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Bürohaus bauen oder Baucontainer kaufen?

Beim Wort „Bürocontainer“ denken viele Menschen spontan an eine spartanisch ausgestattete Stahlbox auf einer Baustelle. Die mobilen Büros auf Zeit nutzt die Baubranche zwar häufig – darüber hinaus lassen sich jedoch weit komplexere Anlagen in Container-Modulbauweise konstruieren: Als Sitz trendbewusster Agenturen, als Messe- und Verkaufskomplexe und als Unterkunft für Saison-Arbeitskräfte erfüllen Bürocontainer die erhobenen Ansprüche oft ebenso gut wie permanent errichtete Gebäude. Ihre Vorteile liegen dabei in der räumlichen Flexibilität und den geringeren Kosten.

Vorteile von Bürocontainern

Im Vergleich zu konventionellen Gebäuden zeichnen sich Bürocontainer durch folgende Vorteile aus:

  • Kurze Bauzeit
    Als temporäre Gebäude befriedigen Bürocontainer rasch einen akuten Platzbedarf und bieten bei veränderten Bedürfnissen die Möglichkeit des unkomplizierten Abbaus. Standardmodelle sind binnen weniger Tage schlüsselfertig montiert und an die vorliegende Infrastruktur (Wasser, Abwasser, Strom) angeschlossen.

  • Relativ geringe Kosten
    Containergebäude geben Unternehmen die Gelegenheit, auf betriebseigenen Grundstücken kurz- und mittelfristig größere Raumkapazitäten zu schaffen, ohne in den Bau oder den Kauf permanenter Immobilien investieren zu müssen. Die Baukosten fallen durch die Nutzung vorgefertigter Standard-Module relativ gering aus – in manchen Fällen bis zu 70 Prozent günstiger als bei konventionellen Gebäuden.

  • Flexible Erweiterungsmöglichkeiten
    Aufgrund der modularen Konstruktionsweise lassen sich Containergebäude beliebig erweitern bzw. mit weiteren Etagen versehen, falls der Raumbedarf kurzfristig steigt.

  • Mobilität
    Ändert sich der Ort des Platzbedarfs, können Bürocontainer unkompliziert abgebaut und andernorts wiedererrichtet werden.

  • Innenausstattung vorhanden
    Nötige Stromanschlüsse und sanitäre Anlagen sind in den verwendeten Modulen bereits enthalten, sodass Planung und Einbau entfallen. Auch Küchen-, Kühl- und Lagercontainer sowie klimatisierte Bereiche können bei Bedarf ergänzt werden.

Wie sehen Bürocontainer aus?

Bürocontainer basieren in der Regel auf einem der folgenden Systeme:

  1. Containermodule in ISO-Container-Norm
    Diese Container nutzt man bevorzugt für Gebäude in Modulbauweise, insbesondere für mehrstöckige Varianten. Bei den Modulen wird nach Innen- und Randcontainern unterschieden, wobei Letztere stärker isolierte Außenwände besitzen.

  2. Abrollcontainersysteme
    Im Gegensatz zum Bau mehrstöckiger Containergebäude in Modulbauweise ist bei Abrollcontainersystemen kein Autokran oder zusätzliches Hebezeug nötig. Sie werden direkt vom Abrollcontainerfahrzeug an den gewünschten Platz manövriert. Vorteilhaft ist dabei die schnelle Realisierbarkeit des Baus, ein Nachteil, dass die Gebäude in ihrer Höhe und die Module in ihrer Breite (meist maximal 2,20m) limitiert sind.

