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Förderprogramme für die Nutzung von erneuerbaren Energien

Wer sein Eigenheim heute plant oder eine bereits bestehende Wohnimmobilie modernisieren will, bezieht auch die Nutzung regenerativer Energieträger mit ein. Die Möglichkeiten insbesondere von Solarenergie und den unterschiedlichen Varianten von Wärmepumpen für die Erzeugung von Heizwärme und Warmwasser sind nicht nur zeitgemäß, sondern werden vom Gesetzgeber vorausgesetzt. Wer die staatlichen Förderprogramme in Anspruch nehmen möchte, muss hier sogar noch strengere Auflagen erfüllen.

Alle Förderprogramme haben gemeinsam, dass der Förderantrag vor der Installation der Anlage gestellt werden muss. Ob es sich bei der Förderung um einen Kredit oder einen Zuschuss handelt, spielt dabei keine Rolle.

Wer vergibt Förderungen?

Der Bund hält Förderprogramme vor, die über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) angeboten und abgewickelt werden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist nur noch für wenige Förderungen, die private Bauherren, Käufer von Wohnimmobilien oder Eigentümer von Bestandsimmobilien ansprechen, zuständig.

Darüber hinaus bieten auch die einzelnen Bundesländer Förderungen an, die sich in ihrem Umfang jedoch deutlich unterscheiden. Hier sind die jeweiligen landeseigenen Förderbanken zuständig.

Auch zahlreiche Kommunen unterstützen die Hausbauer und –käufer sowie Sanierer, die in ihrem Gemeindegebiet ein Eigenheim mit Anlagen ausstatten wollen, die die Nutzung von erneuerbaren Energien ermöglichen. Hierbei handelt es sich in der Regel um zinsgünstige Kredite. Einzelheiten können in den Rathäusern erfragt werden.

 

Was genau wird gefördert?

Eines der Förderprogramme des Bundes geht auf das Marktanreizprogramm (MAP) „Wärme aus erneuerbaren Energien“ zurück. Das MAP richtet sich an Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen. An dieser Stelle wird es jedoch nur um die Förderprogramme gehen, deren Zielgruppe Privatpersonen sind. Seit Januar 2020 gilt nicht mehr die frühere Festbetragsregelung. Stattdessen hängt die Höhe der Förderung prozentual von den förderfähigen Kosten ab.

Das BAFA fördert bei Bestandsgebäuden mit 20 bis 30 % der förderfähigen Kosten (siehe auch hausbauberater.de/bauwissen/neue-foerderung-des-bafa-fuer-hausbesitzer)

  • Biomasseanlagen (Holzschnitzel- und –pellets sowie Scheitholz),
  • Solarkollektoren,
  • Wärmepumpen,
  • Hybridheizungen mit erneuerbaren Energien (Heizungsanlagen mit Wärmepumpen, Biomasse und/oder Solarkollektoren),
  • Gas-Hybridheizungen und
  • „Renewable Ready“-Heizungsanlagen (auf die Erweiterung durch erneuerbare Energien vorbereitete Gas-Brennwertheizungen, die in dieser Funktion nach spätestens zwei Jahren betrieben werden müssen)
  • Sofern eine Ölheizung gegen eine förderfähige Heizungsanlage ausgetauscht wird, liegt die Prämie bei 10 %. Es darf sich jedoch nicht um eine Solaranlage oder eine „Renewable Ready“-Heizungsanlage handeln. Die Austauschprämie wird zusätzlich zur bereits genehmigten Förderung gewährt.
  • Die Förderung bei einem Neubau beträgt bei Biomasse- und Wärmepumpenanlagen 35 %, bei Solaranlagen 30 % der förderfähigen Kosten.

 

Mit einem weiteren Förderprogramm unterstützt der Bund über das BAFA bei Bestandsgebäuden die Heizungsoptimierung mithilfe des hydraulischen Abgleichs und hocheffizienter Pumpen. Die Förderung wird gewährt, wenn Heizungs-Umwälzpumpen und Warmwasser-Zirkulationspumpen durch hocheffiziente Modelle ersetzt werden. Unterstützt werden darüber hinaus auch der hydraulische Abgleich sowie die Montage von Einzelraumtemperaturreglern und voreinstellbaren Thermostatventilen. Der Förderumfang beträgt 30 % der für die jeweilige Maßnahme entstehenden Kosten, jedoch höchstens 25.000 Euro pro Standort. Die Arbeiten müssen durch einen Fachbetrieb durchgeführt werden.

