Bauratgeber Sachsen Anhalt

Förderprogramme für die Nutzung regenerativer Energien

Mit dem eigenen Heim mithilfe von erneuerbaren Energien zur Energiewende beizutragen, ist im Sinne vieler Menschen. Die technischen Maßnahmen sind allesamt noch relativ neu, und auch wenn sie zukunftsträchtig sind, muss an ihrer Verbreitung und am Umdenken an vielen Stellen noch gearbeitet werden. Zu diesem Zweck wurden unterschiedliche Förderprogramme zum Einsatz von regenerativen Energien entwickelt und zur Verfügung gestellt. Die Bedeutung und die Möglichkeiten von Förderprogrammen werden für neue Energiesparhäuser nachfolgend dargelegt.

Für alle Förderprogramme gilt: Vor dem Bau der Anlage kommt der Förderantrag! Fördermittel werden nicht rückwirkend gewährt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Förderkredit oder einen -zuschuss dreht.

 

Welche Energiesparhaus-Förderstellen gibt es?

Förderprogramme werden vom Bund, den einzelnen Bundesländern sowie zahlreichen Kommunen angeboten. Die Förderung durch den Bund wird dabei unter anderem vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geregelt oder von der staatlichen KfW-Bank finanziell abgewickelt. Die Bundesländer haben zu diesem Zweck eigene Investitions- und Förderbanken eingerichtet, für die kommunalen Förderprogramme sind in der Regel in den Rathäusern die richtigen Ansprechpartner.

 

Welche technischen Maßnahmen werden gefördert?

Die technischen Vorrichtungen, für die Förderung grundsätzlich in Frage kommt, sind namentlich Pelletheizungen, Fotovoltaik, Solarthermie, Kleinwindkraftanlagen, Wärmepumpen sowie Anlagen, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Anlagen) funktionieren. Die angebotenen Mittel zur Finanzierung dieser Anlagentypen werden nachfolgend angezeigt.

 

Wer fördert die Installation von Pelletheizungen?

Durch das BAFA werden die verschiedenen Varianten der Pelletheizung, Biomasse-Heizmittel und möglichst geringe Emissionswerte gefördert: Pelletkessel sowohl mit als auch ohne Pufferspeicher, in denen mit Holzpellets geheizt wird, Pelleteinzelöfen mit Wassertasche und Scheitholz als auch Kombinationsöfen mit Holzhackschnitzeln sind für Bestandsbauten förderfähig. Seit März 2015 definiert das BAFA Bestandsbauten so, dass es sich um Gebäude handeln muss, die seit mindestens zwei Jahren über ein Heizsystem verfügen, das ersetzt oder unterstützt werden muss. Zusätzlich zu diesen Basisförderungen ergeben sich verschiedene Bonus-Arten. Der Kombinationsbonus ermöglicht dabei einen Zuschuss für die Koppelung der Pelletheizung mit anderen erneuerbaren Energiesystemen. Den Energieeffizienzbonus gibt es, falls die Pelletheizung sehr effizient heizt; der Innovationsbonus des BAFA wird bei gesenkten Emissionen eingesetzt.
Auch die KfW fördert die Errichtung von Pelletheizungen und hat in den vergangenen Jahren die Mittel dafür immer wieder erhöht. Je nach Bundesland gibt es darüber hinaus bestimmte Förderungen. Hier ist es ratsam, sich bei den örtlich zuständigen Stellen frühzeitig zu informieren. Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ergibt sich ggf. durch überregionale Stromversorger, die mit einem Stromvertrag gekoppelt wird.

 

Wie und durch wen werden Fotovoltaik-Anlagen gefördert?

Fotovoltaik-Anlagen wurden bereits in der Vergangenheit durch die KfW gefördert. Investitionen in den Gesamtpreis der Anlage und ihrer Errichtung sowie die Kosten für den Speicher sind förderfähig. Hierfür wird ein zinsgünstiger Kredit mit einer fünf- bis 20-jährigen Laufzeit zur Verfügung gestellt. Ebenso bietet die KfW-Bank tilgungsfreie Anlaufjahre in Abhängigkeit der Kreditlaufzeit und eine Zinsfestschreibung für die ersten 20 Jahre an.
Eine weitere interessante Fördermöglichkeit für Photovoltaik bieten verschiedene günstige Kredite, die durch Sparkassen und Direktbanken sowie von Energieversorgern angeboten werden. Auch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) unterstützt die Errichtung von Fotovoltaik, indem dem Anlagenbetreiber für die Einspeisung ins Stromnetz eine festgelegte Vergütung gezahlt werden muss, deren Höhe vom Installationszeitpunkt abhängt.

