche für ihre Bedürfnisse sinnvoll ist. Mehr Platz ist immer schön, aber jeder einzelne Quadratmeter ist mit Baukosten und dauerhaft höheren Betriebskosten verbunden.

Sparoptionen beim Haus

  • Keller
    Bauherren, die auf einen Keller verzichten, sparen beim Hausbau einige Tausend Euro. Für die Aufstellung der Haustechnik genügt ein entsprechend bemessener Hauswirtschaftsraum. Als Lagerraum für Gartenmöbel etc. eignen sich Gartenhäuser, die es in den verschiedensten Preislagen und Ausführungen gibt. Wir haben im Laufe unseres Berufslebens schon viele Bauherrn erlebt, die den teuren Keller lediglich zum Abstellen von Dingen nutzen, die eigentlich auch in den Sperrmüll wandern könnten.

  • Dach
    Einige Tausend Euro lassen sich daneben bei der Dachkonstruktion sparen. Wer statt eines Pultdachs sein Haus mit einem Satteldach baut, statt Gauben auf weitaus günstigere Dachflächenfenster zurückgreift und bei der Dacheindeckung mit traditionellen Dachziegeln leben kann, wird das dadurch gesparte Kapital anderswo besser investieren können.

  • Fassade
    Beim äußeren Erscheinungsbild können die Kosten enorm reduziert werden. Wer statt einer Klinkerfassade auf eine Holzverschalung oder auf ein Wärmeverbundsystem setzt, spart viel Geld.
    Tipp: Beim einschaligen Mauerwerk ist Porenbeton durch seine guten Wärmedämmeigenschaften sehr empfehlenswert.

  • Trennwände
    Insbesondere bei Massivbauten stellt sich die Frage, ob man die nicht tragenden Wände aus Gipskarton errichten lässt. In diesem Fall wäre der Grundriss nicht „in Stein gemeißelt“. Veränderungen können kostengünstig durchgeführt werden, wenn beispielsweise einzelne Familienmitglieder aus dem Haus ausziehen und sich der Wohnbedarf ändert. Für handwerklich begabte Bauherrn könnte es dann auch eine Option sein, die Wände ganz oder teilweise in Eigenleistung aufzustellen.

  • Decken
    Beim Hausbau lohnt es sich, die Spannweiten von Geschossdecken im Auge zu haben. Standardisierte Deckenelemente aus massivem, vorgefertigtem Stahlbeton sind preiswerter. Je größer die Deckenspannweite, desto höher sind die Kosten.

  • Fenster
    Für die Fenster gilt dasselbe Prinzip: Standardisierte Größen sind preiswerter als Sonderanfertigungen. Je größer die Fensterflächen sind, umso mehr Zusatzkosten ergeben sich aus statischen und produktionstechnischen Gründen. Zudem haben weiträumige Glasflächen Einfluss auf die Energieeffizienz des Hauses. Was nutzen Ihnen optimal gedämmte Außenwände, wenn Sie die Dämmwirkung durch riesige Fensterflächen wieder zunichtemachen.

  • Innenausbau und Ausstattung
    Der Innenausbau kostet in vielen Fällen beinahe doppelt so viel wie der Rohbau. Daher ist es wichtig, dass das Thema „Geld sparen beim Bauen“ bereits vor dem Beginn des Innenausbaus beachtet wird. Muss das Eigenheim wirklich mit einem Designerbad, einer Glastreppe, technischen Finessen und teuren Fliesen ausgestattet sein? Gerade durch Sonderwünsche wird das Budget für den Hausbau schnell überschritten. Im schlimmsten Fall ist die Konsequenz für Bauherren der finanzielle Ruin.
    Wir empfehlen bei der Innenausstattung gern die „Kunst des Weglassens“ und versuchen darauf einzuwirken, dass Sie ein modernes Haus mit funktionaler und solider Ausstattung bauen.

Der Schlüssel zum preiswerten Hausbau

Selbst wer sich für ein schlüsselfertiges Eigenheim mit Grundstück und garantiertem Festpreis entscheidet, muss in jedem Fall mit Mehrkosten rechnen. Es scheint eine schlechte Angewohnheit vieler Hausverkäufer zu sein, ihren Kunden die Baunebenkosten kleinzureden. Unsere Bauberater klären Sie hingegen gern über deren Höhe auf. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass Ihnen vor Baubeginn klar sein muss, welche Kosten beim Hausbau insgesamt auf Sie zukommen.

Wichtig ist, dass Sie niemals am Energiekonzept sparen, denn in einem energieeffizienten Haus fallen über viele Jahre hinweg geringere Heiz- und Warmwasserkosten an. Jedoch sollten Sie auch hier zuerst auf eine optimal gedämmte Gebäudehülle achten. Eine moderne Heizungsanlage arbeitet umso effizienter, je besser Ihr Eigenheim gedämmt ist!

Die Eigenleistungen nicht überschätzen

Wer als Bauherr bestimmte handwerkliche Fähigkeiten aufweisen kann, ist in der Lage, selbst Hand anzulegen und kann dabei auch Baukosten sparen. Allerdings werden Eigenleistungen schnell überschätzt. Siehe: Hausbau mit Eigenleistungen

Die Bauplanung als Grundlage für das günstige Haus

Auf keinen Fall sollten Bauherren bei der Hausplanung sparen. Dadurch entstehen zu viele Fehler, die bei der Fertigstellung kostspielig werden und oft kaum noch ausgebessert werden können. Das Vorurteil, Architekten seien zu teuer, ist falsch. Sie profitieren von deren Erfahrung !

 

Hausbau zum verbindlich vereinbarten Festpreis
Werkzeuge für Eigenleistungen beim Hausbau

Ähnliche Beiträge

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.hausbauberater.de/

HausbauberaterUnabhängige Bauherrenberatung
Begleitung bei Planung und Hausbau | Unterstützung bei Konflikten am Bau