 

Mit einem eigenen Förderprogramm wird die Installation von Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlagen) unterstützt. Dabei wird hinsichtlich der Förderhöhe nach deren Leistungsfähigkeit unterschieden:

  • Mini-KWK-Anlagen, die über eine elektrische Leistung von max. 20 Kilowatt verfügen, werden mit einem einmaligen Investitionszuschuss gefördert. Seine Höhe richtet sich nach der elektrischen Leistung und beträgt zwischen 10 und 1.900 Euro.
  • Zusätzlich wird über einen Zeitraum von zehn Jahren ein Zuschlag gezahlt, der bei sehr kleinen Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu zwei Kilowatt auch als Einmalbetrag gewährt werden kann.

 

Das BAFA gewährt auch die Förderung einer Vor-Ort-Energieberatung, sofern der Bauantrag für die Immobilie mindestens zehn Jahre zurückliegt. Die Beratung umfasst ein Gutachten zum energetischen Zustand des Gebäudes sowie die Erstellung eines Sanierungskonzepts. Die Förderhöhe richtet sich nach der Anzahl der Wohneinheiten in einem Gebäude:

  • Bei Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der Höchstbetrag bei 80 % des Beratungshonorars oder 1.300 Euro.
  • Bei allen größeren Wohnhäusern werden ebenfalls 80 % des Honorars oder höchstens 1.700 Euro gezahlt.
  • Sollte es sich bei der Immobilie um eine Wohnungseigentümergemeinschaft handeln, können maximal 500 Euro für die Erläuterung des Beratungsberichts in einer Wohnungseigentümerversammlung oder Beiratssitzung beantragt werden.

 

Was ist mit den „förderfähigen Kosten“ gemeint?

Dieser Begriff wird im oben beschriebenen MAP-Förderprogramm verwendet.

  • Zu ihnen gehören alle Kosten, die rund um die Installation der neuen Heizungsanlage aufgebracht werden müssen, also für die Technik, den Ausbau und die Entsorgung der alten und die Montage der neuen Heizung.
  • Auch Kosten, die für nötige Nebenarbeiten anfallen, können zu den förderfähigen Kosten gezählt werden. Das kann der Anschluss an das öffentliche Gasnetz oder aber ein Mauerdurchbruch sein. Das Honorar für einen Energieberater sowie die Bauplanung und –überwachung gehören ebenfalls dazu.
  • Die Höhe der förderfähigen Kosten ist in diesem Programm auf 50.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt.

 

Indirekte Förderungen von erneuerbaren Energien

Die KfW unterstützt Bauherren oder Käufer von neuen Wohnimmobilien, wenn es sich um ein KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus handelt, mit einem zinsgünstigen Kredit (Programm 153). Förderfähig sind bei neuen Gebäuden die Bau- und Baunebenkosten, nicht jedoch die Grundstückskosten. Auch die Kosten für die Bauberatung, -planung und –begleitung sind förderfähig.

Bei einer gekauften Wohnimmobilie wird deren Kaufpreis (ohne Grundstückskosten) gefördert. Mit dem Kredit sind bis zu 100 % der Baukosten, aber maximal 120.000 Euro pro Wohneinheit abgedeckt.

Die Förderung lässt sich durch einen Tilgungszuschuss erhöhen. Er wird gezahlt, wenn nachgewiesen werden kann, dass ein bestimmtes Effizienzhaus-Niveau erreicht wurde. Der Zuschuss ist umso höher, je besser das erreichte Effizienzniveau ist und beträgt zwischen höchstens 18.000 Euro (Effizienzhaus 55) und höchstens 30.000 Euro (Effizienzhaus 40 Plus) je Wohneinheit.

Wer in seinem Eigenheim eine Ölheizung installiert, erhält seit dem 1. Januar 2020 gar keine Förderung mehr.

Weitere Informationen zu den KfW-Förderprogrammen für Hausbau und Sanierung finden Sie hier: https://www.hausbauberater.de/bauwissen/kfw-foerderprogramme-hausbau-sanierung.

 

Alle Angaben ohne Gewähr, letzte Aktualisierung erfolgte am 22. März 2019

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