 

Wer kümmert sich um die Solarthermieförderung?

Sofern Solarthermieanlagen für die Heizungsunterstützung und Brauchwassererwärmung geplant werden, sind auch sie förderfähig. Hier ist es ratsam, zunächst das BAFA zu konsultieren, da für Solarförderung Zuschüsse vergeben werden, die im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) bestehen. Bei der Planung einer Solarthermieanlage achtet das BAFA auf die verschiedenen Anlagengrößen und fördert sie in Abhängigkeit der Kollektorenfläche. Es kann mit einer Solarförderung im Rahmen einer Mindestpauschale sowie den Erweiterungen gerechnet werden.
Die staatliche KfW unterstützt die Finanzierung der Solarthermie mit einem Kredit. Eine Solarförderung durch regionale und kommunale Mittel ist ebenfalls oft möglich, hier sind die Energieversorger vor Ort oder die Kommunalverwaltungen die richtigen Ansprechpartner. Es ist nur möglich, eine der Fördermöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. In der Regel ist die BAFA-Förderung für Privatleute günstiger als die der KfW, sodass sich die meisten Interessenten hierfür entscheiden.

 

Wer fördert die Windkraft für Privatleute?

Die Förderprogramme für Kleinwindkraftanlagen sind auf Bundesebene durch verschiedentliche KfW-Programme abgedeckt. Die geplante Anlage wird mit günstigen Zinssätzen und der Möglichkeit zur langfristigen Finanzierung unterstützt. In der Regel laufen auch hier die Kredite zwischen einem und 20 Jahren. Beispielsweise können Kleinwindkraftanlagen mit dem KfW Programm Erneuerbare Energien Standard (270) finanziell gefördert werden. Die Finanzierungshilfe durch die Bundesländer ist für Kleinwindkraftanlagen eher die Ausnahme. Auf lokaler Ebene sind die Hauptakteure für die Unterstützung der Errichtung von Kleinwindkraftanlagen die Stadtwerke und regionale Energieversorger. Selbstverständlich sind auch Anbieter von Ökostrom hierfür gute Ansprechpartner.   

 

Förderung auch für KWK-Anlagen möglich

Mit dem bereits oben genannten KfW-Programm 270 wird auch die Errichtung von KWK-Anlagen unterstützt. Die Förderkonditionen entsprechen denen, die auch für die anderen mithilfe dieses Programms geförderten Maßnahmen gelten.

 

Wärmepumpen - KfW und Marktanreizprogramm machen es möglich

Das MAP bietet auch Privathaushalten eine Fördermöglichkeit, wenn sie sich für den Einsatz von Wärmepumpen entscheiden: Effiziente Wärmepumpen bis einschließlich 100 kW Nennwärmeleistung werden mit einem Investitionszuschuss unterstützt, sofern sie die technischen Fördervoraussetzungen erfüllen, die dem Punkt 10 der "Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt" zu entnehmen sind (www.foerderdatenbank.de). Die KfW stellt mit dem Programm "KfW-Programm Erneuerbare Energien - Premium" ein Darlehen für KWK-Anlagen bereit, das auch Privatleute beantragen können. Die Förderbedingungen machen jedoch eine Einschränkung, die das Programm für viele Interessenten unattraktiv werden lässt: Der Förderkredit wird nur für solche Anlagen bewilligt, die keine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) erhalten können.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hält auf seiner Website unter der Adresse http://www.bmwi.de/DE/Mediathek/publikationen,did=699928.html einen Flyer mit den wichtigsten Informationen bereit.

 

Alle Angaben ohne Gewähr, letzte Aktualisierung erfolgte am 12. August 2016.

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