Weitere Merkmale von Wohn- bzw- Bürocontainern

  • Außenwände
    Die Paneelbauweise der einzelnen Container erlaubt in vielen Fällen die flexible Anordnung von Fenstern und Türen. Darüber hinaus werden Bürocontainer voll isoliert, indem sie eine Mineralwolldämmung erhalten und nach innen hin mit Holz verkleidet werden. Dabei müssen sie als „kleines Gebäude bis zu 50m²“ den Richtlinien der EnEV 2014 entsprechen, welche maximale Wärmetransmissionswerte (U-Werte) für die Bauteile eines Gebäudes vorschreiben. Der U-Wert beschreibt, wie viel Watt ein Gebäude auf einem Quadratmeter Außenfläche abstrahlen darf, wenn der Temperaturunterschied zwischen innen und außen 1 Grad Celsius beträgt. Die Verarbeitung moderner Materialien und Bauteile ermöglicht es, Containerbauten ohne Schwachstellen mit höherem Energieverlust, sogenannte Wärmebrücken, zu konstruieren. Schimmel wird auf diese Weise vermieden und das Heizen gestaltet sich effizient. Das Abführen von Regen und Schmelzwasser erfolgt bei Wohn- und Bürocontainern über ein Dachrinnensystem.

  • Anschlüsse
    Vom Hersteller aus sind Bürocontainermodule standardmäßig mit SchuKo-Steckdosen, Anschlüssen für elektrische Heizkörper sowie Lichtschaltern und Deckenbeleuchtung ausgestattet. Zusätzlich existieren Module mit Sanitäranlagen, die einzeln oder im Komplex mit aufgestellt werden können. Ob der geplante Komplex mit Lagercontainern, Technikcontainern, Sozialbereichen mit Küche, Kühlcontainern oder klimatisierten Serverräumen ergänzt werden soll, müssen Kunden individuell mit dem Hersteller vereinbaren.

  • Optik
    Bürocontainer erscheinen heutzutage nicht mehr als simple „graue Kisten“ – je nach Bedarf sind mehrstöckige, dauerhafte Büroanlagen in ansprechendem Design möglich. Dabei obliegen die Wahl des Außenanstriches, der Wandfarbe und der Bodenbeläge bei einer Neuanfertigung der Entscheidung des Käufers. Großzügig verglaste Fronten der Module und die Möglichkeit der Außennutzung durch Terrassen tragen bei Bedarf zu einem modernen Ambiente bei, das nicht mehr an ein Provisorium denken lässt.

Miete oder Kauf – was ist günstiger?

Je nach den individuellen Bedürfnissen des Nutzers, bietet sich entweder ein Kauf oder die Miete von Bürocontainern an. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten sehen dabei wie folgt aus:

  • Bürocontainer neu kaufen
    Sollen komplexe modulare Anlagen errichtet werden, fertigt der Hersteller diese zumeist nach Kundenwunsch. Im Kaufpreis sind dann in der Regel auch Transport und Montage enthalten. Kunden, die eine zeitlich befristete Nutzung des Containers absehen können, sollten mit dem Hersteller einen Festpreis für den späteren Rückkauf vereinbaren. Der Neukauf von Bürocontainern ist die optimale Lösung, wenn seitens der Kunden individuelle Wünsche zur Ausstattung bestehen.

  • Kauf gebrauchter Container
    Bürocontainermodule, die vom Hersteller vermietet oder verleast werden, erhalten Interessenten zu einem späteren Zeitpunkt zum günstigen Gebrauchtpreis. Weichen die eigenen Bedürfnisse allerdings deutlich von der vorhandenen Ausstattung ab, sind kostenintensive Umbauten nötig. Die Kosten für den Abbau am ursprünglichen Standort, den Transport und den Wiederaufbau fallen ebenfalls dem Käufer zu. Um Neu- und Gebrauchtpreise korrekt gegeneinander abzuwägen, müssen bei Letzteren auch diese zusätzlichen Kosten mit einkalkuliert werden.

