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Nachtspeicherheizungen: Lassen sich die „Heiz-Dinos“ heute noch sinnvoll einsetzen?

Nachtspeicherheizungen finden sich heute vor allem in Wohngebäuden, die zwischen den 1950-er und 1970-er Jahren errichtet wurden. Damals waren sie energiepolitisch sehr erwünscht, weil ihr hoher Stromverbrauch während der Nachtstunden dafür sorgte, dass die Kraftwerke auch zu dieser verbrauchsschwachen Tageszeit Abnehmer für ihre erzeugte Energie hatten. Seitdem hat es jedoch einige technische Veränderungen gegeben, sodass dieser Aspekt nun keine Rolle mehr spielt. Nur noch in wenigen älteren Gebäuden werden bis heute Nachtspeicherheizungen eingesetzt, die meisten Hauseigentümer haben diese Technik längst gegen modernere und energieeffizientere Möglichkeiten, zu heizen, ausgetauscht.

So funktionieren Nachtspeicherheizungen

Wer mit einer Nachtspeicherheizung sein Haus erwärmt, betreibt üblicherweise eine dieser beiden Varianten:

  • Zentrale Nachtspeicherheizungen
    Sie verfügen über einen Feststoff- oder Wasserspeicher, der nachts elektrisch erwärmt wird. Das erwärmte Wasser wird am Tag über ein Rohrsystem zu den einzelnen Heizkörpern transportiert. Der Aufwand für die Verlegung der Rohre und der Platzbedarf für den Speicher ähneln dem einer Gas- oder Öl-Brennwertheizung.
  • Nachtspeicheröfen
    Sie arbeiten dezentral und sind stark wärmeisoliert. Sie sind auf die Räume verteilt und verfügen über Formsteine mit einem Magnesitgehalt, die die nachts erzeugte Wärme halten. Im Speicherkern können so Temperaturen von bis zu 700° C entstehen. Tagsüber wird die Wärme gleichmäßig durch Konvektion und Wärmestrahlung abgegeben. Sofern eine höhere Zimmertemperatur gewünscht wird oder diese schneller erreicht werden soll, wird ein Gebläse zugeschaltet. An kalten Tagen kann es vorkommen, dass mit dem teureren Nachtstrom nachgeheizt werden muss. Die Nachheizzeit kann zwischen zwei und vier Stunden betragen. Nachtspeicheröfen haben gegenüber einer zentralen Nachtspeicherheizung den Vorteil, dass sie nur an das Stromnetz angeschlossen werden müssen.
    Darüber hinaus gibt es auch Fußboden-Nachtspeicherheizungen und Kachel- Nachtspeicheröfen, sie spielen jedoch zahlenmäßig keine Rolle.

Der Verbrauch von Nachtstrom wird mithilfe von Zweitarif-Zählwerken gemessen, die über eine Hochtarif- (HT) und Niedertarifanzeige (NT) verfügen. Die Zeitumschaltung wird zentral durch den Energieversorger durchgeführt. Um einen günstigen Tarif zu bekommen, sollte man sich ein persönliches Angebot einholen.

Vor- und Nachteile von Nachtspeicherheizungen

Eines vorweg: Es gibt zwar Vorteile dieser Heiztechnik, sie sind den Nachteilen gegenüber jedoch klar unterlegen.

  • Die Vorteile
    Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise gering, außerdem fallen insbesondere bei den Nachtspeicheröfen durch die simple Anschlusstechnik praktisch keine Montagekosten an. Es muss weder für einen Gasanschluss noch für eine Lagerstätte für Brennmaterial gesorgt werden. Günstig wirkt sich auch aus, dass kein Schornstein gebraucht wird und Nachtspeicherheizungen praktisch wartungsfrei sind. So entfallen die wiederkehrenden Termine mit dem Schornsteinfeger und dem Heizungsmonteur.
  • Die Nachteile
    Immer weniger Energieversorgungsunternehmen bieten noch einen Nachtstromtarif an. Es ist damit zu rechnen, dass ihre Zahl weiter zunimmt. Doch auch, wenn dieser besondere Tarif noch genutzt werden kann, schneiden Nachtspeicherheizungen hinsichtlich der Energiekosten schlecht ab. Das Energieportal co2online hat errechnet, dass das Beheizen eines Einfamilienhauses mit einer Wohnfläche von 150 m2 mit Nachtstrom jährlich 3.940 Euro, mit Heizöl 2.120 Euro sowie mit Erdgas 1.900 Euro kostet (https://www.co2online.de). Durch die träge Reaktion, die bei Nachtspeicherheizungen technisch bedingt ist, kann auf unvorhergesehene Wetterumschwünge nicht angemessen reagiert und nachgesteuert werden. Außerdem ist ihre Strahlungswärme gering, wegen des starken Konventionseffekts (gefühlte Zugluft) ist die Behaglichkeit beeinträchtigt.
    Wenn Nachtspeicherheizungen ausgetauscht werden sollen, stellt sich die Frage, ob sie Asbest enthalten. Ist dies der Fall, müssen sie gemäß der Technischen Regel für Gefahrstoffe 519 (TRGS 519) zerlegt, abtransportiert und entsorgt werden. Ob das eigene Gerät Asbest enthält, lässt sich von außen nicht erkennen. Hilfreich sind da Hersteller- und Typenlisten, die darüber Auskunft geben, in welchen Geräten Asbest verbaut worden ist.

Wie können vorhandene Nachtspeicherheizungen weiterbetrieben werden?

Um auch bei neueren Modellen eine möglichst an das Wetter angepasste Heizwirkung zu erreichen, sollten die Wetterprognosen genau verfolgt werden. In Erwartung von warmen Tagen sollte die Heizleistung entsprechend abgesenkt werden. Eine möglichst genaue Einstellung ist auch an kalten Tagen wichtig: Sobald der Lüfter zugeschaltet werden muss, um die Wärmeabgabe zu steigern, wird nicht nur mehr Strom verbraucht, sondern die gespeicherte Wärme in einem Maße an den Raum abgegeben, dass sich der Heizkörper bereits abgekühlt hat, bevor der nächste Aufladeintervall beginnt. Es sollte auch selbstverständlich sein, die Nachtspeicheröfen in jedem Raum so einzustellen, dass sie nur soweit aufgeheizt werden, wie es tatsächlich benötigt wird. Das Wohnzimmer sollte also beispielsweise wärmer sein als das Schlafzimmer.

Gegen welche Heiztechnik könnten Nachtspeicherheizungen ausgetauscht werden?

Eine Wärmepumpe ist hier erste Wahl. Den geringsten Aufwand haben Hauseigentümer mit einer Luft-Wasser-Pumpe, weil hierfür weder Kosten für einen Gasanschluss noch für Bohrungen ins Erdreich entstehen. Um die Investitionskosten so gering wie möglich zu halten, sollte vorab überlegt werden, ob staatliche Fördermittel in Anspruch genommen werden können. (Siehe dazu: Fördermittel für zukunftsweisende Heizungstechnik) Für die Reduzierung der Betriebskosten kann mit dem Stromversorger der Bezug von Wärmestrom vereinbart werden, der deutlich preisgünstiger ist als regulärer Haushaltsstrom.

 

 

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