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Holzwurm und Hausbockkäfer wirksam bekämpfen

Überall dort, wo von Menschen genutztes Holz zum Einsatz kommt, etwa beim Hausbau, kann es zum Befall der Konstruktionen durch Schädlinge kommen. Aus der Liste der bekannten Schädlinge, dazu zählen unter anderem Termiten, Holzwespen oder Ameisen, sind der Holzwurm sowie der Hausbockkäfer besonders hervorzuheben. Dieser Bericht klärt detailliert, wie Sie den Schädlingsbefall erkennen und mit welchen Maßnahmen Sie diesem erfolgreich zu Leibe rücken sollten.

Der Holzwurm als holzzerstörendes Insekt

Streng genommen handelt es sich beim Holzwurm um den von der Wissenschaft so genannten "gewöhnlichen Nagekäfer" (Anobium punctatum), der eine Länge von bis zu fünf Millimeter erreichen kann. Seine Verbreitung über Europa ist nachgewiesen, in unseren einheimischen Breiten hat er es als Holzschädling bis auf den gefürchteten ersten Platz geschafft. Die Metamorphose von der Larve zum flugfähigen Insekt kann unter schlechten Bedingungen bis zu acht Jahre andauern. Zur Entwicklung benötigt er kühle und feuchte Umgebungstemperaturen, befällt anschließend selbst jahrhundertealtes Holz, vorwiegend jedoch Sakralbauten, Holzfiguren, Ställe, aber auch Dachkonstruktionen oder Möbel.
Seine zerfressende Tätigkeit ist an freigesetztem Holzmehl erkennbar. Zur weiteren Feststellung der Aktivitäten kann schwarzes Papier, unter die befallene Stelle gelegt, bereits nach wenigen Tagen Aufschluss geben. Bevorzugt wird vom Holzwurm Splintholz, während Kernhölzer nur selten angegriffen werden.

 

Der Hausbockkäfer der Gattung Hylotrupes bajulus

Ein wichtiger Hinweis zuerst: Festgestellter Holzbefall durch den Holzbockkäfer, z. B. in Dachkonstruktionen oder Holzhäusern, ist laut Bauordnungen verschiedener Bundesländer meldepflichtig! Den Hausbockkäfer kennt man auch unter den Bezeichnungen "Balkenbock" oder "Großer Holzwurm". Ausgewachsen erreicht er eine Körperlänge von bis zu 30 Millimetern. Ausgebildet werden extrem kräftige Fraßwerkzeuge am Kopf mit sogenannten Mandibeln (Mundwerkzeug). Diese Verbindung sorgt beim Holzfraß, wie der Holzwurm bevorzugt auch der Hausbockkäfer Splinthölzer, für zeitweise deutlich hörbare Geräusche.

Der Holzbefall bleibt lange unentdeckt, da es zu keinem oder nur wenig wahrnehmbarem Holzmehlaustritt kommt. Mögliche Aktivitäten sind unter Umständen an frischen Larven- oder Käferfunden sowie frischen und ovalen Ausflugslöchern erkennbar. Starke Schädigungen durch den Hausbockkäfer in betroffenen Hölzern können jedenfalls bereits nach kurzer Zeit auftreten. Selbst für Fachleute ist die Feststellung einer Befallsaktivität oftmals schwierig. In durch Verbauungen versteckten Taupunktzonen oder Traufen des Hauses etwa sind eingehende Untersuchungen nur sehr aufwendig zu gestalten. Um dabei auch Larvenfunde offen zu legen, müssen eventuell betroffene Hölzer aufgespaltet werden, was sich auf der Kostenseite niederschlägt.

 

Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung

Die Meldepflicht von Holzbefall durch den Hausbockkäfer ist ein klares Indiz dafür, dass dessen Bekämpfung durch sachkundige Spezialisten in Deutschland lediglich nach der „DIN-Norm 68800/4“ möglich ist, Teil der übergeordneten DIN 68 800/Teil 4). Sachverständige gehen dabei stets von einem großflächigen Befall aus, entsprechend umfangreich können sich auch die verschiedenen Bekämpfungsarbeiten gestalten. Zur chemischen Abwehr etwa muss das befallene Holz vorbereitend bis auf seinen inneren Querschnitt durch sog. "bebeilen" offengelegt und mit einer Drahtbürste von losen Teilen befreit werden, dann kommen Holzschutzmittel auf Glykolbasis zum Einsatz. Im schlimmsten Falle wird allerdings eine Neubebauung nötig. Sind Deckenbalken befallen, greift der Fachmann auf verschiedene Möglichkeiten zurück, etwa Bohrlochtränkungen oder Druckinjektionen.

Aufwendig ist auch die Schädlingsbekämpfung innerhalb von Sparren. Dazu sind zuvor die Dachziegel des entsprechenden Hausteils abzunehmen, um die freie Zugänglichkeit zu garantieren. Das s. g. Heißluftverfahren bedarf einer genauen Abwägung, da eine Wiederbefall durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Außerdem sollte dieses Verfahren nur im Sommer angewendet werden, meist großflächig im gesamten Dachbereich. Die Möglichkeit von Begasungen kommen aus Kostengründen heute meist nicht mehr infrage. Als eine weitere Maßnahme gilt die Schädlingsbekämpfung des Hausbockkäfers mit einem Magnetron (Vakkum-Laufzeitröhre im Mikrowellenbereich) mit angeschlossenem Hornstrahler. Auf diese Weise wird das betroffene Holz mehrere Minuten lang überhitzt, um auf diesem Wege möglichst sämtliche wasserhaltigen, darunter auch mikrobische Lebewesen, abzutöten.

Ganz ähnliche Voraussetzungen betrifft die Bekämpfung des Holzwurms. Maßgeblich ist dabei wieder die oben bereits erwähnte DIN 68 800/Teil 4. Sie macht zunächst den Einsatz eines Sachverständigen notwendig, die Bekämpfungsmaßnahmen selbst sollten einem Fachbetrieb mit Sachkundenachweis überantwortet sein. Beide zusammen wägen die eigentliche Bekämpfung mit meist bioziden Holzschutzmitteln nach gesetzlichen Vorschriften inklusive der Beachtung von Anwendungsbeschränkungen sowie den örtlichen Rahmenbedingungen ab. Der Befall kleinerer Holzstücke (z. B. Möbel, Skulpturen etc.) kann mit Wärmeeinwirkung aufgehalten werden, bei der die betroffenen Stücke über rund eine Stunde hinweg im Kern auf permanent 55 Grad erhitzt werden sollten. Anschließende Weiterbehandlungen in sog. Klimakammern würde die gewünschten Ergebnisse zusätzlich sichern. Restauratoren rücken dem Holzwurm in jüngster Zeit mit einem Spezialgerät und heißem Wachs in flüssiger Form zu Leibe.

Allgemeine und weiterführende Informationen zur Thematik dieses Berichts hält der "Deutsche Holz- und Bautenschutzverband e.V." unter www.dhbv.de bereit.

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