  • Container mieten
    Bürocontainer zu mieten, bietet eine vergleichsweise günstige Variante, die weder Kapital noch eine Finanzierung nötig macht. Steuerlich können Unternehmer die monatlichen Kosten direkt in voller Höhe geltend machen. Transport, Montage, Reparaturen und Wartungen obliegen hingegen dem Vermieter. Diese Variante ist vor allem dann sinnvoll, wenn Container mit Standard-Ausstattung die vorliegenden Bedürfnisse erfüllen und die Nutzung für weniger als 12 Monate geplant ist. Firmen im Baugewerbe nutzen etwa gern Bürocontainer regionaler Lieferanten zur Miete, wenn sie deutschlandweit tätig sind.

In erster Linie bestimmen der Nutzungszeitraum und die Bedürfnisse bezüglich der Ausstattung, ob sich der Neu- oder Gebrauchtkauf eines Bürocontainers wirtschaftlich lohnt oder ob die Miete die sinnvollere Option ist. Als Faustregel kann man festhalten: Je länger die geplante Nutzungsdauer und je aufwendiger die Ausstattung ausfallen, desto mehr lohnt sich der Kauf. Wer flexibel bleiben will und keine finanzielle Risiken eingehen möchte, sollte einen Mietcontainer in Betracht ziehen.

Was ist bei der Aufstellung zu beachten?

Wer seine Unternehmung mit einem Bürocontainer erweitern will, sollte diese Punkt vorab beachten:

  1. Ausstattung planen
    Reichen Standard-Büroräume mit WC für das geplante Projekt aus oder sind zusätzlich Sozialräume, Kühlcontainer oder klimatisierte Serverräume nötig? Zusätzlich zum Klären dieser Frage müssen Interessanten abschätzen, wie lange der geplante Containerbau in etwa benötigt wird: Dient er nur der einmaligen Beschäftigung von Saisonkräften oder soll er die nächsten Jahre an derselben Stelle verweilen?

  2. Angebote vergleichen
    Wer die Ausstattung und den Nutzungszeitraum kennt, sollte verschiedene Angebote vergleichen. Passende Verkaufs- und Mietangebote holen Interessenten bequem und kostenfrei online ein (z.B. auf Containerbasis.de). Ein Gebrauchtkauf sollte nur nach persönlicher Besichtigung erfolgen, da für Bürocontainer keine einheitlichen Reparaturstandards bestehen. In diesem Fall sollte sich der Käufer vorab selbst, idealerweise mit Hilfe eines Sachverständigen, vom Zustand des Containers überzeugen.

  3. Standort prüfen
    Das Aufstellen eines Bürocontainers erfordert nicht zwingend ein Fundament – dennoch ist eine Fundamentierung bei langer Nutzungsdauer durchaus sinnvoll. Darüber hinaus muss geklärt werden, inwiefern der Aufstellungsort durch Strom- und Wasseranschlüsse erschlossen ist bzw. welche Kosten durch den Anschluss entstehen.

  4. Baugenehmigung einholen
    Die Vorschriften zum Aufstellen von Bürocontainern variieren von Bundesland zu Bundesland – in den meisten Fällen besteht allerdings eine Genehmigungspflicht. Auskunft über die regionalen Regelungen kann das zuständige Bauordnungsamt erteilen. In Gewerbegebieten gestaltet sich eine Containeraufstellung in der Regel unkomplizierter als in Wohngebieten, da keine eng gefassten Bauvorschriften bestehen. Für die Beschäftigung von Mitarbeitern im Container muss zusätzlich den Regelungen von Arbeitsschutzgesetz und Arbeitsstättenverordnung entsprochen werden. Sie erteilen unter anderem Vorgaben für Belüftung, Beleuchtung und Fluchtwege des Gebäudes.

Fazit

Mit ihrer flexiblen Aufstellungsmöglichkeit und der modularen Bauweise tragen Bürocontainer den kurzen Rhythmen in der modernen Unternehmenswelt Rechnung. Ob sich der Neukauf lohnt oder das Mieten eines Bürocontainers wirtschaftlich günstiger ausfällt, richtet sich nach Dauer und Komplexität des geplanten Projektes.

 

 

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