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Holzfenster. Zwischen natürlicher Optik und Pflegeaufwand

Wer sich einer möglichst natürlichen Hausgestaltung verschrieben hat, der kommt nicht umhin, sich mit Holzfenstern auseinanderzusetzen. Diese Art von Fenstern wird heiß diskutiert, denn die Anhänger führen Vorteile ins Feld, wie etwa die natürliche Regulierung des Klimas. Kritiker wiederum erklären, dass der Pflegeaufwand enorm ist. Um eine valide Entscheidung treffen zu können, braucht es aber vor allem eins: Fakten. Und diese sollen in diesem Beitrag im Fokus stehen.

In früheren Zeiten war die Materialauswahl beim Fensterbau deutlich eingeschränkt. Entweder es wurden Fenster aus Metall oder Holzfenster verbaut. Diese Wahl machte es den Bauherren von anno dazumal deutlich einfacher, denn mit der zunehmenden Variantenvielfalt fällt auch die Entscheidung immer schwerer. Tatsache ist: Holz war ein Klassiker und bleibt ein Klassiker im Fensterbau. Und zwar sowohl für die Rahmenkonstruktion als auch für die Fensterflügel.

Variantenvielfalt ist auch in der Kategorie der Holzfenster eingezogen – und zwar ganz explizit mit Blick auf die Holzauswahl. Die erste Entscheidung muss zwischen Hart- und Weichholz fallen. Ein klassisches Hartholz ist das Eichenholz, aber auch tropische Holzvarianten zählen dazu. Zu den Vertretern der Weichholzfraktion zählen Kiefern- und Fichtenholz. Aktuell gibt es etwa sechs verschiedene Holzarten, die vornehmlich für den Fensterbau eingesetzt werden:

  • Das Holz der Eiche punktet mit Haltbarkeit.
    Als robust, schwer und nur wenig biegbar lässt sich diese Holzvariante beschreiben. Das schlägt sich übrigens vor allem im Preis nieder. Eichenholz ist vergleichsweise teuer.

  • Das Holz der Fichte lässt Platz für kreative Ideen.
    Es beinhaltet wenig Harz, ist weiß-gelblich und lässt sich aufgrund dieser Eigenschaften in vielen verschiedenen Farben lackieren.

  • Das Holz der Kiefer ist das Pendant zur schweren Eiche.
    Kiefernholz ist weich. Auch unterscheidet sich das Kiefernholz deutlich von der Fichte, denn Kiefernholz trägt viel Harz in sich und ist rötlich gefärbt.

  • Das Holz der Lärche ist der Kiefer sehr ähnlich.
    Die Farbe ist rot. Harz ist reichlich vorhanden. Wer auf Lärchenholz setzt, muss bedenken, dass die Holzfarbe mit der Zeit nachdunkelt. Auch hat Lärchenholz den Nachteil, dass es mit Rückzug oder Aufquellen auf Feuchtigkeitsveränderungen reagiert.

  • Das Holz der Douglasie ist der Außenseiter.
    Eine eigentümliche, zackige Optik charakterisiert das rot-braune Holz, das ursprünglich aus Nordamerika stammt. Experten vermuten, dass die Douglasie künftig eine weniger große Rolle bei der Herstellung von Fenstern spielen wird.

Zur Energieeffizienz von Holzfenstern

Holz sorgt für ein gutes Klima im Haus und haucht dem Wohnraum wahrlich Wohlfühlflair ein.  Energie zu sparen ist mit Holzfenstern spielend leicht möglich. Grundsätzlich bringen Holzfenster nämlich gute Wärmedämmeigenschaften mit. Die Unterschiede liegen im Detail – und zwar im verwendeten Holz einerseits und in der Kombination mit den passenden Scheiben. Als Faustregel in punkto Holzauswahl gilt: Weichhölzer haben bessere Wärmedämmeigenschaften als Harthölzer. Der Grund dafür liegt im Wachstum der Bäume. Weichhölzer wachsen schneller. Sie weisen eine grobe Zellstruktur auf, die Platz für Luft bietet. Und eben diese Luft sorgt dann für eine möglichst gute Wärmedämmung. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass Harthölzer langsam wachsen, eine dichte Zellstruktur aufweisen und damit wenig Raum für den „Dämmstoff“ Luft bieten. Einen Wehrmutstropfen gibt es aber vor allem auch bei den Weichhölzern, denn: In punkto Einbruchschutz beispielsweise sind Harthölzer die bessere Wahl.

Neben der Wahl des Holzes ist vor allem auch die Gesamtkonstruktion wichtig. Der Fenster- und Türenhersteller rekord zum Beispiel wartet mit diesen Produktdetails seiner Holzfenster auf:

  • Wärmeschutzfenster mit Dreifach-Verglasung
  • Wärmedurchgangskoeffizienten
    • Ug-Wert: bis zu 0,5 W/m²K (zum Vergleich: Ug-Wert von Isolierglas: 3,0 W/m²K)
    • Uw-Wert: 0,76 W/m²K bis 1,3 W/m²K (= Vorschrift laut EnEV 2014)

Transparent ausgewiesen, zeugen diese Werte nicht nur von den guten Wärmedämmeigenschaften der Fenster, sondern bieten auch die Möglichkeit zum Produktvergleich.

Holzfenster im Direktvergleich: Vor- und Nachteile

Nach diesen Detailausführungen zu den wichtigsten Material- und Wärmedämmeigenschaften soll ein Direktvergleich der Vor- und Nachteile den Ratgeber abschließen.

Vorteile von Holzfenstern

Der Rohstoff Holz wächst nach.

  • Hartholzfenster bieten eine hohe Einbruchsicherheit.
  • Holzfenster optimieren das Wohnklima im Haus.
  • Holzfenster sind – bei richtiger Pflege – durchaus langlebig.
  • Holzfenster sind oft die Möglichkeit, die Auflagen, die der Denkmalschutz macht, zu befolgen.
  • Im Bedarfsfall ist eine Sanierung von Holzfenstern einfach möglich.
  • Weichholzfenster bieten gute Wärmedämmeigenschaften.
  • Wer auf Holz aus nachhaltigem Anbau setzt und bewusst auf Tropenhölzer verzichtet, verhält sich sehr umweltfreundlich.

Nachteile von Holzfenstern

  • Eine regelmäßige Pflege und Wartung ist erforderlich, um die Vorteile von Holzfenster langfristig ausschöpfen zu können.
  • Wer auf Holzfenster setzt, setzt auf nachhaltige und natürlich Qualität – und die hat durchaus ihren Preis.

 

 

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